Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 34 (23.8.1907)
- Date
- 1907-08-23
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 34 y-'t. JßlocD b XRliccDcrujcDritu Seite 367 Freunden, ich habe der katholischen Dichterin Annette Freiin von Droste-Hülshoff in diesen Blättern ob ihrem ^Judenbuche" warme Worte der Anerkennung, dem sreidenkenden Pastor Kalthoff in der „Wage" einen ehrenvollen Nekrolog gewidmet. Dagegen bin ich der Anschauung, daß der Jude, der um materieller Vorteile willen seinen Glauben verläßt, für den Millionen unserer Vorfahren ihr Herzblut geopfert haben, gebrandmarkt zu werden verdient. Und da gerade scheint mir, weil der getaufte Jude an das Judentum nicht mehr erinnert werden will, der Ausdruck „Schacherjude" die richtige Charakteristik. Wiewohl es Herr K. L. übel vermerkt, daß ich auf meine Schrift zur Erinnerung an den 700jährigen Todestag des jüdischen Geisteshelden Meimonides des öfteren hingewiesen, so muß ich trotzdem noch einmal auf den Schluß derselben Hinweisen, wo ich hervorhebe: „Der alte Ghettojude, der, um sein Leben zu fristen, von Haus zu Haus ziehend seine Ware verkaufte, sah seinem Aeußeren nach vielleicht wie ein Plebejer aus, aber seiner Gesinnung und seinem Charakter nach war er ein Aristokrat; er verkaufte zwar seine Ware, aber seine Religion wäre ihm nicht feil gewesen für alle Schätze der Welt. Der moderne Jude aber, der seine Ueberzeugung, seine Religion preisgibt, um eines Vorteiles willen beschwört, was er nicht beschwören kann, der ist und bleibt, mag er noch so hohe Ehrenstellen erlangen, noch so hohe Titel führen, der Schacherjude". Freudig ist es, zu begrüßen, daß Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d in seinem soeben herausgegebenen Gebetbuche „B e r u r i a" die Urteile von hochangesehenen Christen veröffentlicht, welche die Taufe des Juden als verächtlich hinstellen. Mit Klugheitsrückfichten müssen wir endlich aufräumen. Wir sollen uns ebensowenig wie vor dem Golde, so auch vor dem Geiste verbeugen, wenn sich nicht mit demselben Charakter paart. Brüx. Prof. Dr. Bia ch. Israelitische Kultusgemeinde Wien Die für die Gemeinde-Tempel I., Seitenstettengassc 4 und ll„ Tempelgasse 3 verfügbaren Detsitzbarten DMsind an der Kassa der Israel, Kultusgemeinde -MD I., Seitenstettengasse 4, I., Stock, links, täglich von 9 bis 12 Uhr vormittag (ausgenommen Samstag und isr. Feiertage) erhältlich. Kundmachung. Es wird hiemit zur Kenntnis gebiacht, dass im HOTEL POST I., Fleischmarkt 16, (Eingang Drachengasse) anlässlich der hohen Festtage, ein Gottesdienst - stattfinden wird. Die Karten hiefür werden vom 1. September angefangen an der Kassa der Israel. Kultusgemelnde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, täglich von 9 Uhr bis l Uhr nachmittags ausgegeben. WIEN, im September 1907, Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde. Konkurs. Bei dem Minjau-Vereine Wilhelmsburg gelangt für die hohen Feiertage die Stelle eines geübten Sehaehris-V orbeters zur Besetzung. Reflektanten wollen ihre Offerte nebst Honoraransprüehe binnen 5 Tagen dem obigen Vereine einsenden. Kundmachung. Es wird hiemit zur Kenntnis gebracht, dass im grossen Musikvereins-Saafe I., Kärntnerring, Dnmhagasse 3, anlässlich der hohen Festtage, wie in den Vorjahren, ein Gottesdienst stattfinden wird. Parteien, welche auf die im Vorjahre gehabten Plätze reflektieren, können die betreffenden Betaitzkarten bereits vom 26. August 1907 bis 30. August a. c. an der Kassa der Israel. Kultusgemeinde, Seitenstettengasse 4, I. Stock, täglich von 9 Uhr vorm, bis l Uhr nachm, beheben. Ab 1. September gelangen die nicht behobenen Karten zur allgemeinen Ausgabe. WIEN, im August 1907. Der Vorstand der israel. Kultnsgemeinde. Kundmachung. Der Verein zur Bekleidung; und Unterstützung armer, alter Männer israelitischer Konfession bringt hiermit zur Kenntnis, dass seine diesjährige Beteiligung mit Winterkleidern im November stattfindet. Gesuche sind bis spätestens I. Oktober an den Vorstand des Vereines zur Bekleidung und Unterstützung armer, alter Männer israelitischer Konfession II. , Circusgasse 30, schriftlich einzureichen nnl denselben Geburtsschein und Armutszeugnis beizulegen. Die P. T. Mitglieder werden gleichfalls höflichst ersucht, ihr Vorschlagsrecht bis längstens 1. Oktober auszuüben. Gesuche, denen Armutszeugnis und Geburtsschein nicht beiliegen, bleiben unberücksichtigt. Der Vorstand: Dr. Jacob Trost Isidor Schwarz I. Schriftführer. Präsident. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemelnde Tulln mit dem Sitze in Klosterneuburg ist die Stelle eines Reiigionstehrers Schochst, Kantors und Sekretär» sofort zu besetzen. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 1600 Kronen nebst üblichen Emolumenten verbunden. Nur österreichische Staatsangehörige wollen ihre mit abschriftlichen Zeugnissen versehenen Gesuche nebst curriculum vitae an den gefertigten Vorstand einsenden. Klosterneuburg, 15. August 1907. m Dep Vorstan|L Konkurs. Infolge Berufung unseres Seelsorgers nach Jägerndorf kommt der in der Kultusgemeinde Kojetein (Mähren) vakant gewordene Rabbinerposten zugleich Rellglonslehrer an der Volksschule, zur sofortigen Besetzung. Mit dieser Stelle sind ein Fixum von K 1600* Bezfige-ana diversen Stiftungen mit fast K 300, ein Quartierbeitrag vomK 300*, das Einkommen ans der Matrikenführung, sowie die üblichen Emolumente verbunden. Bewerber, österreichische Staatsbürger, mit akademischer Bildung, wollen ihre Gesuche unter genauer Angabe über Alter, Studien, Stand, sowie Beilagen von Zeugnisabschriften ehest au den Kultusvorstand einsenden. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet. Kojßteln den 18. August 1907. Der Ver&taaA 461 der israel. Kultusgemeinde Kojetein. Städtischer Lehrer £ SÄ Nähe der Volks-, Bürger- und Mittelschulen, wünscht zum nächsten Schuljahr ein oder zwei Kinder in ganze Verpflegung zu nehmen Zuschriften erbeten unter „Treue Pflichterfüllung“ an d. Adm. d. Bl.