Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 48 (29.11.1907)
- Date
- 1907-11-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 804 Dr. Kiocb s Mocbens vrlrr. Nr. 48 Abgeordneter Dr. Mahler ist beim Unterrichtsministerium und gleichzeitig beim Czernowitzer Professorenkollegium der philosophischen Fakultät um die Uebertragung seiner Venia legendi öort Prag nach Czernowitz eingekommen. Wie erinnerlich, ist infolge der turbulenten Szenen, welche von der deutschnationalen Prager Studentenschaft deswegen hervorgerufen wurden, weil Dr. Mahler jüdischnationale Politik betrieb, zwischen dem Abz. Dr. Mahler und den Prager Universitätsbehörden ein Zerwürfnis entstanden, dessen Folge nunmehr das eingangs erwähnte Einschreiten des Dr. Mahler ist. Wien. Auf Einladung der LeseundRedehalle jüdischer Hochschüler hält Montag den 2. Dezember d. I., 8 Uhr abends, Herr Schriftsteller Dr. Bernhard Münz im Hörsaal 33 der juridischen Fakultät einen Vortrag über „Ibsen als Erzieher". Gäste herzlich willkommen. Wien. Die Vorstandswahl im neugegründeten Verein „Esrath Israel" ist folgendermaßen ausgefallen: S. M e i s e l s, Obmann; S. Komet, Obmann-Stellvertreter; Dr. D. Rybaczevski; Dr. I. Landau, Schriftführer; Friedrich Kruh, Schriftführer; Rudolf Hartmann, Kassier; M. Hammer, I. H. Opatow ski, Alter Kam, Bernard Waldmann, Josef K a n n i g l, Dawid Raab. Der Zweck des Vereines ist ein vierfacher, und zwar: a) Ein wirtschaftlich - wohltätiger Zweck, indem der Verein es sich zur Aufgabe macht, armen Mitgliedern Nahrungsmittel unentgeltlich zu verabreichen; b) ein Wohlfahrtszweck, indem der Verein die Begründung einer ausschließlich den Mitgliedern zugänglichen Darlehenskasse anstrebt, aus welcher bei Eintritt eines Notstandes unverzinsliche Darlehen gegen ratenweise Rückzahlung zu verabfolgen sind; c) ein gesellschaftlicher Zweck, indem der Verein sich zur Aufgabe macht: 1. Die Stellungnahme zu allen innerhalb der Wiener israelitischen Kultusgemeinde zur Behandlung gelangenden Fragen; ä) ein religiöser Zweck, in dem der Verein anstrebt: 1. Die Begründung einer Lehrstätte zur Ausbreitung der Lehre des Judentums, sowohl unter Erwachsenen, als auch unter der Heranwachsenden Jugend. 2. Die Begründung eines Bethauses. Oberhollabrunn. Hier hat ein Wechsel in der Leitung der k. k. Bezirkshauptmannschaft stattgefunden. Der ftühere Bezirkshauptmann, Stätthaltereirat Freiherr von Hohenbruck, ist in das Ministerium berufen worden. Bei seinem Abschiede aus unserer Stadt hat er sowohl den Kultusvorsteher Herrn Max Wallisch, als auch den israelitischen Religionslehrer Herrn Sigmund I e l l i n e k persönlich aufgesucht, ebenso wie der neue Bezirkshauptmann Herr Friedrich Fischer die beiden genannten Vertreter der israelitischen Konfession durch einen Antrittsbesuch ausgezeichnet hat. Prag. (Auszeichnungen.) Aus Anlaß des letzten Aufenthaltes des Kaisers in Prag wurde eine Anzahl Personen auf verschiedene Weise ausgezeichnet. Unter diesen befinden sich auch die folgenden Juden. Es wurden ernannt zu Rittern des Franz Joseph-Ordens die Herren Emanuel P l a c e k, Kaufmann, Berthold Steiner, Direktor der Prager Filiale der österreichischen Länderbank in Prag, Eugen Tauber, Mitchef der Großhandlungsfirma Brüder Tauber in Wysocan. Zu kaiserlichen Räten die Herren Großhändler Ingenieur B o n d y, Hoflieferant Emil Gerstel, Großhändler Emil Klemperer Großhändler und Industrieller Jakob Straß, Fabrikant Ernst Soyka und Direktor der Filiale der Anglo-Bank sAdolf W l a s ch i n, sämtliche in Prag. Außerdem erhielt die Sanitätsratsgattin Frau Ottilie A l t s ch u l in Prag den Elisabethorden zweiter Klasse. Klattau. Bei der am 24. November stattgehabten Wahl in den Kultusgesamtvorstand wurden in den engeren Vorstand gewählt der langjährige verdienstvolle Vorsteher Herr JUDr. I. Fleischer einstimmig, ferner mit großer Majorität die Herren: I. F e i g l, L. P o l l a k, H. S i n g e r, M. U. Doktor N. Reiser, H. L a s ch a n s k y, A. S ch ü tz, S. I. Krausk o p f, P o l l a k; als Ersatzmänner: W. B r u m l, S. W e i l, G. K r a u §. In den weiteren Vorstand wurden gewählt: A. Drucker, F. Lanner, I. Lederer, L. Schleißner, L. Winternitz, K. G o t t l i e b. Zu Mitgliedern der Umlagekommission wurden designiert: JUDr. I. Steiner, S. H a h n, R. - F l e i s ch e r und L. Kraus. — Unsere Kultusgemeinde, welche bereits zwei Pensionistinnen zählt, hat der Lehrerswitwe Frau Bertha B e rck a eine lebenslängliche jährliche Pension von 480 Kronen zugesprochen. — Die Chanükagruppe des hiesigen Chor- und Geselligkeitsvereines wird anläßlich des Tempelweihfestes elf arme israelitische Schulkinder mit vollkommenen Anzügen und Stiefeln beteilen. Der genannte Verein veranstaltet demnächst eine musikalisch-deklamatorische Soiree, zu der große Vorbereitungen getroffen werden. Ein Tanzkränzchen soll die Unterhaltung würdig beschließen. Nimburg (Verlobung.) Am 17. November fand in Nimburg die Verlobung des Fräulein Zdenka Goldstein, Tochter des Herrn Rabbiner Jakob G o l d st e i n, mit Herrn Robert Hoch, Beamter der Petroleumraffinerie in Pardubitz, dem Sohne des Herrn Rabbiners Simon Hoch in Czaslau, statt. Meran. Nachdem die Stelle eines Rabbiners, Lehrers und Sekretärs bei der Königswarter-Stiftung in Meran durch die Uebersiedlung des Dr. A. Tänzer, der nach Göppingen, Württemberg, als Bezirksrabbiner berufen wurde, vakant war, wurde Herr Dr. Heinrich Wiesel aus Tereselpatak, Ungarn, zu einem Probevortrage für den 16. November 1907 eingeladen und in der Ausschußsitzung des Kuratoriums der Königswarter-Stiftung am 17. November 1907 einstimmig zum Rabiner, Religionslehrer und Sekretär gewählt. Doktor Heinrich Wiesel, der 27 Jahre alt ist, hat seine Studien am Nabbinerseminar zu Berlin vollendet. Ung.-Oftra In unserer Gemeinde wurde der Abschied unseres ehrwürdigen Herrn Rabbiners Dr. S. Friedmann gefeiert und die Veranstaltung gestaltete sich zu einer großen Kundgebung der Sympathien für den Scheidenden. Am Sabbat hielt er seine Abschiedsrede, die tiefen Eindruck zurückließ. Am Abend desselben Tages veranstalteten die Volks- und Bürgerschüler einen Fackelzug. Eine Schülerin sprach den Dank aus ihrem Lehrer, während eine andere eine Blumengabe überreichte. Sonntag abends wurde noch ein Abschiedsfest im Restaurant Panzer gefeiert, wobei der Altvorsteher Dr. E. Stern in schönen Worten einen Rückblick auf die segensreiche Tätigkeit des scheidenden Rabbiners warf. Herr Georg Hahn sprach namens der Nationalen. Herr Dr. Friedmann ergriff nun das Wort und dankte allen Erschienenen. Montag begleitete ihn der Vorstand und viele andere in einer langen Reihe von Wagen zur Station Bisenz-Pisek. Die Segenswünsche der ganzen Gemeinde begleiten ihn in seine neue Wirkungsstätte nach Troppau. W.. l. Israelitische Kultusgemeinde Freiwaldau. Heber Veranlassung des Kultusvorstehers Herrn Sigmund Braun verrichtete beim Mussaf-Gottesdienste am Samstag den 16. d. M. Se. Ehrw. Herr Rabbiner M. Rudolf er aus Hotzenplotz in bewegten Worten ein besonderes Dankgebet für die Genesung Sr. Majestät des Kaisers. Petersburg. In der hiesigen „Historischen Gesellschaft" wurde eine Sektion für die Kultur der semitischen Völker gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Baron David Ginzburg und zum Schriftführer Jsak Daube r-M a r k o n gewählt. Feuilleton. Der Kaaltrschnwoh. Von Dr. F. Richard H e i n s ch e l. (Fortsetzung.) Als Harry am anderen Morgen erwachte und die Lagerstätte seiner Frau unberührt fand, zog er Erkundigungen ein; doch niemand wußte ihm über den Verbleib seiner Gattin Auskunft zu erteilen. Der Umstand aber, daß alle seine Bekannten auf seine Fragen mitleidsvoll nur die Achsel zuckten, machte ihn noch mehr besorgt. . Er rief die Hilfe der Polizei an, diese. eruierte nach wenigen Stunden schon, seine Frau sei in der Nacht in der Gesellschaft des Dr. Voigt abgereist.