Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 2 (10.1.1908)
- Date
- 1908-01-10
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 36 L)r. Llocv s Mocvens )rm. Nr. 2 Beth-Hamidrasch „Montefiore". II. Bez., Taborstraße 38. Sonntag den 12. Jänner, halb 5 Uhr. Vortrag aus Midrasch- Rabba. Mittwoch den 15. Jänner, halb 5 Uhr, Vortrag aus den Psalmen. Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstützungsverein Chesed Schel Emes (Wahre Wohltätigkeit). Wien, I., Sterngasse 2. Zugunsten des Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstützungsfonds findet Sonntag den 12. d. M., 723 Uhr, eine Wohltätigkeits-Matinee im Carl-Theater statt. Zur Aufführung gelangt D e l l i n g e r s melodienreiche Operette „Don Cesar". Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein „Poale Zion" in Wien II., Stefaniestraße Nr. 2. Sonntag den 19. Jänner 1908 findet im Festsaale des Oesterr. Ingenieur- und Architekten-VereineS, I., Eschenbachgasse Nr. 9, eine Matinee statt unter freundlicher Mitwirkung der Damen: Fräul Lia Rosen, Mitglied des k. k. Hofburgtheaters, Fräul. Helene Oberländer, Mitglied der Volksoper. Fräul. Rosa Horowitz, Opernsängerin und der Herren Felix Salten, Don Fuchs, Konzertsänger, Raoul Rubikob, Mitglied des Theaters und Kabarets „Fledermaus" u. a m. Beginn 3 Uhr Nachmittag. Das Reinerlrägnis fließt dem Arbeitslosenfond des Vereines zu. Karten ä 5.—, 3. — , 2.— , 1.50 und 1 K find zu haben: Cafs Stefanie, II«, Stefaniestratze Nr. 2, Cafe Brammer, IX., Liechtensteinstraße Nr. l und Cafe Jägerhof, IX., Porzellangaffe Nr. 22. Akademischer Verein „Jüdische Kultur". Samstag den 11. d. M. hält Herr Dr. Hermann K a d i s ch einen Vortrag im Vereinslokale des genannten Vereines (II., Floßgaffe 9, Tür 6) über „Die neuen Aufgaben im Judentum". Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen! Wie«. Das Komitee desHebräischenSprachvereines, welches in der am 21 Dezember v. I. stattgehabten Versammlung zur Ausarbeitung der Statuten gewählt wurde, hat bereits dieselben fertig gestellt. Samstag den 11. Jänner findet im Cafe Marienbrücke (I. Bez.) um 9 Uhr abends eine zweite Versammlung statt behufs Vorlage der verfaßten Statuten und deren eventuellen Amendements. Diejenigen, welche dem Vereine beitreten wollen, werden auf diesem Wege höflichst eingeladen. Einladungen werden nicht versendet. Bekleidungsseft. Die Inhaber des Schuhwarenhauses „Paprika-Schlefinger"' welche vor kurzem einer größeren Anzahl von armen Schulkindern ein Bekleidungsfest bereiteten und sie mit neuen Winterschuhen beschenkten, haben ihrem humanen Werke einen neuen, nicht minder anerkennenswerten Wohltätigkeitsakt hinzugefügt, indem sie am 6. d. M. in ihren eleganten Geschäftslokalitäten für 30 Zöglinge des israelitischen Knaben- und Mädchenhortes, 15. Bez., Herklotzgasse 21, eine gleiche Festlichkeit veranstalteten. Die Kinder wurden mit einer opulenten Jaust, sowie mit je einem Paar neuen Winterschuhen und einem Paket Bäckerei beteilt. Die Präsidentin des genannten Hortes, Frau Jni Schnabel, welche der Feier beiwohnte, sprach in bewegten Worten den Firma-Inhabern ihren herzlichsten Dank aus. Eine große Anzahl von geladenen Gästen aus den besten Gesellschaftskreisen, unter anderen Frau Vizepräsidentin Steiner, die Damen Frau Rosenthal-Trebitsch, Frau Anton Strauß, Frau Berliner, Frau Frendenberg, Frau Paula Löwenstein rc, ferner die Hortleiter: Herr Hnschak und Fräulein Schreiber wohnten der schönen Veranstaltung bei Und beglückwünschten die Firmachefs zu dem Gelingen derselben. Szempez. Unsere Gemeinde hat am 1. Jänner einen schweren Verlust erlitten durch den Tod des Herrn Max Popper, Gutsbesitzer, Sparkaffadirektor und seit 30 Jahren Präses der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, Munizipal- Ausschußmitglied des Preßburger Komitates. Die Beerdigung gestaltete sich zu einer Trauerkundgebung nicht nur des ganzen Ortes und dessen Umgebung, sondern des ganzen Komitates. Der Verblichene war infolge seiner Liebenswürdigkeit, seines festen Charakters eine sehr beliebte, verehrte Persönlichkeit, dabei war er sehr gottesfürchtig und wohltätig. Oberrabbi Schreiber hielt die Trauerrede. Biseuz. In der am 25. v. M. stattgefundenen Konstituierung des neugewählten Ausschusses der hiesigen Kultusgemeinde wurde der für das Wohl der Gemeinde unermüdliche Herr Sigmund Glaser zum Vorsteher wiedergewählt. Zum Vorsteherstellvertreter wurde Herr Alois L öw, zu Kultussäten die Herren Paul Juhn und S. Müller, zu Ausschußmitgliedern die Herren I. H. H e r b a t s ch e k, Alexander Frankl, Hermann I o k l, Nathan I o k l und Leopold Sommer gewählt. Nikolsburg.DerNikolsburger israelitische Versorgungsverein hat in seiner am 8. Dezember d. I. anläßlich der Auflösung dieses Vereines stattgehabten Generalversammlung beschlossen, zum ewigen Gedenken des 60 jährigen Regierungsjubiläum unseres erhabenen Monarchen das nach erfolgter Auszahlung aller Passiven verbleibende Vereinsvermögen im Betrage von 49.000 Kronen zur Errichtung einer „Kaiser Franz Joseph-Regierungs-Jubiläums-Wohltätigkeits-Stiftung" zu widmen. Die jährlichen Interessen des Stiftungsfondes sind mit Rücksicht auf die immer mehr und mehr zunehmende Armut in der Nikolsburger israelitischen Kultusgemeinde zur Beteilung an arme, kranke oder erwerbsunfähige Mitglieder dieser Gemeinde zu verwenden. Für den Fall jedoch, als im Laufe von 5 Jahren ein israelitisches Versorgungshaus mit den Bestimmungen, welche der Widmung dieser Stiftung entsprechend sind, in Nikolsburg gegründet werden sollte, find die alljährlich abreifenden Nutzungen des Stiftungsvermögens der Verwaltung dieses Versorgungshauses zuzuführen. Eger. Am 2t. Dezember!907 verschied in Prag-Karolinental nach kurzem Leiden Herr Samuel Popper. Der Verblichene wirkte segensreich in unserer Gemeinde während 35 Jahren als Kantor und Religionslehrer, versah auch das Amt eines Seelsorgers durch eine Reihe von Jahren und erwarb sich durch sein ruhiges, friedliebendes , Wesen die Wertschätzung aller Gemeindemitglieder. Herr Popper ' verlieb erst seit einem Jahre sein Amt und unsere Gemeinde, bei welchem Anlässe selbem bedeutende Ehren erwiesen wurden. Es wurde ihm auch ein Ruhegenuß gewährt; leider erfreute er sich dessen nur kurze Zeit. In der Geschichte der Entwicklung unserer Gemeinde aber gebührt dem Dahingeschiedenen ein Ruhmesblatt, das ihm auch ewiglich gewahrt bleibt. Wessely a. d. March. Anr 5. Jänner haben wir Herrn Julius Kohn sel. A. zu Grabe getragen; nach schwerem Leiden in noch bestem Mannesalter mutzte der stets so lebensfrohe Mann seine Familie, die ihm über alles ging, für immer verlassen. Welch allgemeiner Wertschätzung sich dieser Mann weit über die Grenzen seines Domizils und in diesem selbst bei allen Klaffen der Bevölkerung erfreute, bewies die überaus große Beteiligung an leirrem Leichenbegängnisse; von Nah und Fern waren Gemeindevertretungen, Vereine und Korporationen erschienen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. An seiner Bahre widmete ihm ein Freund der Familie, Herr Dr Jacob Ornstein, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, einen zu Herzen gehenden Nachruf. Herr Julius Kohn entstammte einer uralten hier eingebürgerten jüdischen Patrizierfamilie, die sich durch Vornehmheit nnd echt jüdische Wohltätigkeit stets die allgemeine Wertschätzung zu erwerben wußte. Der Dahingeschiedene war ein in jeder Gesellschait sehr gerne gesehener Mann, ob Arm ob Reich, ob Jud ob Christ, ein jeder bedauert sein Hinscheiden. Seine Familie verlor an ihm einen überaus zärtlichen Gatten und einen seltenen, aufopferungsvollen Vater, seine Verwandten einen tatkräftigen Freund; mögen sie darin einen Trost finden, daß der Verstorbene bei allen, die ihn kannten, stets im besten Angedenken bleiben wird. Klattau. (Plenarversammlung. — Unterhaltungsabend.) In der letzten Plenarversammlung des hiesigen Chor- und Geselligkeitsvereines wurde der ausführliche Bericht des Herrn Ignatz Lederer über das Wirken der Chanukagruppe mit großem Verfalle zur Kenntnis genommen und die Anschaffung eines neuen Pianos beschlossen. Am 29. Dezember fand der vom Vereine veranstaltete Unterhaltungsabend statt, der glänzend ausfiel und dem Obmanne des Vergnügungskomitees Herrn MUD. N. Reiser verdiente Anerkennung brachte. Der Lorbeerkranz gebührte Frl. Julie Gelobter, einer Schülerin des Wiener Konservatoriums, die durch ihren herrlichen geschulten Gesang und ihren vollendeten Vortrag das Publikum hinriß. Der jungen Künstlerin kann man die besten Perspektiven für die Zukunft stellen. Auch die Vorträge des Herrn Oberkantors N. Grünwald, der gemischten und Damencköre, gele'tet von Herrn Räoek, des Herrn Dr. Reiser, des Frl. L. Wiener und K. Janovsky ernteten großen Beifall. Die Weinzie4'sche Operette „Die Töchter des Veteranen", in der außer den bereits Genannten noch die Fräuleins Benesch, Glaser, T. und M. Krauskopf, Pollak und Wolf mitgewirkt, hatte einen ebenso vollen Erfolg wie das einaktische Lustspiel „Herzlichst Willkommen". In letzterem traten hervor: Herr und Frau Schleißner, Frl. M Krauskopf, R. Glaser, T. Krauskopf und die Herren Kaufmann und Smolik. Die Klavierbegleitung besorgten in liebenswürdigster und exaktester Weise Frl. R. Löwit und Herr F. Launer. An dem Unterhaltungsabende, der sehr zahlreich besucht war, nahmen auch viele Gäste aus den umliegenden Städten teil. Nach Erschöpfung des reichhaltigen Programmes wurde Terpsichoren bis zum Morgengrauen iu flotter Weife gehuldigt.