Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 7 (15.2.1907)
- Date
- 1907-02-15
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 7 Wt* Llocv s Mocvenscvrm. Seite 1l9 geuommen; sie werden von der Schande und Erniedrigung befreit, dass sie ihren vor Massakres und Verstümmelung fliehenden Brüdern kein Asyl geben können. Klagen der Juden und Marterung der Juden sollen schwinden, wenn der absichtlichen Proletarisierung der Massen durch unsere feinde vorgebeugt wird. Und dies ist nur dann möglich, wenn die Juden das eigene Land haben, in dem sie in Arbeit und Ruhe sich ansleben. Das eigene Judenland heisst also Erhaltung der Judenheit und des Judentums, es heisst auch die (Gewinnung der Selbstachtung und der Achtung anderer, es heisst Freiheit und Wertschätzung unseres Volkstums, unserer Religion, unserer Kulturmission. Für dieses Ziel hat Zangwill in allen Erdteilen und in allen Staaten Mitarbeiter und Freunde geworben. Ihre IS amen verbürgen schon die Sicherheit des Erfolges, den Ernst des Wollens. Aus England nennen wir nur Lord Rothschild, Lucien Wolf und Sir Alfred Turner, aus Amerika Oskar S. Straus, Daniel Guggenheim und Jakob H. Schilf, aus Russland Dr. Jassinowski und Professor Mandelstamm, aus Deutschland Dr. Klee, Dr. Paul Nathan und James Simon, eine Auslese sozial höchststehender Männer. Nicht materielle Opfer legt uns die Zugehörigkeit zur ..lto“ auf. Neben den genannten Männern, die bereit sind, grosse Summen zur Verfügung zu stellen, haben auch die grössten und reichsten jüdischen Vereinigungen Zangwill ihre Bereitwilligkeit erklärt, die früher auf einzelne Unternehmungen zersplitterten Gelder seinem Plane zu widmen. Zangwill will nur die Zugehörigkeit zur Idee, die moralische Unterstützung seiner Volks- und Glaubensgenossen, auf dass er vor den Regierungen sein Anliegen als ein nationales, allgemein jüdisches hinsteilen kann. Zu diesem Anschlüsse fordert hiernit jeden einsichtigen Juden auch der „Jüdische Bürgerverein „lto“ in Wien XV.“ auf. Er will das Zentrum bilden für die Anhänger und Freunde Zangwills, für alle jene, die in der Erwerbung eines Itolandes für die Juden die Befreiung aus der Judennot sehen. Weg von den Bedrängnissen des Tages, fern von den kleinlichen Angelegenheiten der Gemeinde schweifen Herz und Sinn zur schönen Zukunft unseres Volkes. Wer würde da nicht mittun? Wir hoffen, viele Freunde um uns zu scharen, mit denen wir in regem Gedankenaustausch Diskussionen pflegen, all jüdische Angelegenheiten besprechen, Feste feiern, uns national erheben und für die Ideen des Judenstaates wirken können. Ein jährlicher Beitrag von 4 Kronen soll für die Erhaltung der Vereinstätigkeit dienen. Anmeldungen nimmt jeder der Unterzeichneten entgegen: Dr. S. Kr e n b e r g e r, XUI/8, Auhofstrasse 222, Obmann; Samuel Mohr, XII., Schönbrunnerstrasse 289, I. Obmann-Stellvertreter; Anton Pick, XV., Mariahilferstrasse 140, II. Obmann-Stellvertreter; Natnan M e c h o r, XIV., Mariahilferstrasse 189, I. Schriftführer; Bernhard Herzog, X1V/3, Winkelmannstrasse 34, II. Schriftführer: 8. M. Höuigsberg, XV., Kranzgasse 20, I. Kassier; Julius Baad, XII., Lainzerstrasse 67, II. Kassier; Samuel Bernhardt, XV., Marianilferstrasse 144, Isidor Gehlbard. XIV/3, Sechshauserstrasse 108, Bernhard K a h a n e, XV., Haidmannsgasse 7, Professor Rudolf Pick, I., Wollzeile 6, Dr. Heinrich Ri eg er, VII., Mariahilferstrasse 128, Beiräte. Danksagung. Für die Fülle herzerhebender Glückwünsche und sinniger Aufmerksamkeiten, die ihm in den letzten Tagen aus Nah und Fern zuteil wurden, spricht auf diesem Wege seinen innigsten Dank aus Bibliothekar Dr. Bernhard Münz. In der isr. Kuitusgemeinde Slatina (Slavonien) ist die Stelle eines musikalisch gebildeten Kantors spätestens bis 1. Juli 1. J. zu besetzen. Derselbe muss eine wohlgeschulte, klangvolle Stimme besitzen und die Fähigkeiten haben, den Gottesdienst modern, mit Chor und Orgelbegleitung zu leiten; so auch einen Chor abzurichten Gesuche mit Zeugniskopien, welchen ein Ausweis über Alter und Familienstand beizulegen ist, können bis 2. März 1. J. eingesendet werden. Erwünscht wird, dass der Akzeptierte auch Schochet sei, damit er den Schächter im Verhinderungsfälle vertreten könne. Jahresgehalt K 1400.—, so auch K 300.— Wohnungsgebühr und die hier üblichen Emolumente. Zur Probe werden nur Berufene zugelassen und die Reisespesen dem Akzeptierten vergütet. Slatina, den 5. Februar 1907. Der Präses: 8. Deutscü. Klara Krasnonolsky’scbe Gebet- und Wohltätigkeits-Stiftung- Am 5. Ijar d. J., d. i. am 19. April 1907, als dem Sterbetage der Frau Klara Krasnopolsky, gelangen die halbjährigen Zinsen obengenannter Stiftung im Betrage von K 110.— unter mehrere Arme israelitischer Religion zur Verteilung. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armut und dem Geburtsscheine versehenen Gesuche bis 28 Februar 1907 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I, Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Arme Verwandte der Stifterin Frau Klara Krasnopolsky werden in erster Linie berücksichtigt. Anszüge aus den Matriken der Israel. Kultusgeineiude Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, 15. Februar 1907. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Israelitische Kaltusgemeinde Wien. Vom Vorstande der Israel. Kultusgeu einde Wien wird hiermit verlautbart, dass am 16. April 1907 als dem Sterbetage der Frau Lotti Reich, geh. Schönbeck, das jährliche Zinsenerträgnis der Lotti Reich sehen Widmung per K 96.— au z vei weibliche arme Israel. Kranke zur Verteilung gelangt. Die mit dem Geburts-, Armuts- und Krankheitszeugnisse belegten Gesuche sind bis 28. Feb’liar 1907 im Einreichungspiotokolle der Israel. Kuitusgemeinde Wien, I., SeiteusretteDgasse 4, I. Stock, woselbst Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstuudeu zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der Israel. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern es genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche fiudeu keine Berücksichtigung. Wien, 1. Februar 1907. Der Vor8tand der israel. Kultusgemeinde Wien. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Pak?ac (Slavonien) ist die Stelle eines akademisch gebildeten Rabbiners ehestens zu besetzen. Gehalt K. 2000.—, Naturalwohnung, Garten und Nebenemolumente, ferner K 170,— von der polit. Gemeinde für Religionsunterricht an der Volks- und Lehrlingsschule. Der Posten gelangt vorläufig auf 3 Jahre zur provisorischen Besetzung; nachher erfolgt im konvenierenden Falle die definitive Anstellung. Bewerber, die ung.-kroat. Staatsbürger sind und eine slaviache Sprache beherrschen, werden bevorzugt; müssen sich jedoch verpflichten, innerhalb 2 bis 3 Jahren die kroatische Sprache vollkommen zu erlernen. Reflektanten, die nicht über 40 Jahre alt sein sollen, wollen ihre Gesuche samt Zeugniskopieu sowie Curriculum vitae und Photographie au das gefertigte Präsidium richten. Dem Akzeptierten werden K 200.— Uebersiedlungskosten gewährt und nur Berufene werden zum Probevortrage zugelassen. Näheren Bescheid erteilt das Präsidium. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemeinde in NeuhaUS gelangt mit 1. August 1907 die Stelle eines Rabbiners zur Besetzung. Der Bewerber muss österreichischer Staatsbürger, beider Landessprachen in Wort und Schrift vollkommen mächtig sein und die Befähigung besitzen, an der israelitischen deutschen Privat-Volksschule in Neuhaus den Gesamtunterricht, sowie auch den Religionsuntericht an den böhmischen öffentlichen Volkauud Bürgerschulen und am k. b. Ober-Gymnasium zu erteilen. Der Bewerber darf nicht über 45 Jahre alt sein. Mit dieser Stelle ist ein jährlicher Gehalt von K. 2400.— nebst freier Wohnung und den üblichen Emolumenten verbunden. Die Herren Bewerber wollen Ihre mit Zeugnissen, eventuell Zeugnisabschriften begründeten Gesuche unter Nachweis ihres älters und Familienstandes und unter Beischluss einer Photographie bis zum 31. März 19Q7 an den gefertigten Kultusvorsteher einsenden. Akademisch gebildete Bewerber ei halten den Vorzug. Neuhaus 1. B. im Februar 1907. Der Kultusvorsteher: Sigmund Singer.