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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-06-07 · 23 (7.6.1907) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
23 (7.6.1907)
Date
1907-06-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Nr. 23 Seite 880 Dr. JBlocb’s MocbenscdrM. nicht fehlen, und wen» die Alldeutschen dieser von Freisinn unzertrennlichen Forderung ihre Zustimmung nicht erteilen können, so sind sie eben keine freiheiüiche Partei und gehören nicht in den Block der Freisinnigen. Auch ein Kompromiß in dem Sinne, daß das freiheitliche Programm die Frage der Gleichberechtigung aller Konfessionen und die Stellung zum Antisemitismus mit Stillschweigen überginge, könnte die Zustimmung der wahren Vertreter des Freisinnes, besonders aber der deutschen Wähler des jüdischen Bekenntnisses, nicht finden. Was der Block durch Ausscheidung der Alldeutschen an numerischer Stärke verliert, würde er an innerer Konsistenz gewinnen. Darum ersuchen wir nochmals im Jntereffe der guten fortschrittlichen und freiheitlichen Sache ebenso bescheiden wie dringend und auf Grund der klar mid deutlich ausgesprochenen Ideen des Fortschrittes und der Freiheit, sich zusammenzuschließen und nicht einer abgewirtschafteten Partei zuliebe Prinzipien beiseite zu stellen und dadurch einen schweren Konflikt hervorzurufen. Im Namen der deutschen Wählerschaft jüdischen Bekenntnisses und m Vertretung der petitionierenden Knltusgemeinden: D. Spitzer, Kultusvorsteher der Kultusgemeinde Leipnik." Aus -er territorialistischen Bewegung. Die „H a b a z e l e t h", das Organ der Jerusalemer Orthodoxen, bringt die interessante Mitteilung, daß fast jeder von Jaffa nach Amerika abgehende Dampfer Hunderte junger Leute an Bord führt, welche das Land, wo sie geboren mid erlogen, verlassen müssen, weil sie trotz der erdenklichsten Anstrengungen und trotz der größten Entbehrungen, die sie zu ertragen bereit find, absolut keine Existenzmöglichkeit finden können! Wie wir erfahren, hätte die Konferenz der russischen Territorialisten um die Mitte dieses Monates in Wilna stattsindeu sollen und waren auch alle diesbezüglichen Vorbereitungen bereits getroffen, als plötzlich vom Ministerium die Kundmachung herablangte, daß diese Konferenz in Wilna nicht stattfinden könne, weil die Organisation in Warschau legalisiert fei, deßhalb die Konferenz dortselbst tagen müsse. Da jHoch — wie gesagt — alle Vorbereitungen für Wilna getroffen wurden und es der Förderations-Exekutive daran gelegen ist, die Konferenz möglichst im Zentrum des Ansiedlungsrayons abzuhalten, wurde beschlossen, dieselbe bis zum Spätsommer zu verschieben, um inzwischen die nötigen Schritte einzuleiten, damit das Ministerium seine Verfügung zurürtziehe. Andererseits wird die Exekutive diese Zeit dazu benützen. um die Agitation desto intensiver fortzusetzen, und es steht zu erwarten, daß die Konferenz außerordentlich gut beschickt sein wird. Kiew. Am 6. Juni wird durch das Emigrations- Departement der „Jto" in Bremen der erste Trupp jüdischer Emigranten nach Galveston eingeschifft, von wo dieselben auf Kosten des Departements nach verschiedenen, von letzterem ausgewählten Plätzen im Westen der Vereinigten Staaten weiterbefördert werden. Das Departement zog durch die Informationsstellen nur solche Orte in Betracht, woselbst die Emigranten sofort nach deren Ankunft passende Arbeit finden werden. Nach drei Wochen dürste der zweite Transport erfolgen, dem bald ein dritter u. s. f. folgen wird. Es ist nicht zu bezweifeln, daß diese Transporte jedesmal mehr anwachsen werden, besonders aber dann, wenn die guten Erfolge der ersten Partie bekannt werden. R v st o w a. D. Die im Kosakengebiete lebenden jüdischen Landarbeiter beorderten an das „Jto"-Emigrations-Departernent «ach Kiew eiuen Delegierten, der in ihrem Namen zu erklären hatte, daß sie mit Freude bereit wären, als erste Pioniere im jüdischen Territorium zu wirken. Paris. Der am 6. März a. c. hier begründete Jto- Berein zählt bereits 500 Mitglieder. Täglich laufen neue zahlreiche Beitrittserklärungen ein. Berlin. Am Sonntag den 2. Juni hat im Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde unter dem Vorsitze des Herrn Geheimratrs Goldberger die sehr zahlreich besuchte GeneralveHammümg des Lvkal - Komitees Berlin der Alliance Jsraslrte Universelle stättgefunden. Der Geschäftsführer Herr M. A. Klausner erstattete den Jahresbericht, der ein Bild der ausgedehnten Tätigkeit der Berliner Abteilung sowie des Deutschen Bureaus und der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft bot. Die Alliance hat im Jahre 1906 für die von ihr in drei Erdteilen unterhaltenen und geförderten Knaben- und Mädchenschulen und Lehrlingsanstalten einschließlich von Ackerbauschulen Francs 1,481.027 ausgegeben, außerdem für die Präparandenanstalt, die zu dem Lehrerseminar für die Orientschulen gehört, einen Betrag von Francs 105.274, endlich für die Errichtung von Bauten Francs 76.490, insgesamt also Francs 1,662.791. Diese Ausgaben haben durch die regelmäßigen Einnahmen aus den Zinsen der Stiftungskapitalien und aus den Beiträgen von Mitgliedern und Freunden volle Deckung gefunden. Die Einnahmen bezifferten sich auf Francs 1,613.789. Darüber hinaus hat die Alliance Jsra6lite Universelle für die durch die Statuten vorgesehene Unterstützungstätigkeit über 1'5 Millionen Francs aufgewendet, die in besonderen Spenden eingingen. Der Gesamtaufwand der Alliance JsraÄite Universelle für ihr Hilfswerk hat somit im vorigen Jahr an Francs 3,200.000 betragen. Die Zahl der Mitglieder der Alliance Jsraelite Universelle beträgt 30.000, hiervon in Deutschland ungefähr 13.000. Die Generalversammlung nahm den Bericht mit Zustimmung und Anerkennung entgegen und wählte nachstehende Herren zu Mitgliedern des Lokal-Komitees: Ludwig Adler, Jlia Ber, Max Beer, Benno Braun, Siegfried Brünn, Alfred Cohn, Direktor Moriz Dorn, Heinrich Fränkl, Dr.-Med. Samuel Fränkel, Rechtsanwalt Dr. Hantke, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Landau, Dr.-Med. Eugen Lehfeldt, Direktor Oskar Oliven, Louis Rosenbaum. In der nach der Generalversammlung stattgehabten Konstituierung wurden wiedergewählt zum Vorsitzenden Herr Geheimrat Goldberger, zum stellvertretenden Vorsitzenden Herr Rabbiner Doktor Weisse, zu Schriftführern die Herren Rechtsanwalt Dr. Hantke und Dr. Lehfeldt, zum Schatzmeister Herr Benno Braun. Breslauer Ferienkurse in Religionswissenschaften für jüdische Lehrer. Das lebhafte Interesse, welches die in den beiden letzten Jahren Hierselbst abgehaltenen Ferienkurse in Religionswissenschaften in der gesamten jüdischen Lehrerschaft sowohl wie in den Gemeinden gefunden, hat die Kommission unter Vorsitz des Herrn Prof. Dr. Badt veranlaßt, diese Einrichtung auch in diesem Jahre wieder ins Leben treten zu lassen. In dankenswerter Weise haben das verehrte Dozenten-Kollegium des hiesigen jüdisch-theologischen Seminars: die Herren Seminarrabbiner Prof. Dr. Levy, Prof. Dr. Brann und Horovitz, die Herren Rabbinsn Dr. Zuckermandel und Dr. Deutsch uneigennützig ihre Mitwirkung als Lehrer uns bereits zugesichert. Der Studienplan ist analog dem vorjährigen. Es werden Vorlesungen gehalten werden über rabbinische Disziplinen, über Bibelexegese, Ritualien, Religionsphilosophie, Jüdische Geschichte, Methodik und Didaktik des Bibelunterrichtes und über Apologetik. Eine Spezialisierung einzelner Disziplinen dürfte in der nächsten Nummer des Blattes an dieser Stelle noch veröffentlicht werden. Die Fachausbildung der Kantoren liegt in den bewährten Händen des Chordirigenten Elsner. Die Kurse finden in der Zeit vom 5. bis 19. Juli statt. Es bleibt also denen, die ihre Ferien der Erholung widmen wollen, immer noch genügend Zeit dazu übrig. Lehrer und Lehrerinnen, auch aus anderen Vereinigungen wie die des Vereins israelitischer Lehrer in Posen find zur Teilnahme an dem Kursus, der kostenlos ist, berechtigt. Auswärtigen können nach Maßgabe der vorhandenen Mittel Subventionen zur Bestreitung der Aufenthaltskosten in Aussicht gestellt werden. Aus der Zahl der hierher gerichteten Anfragen ist auf eine rege Beteiligung zu hoffen, was im Interesse der gedeihlichen Entwicklung der Kurse auch zu wünschen wäre. Für den Nachweis von Wohnungen mit und ohne Beköstigung wird der Schriftführer der Kommission gern bemüht sein. Wohnungen inkl. Frühstück werden sich auf etwa 18 Mark stellen. Bei nicht zu hohen Ansprüchen dürfte man für einen etwa 15 tägigen Aufenthalt mit 75—80 Mark gut auskommen. Um einen Ueberblick über

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