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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-03-22 · 12 (22.3.1907) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
12 (22.3.1907)
Date
1907-03-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 13 Vr. Bwch's Wochenschrift. Seite 303 ausstellungskommiffion aus von ihm bearbeitetem Holze hergestellte und mit von ihm fabrizierten Lacke bedeckte Violinen vor, die das Staunen und die Bewunderung der Fachmänner hervorriefen. Professoren und Künstler gaben unumwunden die Erklärung ab, mit Koenmanns Erfindung sei die alte italienische Violine auferstanden. Dem Erfinder wurde die goldene Medaille zuerkannt. Leider ist aber der Erfinder ein Jude und muß er nun sein Glück im Auslande suchen, da er hierzulande, trotz der tatkräftigen Unterstützung der Fachmänner und Gelehrten, seitens der Vigilanten Bureaukratie auf Hindernisse stoßen wird. Der Erfinder begibt sich demnächst nach dem Auslande, um sein Patent zu verwerten. A. M i r s k y. Neue Judenverfolgungen in Rumänien. Bei der Wiener „Israelitischen Allianz" laufen fort und fort Schreckensnachrichten über die Plünderungen und Verwüstungen, die durch Bauernbanden in zahlreichen von Juden bevölkerten Städten der Moldau vorgenommen werden, und über große Ansammlungen von Flüchtlingen in Czernowitz, Jtzkany, Suczawa und anderen Grenzorten ein. Aus Suczawa wurde der Allianz telegraphiert: „In Burdujeni, Buseca wurden sämtliche jüdische Geschäfte und Wohnhäuser ausgeplündert. U e b e r 1000 Personen auf österreichisches Gebiet geflüchtet. Sofortige Hilfe dringend. Rumänische Bauern plündern alle Juden in Burdujeni und anderen Grenzstädten. Rumänisches Militär fraternisiert mit Bauern." Sofort beim Eintreffen der ersten Meldung hat der Vorstand der „Israelitischen Allianz" der Filiale in Czernowitz die notwendigen Mittel telegraphisch zur Verfügung gestellt, um die erste Hilfe für die notleidenden Flüchtlinge zu leisten. Der Sekretär der „Allianz" Herr Dr. Kaminka ist nach Suczawa und Rumänien gereist, um an Ort und Stelle die erforderliche Hilfe zu organisieren und über Umfang und Ursache der Bewegung zuverlässige Daten zu erlangen. Das Präsidium der „Allianz" hat auch sofort bei dem Ministerium des Innern interveniert, damit den bedauernswerten Flüchtlingen seitens der Behörden im vollen Maße Schutz und humane Behandlung zuteil werde. Das nachfolgende Kommunique der „Jto" (Jewish Territorial Organisation) geht uns vom Zangwill-Klub in in Berlin zu (Adresse des Vorsitzenden und für Neuanmeldungen Herr Dr. Emil Simonsohn, Berlin-Schöneberg, Maxstraße 29): Bei einer Versammlung des Zweigvereines in Bristol, die am Sonntag den 10. März abgehalten wurde, teilte der Ehrensekretär der Organisation, Herr Clement I. Salaman, im Laufe seiner Bemerkungen von den Beziehungen zwischen Jtoismus und Zionismus mit, daß, obwohl er selbst ein warmer Zionist sei, er es für seine Pflicht halte, die falschen Darstellungen gewisser hervorragender Zionisten klarzulegen. Er bemerkte : Herr Wolffsohn, der zionistische Führer, hätte als ehrlicher Zionist offen die sehr großen Schwierigkeiten der sogenannten praktischen Arbeit in Palästina im gegenwärtigen Augenblicke besprochen. Die „Jto" sei deßwegen zu dem Entschlüsse gekommen, andere territoriale Möglichkeiten zu erforschen. Er erklärte deutlich, daß die neue Behörde nicht gebildet sei, um die Juden aufzufordern, in Amerika einzuwandern, und Zangwill hat es ja selbst gesagt, daß der Rat der „Jto" an diejenigen, die im Begriffe sind, nach Amerika auszuwandern, lautet: „Tut's nicht!" Was die „Jto" indessen vorgeschlagen hat, ist die Regelung der Auswanderung derjenigen, welche doch gehen, so daß selbst diese eine bessere Aussicht auf ihr Fortkommen haben und dadurch eine große neue Aera für zukünftige Auswanderer eröffnet ist. Es war sehr einfach, die Vereinigten Staaten anzuklagen, aber eine und eine halbe Million Juden waren dorthin gegangen. Texas hat bereits ein verbreitetes zionistisches Organ. Herr Salomon schloß, indem er zuletzt von der Notwendigkeit einer Rückkehr der Juden aufs Land sprach. Jeder zukünftige jüdische Staat muß als Grundlage den Ackerbau haben. Am'^7. Mär; hielt der Londoner Ausschuß des Emigrations-Departements der „Jto" seine Monatssitzung unter Zangwills Vorsitz ab. Anwesend waren die Herren M. H. Kisch, Leopold von Rothschild, Clemens I. Salomon, Karl Stettauer und Lucien Wolf. Es wurde ein Organisationsstatut beraten und angenommen, das den Beziehungen zum Jto-Bureau in London und den Galveston-Bureaus in Amerika und Rußland, sowie dem Berliner Bureau Rechnung trägt. Herr A. Marks aus Melbourne, Mitglied der königlichen geographischen Gesellschaft für Australien, ist von Zangwill zum Mitgliede des internationalen Rates der „Jto" ernannt worden. Bei der Jahreskonferenz der Zionisten von Texas wurde eine Unterstützung der territorialistischen Bestrebungen angeregt und lebhaft diskutiert. Es wurde empfohlen, das Programm in dem Sinne zu modifizieren, daß es einschließen solle die Zentralisation der Emigration und die Schaffung eines autonomen Zentrums, aus den zwei Erwägungen heraus, daß zunächst die Gesamtlebenslage des jüdischen Volkes dadurch gehoben werden würde und daß das Endresultat, die Heimstätte in Palästina, dadurch gefördert werden würde. Der Antrag wurde mit einer kleinen Majorität abgelehnt. Es wurde aber eine Resolution angenommen, nach welcher die Ansiedelung jüdischer Farmer in Texas mit Freuden begrüßt wird. Bei der Gründung einer zionistischen Vereinigung junger Leute in Galveston drückte ein offizieller Redner die Meinung aus, daß die zunehmende Einwanderung in Texas die zionistische Organisation in diesem Staate stärken würde. Paris. Der Präsident der Alliance Israölite Universelle hat von dem französischen Gesandten in Teheran nachstehenden Brief auf eine telegraphische Vorstellung bezüglich der jüngsten Bedrückungen der Juden in Persien erhalten: Französische Gesandtschaft in Persien. Teheran 23. Februar 1907. Herr Präsident! Ich habe das Telegramm empfangen, das Sie am 11. d. M. an mich wegen der Bedrückungen gerichtet haben, denen die israelitische Gemeinde Jspahan ausgesetzt gewesen ist. Ich bin sofort bei Sadi Azam vorstellig geworden, der deswegen alsbald ein Telegramm an den Gouverneur von Jspahan geschickt hat. Ich hoffe, daß die gegenwärtigen Schwierigkeiten sich nicht allzulange ausdehnen werden. Nach den von dem Englischen Konsulat eingezogenen Erkundigungen soll in Jspahan die Agitation unter den Mollahs abermals zunehmen, die den Juden das Recht zum Verkauf von Wein und Branntwein und zum Handel im Umherziehen bestreiten wollen. Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. L. Descos. An den Präsidenten der Alliance Israelite Universelle 35 rue de Trevise Paris. Vermischtes. Zur Wablbewegung. Jüdische Wähler reklamiert Euer Wahlrecht; Seit Mittwoch liegen die Wählerlisten zur allgemeinen Einsicht auf. Es zeigt sich, daß hunderte jüdischer Wähler in den Wählerlisten nicht enthalten sind. Wir richten deswegen an die jüdischen Wähler die dringende Mahnung, sich persönlich davon zu überzeugen, ob sie in der Liste stehen.

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