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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-12-20 · 51 (20.12.1907) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
51 (20.12.1907)
Date
1907-12-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 51 Dr. Llocb's Mocvenscdritt. Seite 857 pliil. Hugo Stern, Bibliothekar; d II. 6. Hermann Löw, en, d. med. Erwin Horner, eand. Lar. Karl Sonnenfeld, «and. j>In1. Isidor TorL, d. II. 6. Ernst Herlitfchka, Beisitzer. . Wien. (Spenden) Für die Mutter des Leopold Hilsner sind uns von Flora Pollak und Arthur Edgar Mohr in Falkenau K 10.—, unter R. G-, Wien, C 10.—; für die unglückliche Frau mit ihren sieben unversorgten Kindern, die sich in bitterster Not befinden, laut Aufruf in Nr. 38, von Klara und Frieda in Welka K 3.— von Herrn S. Mannheit in Wien K 10.—; für die Notleidenden in Jerusalem von Herrn S. Mannheit in Wien L. 10.—, von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Sicher in in Nachod L 10.—, das Resultat bei der Hochzeit Flerschner-Eisner, zugegangen. Floridsdorf. (Trauung.) Sonntag den 29. Dezember l. I. um lJs3 Uhr nachmittags findet im Tempel zu Floridsdorf die Trauung des Fräulein Mizzi F l e i s ch m a n n, Tochter des Herrn David Fleif'chmann, mit Herrn Siegfried Redlich, einem Sohne des Herrn Adolf Redlich, statt. Etsdorf a. Kamp. Montag den.1ü. Dezember wurde Fräulein Anna Schafranek, die 20jäkrige Tochter des allseits bekannten und geehrten Herrn Adolf und desien Gemahlin Frau Laura Schafranek, unter großer Teilnahme und nut größtem Bedauern zu Grabe getragen. Se. Ehrwürden Herr Dr Diamant, Rabbiner aus Krems, hielt im Trauerhause der edlen Verblichenen einen herzergreifenden warnreu Nachruf. Kantor Recht rezitierte die üblichen Trauergebete. Sodann wurde der Sarg gehoben und nach Krems an der Donau überführt Dort am Grabe hielt Dr. Diamant nochmals eine formvollendete Trauerrede, welche ans die zahlreichen Leidtragenden eilten großen Eindruck machte. Verein jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" in Prag. Am 18. Jänner 1908 feiert der Verein jüdischer Hochschülkr „Bar Kochba" in Prag das Fest seine« meftriflen Bestandes. Es ergeht schon heute hiemit an alle zionistische n Organisationen Oesterreichs und an alle jüdischnationalen Studeutei.korporationen die Einladung zum Stiftungsfeste dieses Vereines, des ersten und lange Zeit hindurch einzigen zionistischen Vereines Böhmens, der drittältesten zionistischen Studentenkorporation Oesterreichs. Insbesondere erwartet der Verein von allen seinen lieben alten Herren und allen seinen Freunden, daß sie sich vollzählig an diesem Ehrentage in Prag einfinden werden. Der Festausschuß des Vereines jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" in Prag, Elisabethstraße 6. Kimpolung. Herrn Med.-Dr. Otto Blum wurde von Sr. Majestät der Titel eines kaiserlichen Rates verliehen. Herr Dr. Otto Blum wirkt durch 16 Jahre als Bahn- und Distriktsarzt in Kimpolung und erfreut sich allgemeiner Sympathien. Im Mai dieses Jahres wurde Dr. Blum zum Sanitätskonsulenten-Stellvertreter bei der k. k. Staatsbahn, Betriebsdirektion Czernowitz, ernannt und dorthin versetzt. Bei seinem Abschiede von Kimpolung wurde ihm zu Ehren seitens des Bahnpersonales ein Fackelzug veranstaltet. Prag. Am 12. November 1907 sta^b hier Herr Phil. Dr. Philipp B o n d y, Rabbiner und Religionsprofessor, im Alter von 78 Jahren. Vor kurzem feierte er sein 50 jähriges Jubiläum als Doktor der Prager philosophischen Fakultät. Prof. Dr. B o n d y war ein hervorragender Gelehrter, ein ausgezeichneter Lehrer und ein edler, wahrer Menschenfreund, der infolge seines bescheidenen, aufrichtigen Wesens in allen Schichten der Bevölkerung große Verehrung genoß. Unter großer Beteiligung fand am 14. November vom israelitischen Badhofe aus das Begräbnis statt. Hinter dem Trauerwagen schritt Herr Universitätsprofessor Dr. Lubor Niederle, Dekan der k. k. phil. Fakultät, mit dem Universitätspedell, hierauf die Hinterbliebenen, dann die ehrwürdigen Herren Rabbiner Dr. A. Deutsch, Dr. S. K n ö P f e l m a ch e r, Dr. Friedrich K n ö p felin a ch e r, Dr. N. Grün, Rabbiner U t i tz aus Brandeis, Oberlehrer S. Springer als Obmann des israelitischen Landeslehrervereines, der Vorsteher des Betvereines „Or Tvmid", der Vorsteher der tschechisch-jüdischen Vereinigung in Prag, Herr H. I. Lion, Herr Magistratsrat Dr. August Stein, der Vorsteher des politisch-jüdischen Vereines Herr Dr. Max Reiner, der Vertreter des jüdischen fortschrittlichen Vereines für Böhmen und Mähren, viele Lehrer, Gelehrte Advokaten, Aerzte und ein sehr zahlreiches Publikum. Frauenberg. (T e m p e l w e i h e.) In feierlicher Weise fand am 8. d. M. die Einweihung des neuen israelitischen Tempels in Frauenberg statt. Nachmittags um 8 Uhr übergab ein weißgekleidetes Mädchen dem Gemeindevorsteher Herrn Philipp Stein die Schlüssel des neuen Bekhanses. worauf dasselbe geöffnet wurde und die zur Einweihung von weit und breit herbeigeeilten Gäste von den Komiteemitgliedern Herren Julius Lederer, Ignaz Neuer, Siegfried -stein, Leopold Hüller in das Gotteshaus gefübrt wurden. Nach zwei vom Budweiser Tempelchor unter Leitung des Herrn Dirigenten Max Gans gebrachte» Chorälen, wobei Herr Oberkantor Weiß (Budweis! die Tenorsolis prächtig zur Geltung brachte, zündete der Kemeindeälteste Herr Ignaz Lederer das ewige Licht an. Herr Rabbiner Dr. Thiede rger ans Budweis hielt hierauf in deutscher Sprache die Festrede, worauf Seelsorger Herr W e i 3 (Franenberg) den Nachmittagsgottesdienst abhielt. Run folgle die Festpredigt des Herrn Rabbiners Kraus (Wodnau) in tschechischer Sprache, worauf derselbe bei offener Bundeslade das Kaise^gebet sprach und die Volkshymne abgesungen wurde. Nachdem Herr Vorsteher Ignaz H ii l l e r allen Erschienenen herzlich dankte, brachte der Chor abermals mehrere Psalmen zum Vortrage, womit die schöne Feierlichkeit ihren Abschluß fand. Zn derselben hakten sich eingefuuden: Die fürstlich Schwar.zenberg'schen Beamten: Direktor Oswald, Rentverwalter Heinz, Verwalter Susta, Oberforslmeister Lampel. Taxator W e n h a r t, Oberingenieur Sedlaäek, Ingenieur D 5 dek, ferner Bürgermeister Schloßverwalter Josef S e i ch l, die Sradträte Postmeister R a u s, W l a s e k, V i k a r y. K o u t e k, M a t e j k a, H n-! a k, Oberlehrer T r n h l a r, Ingenieur Gerabek, k. k. Hauptmann-Andilor Josef S ch n m a », k. k. Steuereinnehmer R a i k. k. k Notar Jobann C e r n y, MUDr. Franz E r e m i a 8, k. k. Ingenieur Oderkommissär Josef B a n d y, die Vorsteher der Budweiser Knltuegemeiüde Dr. Kohn, Ludwig Lederer, kais. Rat Ignaz F a n t l und zahlreiche andere Beamte und Festgäste. Von vielen Kultusgemeinden waren zu der Feier zahlreiche Telegramme eingelangt. Fürst Schwarzenberg hat zum Bane des Tempels. 400 Kronen gespendet. Krakau. Sonntag den 8. d. M. hat, wie alljährlich, auf Anregung der hiesigen akademischen Verbindung „Hasmonäa" ein Makkabäer-Festabend stattgefunden. Die Festrede hielt Herr Reichsratsabgeordneter Stand. Er zog in schwungvoller Weise mit gewohnter Bercdtsamkeit eine Parallele zwischen der Lage der Juden zu den Zeiten der großen Unabhängigkeitskämpfer und den heutigen. Seine Ausführungen entfesselten einen mächtigen Beifallssturm. Aüs dem musikalischen Teile sei besonders der schöne Gesang des Herrn Leo F i n k e l st e i n aus Wien hervorgehoben, der durch feine klangvolle Tenorstimme die Zuhörer vollständig für sich zu gewinnen verstand. Auch der Chor unter dem Dirigenten Herrn H offmann hat Schönes geleistet. W. F. Lemberg (Trauun g.) Donnerstag den 26. Dezember l. I. um 12'/2 Uhr mittags findet im Tempel zu Lemberg die Trauung des Fräulein Rose Reich, Tochter des Herrn M. H. Reich, mit Herrn Dr. Henryk Löwenherz statt. Kladno. Am 21. Dezember l. I. feiert Herr Rabbiner Schwarz in Kladno mit seiner Gattin Rosa geb. Kusina das silberne Hochzeitsfest. Von dem Jubilar erschienen bereits folgende sechs Werke: „Bar Kochba", „Die Messiasidee" und vier Bände „Alumim". In seinem Besitze bi finden sich 'noch fünfzehn druckfertige Bände, die der Veröffentlichung entgegenharren. Unter diesen sei besonders erwähnt: „Tie Ethik des Talmud", ..Die Circuincision" vom geschichtlichen, anatomischen, pathologischen und therapeutischen Standpunkte und „Spruchlexikon", Sprüche, Sentenzen, Parabeln und Allegorien aus Talmud und Midralch, alphabetisch geordnet mit Eiklärungen versehen — ein Werk, das bisher überhaupt noch nicht erschienen ist. Die Buchstaben a— h sind brncffertig. Der Buchstabe aleph umfaßt zirka 500 Nummern. Dux. Am Sonntag den 8. d. M. veranstaltete der hiesige Volksverein „Zion" eine Makkabäerfeier, welche in den Saallokalitaten des Stadlhotels in hervorragender Weise abgehalten wurde Der Obmann des Vereines, Herr Tempelvorsteher M. Freud begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste aus Tnx. Bilin und Umgebung aufs herzlichste und dankte auch dem erschienenen Bürgermeister der Stadt Dux für sein persönliches Erscheinen. Tie Feier wurde durch einen von der Kantorstochter Frl. R. Nußbaum schwungvoll vorgetragenen Prolog eröffnet. Frl. K. Kohl vom Stadttheater Teplitz brachte die Arie aus der Oper „Das Glöckchen des Eremiten" zum Vortrage. Herr Kapellmeister Friedrich Tanssig aus Prag spielte auf dem Klavier die Rhapsodie von Lißt und ein Impromptu eigener Komposition in formvollendeter künstlerischer Weise. Den heiteren Teil besorgte Herr I. Kümmerer in bester Art und hatte die Lacher aus seiner Seile. Den Glanzpunkt des Abends jedoch bildete die von Herrn phil. cand. Oskar Stein vom Vereine jüdischer Hochschüler „Bar-Kochba" in Prag gehaltene Festrede. Der Redner verstano es, durch ausdrucksvolle, volkstümliche Redeweise das andächt g lauschende Publikum zu fesseln und in allen Kreisen überzeugend zu wirken. Mit besonderer Begeisterung wurde die von Herrn Tansiig recht wirkungsvoll a-ipie'te Paraphrase der „Hatikwoh" ausgenommen, woraus Herr M. Mandl mit dem gemeinsamen Chor „Die Hoffnung" sang. Den Schluß ui Vorträge bildeten meisterhafte Rezitationen aus der jung-jüdischen Literatur von Fräulein

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