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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-03-01 · 9 (1.3.1907) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
9 (1.3.1907)
Date
1907-03-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 156 Dr. Mocds TKHocbenscfortft Nr. s Verbindungen „Jvria" (Wien), „Makkabäa" (Wien), „Barissia" (Prag); die jüdisch-akademischen Vereine: „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler (Wien), „Theologia" (Wien). . . . Die Ferialverbindungen: „Gamalah" (Göding), „Emunah" (Olmütz), „Mafsadah" (Weißkirchen), „Hasmonia" (Friedek), „Hefsiana" (Mährisch-Ostrau). Eingeleitet wurde der Abend mit dem altstudentischen „Gaudeamus". Nach der Begrüßung durch den Senior der Verbindung cand. iur. Alex. Seelenfried ertönte das Bundeslied der „Unitas" nach der Melodie des altjüdischen: „Noauss zur Jeschnossi". Hierauf hielt A. H. Dr. Richard Wagner die Festrede, in welcher er die Renaissance des Judentums feierte und zeigte, wie notwendig es sei, einig zu sein und so zu erstarken im Kampfe. Er forderte die Anwesenden auf, stramm einzutreten für die hohen Ziele des neuen Judentums mit dem Wahlspruch: „Mit Wort, Wehr für Judas Ehr!", den die jüdischen Studenten auf ihre Fahne geschrieben haben. Mit einem ergreifenden jüdischen Liede „Pogrom in Kischenew" fesselte hierauf eaud. med. Theodor Kohn die Zuhörer. Es sprach auch namens der A. H., A. H. E. B. Doktor Max Jerusalem, einer der Gründungsburschen der„ Unitas", der einen beifällig aufgenommenen Rückblick über die abgelaufenen 25 Semester der Korporation hielt. Mit dem Liede „O alte Burschenherrlichkeit" wurde der offizielle Teil geschlossen. Im inoffiziellen Teile ergötzte ein vorzügliches Quartett (die Herren wcd. Tischler, Iur. Kolib, phil. Schaffer und Scharr) durch gute Musik; in humorvoller Weise toastierte eand. iur. Ernst S i l b e r k n o p f auf die Damen und Fräulein Rubin brachte mit ihrer schönen warmen Altstimme einige Lieder und Arien in klassischer Weise zum Vortrage. Allen Darbietungen folgte lebhafter Beifall. Auf den Kommers folgte ein äußerst animiertes Tanzkränzchen, zu welchem die Kapelle des k. u. k. Infanterie-Regiments Nr. 32 bis zum frühen Morgen aufspielte. Das Fest war in jeder Weise gelungen. —8.— Wie». Der berühmte National-Oekonom Dr. Franz Oppenheimer aus Berlin wird am Montag den 4. März im Jüdischen Kolonisationsverein einen Vortrag über „Genossenschaftliche Siedlungen in Palästina" halten. Zu diesem Vortrage, der im Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9 stattfindet, sind Eintrittskarten zu 50 Heller und solche für reservierte Plätze zu 1 Krone im Sekretariat des Vereines, II., Gredlerstraße 9, «Telephon 13187) zu haben. 4vjähriges Dienstjubiläum. Herr Michael Kunstadt, II. Kantor der orth. israel. Kultusgemeinde Pozsony feierte am 28. Februar d. I. nach 40jähriger diensteifriger Tätigkeit sein Jubiläum. Herr Kunstadt erfteut sich der Beliebtheit sämtlicher Gemeindemitglieder. Pisek. (Verlobung.) Herr Julius Spitz, Mitchef der Firma Markus S p i tz' S ö h n e in Pisek, hat sich mit Fräulein Marie M o s a u e r aus Pilsen verlobt. Pisek. Herr Rabbiner Dr. Friedländer schreibt: Hochverehrter Herr Doktor! Mit wahrer Freude habe ich aus dem Leitartikel in der letzten Nummer Ihres den hot wichtigen Interessen des Judentums gewidmeten Journals entnommen, daß Sie hochverehrter Herr Doktor, der Sie mit Fug und Recht zu den verdienstvollsten und gefeiertsten Apologeten des Judentums gezählt zu werden verdienen, in der am 18. Februar stattgefundenen großen Wählerversammlung per Akklamation als Vertreter des Judentums im neuen Abgeordnetenhause vorgeschlagen wurden. Prag. (Jüdische akad.- techn. Verbindung Barissia.) Chargenwahlen für das Sommersemester 1907. eand. phil. Moriz Fischel *, cand. ing. Oskar Steiner **F*, 8tud. med. Walter Kohner ***. „Judenrein". (Berichtigung.) Der in der letzten Nummer (8) vom 22. Februar gebrachte Bericht unter der Aufschrift „Judenrein" ist irrtümlich von der „Brünn er" Kasse berichtet; es soll richtig heißen „Brüx" in Böhmen. / . Mähr.-Aussee. Sonntag den 24. Februar, 2 Uhr nachmittags, fand unter Beteiligung zahlreicher Trauergäste und Vereine das Begräbnis des Kultusgemeinde- und Chewra-Kadischa-Ausschußmitgliedes Herrn Emannel Kozlovsky statt. Franzensbad. Der neugewählte Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Franzensbad hat sich am 24. Februar folgendermaßen konstituiert: Herr Jakob Kohn als Vorsteher; Herr Theodor Spiegl als Vorsteher-Stellvertreter; Herr Dr. L. Steinsberg als Kassier; Herr Dr. Jul. Hirsch als Rechnungsführer und die Herren Emanuel Löbl, Max Simon und Jakob Schneider als Beiräte. In der der Konstituierung gefolgten Sitzung des neuen Vorstandes wurde der Beschluß gefaßt, anläßlich des 60jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät des Kaisers sowohl die Synagoge als auch das Kaiser Franz Josef-Jubiläums-Hospital für arme israelitische Kurbedürftige, welches zur Feier des 50jährigen Regierungs-Jubiläums im Jahre 1898 erbaut wurde, nach besten Kräften auszugestalten. Aranyos Marot Am 21. Februar hielt hier Oberrabbiner Samu Schlesinger in der von Zuhörern überfüllten Synagoge eine ergreifende und tiefempfundene Trauerrede über die verstorbenen Rabbiner von Nemetkeresztur, Schlesinger Budapest, Papa und Preßburg. Henry Wadsworth Longfellon. (Zu seinem 100. Geburtstage.) „Wie seltsam muß, wie fremd es uns gemuten, — Der Judenfriedhof in der Hafenstadt!" H. W. Longfellow, am 27. Februar 1807zu Portland im Staate Maine geboren, war der größte Dichter Amerikas. Sein „Song of Hiawatha“ ist das bedeutendste Dichterwerk des neuen Weltteiles. Wenn Juden heute seiner gedenken, ist es die Dankbarkeit für sein Gedenken. In dem Gedichte „Der Judenfriedhof von Newport" besingt der Dichter, dem nichts fremd war, was Weltges hichte berichtet und was Menschenherz empfindet, das ganze Judenelend, das Golus. Im Gipfelpunkte des Elends sieht er neues Erwachen und vermeint: „So scheint, was Anfang,, ihnen nun das Ende, Von rückwärts lesen sie der Zeiten Buch ..." Und so schließt er, an der Hoffnung für das unglückliche Volk verzweifelnd, für das er so innig empfindet: „Was war, das schauten einmal nur die Zonen! Die Erde stöhnt und läßt in Zeugungsmüh'n Ein neu Geschlecht ums andere erblüh'n, — Doch nie ersteh'n di e toten Nationen!" Hanns Fischl. Aus der Bukarester israelitischen Gemeinde. Der seit 10 Monaten in provisorischer Weise bei dem Bukarester Choraltempel fungierende Oberkantor Herrn Schn e her wurde in der am 7/20. Jänner l. I. stattgefundenen Sitzung des Komitees des Choraltempels in definitiver Weise mit einem fixen Gehalte von 6000 Frcs. per Jahr angestellt. Herr Schneyer bekleidete früher eine ähnliche Stellung am großen Tempel in Odessa und Iekaterinoslav (Rußland), wo er sich großer Wertschätzung erfreute. Die Bukarester israelitische Tempelgemeinde gewinnt an Herrn Oberkantor Schneyer eine überaus tüchtige Kraft. Der neue Oberkantor hat sich nicht nur durch seine künstlerische Begabung und seine schönen Stimmittel, sondern auch durch sein liebenswürdiges, taktvolles Benehmen die Sympathien aller Gemeindemitglieder wie auch des Publikums der ganzen Stadt Bukarest erworben.

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