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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-11-22 · 47 (22.11.1907) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
47 (22.11.1907)
Date
1907-11-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 776 Dr. Llocb's MscbenscbrM. Nr.. 47 gezeichnet durch hervorragende Gaben wie durch unwandelbare Pflichttreue. Der erneute persönliche Verkehr unseres geliebten Königs und seines erlauchten Blutsverwandten, sowie der enthufiastische Empfang, der dem Kaiser bereitet werden wird, kann nicht verfehlen, die Bande enger zu knüpfen, welche die beiden im Vordertreffen der Kultur stehenden Völker verbindet. Dieses historische Ereignis wird, so hoffen wir, durch Gottes Segen zur Fortdauer des Friedens von Europa beitragen, ein Vollbringen, das die besten Wünsche begleiten. Israel Z a n g w i l l: Ich glaube, daß die wirklichen Gefühle Englands gegenüber Deutschland und den Deutschen angesichts ihres militärischen Ehrgeizes jene der Besorgnis sind, einer Besorgnis, genährt durch die mittelalterlichen Reden des deutschen Kaisers und gerechtfertigt durch die Haltung Deutschlands auf der Haager Konferenz. Solange diese Besorgnis vorhanden ist und nicht zerstreut wird durch eine formale Entente, krnn zwischen den beiden Völkern keine verläßliche Freundschaft bestehen. Ich für mein Teil habe bei einem kürzlichen Besuche in Deutschland dort so viele Zeichen der Tüchtigkeit und Organisation gefunden, daß ich meine Bewunderung als Mann und meine Befürchtungen als Engländer vermehrt sah. Dubuow über die Zukunft der Juden in Rußland. Der bekannte jüdische Gelehrte und Politiker S. M. Dubuow, der Begründer der „Jüdischen Volkspartei" in Rußland, wurde von einem Vertreter der „American Review" über seine Anficht, betreffend die Zukunft der Juden in Rußland befragt. Dubnow äußerte sich sehr pessimistisch über die jetzige Situation und meint dann: Der „Russische Volksverein" wurde vom Kaiser selbst als die Stütze des Thrones hingestellt. Das Hauptziel dieses ganz Rußland umfassenden Verbandes jedoch ist, den Antisemitismus in die Massen zu tragen. Es ist vollständig unmöglich, gegen die antijüdische Agitation anzukämfisen, weil die Regierung jeder aufklärenden Arbeit die unüberwindlichsten Hindernisse in den Weg legt. Es wird heute selbst in offiziellen Kreisen gar nicht mehr geleugnet, daß die Regierung sich mit den antisemitischen Kreisen alliiert hat und daß die Regierungsagenten zur selben Zeit, da sie die unaufgeklärten Massen aufforderten, den Thron zu schützen, gleichzeitig Agents provocateurs waren, welche die Maffakres inszenierten. Eine solche judenfeindliche Agitation in den breiten russischen Massen birgt eine große Gefahr für die Zukunft in sich, selbst wenn eine neue Ordnung der Dinge kommen sollte. Die bürgerlichen Bedingungen der russischen Juden werden früher oder später sicherlich eine Besserung erfahren, aber das Gift des Judenhasses und die Pogrominstinkte, welche die herrschenden Kreise während einer langen Periode den Massen eingeflößt haben, werden auch in Zukunft noch lange das Leben der Juden in Rußland vergiften und untergraben. So werden denn die russischen Juden noch lange, nachdem Rußland eine Konstitution haben wird, gezwungen sein, nach Amerika auszuwandern. Gerade aus dem Grunde, weil der Auswanderungsstrom noch lange anhallen wird, muß das Unternehmen der „Jto", durch welches die Auswanderung nach den südwestlichen Staaten gelenkt wird, mit Freude und Sympathie begrüßt werden, und es ist nur zu wünschen, daß es auch durchaus gelinge. Natürlich wird die russische Judenfrage durch die Auswanderung eines Teiles der Juden nicht gelöst werden, weshalb die Juden nicht aufhören dürfen, für die Erlangung ihrer bürgerlichen und nationalen Gleichberechtigung zu kämpfen. Sie müssen vor allem an allen Wahlen, zu denen sie ein noch so eng bemessenes Wahlrecht besitzen, aktiv teilnehmen. Im Allgemeinen ist jedoch die Situation in Rußland gegenwärtig so unklar, daß sich niemand über die nächste Zukunft bestimmt äußern könne. Eine anscheinend der Zeit König Salomos entstammende Silbermünze wurde von einem Eingegeborenen in den großen Zimbabje-Ruinen im Maschonaland gefunden und befindet sich nunmehr im Besitze des Herrn Dr. Robinson in Humansdorp in der Kapkolonie. Die hebräische Inschrift lautet auf der einen Seite: „Das heilige Jerusalem" und zeigt darunter den Zweig eines Feigenbaumes. Auf der Reversseite steht: „Schekel Israels" und darunter ein Weihrauchfaß. Dieser Fund scheint die Behauptung einiger Forschungsreisender, namentlich des Dr. Karl Peters, zu bestätigen, daß diese geheimnisvollen, meist in Ruinen liegenden Bauten (Zimbabjes) von den Phöniziern und Israeliten errichtet wurden und daß dieser Teil Rhodesiens das Goldland Ophir des Alten Testaments ist. Oesterreichs Juden 1813 bis 1815. Eine Umfrage. Von Dr. M. Gr. (Fortsetzung.) Mähr.-Weisskirchen. (Prerauer Kreis) 1814. Judengemeinde 113 fl. Maidelberg. (Troppauer Kreis.) 1814. Der obrigkeitliche Wirtshauspächter Sam. Fischhof 2 fl. Mako (Ungarn). 1814. Judengemeinde für Witwen und Waisen 100 fl. Mantua. 1815. Die israel. Gemeinde zu Mantua hat aus patriotischem Antriebe 4000 fl. W. W. zu Gunsten des Invalidenfonds anlegen lassen. (Wurde dem Kaiser mitgeteilt, der öffentlich danken liess. K. u. k. Kriegsarchiv 23. Oktober 1815.) Josef Franchetti, Wien, erlegt am 20. Oktober im Namen der Gemeinde in Mantua 4000 fl. zugunsten des Invalidenfouds. 1. Oktober von den Mantuaner Juden 500 fl. gespendet. Da keine österreichischen Invaliden aus dem Mantuaner Bezirk vorhanden, werden nur solche Invaliden bedacht, die in den Immunitätshäusern zu Tyrnau und Petta liegen. Die Juden Mantuas spendeten noch 1000 fl. Markwatitz. Die Juden 30 fl. Misslitz. Die Judengemeinde 20 fl. Namiest. (Znaimer Kreis.) 1814. Isak Hauser, Isr. 8 fl. Nedwieditz. (Herrschaft Pernstein.) 1814. Simon Herrschenhauser 2 fl., Isak Handowsky 2 fl. Neuzerowitz. 1815. 2 Bestandleute Löbl Jaiteles 3 fl.. Herschi Schulz 3 fl. Nikolsburg. 1814. Judengemeinde 500 fl., abermals 500 .fl. Opatowitz. 1814. Judengemeinde 2 fl. Pollescho'witz. Abr. Kuhn 2 fl. 30 kr. Prag (siehe auch unter Wien). 1814. Josef Keller, Kaufmann aus Brünn, 30 fl. 1815. Ein aus Prag gebürtiger, dermahl hier in Diensten stehender Israelit, der ungenannt bleiben will, hat bey dem Hof-Kriegsrathe den Betrag von 12 fl. W. W. mit der Bitte erlegt, diesen Betrag dem Prager Invalidenhause zukommen zu lassen, damit er am nächsten glorreichen Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers unter 4 christliche und zwey israelitische aus Prag gebürtige verdiente Invaliden zu 2 fl. W. W. auf den Manu verteilt werde. Prossnitz. 1814. Josef Mandlblüh, Schnitthändler 15 fl., Wenzel Ehrlich, Schnitthändler 16 fl. Raigern. (Brünner Kreis.) 1814. Herr Wegmauth-Einnehmer Joseph Lazar 2 fl., Joseph Fiala, Bräuereimeister 1 fl. Böhm.>Reichenau. 1814. Die Judengemeinde 77 fl. Rokitnitz. Juden 5 Kr. Rossitz. 1814. Aron Bauer, Bestandjud, 5 fl., Sal. Jessowetz, Bestandjud, 1 fl., Mayer Wilhelm, Bestandjud, 2 fl. Saar. 1814. Aus der Religionsfonds-Herrschaft Saar (Iglauer Kreis) Bestandmann Mich. Beck 2 fl., Bestandmann Abr. Weiss 2 fl. Gut Scharditz. (Hradischer Kreis.) Moises Matzuer, Bestandjud 2 fl. Schidrowitz. (Znaimer Kreis.) 1815. Johann Pollak, Oberjäger, 10 fl. Semlin. 20. Nov. 1812. (Kriegsarchiv.) Das slavonische General-Commando berichtet den 4. September, dass sich jene 26 Familien türkischer Juden, zum Dank, dass sie sich aus Belgrad wegen der dortigen Unruhen nach Semlin flüchten durften, für das S e m 1 i n e r Miliz-Bataillonsspital jede Familie jährlich 10 fl. in 2 halbjährigen Raten bestimmt haben. (Wiener-Zeitung.) Aus Ungarn: Von den wegen der Unruhen in Serbien nach Semlin geflüchteten 26 türkischen Juden-Familien für 26 Reconvaleszenten des 1. Feld-Bataillons des Inft.-Regmts. St Julien 1?0 fl Skole. 1815. Im Bade S k 1 o in Galizien hat der Grosshändler Lewinsky für die dort anwesenden Militärs eine 3 tägige Löhnung 79 fl. 29 kr. und der Bürger Franz Prager zu Lubin 60 fl. gesammelt. Slamitsch. Juden 1 fl. Strassnitz. Juden 30 fl. Swietelau (Swetla). 1814. Markus Pollach, Brantweinhausbesitzer 2 fl. Tarnopol s. unter Wien. Tasswitz. 1814 Bestandmann Sam. Mandl 5 fl.

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