Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 6 (8.2.1907)
- Date
- 1907-02-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette 100 Dr. Llocb s MLocdens^orirt. Nr. 6 tätigkeitsverein, Herr Alexander Guttmann vom Krankenverein „Nächstenliebe", Herr Alexander S i d er er vom Verein „Oseh Chesed", Frau Zelnik und Mager vom Verein „Krankenpflege" rc. Der Obmann Herr Dr. Isidor Drau« cröffnete die Versammlung, begrüßte die erschienenen Gäste und erstattete hierauf Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes im abgelaufenen Jahre. Der Verein war in der Lage, neun Kurbedürftige im Karlsbader Hospiz unterzubringen und an eine große Anzahl von armen Kranken Kurbeiträge zu verteilen. Der Mitgliederstand sowie der Vereinsfond haben beträchtlich zugenommen. Die im Dezember 1905 verstorbene Frau Elisabeth Ungar testierte dem Verein ein Legat von 6000 X, die Erben des Herrn Sigmund Reitzes spendeten 500 X. Es sprachen hierauf Herr Lektor M. Friedmann, Herr Profeffor Salzmauu und Herr Sperling. Zum Schlüsse richtete der Obmann einen Appell an die Versammlung, für den Verein Propaganda zu machen und durch Legate und Spenden die humanitären Tendenzen des Vereines zu fördern. Die zum Schlüsse vorgenommeuen Neuwahlen ergaben die Wahl der Herren: Dr. I. Braun, Lektor M. Friedmanu, Remy Fried manu, Prof. Salzmann, Sperling, Heber, Dr. Salz, Dr. Gischuowitzer, M. Wagner, Zelnik, Patzirk, H. Landau, Herlinger und M. Krug. Wien. Die Wiener akademische Verbindung „Libanonia" begeht in diesen Tagen die Feier ihres 25. Semesters. Samstag den 9. Februar 1907 findet ein interner Festkommers in dem Saale der „Großen Tabakspfeife" statt, zu dem geladene Gäste Zutritt haben. Sonntag den 10. Februar findet auf der Bude der Verbindung III., Gärtnergasse 3, ein Festkonvcnt statt. Zahlreiche „Alte Herren" und Freunde der Verbindung sowohl aus Wien als auch aus der Provinz werden sich an den Jubiläumsfestlichkeiten beteiligen. — Die „Libanonia" wurde im Jahre 1895, also noch vor dem Auftreten Herzls gegründet und ist daher eine der ältesten zionistischen Organisationen. Obwohl sie zu allen Zeiten das jüdisch-nationale Ideal hochgehalten hat, so wurde dennoch der studentische Charakter der „Libanonia" nie in den Hintergrund gestellt. Sie war auch die erste jüdische Studentenverbindung, die Kappen anlegte, doch konnte sie das Recht des Kappentragens auf der Aula infolge des Terrorismus der Deutschen und der Passivität der Juden nicht durchsetzen. Infolge der dadurch entstandenen Schwierigkeiten mußte sich die Verbindung auf 2 Semester suspendieren, doch ist in der letzten Zeit wieder ein sehr erfreulicher Aufschwung der „Libanonia" zu bemerken. Wie«. (Verein »T o m e c h Ewjonim«.) Am 3. d. M. fand die zahlreich besuchte XIV. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines in seinem seit 25. Mai vorigen Jahres eröffneten eigenen Speiselokale, II., Große Schiffgasse 21, statt. Nachdem der Obmann Oberkantor M. Scharr die Erschienenen begrüßt und über die ersprießliche Tätigkeit des Vereines, trotz seiner gesteiaerten Mehrausgaben, Bericht erstattet hat, ergriff der Obmann-Stellvertreter Herr Sigmund F i g d o r da- Wort, um dem Obmanne für dessen Verdienste und selbstlose Hingebung um das Gedeihen des Vereines im Namen des Gesamtvorstandes die vollste Anerkennung auszudrücken und die Mitteilung zu machen, daß der Vorstand in einer kurz vor der Generalversammlung stattgehabten Festsitzung den Obmann als Zeichen seiner Verdienste zum Ehrenmitgliede des Vereines ernannt hat. Die Generalversammlung nahm diesen Beschluß des Vorstandes mit lebhaftem Beifalle zur Kenntnis. Oberkantor M. Sckorr dankte gerührt für diese ihm so unerwartet zuteil gewordene Ehrung und versprach, auch weiterhin dem Vereine unentwegt seine Tätigkeit und vollstes Interesse zuzuwenden. Gewählt wurden die Herren: Naftali Ardel, Geza Braun, Kaffier, Michael Figdor, Kontrollor, Sigmund Figdor. Obmannstcllvertreter, Gabriel Fischer, Max H o f b o u e r, II. Schriftführer, Wilhelm K o h n, Emil Kritzler, Arnold Rosenfeld, I. Schriftführer, Nathan Schiff, Mayer S ch o r r. Obmann. Berthold Stroh; zu Revisoren: Isidor F rom m c r, Wolf P a p p e n h e i m. Wie«. (Spenden.) Für die unglückliche Mutter Leopold Hilners,' Frau Maria Hilsner in Groß-Meseritsch, sind uns vom Herrn Oskar Kellner von der Firma S. Schlesinger u. Comp. K 20.—, als Ergebnis einer Sammlung, von Frau Regine Sommer K 3.—, ebenso für den in Lusfinpiccolo zu errichtenden Friedhof K 2.—, zugekommen. Mödli« . Der Ausschuß der israelitischen Kultusgemeinde Mödling hat in seiner Sitzung vom 29. März 1906 folgenden einhelligen Beschluß gefaßt: „In Anbetracht dessen, daß wir das Wirken des Herrn Ignaz Belai während seiner Amtstätigkeit als Vorsteher unserer Kultusgemeinde vollständig kennen, wollen wir in voller Würdigung seiner unschätzbaren Verdienste, die er sich ans allen Gebieten unseres Gemeindewesens erworben hat, ein Zeichen unserer dankbaren Anerkennung in der Weise zum ewigen Gedenken schaffen, daß wir den Beschluß fasten, ein Porträt vom Vorsteher Herrn Ignaz Bölai nach graphischem Verfahren von einem Meister dieser Kunst anfertigen zu lasten und diesem Bilde einen Ehrenplatz im Sitzungssaale der ifraelrti scheu Kultusgemei nde Mödling für immerwährende Zetten einräumen, damit er als Vorbild für verdienstvolle Vorsteher unserer Gemeinde gelte." Seit Ausführung dieses lobenswerten Beschlustes ziert das wohlgelungene, künstlerisch ausgefertigte Porträt unseres allseitig geehrten Vorsteher- Herrn Jguaz B?l i unseren Sitzungssaal; eine Auszeichnung, welche noch niemandem in unserer Gemeinde zuteil wurde. Als neuerlichen Beweis, welcher Wertschätzung sich unser Vorsteher Herr Ignaz B6'ai seitens des Kultnsausschusses und sämtlicher Mitglieder unserer Gemeinde erfreut, faßte der Kultusausschuß in seiner Sitzung vom 18. November 1906 abermals den einhelligen Beschluß, ihren derzeitigen Vorsteher Herrn Jznaz Dßlai, der sich um die Gemeinde so unvergängliche Verdienste erworben hat, zum Ehrenmitgliede der Kultusgemeinde Mödling zu ernennen. In Ausführung dieses Beschlustes wurde am 3. Februar d. I. dem so geehrten und geachteten Vorsteher ein prachtvoll ausgeführtes Ehrendiplom, welches der heimischen Kunstindustrie zur Ehre gereicht, von dem versammelten Gesamtvorstande bei Anwesenheit unseres verehrten Rabbiners Sr. Ehrwürden Herr Dr. Leo Bardowicz und des Tempelvorstehers Herrn Jakob Moses überreicht. Herr Jgua; Bßlai hat, nachdem er sich von seinem Berufe'ins Privatleben zurückgezogen, sich hier angekauft und sich stets für die Verhältnisse der Kultusgemeinde wärmstens interessiert. Derselbe wurde im Jahre 1903 zum Vorsteher der Kultusgemeinde einstimmig gewählt und hat es mit seinem unermüdlichen Fleiße und seiner Bildung und gediegenen Fachkenntnis verstanden» die Gemeinde auf eine vorher nie geahnte Höhe zu bringen. Bade». Am 30. Jänner l. I. wurde der seit vielen Jahren in der hiesigen Gemeinde wohnhafte Herr Heinrich Spitzer zu Grabe getragen. Der Verblichene, eine in allen Kreisen der Bevölkerung wohlbekannte und sehr geachtete Persönlichkeit, blieb bis zum letzten Atemzuge trotz divergierender Familienverhältnisse dem Glauben seiner Väter treu, was auch am Tage seines Begräbnisses zum vollen Ausdrucke kam. Eine große andächtige Gemeinde von Leidtragenden und Bekannten sammelte sich um den Sarg des im hohen Greisenalter Hingeschiedenen Familienoberhauptes und tiefe Rührung ergriff jedes Herz, als Herr Rabbiner W. Reich die milde Gesinnung und Charakterfestigkeit des Verstorbenen in beredten Worten schilderte. Diesen auszeichnenden Eigenschaften ihres Vaters brachten die Hinterbliebenen Kinder volle Pietät entgegen, bestellten ein Minjan für die sieben Trauertage und sorgten auch, daß das übliche Kadischgebet das Sterbejahr hindurch für ihn verrichtet werde. Auch eine den Namen des Vaters tragende Stiftung haben die Kinder in Aussicht gestellt und als Kranzablösungs-Spenden folgende Beträge gezeichnet: Sigmund S p e y d e l X 10.—, Ignaz H e l n e i d e r K 10.—, Arpad Reil K 10.—, Michael Bach X 10.-, Dr. B. Lach K 10.-, Dr. S. Stransky X 10.—, Dr. Albert Spitzer X 10.—, Paul Spitzer X 10.—, Jenny Spitzer X 2.—, Karl Raunereis X 10.—, Hermann Spitzer X 10.—. Krems a. d Donau. In der am 6. Februar a. e. stattgefundenen konstituierenden Sitzung der neugewählten Kultusausschüste wurden nachstehende Herren einstimmig gewählt. Herr Leopold Karpfen, Obmann; Herr Julius Schick, Stellvertreter; Herr Max Jäger, Herr Max K o h u t und Herr Moritz W e n g r a f, Beiräte. Herr Leopold Karpfen betritt somit das 22. Jahr seiner Amtstätigkeit als Obmann und Herr Julius Schick das 16. Jahr als dessen Stellvertreter. Trebitsch. Die Vertretung der Kultusgemeinde hat die Herren Leopold Spina, Siegmund Grünberger sen., Wilhelm Fürst und Arnold Grünberger in Anerkennung ihrer durch eine lange Reihe von Jahren um das Gemeindewesen erworbenen Verdienste einstimmig zu Ehrenbürgern, ernannt. Oderberg. (Verlobung.) Fräulein Flora Zänker, Tochter des Tempelvorstehers, Gemeindeausschuß- und Ortsschulratsmitgliedes Herrn Josef Zänker in Oderberg Bahnhof, hat sich mit Herrn Rabbiner Dr. Karl Thieberger in Budweis verlobt. Agram. Wie seinerzeit berichtet, wurde anläßlich des siebzigjährigen Geburtstages des Herrn Josef Siebenschein, Vorstehers der israelitischen-Kultusgemeinde, zu seiner Ehrung eine Stiftung gegründet. Der Jubilar bestimmte die Stiftung zu Stipendien für jüdische Hörer einer technischen Hochschule oder Schüler der Bau- Gewerbeschule und hat selbst diesem Fonde 600 Kronen gespendet. Profeffor Dr. Gavro Schwarz hat über die Feier eine Broschüre veröffentlicht, deren Reinertrag dem genannten Fonde zufließen soll. Beiträge sind an die jüdische Kultusgemeinde in Agram zu richten. Kutina. Am 3. d. M. verlobte sich Herr Siegfried Tauber, Juwelier in Karlstadt, mit Fräulein Sida Schönbaum aus Kroatisch-Kreuz. Köln Anläßlich des Geburtsfestes Sr. Majestät des deutschen Kaisers wurde dem Rabbiner der Synagogengemeinde Dr. Frank der Rote Adler-Orden IV. Klasse verliehen.