Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 43 (25.10.1907)
- Date
- 1907-10-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021710-3021754--16790-3041630- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 48 Dr. Llocb's Mocdenscvnn. Sette 715 Stellvertreter Jelinek, Landesrat Dr. Gabriel, Landes-Rabbiner Dr. Placzek, kais. Rat Ulmann, Handelskammer-Vizepräsident Fries in Olmütz, Stadtgartendirektor Zenzinger u. a. Die Gäste unternahmen hierauf einen Rundgang durch das Heim. Dasselbe besteht aus einem Knaben- und einem Mädchenheim, die durch die Wohnung der Pstegeeltern miteinander verbunden find. Jedes besteht aus drei hellen, luftigen Schlafräumen, die vorderhand sieben Knaben und neun Mädchen beherbergen, im ganzen für 20 Pfleglinge vorgesehen sind. Ein größeres, mit dem Kaiserbilde geschmücktes Speisezimmer vereinigt die Kinder zu den Mahlzeiten. Das Heim ist hübsch eingerichtet und hat einen großen Garten für sich, der dank den Bemühungen des Stadtgartendirektors Herrn Zenzinger entsprechend kultiviert und auch zu Spielzwecken eingerichtet wurde. So ist Brünn wieder um eine neue Wohlfahrtsinstitution reicher. Denn bedenkt man, daß es Kindern zugute kommt, welche, zumeist ganz elternlos, von Gemeinde zu Gemeinde geschoben wurden, zum Teil direkt verwahrlost sind und daß diesen nun ein Heim gegeben wurde, dann wird man den effektiven und nicht zum kleinsten den moralischen Wert eines solchen Unternehmens gewiß nicht unterschätzen. Nikolsburg. (Eine jüdische Schule mit christlicher Schülermajorität.) Nach dem amtlichen statistischen Ausweis wird die Schule der Nikolsburger politischen Jsraelitengemeinde zusammen von 358 Schülern besucht, von denen 267 katholischer und 91 israelitischer Konfession find. Stuhlweißenbnrg in Ungarn. (Ein antisemitischer Gerichtssekretär.) Das Stuhlweißenburger Komitat gilt schon seit langem als das antisemitisch verseuchteste in Ungarn, aber bisher unbekannt war es, daß der Antisemitismus nunmehr auch einen Teil der „unabhängigen" Richterkreise in seinen Bannkreis gezogen hat. Hiefür spricht folgender Fall. Der Gerichtssekretär Motkovsky kam dieser Tage in ein hiesiges Kaffeehaus. Als ihn bei seinem Eintritte ein schwarzgelockter Kellner begrüßte, rief Motovsky „Pfui, da riechts nach Juden!" Hierauf wendete er sich an den Besitzer des Kaffeehauses und herrschte ihn laut an: „Sagen Sie mal, wie können Sie in Ihrem Lokale solche st.Juden anstellen?" Dieses Benehmen des Gerichtssekretärs rief unter einem Teile der Gäste, besonders aber unter den übrigen Bediensteten des Lokales eine solche Empörung hervor, daß ihn kein Kellner bedienen wollte und der antisemitische Rechtssprecher das Kaffeehaus verlassen mußte, ohne etwas zu genießen. Interessant ist an der Sache, daß der betreffende Kaffeehausbefitzcr selbst Arier ist und auch unter seinen Angestellten sich kein einziger Jude befindet. Da jedoch der beleidigte Kellner organisierter Sozialdemokrat ist, wird der Herr Gerichtssekretär Motkowsky in allen Lokalen der der Stadt von den Kellnern boykottiert. Man fragt sich allgemein : „Wie muß es erst einem wirklichen Juden, der in die Hände dieses freien, ungarischen Richters" gerät, ergehen? Petersburg. (Herzen st eins Denkmal versteigert.) Wie die Wiborger Zeitungen melden, befindet sich das Denkmal Herzensteins, das an der Mordstelle hätte errichtet werden sollen, noch immer aus der Station Terioki, ohne daß es von Jemandem übernommen worden wäre. Nach dem Eisenbahn-Reglement wird das Denkmal als „unbestellbares Gut" demnächst versteigert werden. Bekanntlich konnte das Denkmal deshalb nicht auf seinem Bestimmungsorte aufgestellt werden, weil die finnländische Regierung die Erlaubnis hiezu verweigert hat. Odessa. (Gründung einer jüdisch-medizinischen Zeitung.) Vier hervorragende jüdische Aerzte beschlossen, zu Beginn des nächsten Jahres eine medizinische Wochenschrift in russischer Sprache herauszugeben. Die Wochenschrift, die den Titel medicinskij Golos“ („Jüdische medizinische Stimme") führen wird, hat den Zweck, die jüdischen Massen über die Ursachen und Formen der hauptsächlich unter den Juden verbreiteten Krankheiten aufzuklären und sie mit der modernen Hygiene bekannt zu machen. Jassy. (Die österreichisch-ungarische Regierung gegen die rumänischen Ausweisungen.) Das hier erscheinende offiziöse Organ „Opima" meldet, daß die österreichisch-ungarische Regierung an die rumänische Regierung eine auf die Ausweisungen bezügliche Note gesandt habe, in welcher besonders über die heimlich an den Grenzen Rumäniens gegen Oesterreich-Ungarn erfolgten Ausweisungen Klage geführt wird. Das Wiener Ministerium des Aeußern habe hinzugefügt, daß es nicht begreife, wie Oesterreich-Ungarn dazu komme, politischen Verbrechern und sonstigen für Rumänien lästig-n Elementen (!) ein Asyl zu gewähren. Vermischtes. Spendenverzeichnis der israel Kultusgemeinde. Von Herrn Dr. Max Landau anläßlich des Ablebens der Frau Henriette Landau für den Verein „Frauenhort" . . . K 500.— für die Kinderbewahranstalt ..... 250.— für die Schulküche im XX. Bezirk . „ 150.— für die Chewra-Kadischa.. 100 — für die Armenanstalt .100.- für die Versorgiingsanstalt. 100.— für das israelitische Blindemnstitut „ 100.- für den Verein „Kinderheim" . . . „ 100.— für das Rekonvaleszentenheim. . . .. 100.— für den Ausspeisungsverein im XVI Bezirk—.100. - für den Ausspeisungsverein im XII.—XV. Bezirk.100. - für den Waisenverein. 100.— für den Frauenverein für den IV. und V. Bezirk. 100.— für das Ferienheim. IOC.— K 2000.— Von Herrn Emil Karpeles für die Talmud Thora-Schule „ 1000.— Aus dem Legale des Herrn A!ois Hosmann zur Verteilung an jüdische Arme.. 1000.— Aus dem Nachlasse der Frau Therese von Leon zur Verteilung an Arme.. 500.— Von Herrn kais. Rat Sa'.omon Kobnberger für die Armenanstalt zur Verteilung an Arme.. 400.— „ „ k. k lHerichtssekretär Dr. Stefan Horak zur Verteilung an I'edürftige Israeliten . . . „ 400.— „ „ kais. Rat A'nold Fröhlich anläßlich der hohen Feiertage für die Israelitische Allianz ... X 100.— für den Verein Frauenhort . ... „ 50 — für den Handwerkerverein . „ 25.— für den Verein zur Verpflegung armer Brustleidender a. d. Lande „ 25. - für den Kaiserin Elisabeth Lehrmädchenhort .. 25.— für den Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker u. Kleingewerbetreibender .„ 25 — „ 250.— Von Frau Prof. Rosa Herrmann anläßlich des Jahrzeittages des sel. Herrn Prof. Comvaß Herrmann zur Verteilung am Vorabend des Jom Kippur „ 200.— Von Herrn Moritz Edlen von Kuffner anläßlich der baden Feiertage zur Beteilung von Armen des XVI. und XVII. Bezirkes.. 200.— „ „ Sigmund Mandl anläßlich der hohen Feiertage für die Armenanstalt.„50.— für den Waisenverein.. 50. - für den Handwerkerverein.„ 30.— für das Blindemnstitut.„ 25.— für das Taubstummeninstitnt . . . „ 25.— für die israel. Speiseanstalt . ... „ 20.— „ 200.—? „ „ Nathan Rieß zur Beteilung besonders bedürftiger Armer.K 100.— für arme Wöchnerinnen.„ 100.— „ 200.— „ „ Isidor Mamhner für die Talmud Thora- Schule .. 200.— „ „ Präsidenten Dr. Alfred Stern zur Verteilung an Arme nach eigener Bestimmung . . . „ 160.— „ Frau Lina Singer anläßlich des Ablebens des Herrn Dr. Moritz Singer zur Verteilung an Arme „ 100.— „ Herrn Alexander Unger als Ablösungsspende anläßlich des Ablebens seines Schwiegersohnes Herrn Dr. Anton Löw.. 100.—