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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-06-07 · 23 (7.6.1907) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
23 (7.6.1907)
Date
1907-06-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette SSS s>r. Llocv's Mocdenscbrm Nr. 23 KaiserJubiläums-Jnvalideu-Versicherungsanstalt. Eine Gruppe von Vereinen, Firmen und angesehenen Personen beabsichtigt anläßlich des 60jährigen Regierungs- Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers eine gegenseitige Volks- Invaliden- und Altersverficherungsanstalt zu errichten. Das umfangreiche Materiale mit verschiedenen Tarifvariationen wurde von einem Fachmann, Direktor M. Frey, der durch lange Zeit in Deutschland im Jnvaliden-Verficherungsbetriebe praktisch tätig war, ausgearbeitet. Die Invalidenversicherung stand während der Wahlkampagne im Vordertreffen des allgemeinen Jntereffes, und es wäre zu wünschen, daß unser Parlament dieses soziale Problem durch ein wirklich brauchbares Gesetz lösen würde. Eine staatliche Monopolversicherung, selbst mit Zulässigkeit von privaten Ersatzkaffen, dürfte nach den bisherigen Erfahrungen, die insbesondere mit der zur allgemeinen Unzufriedenheit der Interessenten eingeführten Privat-Beamtenver- , ficherung gemacht wurden, den praktischen Verficherungsdedürfniffen der breiten Maffen nicht entsprechen. Auch die deutsche Zwangs-Invalidenversicherung der Arbeiterschaft bietet trotz erheblicher Beiträge und äußerst harter Definition des Jnvaliditätsbegriffes den Versicherten geringe Renten, weit unter dem Existeuzminimum gehalten; diese Versicherung ist nur eine Abart der Armenversorgung. Ein Rahmengesetz, welches die Versicheruugspflicht für jedermann mit einem Einkommen bis zu 3000 Kronen bestimmt und gleichzeitig das Mindestmaß der versicherten Leistungen umschreibt, dürfte Alle befriedigen, es wäre den verschiedenen Berufsarten und Nationen die Möglichkeit gewahrt, ihre Versicherungscrforderniffe durch Gründung von gegenseitigen Anstalten zu decken. Falls nun die Organisation der geplanten Jubiläums-Anstalt als versicherungstechnischer Zentralverband solcher Vereine beabsichtigt ist, so wäre die Errichtung als praktische Lösung der Jnvalidenversicherungssrage gewiß zu unterstützen. Wien. (Exkursion.) Sonntag den 9. d. M. um 4 Uhr nachmittags veranstaltet der israelitische Religionslehrer- . verein „E s r a" unter Führungdes Herrn Bibliothekars Dr. W a ch st e i u eine Besichtigung der Grabdenkmäler des im IX. Bez., Seegaffe 9, befindlichen alten jüdischen Friedhofes. Gäste herzlich willkommen. Wien. (Goldene Hochzeit.) Samstag den 1. Juni 1907 fand im Tempel, IX., Müllnergasse 21, die goldene Hochzeitsfeier der Eheleute Ignaz und Betty L ö w y statt. Die Feier gestaltete sich zu einem festlichen Ereignis der Tewpelgemeinde, der Herr Löwy lange Jahre als Mitglied angehört. Das Jubelpaar, das sich der höchsten Wertschätzung erfteut, wurde bei seinem Erscheinen im Tempel von den Anwesenden herzlichst beglückwünscht. Der Jubilar, der rin Lewy ist, wurde als Zweiter zur Thora gerufen und verrichtete am Schluffe der ' Rezitation als Dankgebet den Sedpdsedsjoun-Segen. Hierauf intonierte der Tempelchor einen feierlichen Ehoral. Herr Oberkantor Kläger rezitierte sodann einen von ihm für diesen Zweck verfaßten Mischeberach. Nun ergriff Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus das Wort und hielt in formvollendeter Weise eine Ansprache an das Jubelpaar. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX.. Grüvetorgasse 34 ° Sonntag den 8. d. M. findet in unseren Lokalitäten, präzise 728 Uhr abends, ein Vortrag über „Die theoretischen Voraussetzungen des Territorialism u s" statt. Referent: Herr Jur. Meller aus Krakau. Gäste herzlich willkommen! Wiener Spar- und Kredit Gesellschaft registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung. (Wien, I., Franz Josefs-Kai 43.) Donnerstag den 13. Juni l. I., 7 Uhr abends, findet die 6. ordentliche Generalversammlung im Gremialsaale der Wiener Kaufmannschaft, IV., Heugaffe, statt. Wieu-Mariahilf. Am 2. d. M. verschied hier Herr Mantler, der einzige Sohn des Bethaus-Borstandes des Mariahilfer Tempel-Vereines Herrn Moritz Mantler, im 30. Lebensjahre. 6‘n grausames Geschick hat da eine edle Menschenblüte vorzeitig dahingerafft, ein hoffnungsvolles, vielverspechendes Leben jäh vernichtet. In jungen Jahren bat sich Richard Mantler durch hervorragende Tüchtigkeit und Rechtlichkeit aus eigener Kraft zum Chef eines hochangesehenen Handlungshauses emporgearbeitet; seine persönlichen gewinnenden Eigenschaften, seine nicht gewöhnliche Bildung, sein Sinn für das Schöne in Natur u. Kunst erwarben ihm die Wertschätzung u. Freundschaft weiter Kreise, die seinen Heimgang ebenso aufrichtig beklagen wie zahlreiche Wohltätigkeits-Korporationen, denen er durch seine in tiefer Religiosität begründete Menschenliebe ein eifriger Förderer gewesen. Er war der Stolz und die Freude seiner gramgebeugten Eltern. Möge ihnen der Allmächtige Trost verleihen! Wien. (Spende.) Für die arme Mutter des Leopold Hilsner, Frau Marie Himmelreich, Groß-Meseritsch, sind uus von Herrn Dr. Adolf Arnstein in Bischofteinitz L. 10.— zugekommen. Brünn. (Auszeichnung.) Dem Besitzer der renommierten Fabrik für Kunstfärberei und chemischen Wäscherei Herrn Siegmund Fluß in Brünn-Wien wurde der k. u. k. Hoftitel verliehen. Pilsen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Pilsen hat in der Plenarsitzung vom 2. Juni d. I. Sr. Ehrwürden Herrn phil. Dr. Leo Bäck, derzeit Rabbiner in Oppeln, welchem ein ausgezeichneter Ruf vorangeht, einstimmig zum Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Pilsen gewählt. Drohobyez. (Verlobung.) Fräulein Dorothea Mamber aus Przemysl hat sich mit Herrn David Bloch, Beamter der israelitischen Kultusgemeinde in Drohobyez, verlobt. Tachau. Bei der am Sonntag den 26. Mai l. I. stattgefundenen Generalversammlung des vom seligen Rabbiner Sch i d l o f vor fünfundvierzig Jahren ins Leben gerufenen, hier segensreich wirkenden, israelitischen Frauenvereines fanden die Neuwahlen statt. Gewählt wurden: die Frau Marie Adler als Präsidentin, Frau Babette Stern als Vizepräsidentin, Frau Sofie G l a u b e r als Kassierin, Frau Anna K o h n e r als Schriftführerin. Zu Beirätinnen: Frau Mathilde S t e i n e r und Frau Charlotte Popper. Zu Ersatzmitglieder : Frau Mathilde Neubauer, Frau Sofie W o l f n e r und Frau Louise Stern. Nach einer über fünfundzwanzigjährigen Tätigkeit als Präsidentin ist die Frau Adele Schornstein, Mutter des Rabbiners in Kopenhagen Herrn Max Schornstein, und die Kassierin Frau Katharina Grüner aus der Vereinsleitung geschieden. Für ihr ersprießliches uneigennütziges Wirken wurden die beiden Damen zu Ehrenmitgliedern des Vereines ernannt. Budapest. Dr. Samuel Ko hu, dem gelehrten Oberrabbiner der Pester israelitischen Kultusgemeinde, wurde in Anerkennung seiner ausgezeichneten Wirksamkeit als Seelsorger von Sr. Majestät der Titel königl. Rat verliehen. Pakrae sKroatien.j (R a b b i n e r w a h l.) Hier wurde dieser Tage Herr Lazar Schönfeld einstimmig zum Bezirksrabbiner gewählt. Herr Rabbiner Schönfeld zählte lange Jahre hindurch zu den vorzüglichsten Zöglingen der Preßburger Rabbinatsschule und erwarb sich durch seine gediegene talmudische und wissenschaftliche Bildung einen klangvollen Namen. Detmold. Ein nachahmenswertes Beispiel der Toleranz wurde bei der Kundgebung der Einweihung der Synagoge der neuen jüdischen Gemeinde Detmold gegeben. An dem Festgottesdienste beteiligte sich Fürst Leopold zur Lippe und seine Gemahlin nebst Gefolge, der Staatsminister, die Spitzen der staatlichen und kommunalen Behörden und zahlreiche evangelische Bewohner der Residenz, sowie auch der katholische Landdechant. Auf dem Festbankett hielt der Hofmarschall Graf Rittberg .eine Ansprache, in welcher er der Gemeinde die Grüße des Landesherrn übermittelte und erklärte, daß der Fürst mit Dankbarkeit und Anerkennung der Verdienste der jüdischen Bewohner um die Entwicklung und das Aufblühen der Residenz gedenke und auf ein weiteres harmonisches Bcieinanderleben von Israeliten und Evangelischen hoffe. In gleichem Sinne sprach der Oberbürgermeister Wittje und der Reichsratsabgeordnete Neumannhofer, der die im Lipperlande geübte Tugend der Toleranz und das herzliche Beieinanderleben aller Konfessionen feierte. Karlsruhe. Das gegenwärtige Tagesgespräch in Karlsruhe bildet das Austreten eines jungen Tenors am dortigen Hoftheater, unseres Glaubensgenossen Hermann Jadlowker

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