Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 46 (15.11.1907)
- Date
- 1907-11-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021710-3021757--16843-3041686- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 46 Dr. Liocb's MoedensedrM Sette 765 1815. 3. 619. Lemberg. Der bürgerliche Handelsmann zu Lemberg Benedikt Singer 100 Quart Wein. Von Nathan Kolischer, Lemberger Handelsmann, 14 Hemden. 1814. 8. 916. Lesaonitz. (Znaimer Kreis). Von der Herrschaft Lessonitz : Die jüdische Familie Prager 3 fl. 1814. Leittowitz. Sim. Bohuminsky 1 fl. 1814. Lissitz. Simon Häusser, Bestandmann 2 fl. David Herrmann, Bestandmann 3 fl. 8. 885. Prerauer Kreis. Vom Gute I^öaclma: Der Branntweinhaus-Pächter Markus Sommer 5 fl. Moses Bruck 2 fl. (Hach W.olny, die Mkgfsch. Mähren 1835 I. 8. 287 daselbst 9 Juden.) . (Fortsetzung folgt.) Juden in den Regesten der Stadt Wien. Wien. Sehr geehrter Herr Redakteur! Da Herr Dr. Gr. in der letzten Nummer Ihrer geschätzten Wochenschrift gegen meine Behauptung, Moses Taku könne unmöglich mit dem in den Regesten von 1337 erwähnten Moses b. Gämliel identifiziert werden, da R. Moses Taku im 13. Jahrhundert lebte, an dieser Identität weiter festzuhalten versucht, gestützt auf Graetz' Angabe, daß R. Moses Taku noch 1290 blühte, erlaube ich mir. Sie höflichst zu ersuchen, zu gestatten, mit einigen Daten nochmals darauf zurückzukommen. Professor Kaufmann hat in der Monatschrift für Geschichte des Judentums, Jahrgang XXI, pag. 410, unwiderleglich naäigewiesen, daß R. Moses Taku in der Mitte des 13. Jahrhunderts starb, denn R. Abr. b. Asriel, der im 13. Jahrhundert schrieb, erwähnt ihn wiederholt in seinem Werke „Arugath Habossem" mit der Segensformel für Verstorbene. (b"0 Demnach ist es ausgeschlossen, daß R. Moses Taku mit dem in den Regesten von 1337 erwähnten, noch lebenden R. Moses identisch ist. Was die Frage betrifft, daß man aus dieser Zeit und Gegend keinen anderen R. Moses kennt, erlaube ich mir zu bemerken, daß damit der bei R. Moses Jsserlin in seinen Responsen Nr. 5 erwähnte R. Moses aus Mödling, Verfasser eines Buches „Hilchoth Bedikoth", gemeint sein kann. Demnach wäre durch Angabe der Jahreszahl 1337 ein Anhaltspunkt für seine Lebenszeit gegeben. S. S p i n n e r. Zur Geschichte des Blutaberglaubens. „Der Glaube an die Verwertung der Leiche als Arznei gelangt in einem über das ganze Land verbreiteten Wahn zu befremdlichem Ausdruck: Die Barmherzigen . Brüder in Graz sollen das Privilegium besitzen, alljährlich ein Menschenleben für Heilzwecke ausbeuten zu dürfen. Hiezu wird ein junger Mensch, welcher etwa des Zahnziehens oder sonstiger leichter Erkrankung wegen in das Ordensspital gelangt, abgefangen, an den Füßen aufgehängt und zu Tode gekitzelt! Die ehrwürdigen Brüder sieden sodann den Leichnam zu Brei und verwenden letzteren, sowie das Fett und die verbrannten Knochen in ihrer Apotheke. Um Ostern, sagen die Leute, verschwindet alljährlich auf diese Weise ein Bursche spurlos im Spital." Fossel, Dr. Viktor, k. k. Bezirksarzt und Sanitätsrat in Graz, Volksmedizin und medizinischer Aberglaube in Steiermark. Ein Beitrag zur Landeskunde. Graz. Leuschner u. Lubensky. Zweite unveränderte Auflage. 1886. S. 172. Korrespondenzen. Wien. In seiner letzten Sonntagsnummer berührt das Lemberger „Slowo polskie" in einer aus Paris (!) datierten Korrespondenz unter Anderem das Verhalten der jüdischen Wählerschaft in Galizien und meint zum Schluffe etwas unwirsch, diese Verhältnisse (nämlich: jüdischer Separatismus, Zionismus rc.) würden sich erst dann ändern, wenn auch den Juden gegenüber volle Gleichberechtigung geübt werden würde. ... Ich traute kaum meinen Augen; in einem allpolnischen Blatte klingt ja so was wie die reine Offenbarung. Deßwegen kam ihm die Erleuchtung aus Paris, der Stätte der Verkündigung der Menschenrechte, daher auch die Propaganda für die Gleichstellung der Juden! Ach, der Wahn war kurz und der Schwärmer für diese Gleichberechtigung mag wohl aus Paris stammen, allein er heißt nicht Mirabeau, diesmal ist es Tartuffe. Die „aufrichtige" Gleichberechtigung der Juden, so meint er, müffe durchgeführt werden, indem man sie (die Juden!) aller ihrer Privilegien entkleide!!! Wir möchten an das „Slowo polskie" die Anfrage stellen, welche „jüdischen Vorrechte" da gemeint find. Sind es etwas die allzuvielen, hohen und kleinen jüdischen Beamten bei den gerichtlichen, politischen und autonomen Behörden? Sollen bei der Statthalterei, den Bezirkshauptmannschasten, dem sakrosankten Landesausschuffe, dem Lemberger Magistrate, den Salzämtern usw., usw. nur so viele jüdische Beamte zugelaffen werden, als der jüdischen Bevölkerungszahl entspricht und kein einziger darüber? Sollen in allen Bolks- und Mittelschulen jüdische Lehrkräfte nur im Berhältniffe zur Schüleranzahl angestellt werden, keine einzige Lehrperson darüber, auch kein Direktor, kein Inspektor zu viel. Sollen die Juden bei der bevorstehenden galizischen Landtagswahlreform nur so viele Mandate zugewiesen bekommen, als ihrer Bevölkernngszahl entspricht? Sollen die Juden in Galizien ihres Borrechtes entblößt werden, wöchentlich zwei Tage, den Samstag und Sonntag, zu feiern und gesetzlich ermächtigt werden, den einen oder andern Tag zu ruhen? Die vielen, vielen armen Kaufleute und Handwerker wären für die Kürzung dieses Privilegs sehr dankbar. Noch etwas. Wie halten es die Herren mit der Religion? Sie wollen doch auch in religiöser Hinficht die Juden den Christen gleich machen. Helfen Sie uns also eine staatliche Congrua auch für die jüdische Geistlichkeit schaffen. Weg mit dem protzigen Privileg der Juden» die Geistlichen aus eigenen Mitteln zu erhalten! Der Rabbiner werde dem Pfarrer kongruent! Es gilt bei uns das Sprichwort: Ein Mann, Ein Wort! Wenn dies auch für das „Slowo p o l s k i e" zu deutsch : „Polnisches Wort" gilt, und daran ist ja nicht zu zweifeln, so wird es seinen Mann stellen und uns die Antwort nicht schuldig bleiben. N. F. Tätigkeitsbericht der Abgeordneten des Indischen Klubs. Der Jüdische Nationalverein hielt am 6. d. M. abends im Hotel „Post" eine überaus zahlreich besuchte Versammlung ab, zu der die Abgeordneten des Jüdischen Klubs, mit Ausnahme des Abgeordneten Dr. S t r a u ch e r, der sein Fernbleiben krankheitshalber entschuldigt hatte, erschienen waren. Der erste Redner Abgeordneter Dr. Ga b e l schilderte die Drangsalierungen der Juden im letzten Wahlkampfe in Galizien, wo dieselben unter den größten Opfern, manche selbst unter Preisgabe ihrer Existenz, bei der national-jüdischen Fahne ausgehalten haben. Als radikale Demokraten haben die Mitglieder des Jüdischen Klubs Anschluß an die übrigen demokratischen Parteien gesucht und gefunden. Redner appellierte schließlich an die Juden Wiens, sich gleichfalls national zu organisieren. Abgeordneter Stand sagte, der Jüdische Klub habe ein zweifaches Programm: ein jüdisches und ein demokratisches. Er werde in erster Linie dahin wirken, daß die Gleichberechtigung einmal durchgeführt werde. Die l'/4 Millionen Juden in Oesterreich erfüllen ihre Pflichten gegen den Staat und haben daher das Recht, zu verlangen, daß der Staat auch seine Pflichten gegen sie erfülle. Die Sozialpolitik der letzten Jahre habe sich gegen die Juden gerichtet, aber nicht gegen die reichen Juden, sondern gegen die ärmsten, sie war antichristlich und antisozial. Der Jüdische Klub werde gegen eine derartige Politik in schärfster Weise Stellung nehmen. In erster Linie werde der Klub verlangen, daß man die jüdische Nationalität anerkenne, auf den Hochschulen, in der wiffenschaftlichen Statistik, überall. Es sprachen noch Abgeordneter Mahler und mehrere andere Redner, worauf unter lebhaften Beifallskundgebungen dem Jüdischen Klub Dank und Vertrauen votiert wurden. Wie antisemitische Interpellationen entstehen. Die „Freie Schlesische Preffe" schreibt: In Troppau scheint es Leute zu geben, die erfolgreich bemüht find, die Partei unseres Reichsratsabgeordneten Doktor Sommer kräftig zu blamieren und dafür zu sorgen, daß man diesen Politiker nicht zu ernst nehmen soll. Bekanntlich war eine der ersten Taten des Abg. Sommer im Parlament die Einbringung einer Interpellation wegen angeblicher Justiz-