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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-07-12 · 28 (12.7.1907) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
28 (12.7.1907)
Date
1907-07-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 28 Vr. Blvch's Wochrnfttzrifr, Seite 467 bitterlich geweint, als ich Rabbiner wurde und man mir die erste Spende brachte, Du aber scheinst vergessen zu haben, was ich Dir zu jener Zeit sagte: „Rebbezin, ich fürchte, daß die Zeit kommen wird und Du wirst weinen, wenn man Dir nichts schickt." Die Rebbezin wurde blutrot, der Rabbi hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. Nedovaus nahm die Rebbezin gerne; viel lieber als er selbst. Chajim meinte, man könnte Herrn Maier ruhig aufnehmen. Er wünsche wohl Herrn Maier ein langes Leben, aber sein Aussehen sei ein solch elendes, daß er den Eindruck mache, als wären seine Tage gezählt. Der Rabbi nickte ihm beifällig zu. Die Rebbezin aber meinte unwirsch: „Du glaubst auch. Du verstündest etwas von der Medizin, weil Dein Onkel Arzt ist." Dabei blieb es. Herr Maier schloß auf Empfehlung des Rabbiners mit Moscheh Schneider den Vertrag ab und verließ am nächsten Tage T., um einen Badeplatz aufzusuchen In den Selichottagen5) kehrte Herr Maier nach T. zurück und bezog sein Zimmer bei Moscheh Schneider. Der alte Mann war täglich einer der Ersten im Gotteshause und kam zu den Selichot6) im dünnen Ueberrock, mit Halbschuhen und dünnen gestreiften Sommerstrümpfen bekleidet. Herr Krampel, der Lez7) der Gemeinde, nannte Herrn Maier Chalos-Hakohol8). Herr Maier, der fich bei keinem guten Werke ausschloß, der gerne und mit ganzem Herzen gab, war ein gern gesehener Gast beim Rabbi. Abraham Maier beschäftigte fich nur mit Lernen, Beten und mit ftommen Werken. War ein Trauender im Orte, dann war Maier der alltägliche Gast desselben, er war nicht allein der unbesoldete Vorbeter, er suchte auch das zum Beten nötige Minjan 9) zusammen. Eines Tages ging Maier wieder Minjan zusammensuchen, es war Markttag und die meisten Gemeindemitglieder waren beruflich am Erscheinen verhindert. Der Cafetier Ungar, das wußte Maier, hatte Zeit genug dazu und er wollte ihm das Beten beim Trauernden noch verlockender darstellen und sagte zu ihm: „Kommen Sie doch zu Minjan, heut' ist Donnerstag und Sie ersparen Lang-wechurachum10)", „Da bleibe ich zu Hause", antwortete Ungar „und erspare das ganze Beten." Nach dem Laubhüttenfeste begann Abraham Maier zu kränkeln und einige Wochen später hauchte er seine reine fromme Seele aus. Moscheh Schneider wollte sich aber nicht mit dem bescheiden, was ihm durch Maiers Ableben zugefallen, er dachte auch die Lose, die sich in Maiers Nachlaß befanden, und die er für fromme Stiftungen bestimmt hatte, nicht herauszugeben. Allein er hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Rabbi hatte die Serien und Nummern der Papiere ausgeschrieben und drohte dem Moscheh Schneider, daß er die Papiere amortisieren lassen werde und so kamen allmählich die Lose zum Vorschein. Im Hause des Rabbi gab Abraham Maiers Ableben lange den Stoff zur Unterhaltung. Chajim lächelte immer, wenn von dem Verstorbenen die Rede war, was die Rebbezin voll Aergernis bemerkte. Chajim wußte, daß sie es jetzt tief bedaure, Abraham so leichtsinnig abgewiesen zu haben; der ftomme Sinn des Rabbi dachte aber nicht an das Erbe, welches er durch den Eigensinn seiner Gattin eingebüßt: „Es war nicht min haschomafim")", pflegte er zu sagen. _ (Schluß folgt.) 5) Bußtage. 6) Bußgebete. 7) Spötter. 8) Sündopfer der Gemeinde. 9) Zehn Erwachsene. ,0) Ein längeres Gebetstück, das im Trauerhause nicht gebetet wird. ") Vom Himmel; göttliche Bestimmung. Neue Bücher. Palästina, Organ für die wirtschaftliche und kulturelle Erschließung des Landes. Herausgegeben von der Kommission zur Erforschung Palästinas. BerlinW. 15, llhlandstraße 175. IV. Jahrgang, Heft Nr. 5. Mai 1907. Inhalt: Dr. Heinrich Loewe: Agudath Netaim. Ingenieur I. I. Treidel, Jaffa: Kartenkunde und Vermeffungswesen Palästinas. Mitteilungen und Miszellen: Der jüdische Nationalfonds. Deutsches Orient-Handelssyndikat. Anglo - Palestine-Company. Deutsche Palästina-Bank. Deutsche Orientbank. Nähr el Audsche. Hedjas-Bahn. Deutschland in Egypten. Handel Smyrnas. Strategische Eisenbahnen. Reinigung von Olivenöl. Richard Charwatz. Deutsch-österreichische Politik. Studien über den Liberalismus und über die auswärtige Politik Oesterreichs. Preis Mk. 8.—. Verlag von Dunker u. Humblot, Leipzig 1907. Rabbiner Dr. Emil Cohn. Suchet mich, so lebet ihr! Moderne Schrifterklärungen und Andachten. 1907. BirgilVerlag, Berlin -Charlottenburg,Kantstraße8—9. Dr. Sigmund Jampel. Das Buch Esther auf seine Geschichtlichkeit kritisch untersucht nebst einem Anhänge: Die topographische Beschreibung des Achasv e r o 8-P ala st es im Buche Esther und die Burg zu Susa von Marcel Dieulafoy, Mitglied der Akademie der Wiffenschaften in Paris. Mit Unterstützung der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" herausgegeben. Preis Mk. 2.—. Bietorio Castiglioni, Oberrabbiner in Rom. Crotalia Aurea, CXXVI. Carminibus aureis. Contexta. Francofurti ad Moenum I. Kauffmann. N Liebwann. Hebräische Lesefibel für die zwei ersten Schuljahre. 7. Auflage. Vermehrt und vollständig neu bearbeitet von Simon Dingfelder, Lehrer in München. Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1907. I. B. Levy, Lehrer in Frankfurt a. M. Siddur Schaare-Tefillah. (Neuausgabe des Rödelheimer Siddur „Sephath Emeth", Gebettuch für Synagoge, Schule und Haus. Herausgegeben von der Vereinigung israelitischer Religionslehrer und -Lehrerinnen zu Frankfurt a. M. Unter Mitwirkung einer Kommisfion. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Verlag von M. Lehrberger & Co., Rödelheim 1907. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Westfälischestraße 46. Redaktion: Doktor Arthur Ruppin, III. Jahrgang. Heft Nr. 7. Juli 1907. Inhalt: 1. Abhandlungen. 1. CordtTrap, Kopenhagen: Die Juden in Kopenhagen nach der Volkszählung von 1906. 2. Dr. Maurice Fishberg, New-Aork: Probleme der Anthropologie der Juden. 3. Dr. Jakob Thon, Berlin: Die Kriminalität der Christen und Juden in Ungarn im Jahre 1904. II. Statistisches Archiv. Die Sterblichkeit der Juden in Wien. Eheschließungen in Preußen im Jahre 1905. Bevölkerungswechsel in Breslau. Die Zahl der Juden in Anhalt. Ergebnisse der letzten Volkszählung in Lübeck. Juden in britischen Kolonien. Baronia von Chon-Oppenheim-Stiftung in Deffau. III. Mitteilungen. Generalversammlung des Verbandes für Statistik der Juden. M. Nu4l. Das Buch der jüdischen Witze. Gustav Rieckes Buchhandlung Nchf. Berlin W. 30. I. Contridution a l’etude de la Constitution de ia Rosindone et de ses Isomeres. II. Sur le P-M6thylc6roxoninm Dissertation prösentöe a la Facultö des Sciences de L’Universitö de Gen&ve pour obtenir le grade de docteur es Sciences par Karl Leo Stern (d’Orlau Silesie aatrichienne) Ingenienr-Chimiste, Diploms de L'öcole Polytechnique de Zürich.. Genöve, Imprimere Ch. Zoellner, Square du Stand. 1907.

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