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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-02-21 · 8 (21.2.1908) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
8 (21.2.1908)
Date
1908-02-21
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 156 Dr. Llocv's Mocdenscdrm. Jlz. 8 Dr. S. Bohm und Benedikt Schmidek als Revisoren; Moritz Auspitz, Samuel Fischer, Buckväudler; Samuel Fischer. Frucht« bandler; Adolf Goldberger. Hermann Modern. Karl Schnabel. Siegfried Stein. Szidouie Becker. Rosalie Modern als Ausschubmilglreder. Präsidentin des Damen-Komitees Frau Dr. Adele Bach. Dieser Verein speist täglich 135 Kinder aus, unterhält einen Knaben- und Mädchenhort und wirkt wahrhaft segensreich im XVI. und XVII. Bezirke, wo sich dieser auch der größten Sympathie erfreut. Wien. (Spenden.) Für die Familie Joses Horner in Czihoscht bei Leschtina sind uns laut Aufruf in Nr. 7 von Herrn M. Steiner in HoraLdowitz X 3.—, von Frau Therese Heller in Altlengbach X 4.— zugekomuien. Brünn« (Jüdischer Kul tu s w ä h l er v er e in.) Bei der am 12. d. M. stattgefundencn Generalversammlung wurden folge, de Herren in den Ausschuß gewählt: Obmann: Adolf Schallinger; Obmannstellvertreter: Dr. Th. Haas. Leopold Fischhof; Schnftführer: Redakteur Max Hickl. Max Lustig; Kassier: Kornelius Strack, B. Tintuer; Ausschüsse: Sigm. Hickl, Max Singer. A. Singer; Revisoren: Leo Baumgarten. Mo \ Weüisch. Verein jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" Prag Das Ergebnis der Ausschußwahlen für das 31. Semester: eanä. phil. Oskar Stein. Obmann; teehn. Viktor Pollak. Obmann-Stellvertreter; odam. Karl Straka. Kassier; elrem. Emmerich Hofsmann, I. Schriftführer; pdil. E p st e i n. II. Schriftführer; teedn. Emil T h e i n e r, Bibliothekar; zur. Ernst K o r e f, Zeitungsverweser. Pilsen. Am Freitag den 7. Februar hat der neugewählte Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Pilsen Herr Dr. phil. Ludwig Golinski sein Amt angetreten und beim Abendgottesdienst die Antrittspredigt gehalten, in welcher er die Aufgaben, die seiner harren, mit begeisterten Worten schilderte. Die Rede übte auf die dichtgedrängte Schar der andächtigen Gemeinde einen tiefen und nachhaltigen Eindruck. Giseustadt. Im Juli dieses Jahres werden es 200 Jahre, daß das jüdische Gemeinwesen in Eisenstadt unter der Aegide R. Samson Wertheimer und R. M e i r, Eisen st adt m'Ka aas bpz wiedererrichtet wurde. Aus diesem Anlasse wird die Herausgabe einer Geschichte dieses Gemeinwesens geplant. Wiewohl bereits eine Fülle interessanten Materials dem leitenden Komitee zur Verfügung steht, werden doch alle diejenigen Gelehrten des In- und Auslandes, die eventuell Wissenswertes aus alten Urkunden, Büchern, Responsen, Grabsteindaten rc. zur Verfügung stellen können, gebeten, diese Daten an das Komitee zur Herausgabe der jüdischen Geschichte Eisen st a d t s in Eisenstadt (Kismarton). Ungarn, gelangen zu lassen. Hierfür wird im vorhinein der herzlichste Dank ausgesprochen. Karlstadt (Kroatien). Am 13. d. M. fand die Beerdigung eines der verdienstvollsten Männer unserer Gemeinde, des Herrn Albert Fröhlich, statt. Herr Albert Fröhlich verschied am 12. d. im 65. Jahre seines rastlos tätigen, nur dem Wohle seiner Familie und seiner Mitmenschen gewidmeten Lebens. Durch vier Jahre gehörte der Verblichene dem Ausschuffe unserer Kultusgemeinde an und durch drei Jahre war er ihr Tempelvorsteher. Seiner großen Beliebtheit und seinen Verdiensten entsprechend, gestaltete sich die Beerdigung zu einer großen, solennen Trauerkundgebung, an welcher viele Hunderte Menschen, Juden und Andersgläubige, teilnahmen. Nach dem vom Herrn Oberkantor David Meisel in bekannter und des öfteren bei anderen Auläffen in diesem Blatte erwähnten, hervorragenderweise vo'getragenen rituellen Trauergebete hielt Herr Rabbiner Dr. B. Schick eine deutsche Ansprache, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte, worauf der vollständige Tempelchor in erhebender Weise das Sulzer'sche Schiwisi sang. Am Grabe sprach Herr Rabbiner Dr. Schick ein kroatisches Gebet, wonach Herr Oberkantor Meisel mit dem El mole rachamim die Trauerfeier schloß. vr. v. Szezakowa. (Trauung.) Sonntag den 23. Februar l. I., um halb 12 Uhr vormittags, findet im israelitischen Tempel zu B i e l i tz die Trauung des Herrn Josef W a l l n e r mit Fräulein Elsa K l a p p h o l z aus Bielitz statt. Berlin. Die Synagogengemeinde Essen begeht in diesen Tagen eine Jahrhundertfeier. Am 26. Februar 1808 wurde das israelitische Gotteshaus auf demselben Platze eingeweiht, wo vor vierzig Jahren die jetzige Synagoge erbaut worden ist. Am 26. Februar d. I. wird nun der Grundstein zu einem neuen, monumentalen Gotteshause gelegt. Die Essener israelitische Gemeinde zählt heute 2500 Seelen. Feuilleton. Gin Traum. Von Dr. Albert Wagner. Am Fuße ragender, bewaldeter Berge zieht sich die langgestreckte Straße des kleinen Städtchens hin, zu deren beiden Seiten kleine, weißgetünchte, schmucke Häuschen stehen. Sorgfältig gepflegte kleine Vorgärtchen liegen vor ihnen und geben denselben ein villenartiges Aussehen. Nur eines dieser Häuschen bildet eine Ausnahme und der Kontrast wirkt um so stärker, als sämtliche Nachbarhäuschen an Sauberkeit nichts zu wünschen übrig lassen, während dicker Staub auf den meist zerbrochenen Fensterscheiben dieses Hauses lagert. Die Gitter seines Vorgartens neigen bedenklich z.«r Erde und bilden mit dieser einen spitzen Winkel. Man ist versucht, mit einigen raschen Schritten an diesem Bilde der Zerstörung vorüber zu gehen, doch etwas, das zwischen Singen und Weinen die Mitte hält und aus dein Innern des Häuschens dringt, hemmt beit Schritt. Wurden nicht Töne einer Melodie gehört? Hörte ich nicht Verse in der mir so lieben alten Sprache? Ich glaubte deutlich die Strophe: oeaa mpnn ,-ok xrcn nbmnn .riaatyi pr -pna i'UVu D.T’br ,d’t rem nrby mp bx!natt6 py «'satan aw nnn vernommen zu haben. Gesang? Singen in dieser traurigen Lage? Ward ihm noch keine Kunde, daß die, welche er in ein weites großes Land forttragen möchte, damit sie das Eden auf Erden, das er gefunden zu haben glaubte,' mit ihm teile, längst die Erde decke? Nein! Keinen Gesang. Nur langgezogene Seufzer, die aus der Tiefe eines gequälten Meuscheuherzens dringen, begleitet von unterdrücktem Schluchzen, vernahm ich und meinte, Gesang zu hören. Aber schon wieder hörte ich den traurigen Sänger: ,na“is aaiW -niyn xb mann?D'ryri nmn myana pan*1 n'xsrbn ,nana satas Pa “bs mp!a"nn mstnsa 'as'iav -ppin -js Und der schauerliche Gesang klingt in den Ausruf aus:!na'nnn ’ma pr -a Nur noch unartikulierte Laute folgten diesem schmerzlichen Aufschrei. Der Fuß, der gerne fliehen möchte, bleibt an der Stelle haften und das Öhr nimmt unfreiwillig die wortlosen Klagen auf. Das dürre, von den Bäumen gefallene Laub ist ein Spiel des Herbstwindes und die lichten, leichten Wolken treiben an der im Abnehmen begriffenen Mondesscheibe vorbei, sie zum Teile verdunkelnd, um sie bald wieder heller erglänzen zu lassen. Die Wolkenschleiee und die zum Teile kahlragenden vom Winde bewegten Aeste bilden im Mondenlichte Schatten von phantastischer Gestalt. Ich hörte das Knarren einer Türe, die sich in den verrosteten Angeln drehte. Um nicht als Lauscher zu erscheinen, verbarg ich mich in dem Schatten eines nahen Baumes. Aus der morschen Garlentüre trat ein hagerer, noch jugendlich aussehender Mann, welcher in der Richtung der langen schmalen Straße seine unsicheren Schritte lenkte, die in der Stille der Nacht dumpf widerhallten.

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