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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-07-12 · 28 (12.7.1907) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
28 (12.7.1907)
Date
1907-07-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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©rite 466 Dr. Wlocd's Mocbenscvrlrr. Nr. 38 an sie gerichteten Fragen aus der hebräischen Grammatik. Diese Gründlichkeit ist der Leitung und der besonderen Fürsorge des Religionslehrers Herrn Sprinzeles zu danken, was auch Herr Prof. Dr. Pollak rühmend hervorhob, der in warmen Worten dem Herrn Lehrer Sprinzeles seinen Dank aussprach. Gleichen Dank brachte auch Herr Präses Beck und Herr Rabbiner Dr. B a u e r in beredten Worten zum Ausdrucke. Wiener Akademische Antiduekliga. Der Rektor der Wiener Universität, Prof. Meyer- L ü b k e, hat den Ausruf dieses Vereines, der noch im Wintersemester zugelaflen worden war, für das Sommersemester verboten. Wien. Herr Adolf H o f m a n n, Vorsteher des israelitischen Bethausvereines für Wieden und Margarethen, wurde zum beeideten Jnventurs- und Schätzungs-Kommissär beim k. k. Handelsgerichte in Wien ernannt. Königgrätz. Am 15. Juni fand hier, wie es in vielen Gemeinden üblich ist, die Mädchen-Konfirmation, verbunden mit einer Religions-Prüfung, statt, die als äußerst gelungen bezeichnet werden kann. Unter den Anwesenden bemerkte man Herrn JUDr. Taufik, Kultusvorsteher, mehrere Vorstandsmitglieder, viele Damen, darunter auch mehrere christliche, und die Schülerinnen und Schüler der hiesigen Bürger- und Mittelschulen, die unseren schönen Tempel füllten. Rabbiner Ehrw. Herr Dr. W. Klauber schilderte den Konfirmandinnen in zu Herzen gehender Rede die Bedeutung ihrer religiösen Weihe. Bei der sich daran anschließenden Religionsprüfung beantworteten die Konfirmandinnen — welche vom Herrn Rabbiner unterrichtet wurden — sämtliche Fragen recht gut, sowohl in der hebräischen als auch in der Muttersprache und ernteten darob allgemeinen Beifall. Mit einem vom Chor sehr schön zu Gehör gebrachten Liede schloß die erhebende Feier. Prag. (Ernennung.) Herr Dr. Salo Ehrenfeld, Sohn des hiesigen Oberrabbiners, derzeit Supplent am deutschen Staatsgymnasium (Weinberge), wurde zum wirklichen Lehrer am 'Staatsreal- und Obergymnasium in Gablonz ernannt. Dux. Am Sonntag den 30. Juni fand die konstituierende Versammlung des Tempelbau-Vereincs statt. Das vorbereitende Komitee, welchem in erster Reihe unser rühriger Tempelvorsteher H. M. Freund angehörte, erstattete Bericht über seine bisherige Tätigkeit und brachte das bereits genehmigte Statut zur Verlesung. Hierauf wurde zur Wahl des Ausschusses und der Revisoren geschritten. Gewählt wurden die Herren: JUDr. Gustav Weis zum Obmann, Karl Konjirsch, Stellvertreter; Moritz Pollak, Kassier, Max Maier, Stellvertreter; Moriz Mandl, Schriftführer, Emil Kauder, Stellvertreter; Heinrich Eckstein aus Ladowitz, Ausschußmitglied, Siegmund Weinberg und Wilhelm Löwit, Rechnungsrevisoren. Pohrlitz (Goldene Hochzeitsfeier.) Am 29. Juni feierte unser hochgeschätzter Kantor Herr Ignaz B erm a n n mit seiner Gattin Ernestine geb. Klein das Fest der goldenen Hochzeit. Herr und Frau B e r m a n n find die Eltern der im Jahre 1880 preisgekrönten Schülerin des Wiener Konservatoriums, späteren beliebten, dramatischen Opernsängerin in Budapest und Gattin des Direktors der Prager Sternwarte, Hofrat Professor Dr. W e i n e k, so früh verstorbenen Stefanie B e r m a n n verehelichte W e i n e k. Frau B e r m a n n ist die Schwester des bekannten Wiener Augenarztes Professor Dr. S. Klein. Das Jubelpaar erhielt von Nah und Fern zahlreiche Gratulationen und Geschenke. Unter Anderen vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde in Pohrlitz, wo Herr Ber mann bereits seit 24 Jahren wirkt, ein sehr ehrendes Schreiben und ein ansehnliches Geschenk. Auch der Pohrlitzer Männergesangverein „Frohsinn", als deffen Chormeister Herr B e r m a n n jahrelang sich vieler Sympathien erstellte, gedachte des Jubelpaares in sehr schmeichelhafter Weise. Bei der zu Ehren des seltenen Festes veranstalteten Feier im Tempel wurde Herr Bermann zur Thora gerufen und es wurde ein dem Feste entsprechender Mischeberach gesprochen. Beide Jubilare befinden sich in vollkommen geistiger und körperlicher Frische und gehören zu den angesehensten Einwohnern von Pohrlitz. Baden Am 8. Juli feierte Herr Bernhard Weiß, erster TempeldienermitgleichzeitigerFunktion als Vorbeterund Religionslehrer in der Badener israelitischen Kultusgemeinde, sein 25jähriges Dienstjubiläum. Der Kultusvorstand hat aus Anlaß dieses Tages dem Jubilar gratuliert und ihn mit einem sinnigen Ehrengeschenke ausgezeichnet. Row. Senator Alessandro d'A u c t o m a hat wegen antiklerikaler Demonstrationen der Studenten sein Amt als Rektor der Universität in Pisa niedergelegt. Feuilleton. Chajim auf der Ieschidah. Von Dr. F. Mich. Heinschel. (Fortsetzung.) Löb war der Ansicht, es sei ein Amerikaner, der aus T. stamme und, mit irdischen Gütern reich beladen, in die alte Heimat zurückkehre. Michel brummte „m'boh“ *), die Reinbraten (Braten a la reine) sind schon längst gar und werden, wenn das noch lange dauert, vom langen Dünsten ganz fast- und kraftlos. Die Unterredung dauerte länger als eine Stunde, dann begleitete der Rabbi den Fremden bis zur Haustüre und sagte ihm beim Abschiede, er möge ihn in zwei Stunden wieder aufsuchen, dann werde er ihm Bescheid geben. Nach dem Mittagessen begann der Rabbi über die gehabte Unterredung zu referieren. „Der Fremde," begann der Rabbi, „heißt Abraham Maier und war bis vor kurzer Zeit Lehrer in K. Er hat sich während seiner langen Dienstzeit ein bescheidenes Vermögen erworben und will nun den Rest seines Lebens hier verbringen, sich ganz dem Thorastudium und guten Werken widmen. Er will mir sein ganzes, erspartes Vermögen bis auf einige Lose, mit welchen er seine Seele versorgen und die er für wohltätige Stiftungen verwenden wolle, unter der Bedingung übergeben, daß ich ihm bei mir ein Ausgeding zusichere, d. h. ein Zimmer einräume und verköstige. Die bescheidene Pension, die er von der Gemeinde K. bezieht, will er hier für eine alljährliche Badereise, für Kleider und Taschengeld verwenden." Der Rabbi wollte den Wunsch des Herrn Maier erfüllen, er meinte: er könne das Geld als Mitgift für seine Töchter anlegen. Die Rebbezin wollte unter keinen Umständen auf diesen Vorschlag eingehen. Ja, soll ich denn eine Herberge aus meinem Hause machen! Du hast leicht reden, Du wirst den ganzen Tag bei Deiner Gemoroh* 2) sitzen und ich werde die Arbeit haben. Der Mann kann uns alle überleben, kann noch zwanzig Jahre leben und zehn davon krank sein, wer wird dann den Kranken warten und pflegen? Nein, das gebe ich nie'und nimmer zu. Mir ist es nicht vor der Wiege vorgesungen worden, von den Leuten Nedovaus 3) zu nehmen, aber zur Krankenwärterin fühle ich gar keine Eignung, zumal noch, wenn es sich nicht um meine eigene Familie obas weschaulanm 4) handelt." Der Rabbi wußte, daß er einem einmal gefaßten Vorurteil seiner Frau nicht entgegeutreten könne, denn sie war taub für alle Vernunftgründe, deßhalb replizierte er nur auf die Stichelei seiner Gattin: „Ich weiß ja, daß Du die Tochter eines reichen Mannes warst, Du hast mir das so oft gesagt, daß ich es nicht vergessen kann, ich erinnere mich auch, wie Du gar *) Buße. 2) Talmud. 3) Spenden. 4) Gott bewahre.

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