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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-11-15 · 46 (15.11.1907) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
46 (15.11.1907)
Date
1907-11-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 768 Dr. Ißlocb’s MocbenscbrtN. Nr. 46 Sowie alljährlich wird sich auch diesmal die Feier besonders festlich gestalten, da Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Doktor Güdemamr die Festrede hält. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Schmied! hat wieder seine besonders herzliche Neigung für diesen Verein bekundet, indem er neuerlich als Festgabe ein herrliches Gedicht, „Nathan der Weise", dem Vereine gewidmet hat, welches von Herrn Adolf Weifte, Direktor des Deutschen Volkstbeaters, zum Vortrage gebracht wird. Auch wird Herr Oberkantor Bela Guttmann das Fest durch Gesangsvorträge verherrlichen und werden Chöre von den Mitgliedern des Wiener Synagogensänger-Vereines unter Leitung des Chordirigenden Löwit zum Vortrag gebracht. An diesem Tage werden arme, greise Glaubensbrüder mit vollständiger Winterkleidung versehen. Der Eintritt zu diestm Feste steht Zedermann frei. Uuterftützungsverein für jüdische Hochschüler aus Mähre» und Schlesien in Wien IX., Porzellangasie 22. Montag, den 18. d. M., um 8 Uhr abends, findet im Souterrainlokal des Hotel Guth. II., Stefaniestraße 14, die konstituierende Versammlung statt. Nach ß 2 der bereits bestätigten Statuten bezweckt der Verein: a) Verleihung von GeldunterstLtzungen; b) Zahlung von Kollegiengeldern; c) Gewährung von Beiträgen und Promotionstaxen; 6) Gewährung von zinsenfreien Darlehen an mitellose ordentliche Müglieder; e) Gewährung von Speisemarken; k) leihweise Ueberlassung von Studienbehelfen; g) Eintragung von mittellosen ordentlichen Mttgliedern in den Verein zur Pflege kranker Studierender in Wien; h) Stundenvermittlung. § 3. Der Verein unterhält in Wien eine Auskunftsstelle in allen WohnungS- und Studienfragen. - Der Verein soll im weiten Ausmaße dazu beitragen, daß der Wische Student sich womöglich ungestört seinen Studien widmen könne, ohne von der stetigen Sorge um seinen Unterhalt gedrückt zu werden. Jnsbesonders an die in Wien so zahlreich wohnenden Mährer und Schlesier ergeht die dringende Einladung, sich recht zahlreich einzufinden. Wien. (Trauung.) Sonntag den 17. November d. I. um 2 Uhr uachmittags findet im Tempel, I., Seitenstetteugaffe, die Trauung des Herrn Josef Popper, Beamter im Spitale der israelitischen Kulmsgemeinde, mit Fräulein Eugenie Klein statt. Tod der Witwe Theodor Herzls. Sonntag nachts ist in Altaussee die Witwe Dr. Theodor Herzls, Julie Herzl, geborene Naschauer, im 38. Lebensjahre an einem Herzleiden gestorben. Frau Herzl war seit Jahren herzleidend. Nach dem Tode ihres Gatten verschlimmerte sich das Uebel, und die schwerkranke Frau, die den Sommer stets in Altaufiee verbrachte, konnte heuer nicht mehr nach Wien zurückkehren. Ihr Zustand erlaubte auch nicht, daß man sie nach Markt-Auffee bringe, wo für alle Fälle raschere ärztliche Hilfe zur Hand gewesen wäre. An ihrer Bahre trauern drei Kinder. Ihr Sohn studiert in einem Kolleg in England, ihre beiden jungen Töchter sowie ihre hochbetagte Schwiegermutter waren an ihrem Sterbebette. Die Leiche wird gemäß letztwilliger Verfügung zur Feuerbestattung nach Gotha überführt. Marienbad. Am 2. November starb Herr M.-U.-Dr. Moritz Lang, praktischer Arzt in Marienbad. Seine zahllosen Freunde trauern mit der tiefgebeugten Familie. Ein charaktervoller, ein wohltätiger Mensch, ein menschenfreundlicher Arzt war er sein Lebenlang. In seinen letzten Jahren hat ein tückisches Leiden ihn schwer heimgesucht, bis der Tod ihn von seinen Leiden erlöste. Dr. Lang gehörte längere Zeit dem Stadtverordnetenkollegium der Kurstadt Marienbad an und war stets ein unentwegter Kämpfer für das fortschrittliche und freiheitüche Prinzip. Das Vertrauen seiner israelitischen Glaubensgenoffen berief ihn in zwei Wahlperioden an die Spitze der israelitischen Kultusgemeinde des Weltkurortes Marienbad als Vorsteher, deren Zierde er stets war. Ein frommer überzeugungstreuer Jude ist Dr. Lang sein Lebenlang gewesen, der überdies über ein namhaftes jüdisches Wiffen verfügte. Tausende von armen Kranken hat er in seiner langjährigen Praxis unentgeltlich behandelt, ihnen nicht nur ärztliche Hilfe angedeihen laffeu, sondern oft auch in der Stille materiell sie noch unterstützt. Und die Wohltätigkeit in der Stille war es, welche Doktor Lang so sehr pflegte. Er wollte keinen Dank, ihm war die Befriedigung, geholfen zu haben, der süßeste Lohn; auch wenn es galt, gefährdete Existenzen zu schützen, gab er schnell und viel, nur sollte darüber nicht gesprochen werden. Seine Standesgenoffen betrauern in ihm den kenntnisreichen, charaktervollen braven Kollegen, der die Standesehre stets sehr hoch hielt. Die irdischen Ueberreste des Verblichenen wurden am 3. November 1907 hieher nach Marienbad überführt und da auf dem israelitischen Friedhofe zur ewigen Ruhe bestattet. An dem Leichenbegängnisse beteiligten sich eine Abordnung des Stadtrates Marienbad unter Führung des amtierenden Stadtrates Herrn Josef Hammerschmied (Glocke) und zahlreiche Stadtverordnete, Altbürgermeister Herr Dr. Nadler, das Aerztekollegium der Kurstadt, eine starke Abordnung des israelitischen Humanitätsvereines Union Bnai Brith in Pilsen, dessen Mitglied der Verblichene war, der gesamte Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Marienbad, eine Deputation der Bezirkskrankenkaffa rc. und zahlreiche Trauernde ohne Unterschied der Konfession. Einfach wie er im Leben war, so sollte auch sein Leichenbegängnis sein. Vor seinem Tode hatte er noch den Wunsch ausgedrückt, daß an seinem Grabe keine Rede gehalten werden möge, welchem Wunsche auch entsprochen wurde. Neubydrow. Am 30. v. M. ist hier Herr Eduard Sachsel, Begründer der bekannten Kleesaat-Export-F^rma „Eduard Sachsel' и. Söhne", im Alter von 81 Jahren eines plötzlichen Todes verschieden und wurde am 3. d. M. unter überaus großer Beteiligung aller Bevölkerungsschichten zu Grabe getragen. Unter den zur Ehre des Dahingeschiedenen Erschienenen bemerkte man vor allem die Beamten der hiesiaen k. k. Bezirkshauptmannschaft mit Herrn Bezirkshauptmann Dr. Volkar an der Spitze, die Beamten des hiesigen Bezirksgerichtes und Sreueramtes, ferner den Bürgermeister Seidl mit dem Stadtrate, die Ortsgeistlichkeit, das hiesige Veteranenkorps und die städtische Freiwillige Feuerwehr mit ihren Komniandanten, den Gesapitvorstand der israelitischen Kultusgemeinde, sowie die Chewra-Kadischa. Am Friedhofe hielt Rabbiner Schrecker die Grabrede und der Tempelchor sang ein Trauerlied. Der Dabingeschiedene erfreute sich allgemeiner Beliebtheit und großer Wertschätzung. Er hinterläßt sechs Söhne und eine verheiratete Tochter und sämtliche in schönen und hohen gesellschaftlichen. Stellungen; der .älteste, Herr Moriz Sachsel,- ist unser verehrter Kultnsvorsteher, Stadtverordneter und Direktionsrnitglied dcr städtischen Sparkassa. Einem mündlichen Vermächtnisse ihres verstorbenen Vaters gemäß, ehrten die Söhne das Andenken desselben, indem sie viele und hohe Legate und Unterstützungen verteilten; unserer Gemeinde schenkten sie für den Armenfond 500 X, den Erhaltungsfond 10.000 L und zur Errichtung einer Seelenheil-Stiftung 2000 K. Preßburg. (Martini-Gän s e.) Namens der hiesigen orthodoxen-israelitischen Kultusgemeinde überreichten Sekretär Grünsfeld und Beamter L ö w y in der Wiener Hofburg die für Se. Majestät bestimmten üblichen Martini-Gänse, während im . Belvedere solche für den. Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand abgegeben wurden. Ung. - Hradrsch. (A ch i w a h.) Die Chargenwahl für das Jahr 190//8 hatten folgendes Resultat: iur. Karl Sonnenfeld*; phil. Siegfried Schindler**; iur. Siegfried Großlicht***. TroPPau. (Todesfall.) Im hohen Alter von 76 Jahren verschied hier der Rabbiner der dortigen israelitischen Kultusgemeinde, Herr Dr. Abraham Blüh. Derselbe war hier seit dem Jahre 1879 als Rabbiner angestellt und erfreute sich nicht nur bei den Angehörigen der Kultusgemeinde, sondern auch bei allen, die den liebenswürdigen Herrn kennen zu lernen Gelegenheit hatten, der größten Hochachtung und Wertschätzung. In dieser Zeit war Dr. Blüh auch Mitglied des к. k. Bezirksschulrates für die Stadt Troppau. Mit Rücksicht auf sein hohes Alter war Dr. Blüh um die Versetzung in den Ruhestand eingeschritten, welchem Ansuchen die Vertretung der Kultusgemeinde unter Anerkennung der hervorragenden Leistungen des Herrn Rabbiners Folge gab. Mit 1. d. M. ist Herr Rabbiner Dr. A. Blüh in den dauernden Ruhestand getreten, doch sollte es ihm leider nicht gegönnt sein, sich der wohlverdienten Ruhe zu erfreuen. In Würdigung der hervorragenden Verdienste des Verblichenen hat der Vorstand der Kultusgemeinde beschlossen, das Leichenbegängnis auf Gemeindekosten zu veranstalten. Das Leichenbegängnis fand Dienstag den 12. d. M. statt. Triest. (Vortrag zu G u n st e n der marokkanischen Juden.) Sonntag, den 3. d. M., hielt hier Herr esnä. phil. Fritz Sternberg im „Zionistischen Klub" einen Vortrag über Moritz Rosenfeld, dessen Erträgnis den verfolgten marokkanischen Juden gewidmet

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