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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-03 · 1 (3.1.1908) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
1 (3.1.1908)
Date
1908-01-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 16 Nr. 1 Dr. MmEs Wocheuzchri der bewährten Kapelle Johann Müller und unter dem trefflichen Arrangement des Herrn Professor Julius Singer huldigen können. In allen Kreisen der W euer Gesellschaft gibt sich für diese Veranstaltung das lebhafteste Jmcrefse kund und es herrscht nach Karten und Logen eine äußerst rege Nachfrage. Die noch vorhandenen Eintrittskarten ä K 3, sowie Logen für 6 Personen ä K 42, K 36, K 30 und K2-t sind bei der Präsidentin, Frau Dr. Emilie Weiß, XX., Klosterneuburgerstraffe ln, sowie bei sämtlichen Vorstand--dcnnen und im Kon?,ertbnreau Albert Gutmann, I., Operngasse l, erhältlich. 23ren. Am 15. Dezember wurde Herr Rabbiner Wilhelm S o r unter großen Ehren bestattet. Er starb im 82. Lebensjahre in Budapest, woselbst er im Ruhestände lebte. Ungar von Geburt und Lehrer von Berus, hatte er in seinem Heimatlande eine Lehrstelle bekleidet und war als vorzüglicher und begeisterter Pädagoge allseitig geschätzt. Er stammte zwar aus der alten Jeschibah-Schulc, vereinigte aber mit umfassender Kenntnis des hebräischen Literaturgebietes modernes Wissen. Seine Herzensgüte war mit Charakterfestigkeit gepaart. Seine philosophischruhige Lebensauffassung machte ihn trotz mancher bösen Erfahrungen zu einem glücklichen Menschen, der stets einen geistreichen Witz zur Hand hatte, der ihm über jede Schwierigkeit hinweghalf. Wien wurde ihm zur zweiten Heimat, woselbst er als Religionslehrer, Rabbiner und Prediger im nennten und achtzehnten Bezirke lauge Jahre mit Erfolg und in treuester Pflicht-Erfüllung gewirkt hat. Die Gemeinde liebte er über Alles und betrachtete es als höchstes Glück, in ihr und für sie tätig sein zu können. Sie hat diese Liebe in schönster Weste erwidert, indem sie dem greisen, treuen Seelsorger ein . ruhiges Privatleben ermöglichte und ihm zuletzt ein höchst ehrenvolles Begräbnis gab. Ein überaus großes Geleite ward dem wackeren Manne auf dem letzte-'. Wege zuteil. Seine zahlreichen Schüler, Verehrer und Freunde kamen: der Vorstand der Gemeinde, wie auch die Vorsteher und Rabbiner der Bezirke, in denen er tätig gewesen war. Alle drückten der Familie ihre herzliche Teilnahme aus. Herr Oöerrabbiner Dr. G ü d e m c n n hielt dem von ihm besonders geschätzten Amtsbruder einen würdevollen, warmen Nachruf. Das Andenken des Verblichenen wird gesegnet sein. ZSieu. (T r a u u n g.) Mittwoch, den 25. Dezember 1907, fand im Stadttempel die Trauung des Fräulein Rosa Popper, Tochter des sel. Polizeiagenten Inspektor Popper, mit Herrn Robert S. S o k e l. Inhaber des Bankgeschäftes S. Sokel, statt. Das dichtgefüllte Gotteshaus gab Zmgnis der besonderen Sympathien, deren sich das Brautpaar und deren Angehörige erfreuen. Der Trauungsakt wurde in feierlicher Weise von den Herren Rabbiner Dr. Bach und Oöerkartor- Stellvertreter Fuchs vollzogen. ZIren. (S t c r b e f a l L) Sonntag den 29. v. M. Früh ist hier der Polizeibezirksarzt Dr. Ignaz Steinberger im 66. Lebensjahre gestorben. Dr. Steinberger, welcher mehr als 30 Jahre dem Polizeikommiffariate in der Leopoldsiadt zur Dienstlefttung zugeteilt war, war ein ausgezeichneter Arzt und galt als Muster von Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue. Das Leichenbegängnis fand Dienstag vormittags vom Tranerhauie aus, II., Zirkusgasse 38, statt. In großer Zahl haben sich die Vertreter der ärztlichen Kreise Wiens eingefunden, um dem Verblichenen das Geleite zum Grabe zu geben. Die Polizeidirektion war durch den Präsidenten- Stellvertreter Hofrat Bäumen, Bezirksleiter Regierungsrat Keuda, Chefarzt Sanitätsrat kaiserlichen Rat Dr. Merta, Polizeirat Dr. Theodor Schild, die Oberkommissäre Gutschreiter, Brück, Oberinspektor Rzehak, Oberpolizeibezirksarzt Dr. Munk, die Polizeibezirksärzre Dr. Kien, Dr. Ignaz Popper, Dr. Franz Schild und Dr. Rappaport, Bezirksiuspektor Dr. Urbanek und die Polizeikommissäre Baczinski, Dr. Gans und Ehrenfreund vertreten. Außerdem waren anwesend: Hosrat Lasus, Hofrat Professor Dr. Chrobak, die Professoren Dr. Bergmeister, Dr. Herzseld und Dr. Mandl, Primarius Dr. Heim, die Direktoren Dr. Zinner und Dozent Dr. L-ndenthal, Direktor- Stellvertreter Siegmuud Lorenz von der Kreditanstalt, die Dozenten Dr. Hammerschlag, Dr. Roth und Dr. Herz, Theaterarzt Dr. Joses Hoffmaun, die Gemeinderäthe Helbig und Klebinder, die Vorsteher der Knltusgemeinde Dr. Markus Spitzer, Dr. Löwi, Adolf Schramek und S. Seiner, Vertreter des ärztlichen Vereines in der Leopoldsiadt, zahlreiche Aerzte und die Familie. Oberkantor brachte die Trauergesänge zum Vortrage, worauf die Leiche zur Beisetzung aus den Zentralsriedhof gebracht wurde. Im Volksheim findet gegenwärtig eine Ausstellung von Arbeiten der Zeichenklasse statt, die sich an eine Gedächtnisausstellung anichiießi. Diese gilt dem Andenken eines jung verstorbenen, sehr begabten Malers, Rudolf Dietrich, der, in der Lömy'schen Kunst» anstalt angestellt, nach den Arbeitsstunden in das Volksheim eilte, um den Abend zu seiner Vervollkommnung im Zeichnen und Malen?.n verwerten. David Kohn, der Hingehende Leiter des Zeichenkurses, zählte ihn zu seinen besten und hc-ffnungsvollsten Schülern. In feinen Arbeiten spricht sich großer Ernst und sorgfältige Beobachtung aus, die in figuralen, wie ia landschaftlichen Werken gleich bemerkenswert zutage treten. Die Zeichenklasse hat jetzt über sechzig Teilnehmer, die den verschiedensten Bernsen aagehören; einzelne erwerben hier die Vorbedingungen für den Zutritt in kruistgewerbliche Anstaltei', andere bereiten sich so selbst für die Akademie vor. Die Ausstellung bringt die interessanten, mitunter sogar überraschenden Ergebnisse von Ausflügen in der Umgebung Wiens zur Schau, darunter Studien vom Wnrmser-Haus in Heiligenstadt, vom Beethoven-Hans in Mödling li. a. m. Was der Ausstellung besondere Bedeutung gibt, ist die Tatsache, daß sie eigentlich die Resultate der von Kohn propagierten Reform des Zeichenunterrichtes zeigt. Sw sollte damit beispielgebend für das öffentliche Schulwesen überhaupt sein. Das Testament der Baronin Adolphe Rothschild. Wie der „Daily Telegraph" berichtet, bat die in Paris verstorbene Baronin Adolphe Rothschild in ihrem Testament zwanzig Millionen Francs für wohltätige Zwecke bestimmt. Hievon entfallen zwei Millionen ans das Comite <ie bieafsiisauce israeütö in Baris, eine Million auf Oöuvie da Travail, 200.000 Francs für israelitische Schulen in Paris, bedeutende Summen für die israelit-scheu Spitäler, Ambulatorien und sonstige Institutionen in der französischen Hauptstadt. Außerdem bat die Baronin große humanitäre Legate ohne Rücksicht auf Konfession gemacht und ebenso Legate für israelitische Institute außerhalb Frankreichs. So in der Schweiz, wo sie in der Nähe von Genf einen schönen Landsitz hatte, den Baron James Rothschild erbt, während dessen jüngerer Bruder Maurice ebenfalls ein beträchtliches Vermögen erhält. Baronin Adolphe Rothschild war auch Besitzerin einer wertvollen Sammlung von Kunstwerken. Einige davon dürften, wie der „Daily Telegraph" bemerkt, dem Louvre überwiesen werden. Der Rest verbleibt im Besitze der Familie. Dirnau. Einer der besten und edelsten Männer unserer Gemeinde, eine Zierde des Judentum-, ist uns am 2^. Dezember durch den Tod entrissen worden Leopold Herzog, der wackere Führer unserer Gemeinde, ist nicht mehr. Jab-e hindurch Vorsitzender unseres eduku und Podcl Zcdek-Vereines und 32 Jahre Vizcpräses, die tzten 9 Jahre Obmann unserer altebrwürdigcu Clnwra-Ko.discha. Aber auch in nichtjüdischen Kreisen erstellte sich der Verstorbene großer Sympathien, so war er Stadtverordneter der Stadt Tyrnau und Ausschußmrtglied des Preßbnrger Komitatrs Das Leichenbegängnis, das am 26. Dezember stattfand, gestalteie sich zu einer imposanten Trauerfeier. Als Erster sprach der Sohn des Verstorbenen Herr Dozent Dr. Herzog, Rabbiner in Prag: Smichow, der in ergreifender Weise dem Schmerze der Familie Ausdruck verlieh. Hierauf ergriff der Oberrabbiner M. Stein das Wort zu einer tiefempfundenen Leichenrede. In den Straßen, in welchen dir Traucr-ng sich bewegte, waren sämtliche Geschäfte geschlossen und vom Sladihansc und den der Gemeinde angehörenden Häusern webten Trauerfahnen. Am Friedhöfe sprachen noch Herr Samuel Schick und Herr Hermann Oduittuer, worauf dann die Leiche in ein Ehrengrab gesenkt wurde. An der Babre des Verstorbenen Iranern die Witwe, vier Söhne und zwei Töchter, die alle in hochangesehener Stellung siÄ befinden. Kopenhagen. (Auszeichnung.) Der König von Dänemark hat dem Delegierten der Pariser Gesellschaft für Swt-stst, Herrn Alfred Neymarck, anläßlich des Internationalen Kongresses für Statistik in Kopenhagen das Kommandeurkreuz des Däncbrog-Ordens verliehen. Herr Neymarck gehört zu den rührigsten Mitgliedern des jüdischen Zntralkonsistoriums von Frankreich. yBtthapcfi. Donnerstag den 19. Dezember wurde in. Preßburg die sterbliche Hülle des am 17. plötzlich verschiedenen Gutsbesitzers Moriz Fuchs, ehemaligen Vorstehers der Vägszereder jüdischen Gemeinde unter imposanter Teilnahme zur ewigen Rulle bestattet. Der Verblichene, einer alten, schon seit einem Jahrhundert ackerbautreibenden vornehmen Familie entstammend, betätigte während seines ganzen selbständigen Lebens nebst

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