Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 25 (21.6.1907)
- Date
- 1907-06-21
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3021710-3021736--16477-3041299- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 420 Das Leben auf der Jeschtbah nahm seinen gewöhnlichen Gang. Chajim aber hatte durch seinen Aufenthalt in Neuburg und durch den Verkehr mit ehemaligen Schulkollegen einen Blick in die profane Welt geworfen, und so oft er nur konnte, las er verstohlen deutsche Klassiker. Löb, der jüngste Sohn des Rabbi, war ein Zelot und verleumdete Chajim bei seinem Vater. Der Rebbe, ein toleranter Mann, der selbst einige Bildung besaß, schüttelte das Haupt bedenklich, brachte es aber nie über sich, Chajim einen ernstlichen Verweis zu geben. Löb war ein sehr beschränkter Junge und Chajim machte ihn zur Zielscheibe seines Witzes, was die Rebbezin sehr übel vermerkte und deren Launen er dafür ertragen mußte. Freilich änderte das nichts an der Sachlage. Chajim wurde nur vorsichtiger, wenn er Löb einen Schabernack spielen wollte. Es war an einem Winterabende. Löb saß beider Gemoroh^") und war wieder einmal — wie gewöhnlich — dabei eingechlafen. Der Rabbi schlief im Lehnstuhl, während die anderen Bochurim, mit Ausnahme von Chajim, im Lehr-zimmer saßen. Chajim nahm ein weißes Nachthemd, zog es sachte über Löb, stülpte ihm den mit Gansfederflügeln geschmückten Zylinderhut des Rebbe auf. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. . Haschoel. Maturitätsprüfung als Beweis der Absolvierung eines Gymnasiums. K. S. Der Bildhauer Vaclav Löwy hat in der Umgegend von Libechow bei Melnik dauerhaftere Denkmäler errichtet. In den nähen Wäldern lagen große Felsblöcke umher - - der Künstler machte sich nun ein Vergnügen daraus, sie zu allerlei seltsamen Figuren umzuformen. Wenn man heule durch den Wald geht, überrascht einen bald -die Gestalt einer Nymphe, die schlafend auf einem Felsen liegt, bald eine Anzahl Gnomen, bald ein riesiges Haupt, das zwischen den Stämmen hcrvorschaut. 30) Talmud. Armen jüd. Knaben “ckJet6AfmaUet einem. Geschäft oder Oekonomie etc. »egen ganze Verpflegnug unterznbringen. Gefl. Zuschriften an E. Ernst, PfatFstätten N.-Oe. Die israelitische Volksküche in Prag sucht eine Verwalterin. Bewerbungen mit Referenzen über rituelle Verlässlichkeit und über sonstige Eignung, sowie mit Angabe der ^ehaltsansprüche sind zu richten an Herrn Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld in Prag. Männerquartett gesucht. Für die hohen Feiertage und das Laubhüttenfest wird ein Männerquartett (2 Tenöre und 2 Bässe) vom Tempalwerein Döoling akzeptiert. Honorar nach Uebereinkommen. Persönliche Vorstellung am 24., 25. und 26. Juni, zwischen halb 7 und halb 8 Uhr abends, XIX., Dolinergasse Nr. 3 (Tempelbauplatz). Brüder Skrainka’sche Stipendien für 2 Mittelschüler in Holleschau. Am 7. Ab (18. Juli 1907), als Sterbetag des Herrn Moses Skrainka, gelangen zwei Stipendien 4 70 Kronen an zwei brave, urme Mittelschüler aus Holleschau zur Verleihung und werden Verwandte mit den Stiftern, Herren Simon und Adolf Skrainka, bevorzugt. Bewerber haben ihre Gesuche mit der Nachweisung der Zuständigkeit, der Armut und der Fortgangsklasse „mit Vorzug“ bis 8. Juli 1907 bei dem gefertigten Kultusvorstande einzubringen. Holleschau, am 16. Juni 1907. Der Kultusvorstand: 410 Carl Beer. Der Tempelvereln in Tarnow sucht einen tüchtigen Kantor für die hohen Feiertage, wonach eventuell eine definitive Anstellung erfolgen kann.. Nr. 25 Konkurs. Die' Israel. Kultusgemeinde in SmlChOW besetzt zum Herbsttermin 1. J. die Stelle eines für Volks- und Bürgerschulen befähigten, beider Landessprachen mächtigen Religionslehrers der gleichzeitig das Amt eines II. Kantors und Koreh zu versehen und die Kanzleiarbeiten der Gemeinde zu besorgen hätte. Gehalt nach Uebereinkunft; den Vorzug erhalten ledige Bewerber. Eigenhändig geschriebene Gesuche, die ein eingehendes curriculum vitae, Studien- und Verwendungszeugnisse nebst Alter und Familienstand enthalten müssen, sind bis zum 6. Juli I- J. an den Kultusvo rstand zu richten. SmiCllOW, den 16. Juni 1907♦_ 413 Konkurs« Die deutsch-österr. Israel. Kultusgemeinde zu ßonstantinopel sucht für die Herbstfeiertage, das ist vom 1. August bis 30. September d. J., einen musikalisch gebildeten Kantor der befähigt ist, den Gottesdienst mit Chorbegleitung zu versehen. Bewerber haben ihre Verwendungszeugnisse jüngsten Datums einzusenden und ihre Ansprüche bekanntzugeben. Zu einem Probebeten werden nur Berufene zugelassen. Etwaige Anmeldungen sind an den Vlze-Präsidenten Herrn Friedrich Husserl, stamboul, Ananladlt Han, ßonstantinopel, allerehestens zu richten. VIII. Zionistenkongress im Haag. Einen ansföiirliclien und objektiven Bericht über die Verhandlungen des VIII. Zionistenkongresses wird die während des Kongresses im Haag erscheinende Separatausgabe des zionistischen Zentralorganes „DIE WELT“ dringen. Jeder, der eingehend über den Zionistenkongress orientiert sein will, abonniere die Separatausgabe. Der Bezugspreis für die fünf Nummern umfassende Ausgabe beträgt Mark 1.70 (Kronen 2.—, Francs 2.10, Ko. 0.80, Hfl. 1.—, Shillings 1-9, Doll. 0.45) und ist im voraus zu entrichten. Briefmarken aller Länder werden in Zahlung genommen. Bestellungen richtet man ausschliesslich an die Expedition „DIE WELT“ _Köln, a/Rh. Ubierring 23.__ Der Wiener Credit- und Vorschuss-Verein r. G. m. b. H., II., Stephaniestr. 2 gewährt jüdischen Gewerbeu. Handeltreibenden Darlehen gegen Bürgschaft, belehnt deren offene Ansstände n. eskomptiert deren Geschäftswechsel billigst. Der Präsident: 358_k. k. Hofrat 8 Taussip. perienhein in Vista». Das von dem Pädagogen B. Nassan geleitete KNABE IV-PENSIONAT WIEN, II. Bezirk, Czernlnplatz 4 übersiedelt zu Beginn der Ferien in sein eigenes Ferienheim-n^ch Vöslau, Schlumberserstrasse 18. Erholungsbedürftige Zöglinge werden aufgenommen. Zu jeder Art von Prüfungen für das kommende Schuljahr finden hier Vorbereitungen statt. Schwimmen und Turnen. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Zosef S. Bloch — Druck von L. Beck & Sohn, Wien VII. Dr. Mocb s Wlocbenscbrtkt.