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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-17 · 3 (17.1.1908) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
3 (17.1.1908)
Date
1908-01-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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dr. ÄSwco s Mlocvenscorm» Nr. 8 Seite »3 wurde Frau Dr. Knecht. Als Beiräte wurden per Akklamation gewählt Herr Rabbiner Dr. Rosenmann und Herr Vorsteher Emanuel G r ü n w a l d. Wien. (Spende n.) Für die unglückliche, in großer Notlage befindliche Familie (Mutier mit sieben minorennen Kindern, von denen eines brustkrank in der Heilanstalt für Tuberkulose in All and ausgenommen wurde) kamen mir folgende milde Gaben zu: von Herrn Heinrich Sp i ra, Wien, XX. Bez. X 2.—; von ungenannt sein Wollenden aus Kunowitz bei Ung. - Hradlsch K 3 —. Diese Spenden werden hiemit dankend ausgewiesen und um Zuwendung weiterer zur Linderung des großen Elends wird instandigst und dringendst gebeten. I. Schwarz, Kommunal- und Religionslehrer, Wien, VI., Mariahilferstraße 1^5. Baden. Bei der am 12. d. erfolgten Jahres-Generalversammlung der Chewra-Kadischa Baden wurden in den Vorstand die bisher bewährten und erprobten Herren Moriz Lettner, Anton Schneider, Sigmund RauSnitz und Gustav Oedenburger wiedergewählt. Als Ersatzmänner find wieder die Herren Max L ö b l und Philipp R o t h o l z gewählt, zu Revisoren die Herren Wilhelm Schreiber und Moriz Daniel. Herr Sigmund RauSnitz ist von der Generalversammlung in voller Würdigung seiner durch eine lange Reihe von Jahren ausgezeichneten Tätigkeit in der Chewra-Kadischa einstimmig zum Ehrenmitgliede ernannt worden. Anläßlich deS JubiläumsjahreS Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. wurde über Antrag des Präsidenten Moriz L e i r n e r von der Generalversammlung zur Gründung eines Pensionsfonds für die Beamten der Kultusgemeinde und der Chewra- Kadischa der Betrag von 1500 Kronen votiert. Prag. Am 29 Dezember wurde hier Herr (Kerson Steinschneider, k. t. Professor an der J. deutschen Staalsrealschule, plötzlich vom Tode ereilt. Ein Gehirnschlag hat der ausgezeichneten, mehr als 20jährigen Lehrtätigkeit des Verblichenen ein jähes Ende bereitet. Professor Steinschneider war aber nicht bloß ein vorzüglicher Lehrer der seinen Schülern gründliche Kenntnisse in den von ihm gelehrten Fächern beibrachte, sondern entfaltete auch eine ausgezeichnete literarische Tätigkeit aus seinem Unterrichlsgebiete, das Deutsch, Französisch und Englisch umfaßte. Auch im Hebräischen war er bewandert und fühlte und gab sich immer als Jude. Zu seinem am 1. Jänner stattgesundenen Begräbnisse haben sich nebst der großen Anzahl seiner Schüler, Freunde und Bekannten auch zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten in der Zeremvnienhalle des Friedhofes eingefunden, darunter der Landesschulinspektor Muhr, Landesschulrat Dr. Ludwig Bendiener, Oberlandesgerichtsrat Sabeditsch, Statthaltereirat Rapprich, der ganze Lehrkörper der I. deutschen Staatsrealschule und die meisten Direktoren und Professoren der anderen deutschen Mittelschulen Prags. Rabbiner Stark. Religionslehrer an der l. deutschen Staatsrealschule, war vom Direktor der Anstalt Herrn Regierungsrat Schimek ersucht worden, dem Verstorbenen einen Nachruf im Namen der Anstalt zu halten, konnte aber wegen Unwohlseins am Begräbnistage dem Aufträge nicht Nachkommen. Professor Stark ist ein Schwiegersohn deS in diesem Blatte schon öfter rühmlich erwähnten Dr. Fürst, Kultusvorsteher und StadtphyfikuS in Sisiek. Preßburg. (Todesfall.) Eine der markantesten nnd auch geistig emftutzrelchsten Pers nlichkeiten der Preßburger orthodoxen Gemeinde, Rabbiner David Neumann ist am 6. d. M. nach langem Leiden gestorben. Der Verblichene, in der Gemeinde nach seiner Heimatsgemeinde als Rabbi „David Lackenbach" bekannt, bekleidete seit mehr als dreißig Jahren das ehrenvolle Amt eines Rosch-Beth-Din in unserer Gemeinde. Der Heimgegangene stand sowohl wegen seiner großen Gelehrsamkeit, wie auch seiner mit beispielloser Bescheidenhett gepaarten ausrichtigen Frömmigkeit in allen Kreisen der Bevölkerung in grobem Ansehen. Seine Frömmigkeit und Pflichttreue kannten keine Grenzen. Trotzdem er seit mehreren Jahren krank war, versah er bis vor einem Jahre noch seine Amtspflicht. Bis in sein Höhe- Alter fastete er freiwillig jeden Montag und Donnerstag und als ihm dies infolge seiner Krankheit nicht mehr möglich war. enthielt er sich an diesen Tagen wenigstens de- FleischgenuffeS. David Lackenbach gehörte auch zur Prüfungskommission der Preßburger „Jeschibah" und jeder, der vom Preßburger Radbinat eine Haskarah haben wollte, mußte sich bei Rabbiner David Lackenbach einer strengen Prüfung unterwerfen. Das Leichenbegängnis fand am Mittwoch den 8. d. M. unter großer Beteiligung der orthodoxen Kreise aus allen Gegenden Ungary- und auch der Wiener orthodoxen Gemeinde statt. Klattau. (G e ii e r a l v e r s a m m lang e n.) Die Hit sig E h e w r a-K a d i i ch a hielt a'u 5. Jänner 1^08 ihre Generalversammlung ab. Der Obmann Herr S. I. Krauskopf begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und gedachre in bewegten Worten der im verflossenen Vrrwalnmgsjahre Verstorbenen. Dem Berichte des Kassiers Herrn S. Hahn e> tubmen wir, daß der V-rein außer diversen Jmmobilc-n über ein Barvern öaen von K 20-92 verfügt. Die Ausgaben betrugen K 3" 14 51. Alle Berichte wurden mit Beifall zur Kenntnis genommen. — Am 12. Jänner 1908 hielt der diesige israelitische Frauenverein unter dem Vorsitze der Frau Mathilde Feig! 'eine ordentliche Hauptversammlung ab. Tie Ausgaben n-3 Vereines beliefen sich auf X 1548 30, das Vermögen desselben iu: ägt X 6407-H4. In den Ausschuß wurden die Damen R. Wiener. W. Schleißner, M. Feigl, A. Treichlinger, B. Steiner, P. Pollak und Dr 2. Fleischer, als Ersayvameu F. Flußer nnd Dr. L. Steiner gewählt. Z t Revisorinnen wurden die Tarnen F. Kraus und M. Baum erkoren — Beide hier genannten Vereine entfalten eine anerkennenswert- Tätigkeit; der erstere hat auch zur Renovierung unseres Tempels K 1000.—, der letztere X eoo.— gewidmet, lieber Anregung des Franevvereines wird heuer für die israelitische Schuljugend eine ganz beiondere Purimfeier veranstaltet, zu der ein eigenes Komitee im Vereine mit der straelitischen Schulleitung das Programm entwirft. Dachau. Donnerstag den 2 Jänner 1 I. fand nach einem feierlichen Gottesdienste die übliche, alljährige Generalversammlung der Chewra-Kadischa statt. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes, welcher trotz der großen materiellen Opfer, die dieser Verein für hiesige wie für cm-wärtige Arme dringt, sich äußerst günstig gestaltete, wurde zufolge Abläufe» der Funktionsperiode zur Neuwahl geschritten. Obwohl der bisherige Obmann Herr Moritz Fifchl. nach einer 18 jährigen, verdienst- und aufopferungsvollen Tätigkeit im Vorstande, darunter zehn Jahre als Obmann. eine Neuwahl entschieden ablehnte, wurde derselbe trotzdem einstimmig per Akklamation wiedergewählt, welche Wahl derselbe nach wiederholtem Ersuchen erst anzunehmcn erklärte. Weiter? wurden die Herren Philipp Wolfuer als Obmann-Stellvertreter und Heinrich Steiner als Kassier neu- und die Herren Heinrich Adler und Siegmund Neubauer wiedergewählt. Miskolcz. (R a b b i u e rw a h 0 Bei der hier am 5. d. M. stattgefundenen Generalversammlung wurde der als Talmudgelehrter und Kanzelredner bekannte Samu S ch l es i n g e r. Rabbiner der orthodoxen Gemeinde zu Äranyosmarot, einstimmig gewählt. Berlin.. Geh. Justizrat Landtags ab,Mrdn. ter Cassel wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden der Stadtverordueten- Versammlung gewählt. Dem Maler Professor Liebermann wurde die Anlegung des ihm verliehenen Ritterkreuzes des belgischen Leopold-Ordens gestattet. BreSlau. Geh. Justizrat Dr. Freund wurde bei der illnasten Stadtratswahl zum 22. Male wiedergewiiblr und erfolgte dessiv Wahl zum Vorstände einstimmig. Areo. Hier ist am 11. d. Herr Leopold Reichel im 68. Lebensjahre gestorben. Er war der Vater d.s Dr. Oskar Reichel, der Schwiegervater des Schriftstellers Armin Friedmann. Feuilleton. Zwischen Hammer und Ambos. Eine lustige Geichichte aus Galizien. Von Nathan Samuely. (Fortsetzung.) Siegmund Rnfinaiin. drssen Eltern in nächster Nachbarschaft des Beuzion wohnte t, war schon als Kind ein Gespiele der schönen Esterka, so daß sie die herzlichste Neigung zu einander faßten nnd auch von den Nachbarn die „Unzertrennlichen" genannt wurden. Nach dem Tode seines Vaters mußte Siegmund, der als Knabe schon alle seine Jugendgencssen an Begabung und Biederkeit übertraf, das Elternhaus verlassen. Sein Onkel in Berlin nahm ihn zu sich, damit er für seinen zukünftigen Beruf als Geschäftsmann die nötige Ausbildung erhalte. Dank seiner Fähigkeiten und seiner Pflichttreue erwarb er sich bald das Vertrauen seines Chefs in dem Maße, daß er ihn im Range immer

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