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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-17 · 3 (17.1.1908) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
3 (17.1.1908)
Date
1908-01-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Settr oo Dr, Llocd's Mocbenscdrm» Nr. s r B.r „Sieh^ mal.; . solch ein T-nfel... hat sich mir aus-« gehalst" . . » und tat sie in den Korb, Diesen ließ sie dann spater zurR Bahn befördern, A Gewiß ein Mord wie andere auch. Ein solches Maß von Stumpfsinn, Wildheit, wahnwitziger Torheit, wie dieie ruisischen ■ Greuel sie täglich ähnlich ,ntaqe fördern, kommt ja gewiß auch anoerwärts sporadisch vor. In Massenerscheinnngen jedoch in solcher Intens sität treten diese entmenschten Scheusale nur in Rußland hervor, an der Tagesordnung sind solche Gestalten eben nur dort, wo heute ein Menschenleben kaum deN Wert hat wie in Frankreich zur Schreckenszeit. A. von Engelhardt, Äouftautiuopel In Erwiderung auf die Zuschrift in Nr. 50 unseres Blattes erhalten wir ein Schreiben, dem wir folgende Tatsache entnehmen: „Unsere Deutsch-Oesterreichisch-Israelitische Gemeinde umfaßt im religiösen Kultus fast alle hiesigen deutschsprechenden Juden ohne Unterschied der Nationalität; nach außen jedoch vertritt sie ihr Vorstand nur bei den fremdländischen Konsulaten. Die von unserer Gemeinde ausgegebenen Zeugnisse oder sonstige Akten werden nicht allein von dem k. k. österr.-ungar. Konsulate, dem sie untersteht, sondern auch vom deutschen, russischen, italienischen und griechischen Konsulate als rechtSgiltig anerkannt. Für die türkische Behörde jedoch ist naturgemäß die einzige von ihr anerkannte sephardische (spaniolische) Gemeinde maßgebend, und so mußte auch früher jeder Aschkenasi, der ottomanischer Untertan war, sich zur Erlangung von behördlich beglaubigten Schriftstücken an den sephardischen Gemeindesiegelbesitzer (Djemahat-Baschi) wenden. Um nun für die ottomanischen Untertanen deutscher Zunge ein solches separates Amt zu schaffen, ist im Jahre 1890 zwischen der sephardischen Gemeinde und ausschließlich Komiteemitgliedern der Deutsch-Oesterreichisch-Jsraelitischen Kultusgemeinde ein gegengezeichneter Vertrag zustande gekommen, aus dem ein Aschkenasim-Komitee hervorgegangen ist, an deffen Spitze, außer einem Präsidenten, der Djemahat- Baschi steht, welcher das offizielle amtliche türkische Siegel besitzt und nur berechtigt ist, damit deutschsprechenden Juden, die ottomauische Untertanen sind, zu dienen, während sephardische Juden mit der gleichen Staatsangehörigkeit nach wie vor zur ^rmpetenz des sephardischen Djemahat-Baschi gehören. Dem genannten Komitee untersteht ferner die Verwaltung der Gabellagelder, und wie wir bestätigen können, erfüllt es damit seine Pflichten in der uneigennützigsten und wohltätigsten Weise. Einige Gegner griffen zum Mittel der Denunziation, um diese Institution bei der Behörde anzuschwärzen; daß die türkische Behörde, die diese Sache untersucht, die wahre Ursache der Denunziation ermitteln wird, liegt schon jetzt auf der Hand; dann aber wird dem Großrabbiner die Aufgabe zufallen, den bekannten Angeber und seine Hintermänner in die gebührenden Schranken zurückzuweisen. Im Interesse der Ruhe und Ordnung iy unserem Gemeindewesen ersuchen wir Sie, sehr geehrter Herr Redakteur, diesen Zeilen in Ihrem geschätzten Blatte Aufnahme gewähren zu wollen. Ein altes Komitee-Mitglied." Der klumönu« v!su8us im amerikanischen Eiuwandcrungsgebiete. Große AMaung berrscht jetzt in Amerika wegen eines Gesetzentwurfes, welchen^der Senaior Lotimar aus Nortb-Carolma als Amendement zvm bestehenden Einwanderungsgesctz im Kongreß emgebracht hat und der noch in dieser Session zur Verhandlung gelangen soll. Dieses „Amendement" bedeutet eine ungeheure Einschränkung der Einwanderung nach Amerika, durch welche, wenn cs Gesetz wurde, die jüdischen Emigranten am bärtesten betroffen wurden. Der Vorschlag Lorimars hat folgenden Wortlaut: „Personen, welche des Lebens und Schreibens unkundig sind, wird die Landung verweigert. Auch soll jenen Personen die Landung verweigert werden, welche nicht am Besitze eines Zeugnisses ihrer Heimatsreglenrng sind, daß sie niemals wegen eines Verbrechens oder Vergebens verurteilt oder angeklagt waren, das geeignet wäre, einen Sch:tteu auf die Moral des Emigranten HU werfen. Ausgeschlossen werden ferner all' jene Personen, deren Schiffskarte nachweislich von einer anderen Person bezahlt wurde. Eine Ausnahme hievon bildet nur der Fall, wenn ein Mann seine Frau oder ein Vater sein Kind herüberkommen laßt. Dre Landung wird auch allen Kindern unter 16 Jahren verweigert, dre nicht in Begleitung ihrer Eltern kommen. Schließlich wird be- «utragt, daß von emem Lande oder einer Nationalität nicht mehr « als 60.000 Einwanderer jährlich in die Vereinigten Staaten H hereinqeloffen werden sollen." Die Bedeutung dieses Gesetzes für die jüdischen Emigranten i'i liegt klar auf der Hand. Da in dem Gesetzentwürfe ein sogenanntef Wohlverhaltungszeugnis aus der alten Heimat verlangt wird, so ' wäre für den Fall, daß Lotimars Antrag angenommen würde, kein russischer Jude, der aus politischen Gründen seine Heimat verläßt und sicherlich kein Wohlverhaltungszeugnis mitbringen kann, mehr imstande, nach Amerika zu kommen. Aber noch schlimmere Folgen konnte der Schlußantrag in diese« Amendement für die Juden haben. Die Statistik der letzten Ein» Wanderungsjahre weist 250.000 jüdische Einwanderer pro Jahr aus. Die meisten kommen aus Rußland. Was soll dann mit diesen Aermsten geschehen? Die Nachricht von der Einbringung dieses Antrages, der, wie die „New-Aorker Wahrheit" meldet, sogar schon zweimal gelesen worden sein soll, hat in den Kreisen der eingewanderten Juden, die immer hoffen, ihre in Rußland zurückgekassenen Angehörigen herbeizubringen, große Bestürzung hervorgerufen. Wir erinnern jedoch daran, daß der amerikanische Handelsminister Oskar Straus sich in seinem Berichte, den er dem Kongreffe vorlegte, gegen den Versuch, einen Numerus clausus einzuführen, entschieden ausgesprochen hat und daß Roosevelt wiederholt erklärt hat, an dem Einwanderungsgesetz nicht rütteln zu wollen und die Aenderung dieses Gesetzes seinem Nachfolger zu überlassen. Malmö. Vom hiesigen Friedensverein wurde das infolge der allgemeinen Landestrauer verschobene Nobelfest am 11. d. M. veranstaltet. Der Vorsitzende des Vereines Herr Stadtpfarrer Frick ersuchte, unseren Rabbiner Dr. Wohlstein, nach der Festrede des hiesigen Reichstagsabgeordneten den wissenschaftlichen Vortrag zu halten, welcher dieser ehrenvollen Aufforderung Folge leistete. Das Thema lautete: „Die FriedenSide in der Bibel." Das fast ausschließlich christliche Auditorium folgte mit gespannter Aufmerksamkeit den intercffanten und geistvollen Ausführungen und gab am Schluffe des Vortrages seinem Beifalle durch lebhaften Applaus Ausdruck. 6. Mrnnscbtes. Kauzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien, I., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sei. Wilhelm Sor: Von Jacques^ Walter K 20.-, Franz Baß K 10. . Zusam. K 30.—. Anläßlich des Ablebens der sei. Julie Landes mann: Von Familie Friedrich Pollak K 30.—, Rudolf und Hermine Friedl K 20.—. Zusammen K h0.~. Anläßl'ch des Ablebens des sel. Direktor Gustav Rothb aum: Von kais. Rat Wilh. Auninger K 20.—, Jakob Bäcker und Frau 20.—, Kom.-Rat Eduard Doktor 20.-, Dr. Gustav Arens 20 —, Franz Fischmeister 10. —, Julius Mondschein K 10. -. Zusam. K 100.—. Anläßlich des Ablebens des sei Josef Re initz: Von Ella und Dr. Otto Treulich K 20.- , Rosa Erben 10.—, Familien S. Heit, Heller und Trebit'ch 20.-, Emil und Sigmund Reinitz 50.—, Ludwig Bing K 20.—. Zusammen K 120.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Jacques Schnitzler: Von Jakob Karpeles K 10—, M. Kraus 10.—, B. Kohn-Hut 10.—, Josef Karpeles 10.-, Dr. E. Minz K 10.-. Zusam. K. 50.- . Anläßlich des Ablebens des sel. Philipp Strauß: Von L. Lauser K 20 - , Ludwig Reichel 5.—, Adolf Reichel 10. -, Ignaz Krishaber 5.—, Max Lauser 10.—, He; mine Duldner 3.—, Paula Deutsch h—, Theodor Nettel K 10.— . Zusammen K 66.-. Anläßlich des Ablebens der sel. Hedwig Sonnenfeld: Von Dr. Leopold Libitzky K 20.—, Moritz Haßberg 10.-, Josef Stein 10.—, Dr. Max Landau 20.—, Ignaz Stein 30.—, Ignaz und Sofie Sonnenfeld 50.—, Alired und Irmgard Sonncnfeld 50.—, Dr. August und Irma Libitzky 50.—, Heinrich und Ther. Sonnenfeld 50.—, Siamnnd und Therese '.'Lols 30.—, Michael Sonnenfeld 50.-, Leopold Stein K 30.—. Zusammen K 400.—. Anläßlich des Ablebens der sel. I d a B i a ch: Von Schur K. 50.—, Dr. Kompert K 20.—. Zusammen K 70.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Solomon Löwin: Von Alfred und Elia Pollitzer K 20.-, kais. Rot Alois Lemberger 20.-, Adolf und Jenny Freund 10.—. Dr. Moritz Pollitzer 10.—, Simon und Flora Wolf 10.—, Hans Löwin und Frau 10.—, Fanny und Ernst Löwin 10.—, Wilhelm und Melanie Groß 10.—, Hugo und Anna Löwin K 10.-. Zusammen K 110.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Jakob Braun: Von Moritz Haßberg K 20.—, Max und Gustav Holzer 50.—, Adolf Ullmann L 10.-. Zusammen L 80.-.

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