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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-02-21 · 8 (21.2.1908) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
8 (21.2.1908)
Date
1908-02-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 8 Dr. Mocb's MocbenscbrM. Sette 149 Der Pharao der Bibel. Im letzten Sommer wurde die im Jahre 1898 aufgefundene Mumie des Sohnes und Nachfolgers des großen Namfes ansgewickelt. Loret hatte sie bei Theben im Grabe des Amenhotep II. gefunden und bald gelang es der Forschung, diese Pharaonenmumie mit den irdischen Resten des biblischen Pharao Menephtah zu identifizieren, des Beherschers Egyptens, bei dem Moses nach langem Kampfe die Freilassung des geknechteten israelitischen Volkes durchsetzte. Im Ltranä Magazine berichtet David M. Beddoe jetzt über die Untersuchung der Mumie. Die Gelehrten hatten die längliche, in braune Leinen gehüllte Gestalt auf einen Tisch gelegt. Durch nichts unterschied sie sich von den Mumien anderer Bürger, kein Pomp, keine Pracht, nur ein kleiner Zettel am Kopfende des Kastens verriet, daß es die Reste Menephtahs, des Königs des Oberen und Unteren Egypten waren, die hier vor aller Augen lagen. Mit großer Behutsamkeit begann man die endlosen Linnenstreifen abzurollen; dann, als man zur Brust kam, gab es eine Ueberraschung: „Er ist ausgeplündert!" Auf der Brust, von den gekrümmten Fingern ausgehend, waren noch die Spuren von dem goldenen Szepter sichtbar, das jeden Pharaonen ins Grab begleitete. Mit Spannung harrte man des Augenblicks, wo die Gesichtszüge des Mannes freigelegt sein würden, der die Kinder Israel ans dem Frohndienste entließ. Endlich sah man einen länglich gewölbten, großen Schädel, eine kühn gebogene Habichtsnase, sein langes, scharfgeschnittenes Kinn» die Lippen schmal und voll Energie. Nur die Augen, deren Schimmer bisweilen vielleicht den Ausdruck harter Entschlossenheit im Gesichte gedämpft haben mochten, fehlten, um das Bild vollständig zu machen. Em korpulenter, alter Mann, fast klein von Statur, war es, mit dem Moses zu rechten hatte. Seine Zähne mußte er schon früh verloren haben, nur am Oberkiefer ragte noch ein einziger hervor. Seine letzten Lebensjahre mögen nicht in ungetrübtem Glück verflossen sein, die Haut hängt ganz schlaff um den Körper, als ob er von einer verderblichen Krankheit heimgesucht worden sei. Die Arterien sind verfallen und die fehlenden Zähne werden ihn, abgesehen von den Leiden seiner Krankheit, von den Freuden der Tafel ausgeschlossen haben. Korrespondenzen. Aus der öffentlichen Sitzung des israelitischen Kultusvorftandes vom Sonntag den 16. Februar unter dem Borsitze des Präsidenten Herrn Doktor Alsred Stern. Präsident Dr. Alfred Stern eröffnet nach 10 Uhr die öffentliche Sitzung. Zu Verifikatoren des Protokolls der letzten Sitzung werden die Herren Baurat Marmorek und Adolf Schrämet bestimmt. Im Einlauf kommen zur Verlesung nachstehende Spenden: Von Herrn Dr. Hugo Dub nom. der Moritz und Emma Dubschen Bett-Stiftung auf der Siechenabteilung der israelitischen Versorgungsanstalt. Von Herrn Salo Cohn. Präs, der Chewra-Kadischa, zur teilweisen Deckung des Gebahrungsdefizites derselben im Jahre 1907 . Von Frau Berta Bacher, Witwe des verstorbenen Herausgebers der „Neuen Freien Presse" Doktor Eduard Bacher zur Verteilung an Arme . . . . Von Frau Johanna Herzka für die Chewra-Kadischa zur Verteilung an Arme. Von Herrn Prof. Dr. Ludwig Stein-Bern für arme Studenten.. Vom Israel. Bethausverein „Chewra-Beth-Hatfilah", die daselbst im Jahre 1907 eingelaufenen Spenden und zwar: für die Versorgungsanstalt von Heinrich Mandl.K 50*— Jakob Hauser.. . „ 100 — Kais. Rat Ad. Schwarz.. 25 — Für den Waisenverein von Heinrich Mandl. Entnahme der Sammelbüchse im Matrikenamt für den Waisenverein. Für den Baufond eines Knabenwaisenhauses zufolge Abmachung mit der Firma De Weerth und Ko., Elberfeld, für im vergangenen Jahre für diese Firma verkaufte Sergestücke von Herrn Leopold Klein-Wien.K 80.— Von Herrn Eduard Raeder-Elberfeld . „ 20*— Von Herrn Max N. Wechsler und seinen Geichnnstern Frau Fanny Löwenberg und Arthur I. Wechsler für die Versorgungsanstalt....**• und ein komplettes Bett samt Wäsche. K I2.000*— 3.000 — 2.000 — 500 — 250'— 175 — 50 — 107*79 100'— 60*— Von Herrn B. Herzog für eine notleidende jüdische Familie K Von Herrn k. k. Kommerzialrat Leopold Hutter als Kranzablösungsspende für weil. Julius Frankl für das Versorgungshaus.„ Von H. E. für Arme ohne Unterschied der Nation . . „ Von Herrn Leopold Friedländer für das Siechenhaus . „ Für die Talmud-Thoraschule. Von Herrn D. Cahn-Speyer.K Von Herrn Herm. Beck durch Herrn Vize-Präs. Dr. Kohn „ Von Herrn Moriz Haßberg.„ Von Herrn kais. Rat Friedr. Pollak.„ Von Herrn Moriz Perles durch Herrn Vize-Präs. Dr. Kohn „ Von Herrn Kam. Max Schweiger durch Herrn Vize- Präsidenten Dr. Kohn.. Bon Herrn S. Reich und Ko. *.„ 20 — 20— 5*— o* 200*— *200 — 200 — ICO — 50*— 50*— 50*— Für die Schulküche (Brigittenau) durch die Herren Dr. Berger und' Heinrich Weiner. Von den Schülerinnen des Fräuleins Fr.K 68*— Von Chiffre „Westbahnstraße 20".K 11*— Von Melli Kalmann ..„ 10'— Von Irene Goldstein.„ 3'— P. H. A. F., Wien K 10 —, Jg. Marchfeld 5 —, Eduard Denes 10*—, Fran Fr. Bardach 10'—, Moritz Blühweiß 5*—, H. L., Prag 5-—, Dr. F. Geiringer 4*—, Irene und Paul Goldstein, Sam. Goldberger 15*—, Friedr. Pollak 30*—, Max Sommer 3*—, Mathilde Weinberger 4* — , Katharina Schnitzer 4*—, Josef Bauer 4.—, Gustav Holzer 20*—, Irma Meier-Teplitz 20*—, Betti Stransky 10*—, Marie Oberländer 30*—, Dr. Heinrich Tritsch 10*—; zusammen K 188*—. T e m p e l s p e n d e n im II. B ez.: Albert Winterberger K 20*—, Jakob Kann 75*—, Rabb. Dr. Schmied! 20*—, Rektor Dr. Schwarz 10*-, Nathan Kaufmann 20 —; zusammen K 145 —. Von Herrn Adolf Schramek ein Porauches für den kleinen Tempel in der Leopoldstadt. Von Herrn Dr. Hugo Dub ein Holzbett für die Versorgungsanstalt. Von Frau Josefine Segner ein Krankensessel für die Versorgungsanstalt. Den Spendern wird der Dank votiert. Zur Verlesung gelangt nachstehende Zuschrift des Herrn Professor Dr. Ludwig Stein in Bern: Villa Schönburg, Bern, 7. Februar 1908. An den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Die mir gütigst übersandte Adresse hat mich tief ergriffen. Ich war mir nicht bewußt, Ihnen und der ehrwürdigen Gemeinde Wien mehr gegeben zu haben, als ich empfangen durfte. Ich habe nur Mancherlei, was mich seit vielen Jahren innerlich bewegt, von der Seele gesprochen und daß dies vor einem solchen Auditorium geschehen konnte, dafür bin ich Ihnen nur zu Danke verpflichtet. Mir erschien die Wiener Gemeinde von meiner Kindheit an als csi “ry, und so war es mir doppelt willkommen, dort Echo und Resonanz für das zu finden, was ich zu sagen hatte. Verhehlen darf ich Ihnen meine Genugtuung darüber nicht, daß ich mit dem glücklichen Gefühle Wien verließ. Fäden gesponnen zu haben zwischen den Seelen meiner Zuhörer, die ungeachtet der Zartheit dieses Gewebes und vermutlich sogar infolge dieser Zartheit nicht leicht abreißen und sich verflüchtigen werden. Jenes Fluidum, das den unsichtbaren Kontakt Herstellen soll — es war da. An jenem schönen Abschiedsabend bei Tonello, den ich niit meiner Tochter in Ihrer Mitte verleben durfte, kam mir der große Seelengewinn, den mein Wiener Aufenthalt für mich bedeutete, zu vollem Bewußtsein Das übliche Honorar (Amnerk. d. Red. Die Barauslagen) wollen Sie nach eigenem Ermessen wohltätigen Zwecken zuwenden, am liebsten armen israelitischen Sludenten. Haben Sie innigen Dank für ihre mich ehrende und beglückende Auszeichnung. Ich drücke Ihnen, verehrter Herr Präsident und ihren Herren Kollegen, die mir diese Freude bereitet haben, wärmstens die Hand. In aufrichtiger Verehrung Ihr ergebener Ludwig Stein. Es werden weiters zur Kenntnis gebracht ein Schreiben des Rabbiners Dr. I. Z i e g l e r—Karlsbad, betreffend den von demselben abgehaltenen Vortrag und ein Dankschreiben der Pauline K o h n b e r g e r für die Teilnahme des Kultusvorstandes anläßlich des Hinscheidens des Herrn kais. Rat Salomon Kohnberger. Der Präsident Herr Dr. Alfred Stern berichtet betreffend die Widmung von X 100.000 des Freiherrn v. Rothschild für ein Kaiserin Elisabeth-Institut zur Heranbildung jüdischer Krankenpflegerinnen-unter Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde. Die wiederholten Versuche, ein solches Institut zu aktivieren, begegneten stets großen Hinderniffen. Endlich hat der B. B. Verein „Eintracht" mit großem Eifer der edlen Sache sich gewidmet, zu diesem Behufs einen eigenen Verein gegründet,

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