Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 26 (28.6.1907)
- Date
- 1907-06-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sritc 434 Wr. Llocb's Mocbenscvrm. Nr. 2 6 statten danken seinem rastlosen Eifer und seiner erstaunlichen Arbeitskraft zahlreiche Erfolge. Er war zirka 15 Jahre Stadtphyfikus der königl. Freistadt Modor, ist seit zirka 30 Jahren Honorär-Bezirksarzt, seit 1900 Honorär - Oberphysikus des Pozsonyer Komitates. Er war über 20 Jahre Armenarzt der israel. Kultusgemeinde und erscheint jährlich als Führer der Martin-Deputation bei Sr. Majestät in Audienz. Diese Auszeichnung, welche in allen Kreisen allgemeine Befriedigung hervorgerufen hat, hat insbesondere unsere jüdische Bevölkerung mit großer Freude erfüllt. Dr. Stein ist ein Mann, der seinem Glauben stets die wärmste Anhänglichkeit bewahrt hat. Ein gründlicher Kenner der hebräischen Literatur, ist er nicht nur im Herzen ein guter, überzeugter Jude, sondern er bekennt sich auch nach außen hin stets frei und offen als solcher; soweit es ihm sein schwerer Beruf gestattet, beachtet er die Gesetze der Religion treu, was, wie wir sehen, kein Hindernis war, daß sein Wirken in allen Kreisen und jetzt auch an höchster Stelle anerkannt wurde. Es ist seit mehreren Jahrzehnten der erste Fall, daß ein Jude in Preßburg eine Auszeichnung erhält, trotzdem stets würdige Männer da waren, die eine solche verdient hätten, und es gereicht der ungarischen Koalitionsregierung zur Ehre, daß dasjenige, was unter der langen Zeit der liberalen Regierungen nicht erfolgt ist, jetzt auf ihre Initiative geschah. Eine abgelehnte Rektorswahl. Aus Prag wird berichtet: Bei der Wahl des Rektors der deutschen Universität wurde der Professor der Chemie Dr. Guido Goldschmiedt gewählt. Rector Professor Doktor P e r s ch e und Profeffor Dr. Lecher begaben sich zu Professor Dr. Goldschmied und setzten ihn von dieser Wahl in Kenntnis. Der Gewählte dankte herzlich für das Vertrauen, erklärt aber, aus Gesundheitsrücksichten die Wahl nicht annehmen zu können. Profeffor Goldschmiedt ist Jude und als solcher der Erste, der seü dem Bestände Prager Universität der zum Rektor gewählt wurLe. Nach dessen Ablehnung der Wahl wurde ein neuerlicher Wahlgang vorgenommen und bei diesem der Profeffor der deutschen Sprache und Literatur Dr. August Sauer zum Rettor gewählt. Allerhöchste Auszeichnung. Ein Phänomen im wahrsten Sinne des Wortes ist der jugendliche, 9 jährige Komponist Jaromir Wein berge r, Schüler der fünften Volksschulklasse in Kgl. Weinberge bei Prag. Der kleine Künstler übersandte seine inDruck erschienenen Kompositionen als Huldigung an Se. Majestät unsern gnädigen Kaiser. Se. Majestät hat die Tonstücke — einige Vokal- und Jnstrumentalkompositionen — gnädigst entgegengenommen und ließ dem Komponisten für seine sinnige Huldigung mittelst Kabinetsschreiben vom 15. Mai l. I. den Allerhöchsten Dank aussprechen. Gleichzettig erhielt der kleine Große die Verständigung, daß seine Kompositionen der kaiserlichen Familien-Fideikommiß-Bibliothek einverleibt wurden. Prag. (Leichenbegängnis.) Dieser Tage fand unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung von Trauergästen vom israelitischen Badhofe aus das Leichenbegängnis des Vorstaudsmttgliedes der israelitischen Beerdigungsbruderschaft und Juweliers Herrn Josef I n w a l d statt. In der ungewöhnlich großen Teilnahme kam die Verehrung, die der Heimgegangene ob seiner Humanität genoß, zu beredtem Ausdruck. Nach den rttuellen Funttionen widmete Herr Oberrabbiner Doktor N. Ehrenfeld dem Verblichenen einen tief empfundenen Nachruf. Hierauf wurde der Sarg in den sechsspännigen, mit vielen prachtvollen Kranzspenden geschmückten Leichenwagen ge-hoben und der Zug setzte sich in Bewegung. Unter den Trauergästen sah man den Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld mit den Rabbinern Prof. Dr. Kisch, Dr. Deutsch, Dr. Thieberger, Dr. Gxüu und Dr. Knöpfelmacher, den Obmann der Beerdiguugsbruderschast Lieben mit dem Gesamtvorstande, den Präses der israel. Kultusgemeinde Dr. Rosenbacher, Oberlandesgerichtsrat Ungar, kais. Rat Falkowicz, den Vizepräses der Handelskammer Nemec mit dem Vorstande und vielen Mitgliedern des Gremiums der Juweliere, Gold- und Silberarbeiter, den Vorstand des Nächstenliebevereines, sowie Deputationen der meisten israelitischen humanitären und gemeinnützigen Vereine und viele andere Trauergäste. Der Zug nahm seinen Weg zum neuen israelitischen Friedhofe in Straschnitz. In der Zeremonienhalle sprach Herr Rabbiner Dr. Deutsch und am offenen Grabe widmeten der Obmann der Beerdigungsbruderschaft H. David Lieben und Juwelier Liebers dem Heimgegangenen warme Worte des Gedenkens. Dann erfolgte die Beisetzung. Eger. Samstag den 22. d. M. fand in unserer Gemeinde die Religionsprüfung der Volksschulklassen in Anwesenheit der Herren: Kultusvorsteher Jakob Zuckermann, Tempelvorsteher Edmund Ko hu, Kassier David Brunner und anderer Kultusgemeinde- Mitglieder statt. Auch Damen, Schüler und Schülerinnen von höheren Lehranstalten waren zahlreich erschienen. Mit dem Schlage 2 Uhr erhoben sich die Kinder, hießen die Erschienenen mit dem Gruße Boruch habbob beschem Adonoj! willkommen und begannen im gleichmäßigen Tempo Ma Tauwu (übersetzend) zu sprechen. Hierauf folgte Aschre (Satzweise, Vorbeter und Gemeinde markierend), laute Scbemuna Esre und Keduscbas. Mehrere Lese- und Gebetstücke wurden von den Schülern b'soko-b'rurob gesprochen und übersetzt. Nicht minder präzise floß die biblische Geschichte vom kindlichen Munde. Nach der Prüfung, die fast 2 Stunden Zeit beanspruchte, ergriff der Herr Kultusvorsteher I. Zuckermann das Wort und dankte den Zuhörern für das Interesse, welches sie durch ihr Erscheinen bekunden, spendete den Kindern viel Lob für den Fleiß, den sie an den Tag legten und schloß mit den Worten: Ich glaube im Sinne Aller zu sprechen, wenn ich dem Religionslehrer Herrn Oberkantor Armin Wilkowitsch meinen besten Dank für seine Leistungen zolle. Herr Wilkowitsch dankte für die allseitige Anerkennung und versprach, auch ferner sein Bestes zur Hebung des Religionsunterrichtes zu tun. Mit Absingen der Kaiser- Hymne fand die Prüfung — die hier ein Novum war — ihren Abschluß. Kladno. Fräulein Alice Schwarz, Tochter des Herrn Rabbiners I. H. Schwarz in Kladno, hat sich mit Herrn Edmund Schön, Bureaubeamter der Lebensversicherungs-Gesellschaft Viktoria—Berlin in Prag, verlobt. Konstantirropel. Dem Leibarzte des Sultans, Prof. Dr. Richard Bier, chirurgischen Leiter des Militärhospitales, ist der Rang eines Oberstleutnants und der Jftischar-Orden mit Brillanten, eine der höchsten Dekorationen, verliehen worden. Feuilleton. Ehajim auf der Iefchidah. Von Dr. F. Mich. Scinschel. (Fortsetzung.) Num schraubte Ehajim die Moderateurlampe tiefer und begab sich zu Bett. Er sagte sich, wenn der Rebbe erwachen und Löb in diesem Zustande sehen wird, so wird Löb, der unter allen Umständen fleißiger als Ehajim sein wollte, gerne zugeben, daß Ehajim bereits lange schlief, als er selbst die Lampe zurückgeschraubt, um sich einige Minuten Schlaf zu gönnen, damit er sich dann mit erneuten Kräften dem Thorastudium widmen könne. Ehajim schloß die Augen, blieb aber wach; er wollte das Ende des Ulkes unter allen Umständen miterleben. Nach einer kleinen halben Stunde wurde die Türe des Lehrzimmers geöffnet; Perez wollte zu Bette gehen, fuhr aber entsetzt zurück. Seine Brüder und seine Kollegen eilten herbei