Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 48 (29.11.1907)
- Date
- 1907-11-29
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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»Ir. 48 Dr. ^loch's Ä.-ourrr^chrNr. Seite 807 Bildhauer-, Kunstkritikerusw. Handschriften) handelt und dem zahlreiche Schriftproben berühmter Zeitgenossen beigefügt find. Aus dem Abschnitt über die medizinische Graphologie ist das über die Schrift der Neurastheniker, der Hysterischen, der Paranöischen usw. Gesagte recht interessant. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statt st ik derJüden. Redaktion: D r. A r t h u r R u p p i n, Berlin- Halensee, Johann Sigmundsstraße 3. 3. Jahrgang. November 1907. Heft Nr. 11. Inhalt: L Abhandlungen: 1. Dr. Siegfried Rosenfeld, Wien: Todesursachen bei Juden in österreichischen Städten. 2. Dr. Arthur R u p p i n, Berlin: Zur Statistik der Juden im Großherzogtum Hessen. (Schluß.) II. Statistisches Archiv: Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Berlin im Jahre 1905. Ergebnisse der Volkszählung in Mecklenburg. Schulbesuch in Hamburg im Jahre 1906/1907. Bildungsgrad und Sprachkcnntnisse der Juden in Budapest. Schulbesuch in Egypten. Die Juden in Bulgarien. Zahl der Juden in Deutschland im Jahre 1905. III. Literatur: Obermeyer, Modernes Judentum im Morgen- und Abendland. Eckhardt, Zickermann und Fenner, Beiträge zur Palästinakunde. Müntz, Wir Juden. IV. Mitei l u n g e n: Die Jüdische Medizinische Stimme. Neue Bücher. Dr. O. D. Tyrka. S ch e m a j a. Ein zionistisches Bild. Preis Mk. 1.25. Hof-Verlag R. von Grumbkow, Dresden-Blasewitz 1907. Dr. B Aptowitzer, Wien. Zur Geschichte des armenischen Rechtes. Aus der Wiener „Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes". Kommission bei Alfred Hölder, k. u. k. Hof-u. Univerfitätsbuchhändler, Wien 1907. Briefkasten. K. L. Daß in den Interessentenkreisen des Wiener Stadtregimrntes die Nachricht von der Wahl eines „Juden" zum Bürgermeister der Stadt Rom Entsetzen verbreitet, ist begreiflich. Die Biographie des neuen römischen Bürgermeisters zeichnet im „Vaterland" vom 37. November ein Korrespondent mit folgenden Worten: „Wer ist Ernesto Nathan? Er ist 1849 in das Londoner Geburtsregister als Sohn des Engländers Josef Nathan und der Römerin Sara Rosetti, beide mosaischer Konfession, eingetragen. Während ihres Aufenthaltes in England traten die Eltern zur protestantischen Kirche über und auch ihr Sohn wurde in der gleichen Religion erzogen. Als die Familie später nach Livorno übersiedelte, wo der Vater sich als Kaufmann etablierte, vervollkommte sich Ernesto im Italienischen und erwarb sich das große italienische Bürgerrecht. In Livorno war auch Giuseppe Mazzini Gast der Familie Nathan, wodurch vielleicht das Gerücht entstanden sein mag, daß Ernesto Nathan ein Sohn des italienischen Revolutionärs sei, dem er allerdings auffallend gleicht. An der Hochschule von Pisa legte der junge Nathan sein Examen in Jurisprudenz ab und praktizierte dann als Advokat in Pisa und in Florenz. Schon als Student trat er in den Freimaurerorden ein, von dem er bald einer der eifrigsten Apostel, einer der glühendsten Verteidiger wurde. 1870 fiedelte er nach Rom über, wurde Stadtrat und Assesior für das Unterrichtswesen unter Armellini als Bürgermeister. Frau Nathan ist von deutscher Herkunft." Die Redaktion des „Vaterland" bemerkt dazu: „Der vorstehenden Darstellung zufolge wäre Nathan seiner Konfession nach Anglikaner, nicht Jude, als welchen ihn sowohl das „Berl. Tageblatt" wie auch die „N. Fr. Presse" reklamieren." Das wäre der vorläufige Trost. S. G. Sonntag Abends gab es beim Wimberger ein Festessen für die neugebackene Exzellenz Dr. Geßmann. Dazu war wider Erwarten auch der Bürgermeister Dr. Lueger erschienen. Die Arrangeure. Geßmanns engster Zirkel, hatten wobl gehofft, bis zum Neubaugürtel werde der Bürgermeister spät Abends nicht ausgehen, und zwar zu einem Bankett, dessen alkoholische Reize gefährlich werden können. Nach der Festrede des Abgeordneten Axmannn ergriff Lueger das Wort: „Dem Festredner klang so förmlich durch, mich als gefallenen und ihn als steigenden Stern zu bezeichnen. (Ohorufe.) . . . Ja, ja! . . , Ich bin kein gefallener Stern und er ist kein neuerstandener Stern. Wir können leuchten, ohne daß der eine dem anderen schadet! Ich bleibe Bürgermeister, hoffentlich bleibt er Minister!" Eine fcenndliche Glückmunschrede. Man hört die Drohung durch: Du, ich bin noch nicht gesallen! Den christlichsozialen Blättern ist die Rede Lnegers höchst unbequem und so fälschen sie sie um. So wird im „Deutschen Volksblatt" aus dem Festredner „die Gegner" und in der „Rerchspost" wird aus dem Festredner „die Judenpresse". Ader was hatten die Ohorufe in der Versammlung für einen Sinn? Diese Rufe waren ein Versuch der Banketteilnehmer. die Kluft zwischen Geßmann und Lueger zu verhüllen. Aber Lueger schloß feine Rede wieder mit einem sehr deutlichen Wink: „Ich trinke nicht auf den jetzigen Minister Geßmann, ich trinke auf den Träger sozialreformatorischer Ideen, auf den Freund Dr. Geßmann." S. B. Rabbi A b i n a war Schuloberhaupt in Sura und nicht in Pumbadita. An der letzteren Hochschule war zu dieser Zeit R. Jose Kollegiumoberhaupt. R. A b i n a starb am 1?. Kislew 4349. Dr. S. F. Der Rabbiner Jsaac Noe Mannheimer wurde am 17. Oktober 1791 zu Kopenhagen geboren. Aufruf. An edle Menschenherzen aller Orten! Es ergeht hiemit die instäudigste Bitte um Unterstützung für eine verschämte, arme und notleidende Familie. Mutter mit sieben minderjährigen Kindern, welche von ihrem Ernährer seit Monatkn verlassen und in den tieftraurigsten Verhältnissen den schweren Kampf um dar tägliche Brot ausgesetzt wurden. Hunger, Kälte erzeugten auch.Krankheit im hohen Grade bei einem der Kinder» daS über ärztlichen Rat zur Rettung in ein warmes Klima geschickt werden sollte. Wahrlich hier tut Hilfe not! Wer daher schnell gibt, der gibt doppelt! Jede, auch die geringste Spende an Geld oder Kleidung wird dankbarst entgegengenommen und in diesem Blatte ausgewiesen werden. Der Redaktion ist die unglückliche Familie bekannt. Josef Schwarz. Kommunal- und Religionslehrer. Wien. VI. Jüdische Tojnbee-Halle, Vien, XI., Othmarg. 46. Beginn der Vorträge: An Wochentagen */j8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 30. November bis 6. Dezember 1907. Samstag, 30. Chanucka-Feier und Konzert. Arrangiert von Herrn Oberkantor Don Fuchs unter Mit- Wirkung eines Männer-Chores. Sonntag, 1. „Moses im Lichte der iüdischen Volksseele" Bibliothekar Dr. Bernh. Münz. Montag, 2. „Ueber Arbeitsrecht" Dr. Jos. Jerusalem. Dienstag, 3. Literarischer Abend. Mittwoch, 4. „Soziale und individuelle Ursachen des Verbrechens“ Dr. Heinr. Grün. Donnerstag ,5. „Von den ältesten Kulten“. Dr. J. Samuely. Freitag, 6. Bibelvortrag. Rel.-Lehrer Herr Löw-Voget. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. J. Samuely, Wien, I. Bezirk. Fiseberstiege 6, gelangen lassen. Israel. Humanitärer Verein sucht verlässliches Vereiisaman mit schöner Handschrift, welches in der Buchhaltung und Korrespondenz bewandert ist und sich auch sonst vollkommen f. die speziellen Yereinsagenden (Erhebungen etc.) eignet. Anträge unter Angabe der Gehaltsansprüche und der bisherigen Verwendung bis 1. Dezember unter „Humanitärer Verein“ postlagernd Wien, IV/I, Neumanngasse. |-L|. für meinen Neffen, Chef eines grösseren ■Wal SUCI16 soliden Getreidegescbäftes in einer grösseren österreichischen Landeshauptstadt, 38 Jahre alt, ein hübsches, musikalisch ond auch sonst mit entsprechender Bildung ausgestattetea Mädchen, nicht Über 30—22 Jahre alt, aus fortschrittlichem Hanse, mit einer Mitgift von mindestens 40—50.010 K. Gefällige Zuschriften unter „A“ hauptpostlageind Graz. Strengste Diskretion ehrenwörtlich verbürgt!