Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 12 (22.3.1907)
- Date
- 1907-03-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 12 Dr. Llocb's MocbenscbrM. Seite 205 Bildungsheim der Jüdischen Toynbee-Halle, XV., Herklotzgasse 21. Unter dem Titel: „Der erste Schritt vom Wege" hielt Fachlehrer Herr Kühner am 16. März im Bildungsheim einen Vortrag, in dem er, aus dem reichen Borne seiner pädagogischen Erfahrungen schöpfend, die Gefahren schilderte, welche die ersten Erziehungsfehler, btc als solche oft gar nicht erkannt sind, mit sich bringen. Mit Recht hob Oberrevident Herr Strach, der namens der Vereinsleitung dem Redner für die ausgezeichneten Ausführungen dankte, hervor, iw Vortrage seien „Perlen didaktischer Weisheit" gelegen, deren Verbreitung insbesondere m jüdischen Kreisen auf das Lebhafteste zu wünschen wäre. Liede:Vorträge der Konzertsänaerin Fräulein Hermine S i e b e r t, die über eine herrliche Stimme verfügt, schloffen den anziehungsreichen Abend. — Wie gewöhnlich batte sich auch diesmal Herr Jngenier Baß um den musikalischen Teil des Abends besonders verdient gemacht. Wegen des am 23. d. M. zu Gunsten der „Jüdischen Toyubeehalle" veranstalteten großen Konzertes im Saale des „Hotels Continental" entfällt an diesem Abende der angekundigte Dortraa. Der nächste Dortrag findet demnach Samstag den o. April statt und wird Herr Karl Land eis über das Thema: „Geld" svrechen. Der Vortrag des Schriftstellers Herrn Leopold Spitzer über „Absen und die Frauen" ist für den l3. April in Aussicht genommen. Wien. Bevor Frau Geheimrat Nahida Ruth Lazarus Wien, wo ihr allseits ein sehr warmer Empfang zuteil wurde, verließ, erschien sie noch inmitten der Jugend am letzten Sabbath beim Vormittags-Jugendgottesdienste im Stadttempel. Professor A n t s ch e r l gedachte im Verlaufe des Vortrages ihres vor vier Jahren am 16. Nissan entschlummerten großen Gatten und seines Wirkens. Stehend lauschte die junge Gemeinde und deren Begleitung den Worten, die dem unvergeßlichen Lazarus galten, und begrüßten alle ehrerbietigst dessen Witwe beim Verlassen des Gotteshauses. Daß sie nur bald wiederkomme, ist der Wunsch aller, die ihre geistvollen Vorträge zu hören Gelegenheit hatten. Wien. Dienstag den 19. d. M. fand im israelitischen Tempel der Josefstadt die Trauung von Fräulein Elsa D aw i d o w i c z, Tochter des Advokaten Herrn Dr. Adolf ' D a w i d o w i c z, mit dem Herrn Advokaturskandidaten Doktor Georg Apfel, dem Sohne des Landesadvokaten Herrn Doktor Natan A p f e l in Drohobycz, statt. ÄVien. Sonntag den 17. d. M. fand in Ungereigen die Trauung des Herrn Emanuel L u st i g aus Wien, Inhaber des Cafe vormals Reithofer, Sohn des in konservativ-jüdischen Kreisen bestbekannten Herrn Abraham Lustig, mit Fräulein Josefine Löwinger statt. Wien. (Verein zur unentgeltlichen Verpflegung Brust leidender auf dem Lande.) Herr Dr. Adolf H o f f m a n n, der langjährige und hochverdiente Präsident dieses Vereines, feiert am 28. März seinen 85. Geburtstag, für welchem in den weiten Kreisen der seine Tätigkeit schätzenden Bewunderer und Verehrer besondere.Ehrungen geplant sind. Auch wir gratulieren dem hochverdienten und im Dienste der Menschenliebe hochverdienten Philanthropen und wünschen ihm beste Gesundheit. Generalversammlung des I. israelitischen Rekonvaleszentenheim für arme jüdische Frauen und Kinder. Sonntag den 17. März 1907 fand im Tempelgebäude, VIII., Neudeggergasse 12, die Generalversammlung des Vereines „I. israelitisches Rekonvaleszentenheim für arme jüdische Frauen und Kinder" statt. Derselben hat ein zahlreiches distinguiertes Publikum angewohnt, welches sich über den Verlauf der Versammlung und über die Leistungen des Vereines sehr lobend aussprach; insbesondere ist die Mitteilung, daß im Vorjahre in Lainz bereits eine Realität angekauft wurde, sehr beifällig ausgenommen worden. Der Präsidentin des Vereines, Frau Amalie Beck, sowie den einzelnen Vorstandsmitgliedern wurde für ihre aufopfernde Tätigkeit im abgelaufenen Jahre der beste Dank ausgesprochen. Nachdem einige beantragte Statuten-Aenderungen zum Beschlüsse erhoben wurden, schritt man an die Neuwahl, bei der folgende Herren und Damen in den Vorstand gewählt wurden, und zwar die Herren: Dr. Moritz Bauer, Adolf Beck, Hermann Beck, Sakomon Brod, Albert Frankl, Dr. Heinrich Grimm, Leopold Gutmann, Dr. Hildesheimer, Dr. Karl Koch, Mauthner, Jakob Modern, Max P l a t s ch e k, Heinrich R o s e n b a u m, Josef Rosenthal, k. k. Reg.-Rat Dr. Julius Schlag, Dr. Ludwig Weiß. Dr. Johann W e u g r a f; ferner die Frauen: Josefine Adler, Dr. Moritz Bauer. Amalie Beck» Johanna Beck, Jenny Bj eh av i, Anna D rab, Dr. Gisela Grimm, Julie Krämer, Pauline Müller, Nina Nobel, Bertha Rosenbaum, Doktor Hermine S ch i f f m a n n, Regrne Schwitzer, Bertha Makler, Henriette Weil. Der Frauen-Wohltätigkeitsverein im VIII. Bezirke der Stadt Wien, der das genannte Institut ins Leben rief, hat bei der Generalversammlung die Erklärung abgegeben, daß er für die innere Einrichtung des Rekonvaleszentenheimes Sorge tragen wird. Der in der Versammlung anwesende Herr Hermann Beck, Präsident des Tempelvereines im VIII. Bezirke der Stadt Wien, spendete bei diesem Anlässe sofort einen Betrag von L 200.—; dem Spender wurde seitens der Versammlung der wärmste Dank votiert. Wien. (Jüdischer humanitärer Hilfs-Verein „Treue Brüder", Wien, IX, Elisabeth-Promenade 21.) Die Vereinsleitung, welche in Folge der an den Vorstand letzthin maffenhaft überreichten Gesuche wegen Unterstützung in Krankheits- und Delogierungsfällen, namentlich während der allzu rauhen Jahreszeit und ebenso in Anbetracht der herannahenden Passah-Feiertage derart überbürd.! ist, daß sie beim besten Willen sich außer Stande sieht, den heiligsten Pflichten der Nächstenliebe nach jüdischer Satzung und entsprechend dem üblichen Vers des „Kol Jizrich jesse wejifsach“ statutengemäß nachzukommen, ja sogar nicht einmal in der Lage ist, den allerwürdigsten, verschämten und notleidenden Petenten auch nur teilweise Linderung zu gewähren, wurde vom Plenum beauftragt, einen dringenden Hilferuf an das allbewährte „goldene jüdische Herz" ergehen zu lassen, um mindestens den bedürftigsten Armen rasche Hilfe bieten zu können. Unsere verehrten Glaubensgenossen werden daher dringendst gebeten, ein bescheidenes Scherflein zu diesem humanen Zwecke, die Not der unglücklichen Armen tunlichst zu lindern, bereitwilligst beizutragen. Die Vereinsleitung. Studenten-Sederabende. Es ist Pflicht eines jeden national denkenden Juden, seine nationalen Feste in würdiger Weise zu feiern. Wieder naht ein solches und wenige unserer konnationalen Studenten haben Gelegenheit, dieSederabende in althergebrachter Weise abzuhalten. Deßhalb fordert der Unterzeichnete alle jene Studenten, welche an einem gemeinsamen Sederabende teilnehmen wollen, auf, ihre Namen im akademischen Verein „Theodor Herzl", IX., Grünethorgasse 38, bekanntzugeben, wo auch etwaige Auskünfte erteilt werden. Die Preise find sehr mäßig. exx. Adolf Beer. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien. IX., Grüne Thorgaffe 34. Die am 11. März I. I. stattgefunbene XXVI. Plenarversammlung der „Lese- und Redehalle jüdischer Hochfchüler" hatte folgendes Wahlergebnis: Präses: jnr. Leon Ziffer; I. Bizepräses: jur. Samuel Schudmak; II. Vizepräses: phil. Hermann Rosenberg; I. Kassier: med. Albert Baum; II. Kassier: com. Julius Diamant; I Schriftführer: meä. Moriz Tauber; II. Schriftführer : mock. Fritz T ü ch l e r; Bibliothekar: msck. Bernhard K o h n; Zeitungsverweser: zur. Karl B o n d y; Hausverweser: msä. Josef Winter. Wien-Mariahilf. Montag den 11. d. M. wurde Frau Franziska P o l l a k, geb. Fischel, Gattin des Großindustriellen und Vizepräsidenten des Mariahilfer Tempelvereines, Herrn Friedrich Pollak, mit dem sie durch viele Dezennien in einer überaus glücklichen Ehe verbunden war, aus diesem Leben abberufen. Mit ihr ist eine Frau von seltenen Charaktereigenschaften dahingegangen, eine wahre Wohltäterin der Armen, der die Uebung guter Taten ein aufrichtiges Herzensbedürfnis gewesen. Nie hat sich diese auch geistig hervorragende Frau in den Vordergrund gestellt, schlicht und geräuschlos, wie es allezeit ihre Art und Weise, hat sie ihre Herzensgüte betätigt, stets ist sie jeder Dankesbezeugung und öffentlichen Anerkennung aus dem Wege gegangen. Der so segensreich wirkende Mariahilfer Frauen-Wohltätigkeitsverein, dessen Leitung sie seit der vor 26 Jahren erfolgten Gründung als Vizepräfidentin angehörte, verliert in ihr eine aufopfernde, unermüdliche Arbeitskraft, eine allzeit wohlwollende Förderin der Vereinsintereffen. Ihr selbstloses Wirken wird in der Geschichte dieses Vereines einen Ehrenplatz einnehmen und das Andenken dieser Gerechten gesegnet sein bis in die fernsten Zeiten, DaH am 13. d. M. stattgesundene Leichenbegängnis