Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 8 (22.2.1907)
- Date
- 1907-02-22
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Dr. Llocb's MocbenscbrM. und ermächtigt denselben, dem austretenden Vorstand das Absolutorium zu erteilen. Herr Dr. Krenberger beantragt, für Studenten einen separaten Tisch zu errichten, welcher Antrag dem Vorstande zur eingehenden Würdigung abgetreten wird. Dem Vorstande, speziell Herrn S. Komet wird für die Mühewaltung und Opfer der Dank votiert. Gewählt wurden mit Akklamation die Herren: Obmann: Salomon Meisels; I. Obmann-Stellvertreter: Bernhard Hofbauer; II. Obmann- Stellvertreter: Moritz Felsenburg; I. Kassier: vakant; II. Kassier: Isidor Frommer; I. Schriftführer: Wolf P a p p e n h e i m; II. Schriftführer: Dr. Dag. R y b aczewsky; Vorsteher: I. Großbart, H. Karnikel, Arnold Klein, S. K o m e t, Dr. S. Krenberger, H. K u n e r, B. M i e s e s, M. S ch r e i b e r; zu Revisoren wurden gewählt die Herren F. Fischer, Markus Kanner, E. Torczyner. Die Küche des Vereines hat sich als einem dringendem Bedürfnisse entsprechend erwiesen und erbitten wir deren Unterstützung, da die Auslagen sehr bedeutend find. Spenden und Beitrittserklärungen erbeten an Herrn Bernhard H o f b a u e r, I., Tuchlauben 20. Wien. Am 10. Februar verschied hier Herr Kommerzialrat Siegmund Mendel. Herr Mendel hat es verstanden, aus bescheidenen Anfängen, wenn auch vom Glücke begünstigt, durch eigene Tüchtigkeit, eisernen Fleiß, geschäftlichen Scharfblick und seltene Ehrenhaftigkeit, im Vereine mit seinem langjährigen Freunde und Geschäftsteilhaber Herrn kais. Rat Wilhelm Anninger, die Firma Wilhelm Abeles & Comp, zu ungeahnter Höhe zu bringen und sich die Wertschätzung der ganzen Geschäftswelt zu erwerben. Trotz seiner gesellschaftlichen Stellung und des großen Vermögens blieb Kommerzialrat Mendel stets einfach und bescheiden in seiner Lebensführung und suchte in rastloser Tätigkeit Vergessen für das schwerste Leid seines Lebens, für den Verlust seines einzigen, begabten Sohnes. Herr Mendel starb scheinbar nach kurzer Krankheit, allein, die ihn näher kannten, wußten, daß er seit Jahren leidend war und den Schmerz um den Sohn nie verwunden hat. An seiner Bahre trauern nebst der gebeugten Witwe vier Töchter und die beiden ausgezeichneten Schwiegersöhne Dr. Gustav Arens und Moriz Silberstern. An der kolossalen Beteiligung bei der Leichenfeier konnte man das hohe Ansehen ermessen, in welchem der Verblichene stand. fJm Trauerhause erschienen und gaben bis zum Zentralfriedhofe das Geleite: Herr Friedrich Pacher von Theinburg; Dr. Ernst Marbach; Hermann Leuter von Loetzen; Konrad Kühne, Bürgermeister von Gorkau; August Bayer; Direktor Robert Richard aus Tannwald; Schuldes, Prokurist der Firma F. Richter & Comp., Smichow; Direktor Kux, Niederösterr. Eskompte-Gesellschaft; Direktor Baumann, Kreditanstalt; Präsident des Gremiums der Kaufmannschaft Leopold Pollack Edler von Parnegg; Direktoren Schwarzbach und Meixner aus Dugaresa; die kais. Räte Dr. S. M. Singer, Moriz Doktor, Adolf Neumann, Viktor Vondörfer, Alois Lemberger; die Kommerzialräte Eduard Doktor und Josef Jerusalem und viele Andere. Nicht unerwähnt kann es bleiben, daß neben den vielen kaufmännischen Tugenden Herr Mendel auch ein warmes Herz für das Judentum hatte und im Sinne des guten Juden auch im Stillen viele Wohltaten übte. Möge ihm die Erde leicht sein! L. W. Wien. (Spende.) Für die arme Mutter des Leopold H i l s n e r in Gr.-Meseritsch find uns von Sr. Ehrwürden dem Herrn Rabbiner Dr. Josef Hoff in Bisenz K 2.— zugekommen. Wien. (Spende.) Herr I. Kantor I. S ch i l l e r hat uns K 20.— für wohltätige Zwecke übersendet, die wir der Mutter Hilsners übermittelt haben. Dieser Betrag ist der Finderlohn für einen vom Herrn I. Kantor I. Schiller am Zentralfriedhof gefundenen und dem Verlustträger zurückgestellten wertvollen Ring. Klosterneuburg. Samstag, den 2. März 1907 findet in den Saal-Lokalitäten „zum Herzogshut" in Klosterneuburg ein Purim-Kränzchen unter dem Protektorate des Herrn Kultusvorstehers Alois F i s ch l statt. Das Reinerträgnis fällt dem hiesigen Tempelbaufond zu. Seite 137 Karlstadt (Kroatien). Bei der am 16. d. M. erfolgten Wahl des Vize-Bürgermeisters der königl. Freistadt Karlstadt wurde Herr Dr. Ignatz Reiner, Advokat, und Vizepräsident der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, gewählt. Es ist dies der erste Jude, der diesen hohen und wichtigen Posten bei der hiesigen Stadtvertretung bekleidet: Im Gemeinderate befinden sich 26 Katholiken, 3 Juden und 1 orientalischer Grieche. Holleschau. (Wohltätigkeitsstiftung.) Herr Simon S k r a i n k a hat für das Seelenheil seines im Vorjahre verstorbenen Bruders Herrn Adolf Skrainka eine Wohltätigkeitsstiftung im Betrage von 20.000 Kronen in unserer Kultusgemeinde errichtet. Von dem Zinsenerträgniffe werden 200 Kronen als Kultussteuer des seligen Herrn Adolf Skrainka, 200 Kronen für verschiedene Wohltätigkeitsanstalten und 400 Kronen für zwei Stipendien an mittellose Hochschüler verwendet. Der Kultusvorstand hat an Herrn Simon Skrainka für diese hochherzige Widmung ein in warmen Worten gehaltenes Dankschreiben gerichtet. Djakovar. Der Präses der israel. Kultusgemeinde Djakovar, Herr Adolf K o h n, wurde am 7. d. M. von Sr. Majestät in Privataudienz empfangen. Herr Kahn wurde vor nicht langer Zeit mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet und galt diese Audienz der Danksagung. Se. Majestät empfing den Herrn Kultusvorsteher in der allergnädigsten Weise, erkundigte sich nach den Verhältnissen in der Gemeinde, richtete verschiedene Fragen, die die Stadt Ofijek (Effek) betreffen, und entließ Herrn K o h n in der huldvollsten Weise. Eduard Ritter von Portheim gestorben. In Fiume ist Herr Eduard Ritter von Portheim, ein Mitglied der hochangesehenen Prager Patrizierfamilie, nach kurzem Leiden im Alter von 80 Jahren verschieden. Der Verblichene, der sich durch ganz außerordentliche Fähigkeiten des Geistes und Herzens, durch Charaktergröße und eminenten Wohltätigkeitsfinn auszeichnete, war ein tatkräftiger Förderer des freisinnigen Deutschtums in Böhmen und gehörte, als er unter Dotzauer als Vizepräsident der Handelskammer in den Reichsrat gewählt wurde, der Verfaffungspartei an. Eduard von Portheim war Präsident der Smichower Kattun-Manufaktur, Vizepräsident der Prager Maschinenbau-Aktiengesellschaft vorm. Rustorr L Comp., und Ritter des Franz Joseph-Ordens; 1879 wurde er ik den Ritterstand erhoben. Nach der Umwandlung der Portheim'schen Kattun-Manufaktur in eine Aktiengesellschaft übernahm er die Firma Kinzelberger & Komp., chem. Fabrik Pelc-Tyrotka - bei Prag, deren Leitung er später seinen beiden ältesten Söhnen Emil und Friedrich überließ. Der Verblichene hinterläßt fünf Söhne und zwar Emil und Friedrich, Besitzer der chemischen Fabrik Kinzlberger & Comp., in Pelc-Tyrolka, den Botaniker Leopold, Leiter der pflanzenbiologischen Anstalt in Wien, den Fabrikanten Viktor (Wien) und den Advokaten Dr. Heinrich Ritter von Portheim in Prag. Von den Töchtern ist eine mit dem Rechtsanwalt Felix Maß in Berlin, die andere mit dem Professor Dr. Goldschmidt in Heidelberg vermählt. Man schreibt uns aus Warasdin: Am 2. Februar l. I. fand in Warasdin zu Ehren des Direktors der „Warasdiner Sparkaffe" Herrn Alexander P l a ch t e die 10jährige Jubelfeier statt. Aus diesem Anlaffe wurden dem Jubilar von Verehrern und Freunden herzliche spontane Kundgebungen dargebracht. Die besondere Verehrung, die dem Gefeierten von allen Schichten der Bevölkerung gezollt wurde, ist nicht allein in dem persönlichen Wohltätigkeitsfinne des Jubilars, sondern besonders in seiner auf gründlicher Menschenkenntnis-und wirklicher Nächstenliebe basierten amtlichen Tätigkeit zu suchen, wodurch er viele, deren Existenz durch unverschuldete Unglückssälle dem Untergange nahe waren, wieder in einen sicheren Lebenshafen führte. Das Direktorium der Sparkaffe gab aber auch seiner Verehrung zu ihrem Chef durch ein finniges Jubiläumsangebinde, einen silbernen Pokal und zwei Porträts in/ Lebensgröße, Ausdruck, wovon ein Bild in der Sparkaffe seinen ständigen Platz gefunden hat.^