Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 4 (25.1.1907)
- Date
- 1907-01-25
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 4 Pr. Blortz's Wochenschrift. Seite 65 Todesschlaf schlummernden Kirchenvater-Literatur. In warmen Herzenstönen von hinreißender! Kraft schilderte Redner nun die Segenswirkungen des vielverkannten und darum vielverlästerten Talmuds auf die geistige und sittliche Lebenskraft des Judentums, um sodann mit der Mahnung zu schließen, unsere geistigen Güter in treuer Hut zu bewahren und zu pflegen Die Erforschung und Kenntnis unserer Literatur und Geschichte werde in unseren eigenen Reihen die Liebe zum Väterglauben stärken und zugleich nach Außen hin bezeugen, daß das Judentum einen der wichtigsten Bausteine zur Kulturentwicklung der Menschheit geliefert habe und' deshalb zur^ Mitarbeit an den Kulturaufgaben durchaus berufen sei. Langauhaltender Beifall folgte den nach Form und Inhalt gleich groß gearteten, nahezu eineinhalbstündigen Ausführungen, deren wohltuender Eindruck sicherlich in allen Hörern noch lange nachwirken wird. Der Vorsitzende sprach den beiden Herren Referenten herzlichen Dank aus und schloß hierauf die Generalversammlung mit der zuversichtlichen Hoffnung auf ein ferneres gedeihliches Wirken der Gesellschaft. Frankfurt a. M. Verein „Nachlaß Zwi". „Ueber Geschichte und Bedeutung der Synagoge im Judentum" sprach dieser Tage Herr Professor Dr. A. Sulzbach. — Einleitend gab der Redner eine ethymologische Erklärung der Worte „Synagoge", „Tempel", „Kirche" und betonte, daß das Wort Synagoge (Beth hakneset — Haus der Versammlung) und das Wort Tempel (abgegrenzter Raum) durchaus nicht identisch seien. — Er ging dann auf die Geschichte der Synagoge über. Wie aus Jesajah zu ersehen ist, gab es schon vor der Zerstörung des ersten Tempels „Gebetsstätten", unsere „Synagoge" leitet aber ihren Ursprung erst aus der Zeit der babylonischen Gefangenschaft her. Das älteste Dokument einer Synagoge ist ein Stein, der vor nicht langer Zeit in Egypten aufgefunden wurde und kundgibt, daß diese Synagoge dem Ptolomäus und seiner S hwester Berenice geweiht ist. Einen spezifisch jüdischen Baustyl für die Synagoge hat es nie gegeben; man findet, daß die Synagogen in ihrer Bauart sich stets den Bauten der Gotteshäuser der anderen Religionen angepaßt haben. Prächtige Synagogen zu bauen, war stets das Bestreben in Israel, nur der Druck der äußeren Verhältnisse hat dieses Bestreben häufig nicht zur Ausführung kommen lassen. — Nachdem Redner die Geschichte der Synagoge gegeben hatte, ging er dann auf die Frage über, was die Synagoge uns bedeutet. Auch hier gab er einen historischen Rückblick und zeigte dann an der Hand unserer Liturgie, wie in der Synagoge Freud und Leid der Einzelnen von der Gesamtheit mitbegangen werden und welchen Einfluß durch die Synagoge die Gesamtheit auf den Einzelnen hat. — Die Ausführungen des geschätzten Redners wurden von den Zuhörern mit sichtlichem Interesse verfolgt. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunstender Chewra-Kadischa in Wien I , Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des sel. Markus Popper: Von I. Kleiner X 2.—, Adolf Adler 2.—, Max Lustig X 5.— . Zusammen X 9.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Paula Herschmann: Von Hermine H. X 2.—, M W. 3.—, kais. Rat Paul Lemberger 20.—, Dr. Lederer 2.—, Helene und Paul Herschmann X 4.-. Zusam. K 31.-. Anläßlich des Ablebens der sel.> Regine Trenschiner: Von Dr. I. H. Tauber X 20.—, Simon Singer, Belovar 10.—, Edmund Weiß X 10.—. Zusammen X 40.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Regine Vitali: Von Isidor Ohler X 10.—, Leopold Kellner 3.—, Rudolf Bondy X 20.—. Zusammen X 33.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Josef Zisarsky: Von Wilhelm Zisarsky X 15.—, Ellen Zisarsky 10.—, Emma Zisarsky 10.—, Elieser Arditti und Söhne 20 —. Personale der Firma Zisarsky und Komp. X 37.—. Zusammen K 92.— . Anläßlich des Ablebens des sel. Direktors David Simon: Von Salomon Simon und Frau X 40 —, Ignaz Simon und Frau X 20.—. Zusammen X 60.—. Anläßlich des.Ablebens der sel. Julia Mautner: Von Arnold und Evoline'Goldschmid X 20.—. Anläßlich des Ablebens des fei. Sigmund Hollitscher: Von Josef Bruckner und Söbne X 50.—, Ignaz Gewitsch 50—, Samuel Hollitscher K 20.—. Zusammen X 120.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Bret schneider: Von^Bernhard Witrowsky X 10. - . Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz Reiß: Von Philipp Benedikt X 10.—, Dr. Therese Ebstein 6. - , Eugenie Fischer 10.—, Ignaz Deutsch-Ebstein X 10.-. Zusammen X 36.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Paula Abeles: Von Berthold und Selma M'ller X 3.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Leopold Sch einer: Von Dr. Jakob Singer X 10.—, Tr. S. Kris und Frau 10.—, Dr. Bela Taußig -0.' , Dr. Leo Kris 10.—, W. G. X 2.—. Zusammen X 52.—. Mitteilungen der „Israelitischen Allianz zu Wien". Wie in der letzten Generalversammlung in Aussicht gestellt wurde, beginnt die „Israel. Allianz" eine neue Serie der in früheren Jahren herausgegebenen „Mitteilungen". Diese sollen mindestens viermal jährlich erscheinen und den Vereinsmitgliedern unentgeltlich zugehen. D'e erste Nummer liegt uns bereits vor und wir teilen nachstehend das Inhaltsverzeichnis mit: Die russische Hilfsaktion. — Siedlce. — Umfang der Hilfe. — Pogrom-Statistik. — Aktion für die ruffischen Waisenkinder. — Russische Emigration. — Einzelbeförderungen von Wien. — Komitees in Basel und St. Gallen. — Spenden. — Ein neues Emigrationsprojekt (Galveston-Texas). — Rumänien. — Edler von Lämel-Schule in Jerusalem. Wien. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde hat an das gewesene Vorstandsmitglied Hermann E l t b o g e n nachstehendes Schreiben gerichtet: Sr. Hochwohlgeboren Herrn Hermann E l t b o g e n Wien. Euer Hochvohlgeboren! Hochgeehrter Herr! Durch mehrere Jahre zur Mitarbeit im Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde berufen, nehmen Sie bei Ihrem dermaligen Ausscheiden das stolze Bewußtsein mit sich, während Ihrer Tätigkeit mit besonderem Eifer Ihren Pflichten obgelegen zu sein. Für die Hebung des Gottesdienstes im XX. Bezirke, für die Jntereffen unserer Glaubensgenossen daselbst, auf humanitär-erziehlichem Gebiete durch die Schaffung des derzeitigen Volkskindergartens in der Brigittenau haben Sie segensreich gewirkt und sich ein volles gutes Recht auf den Dank der jüdischen Bevölkerung erworben. Der^Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde hofft, daß Sie der israelitischen Kultusgemeinde nach wie vor ein warmes Jntereffe entgegenbringen werden und zeichnet mit vorzüglichster Hochachtung Erster Sekretär: •*? Der Präsident: Dr. L i e b e n m. p. Dr. Alfred Stern m. p. Wien. (Trauung.) Sonntags den ^27. d.^M. um 2 Uhr nachmittags findet im Tempel, III., Untere Viaduktgasse 13 die Trauung des Fräulein Rosa S ch^w a r z, Tochter des Herrn Kantor Nathan Schwarz, mit Herrn Max M i s e l e s statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 3. Februar l. I. um 3 Uhr nachmittags findet im Tempel, VI., Schmalzhofgaffe die Trauung des Fräulein Elsa Hacker, Tochter des Herrn Edmund Hacker, mit Herrn Gustav A l l i n a statt.! Festversammlung des Vereines zur Hebung der Gewerbe. Im großen Saale des Niederösterreichischen Gewerbevereines hielt der Verein am 20. d. M. eine F e st v e r s a m m l u n g ab, in welcher der erste Bericht des Präsidenten über die Kaiser Jubiläums-Ausstellung 1908 erstattet wurde. VJ-iyFl&dion lange vor Beginn war der Saal dicht gefüllt und ein weiterer Einlaß unmöglich. Eine große Anzahl von Honoratioren aus den berufensten Kreisen der Bevölkerung war anwesend. Präsident Brod eröffnete die Versammlung mit folgenden Worten: Am 2. Dezember 1908 werden es 60 Jabre, seitdem Se. Majestät unser allergnädigster