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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-12-14 · 50 (14.12.1906) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
50 (14.12.1906)
Date
1906-12-14
Page
– (sequence 19)
Language
German
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MMEWS •»ir. 50 L)r. JbiC'cD s cUvCüenöCDrnu ®ette 867 r? ♦ Sinh:’. '2s. 'ii. in s?i. ©i,’,iict sich n:rfjt für unser iPatt. 3! 2. In Da- Icjjlc.i Woche Hab.« wir einige J!lnstrauo..en zu beliebten antisemitischen Schlagworten erlebt. Da tjeifet es zum Beispiel: „Die Juden sind das revolutionäre Element im Staate." Nun hat bekanntlich die französische Regierung vollkommen rechtmäßig nach Kündigung des Konkordats G.s tze erlasseil, nach deren eine Jnventnr des Kirchenvermögens, das Eigentum des Staates bildet, stalt;> finden hat. Weiters winde bestimmt, dass politische Versammlungen iii den Kirchen nur unter staatlicher Aufsicht stattfiiiden dürfen. Das sind wohl nur formale Bestimmungen. Trotzdem wurde von katholischer Seite das Zeichen zu passiver und aktiver Rerolution gegeben-, das Interesse der Kirche wurde ohneweiters Höver gmt.llt atd e Existenz des Vaterlandes. — Ein anderes hübsches E^eigi is ivarcn die (V1biillangen der Kolonialdebatte im deats ea Reichstag. Ta Val es sich heransgestellt, daß die katholischen und evangelischen Missionen in Deutsch-Afrika ihnen nuaugenehme Kolonialbeamte einfach v.rleumdet haben und daß man im Zentrum mit an gedrohten Enthüllungen Erpressungen zugunsten protegierter klerikaler Beamter beging. Wie heißt es doch in der „Kreuueitiing" n"d im „Dnuschen Boiksblatt"?: „Die Juden haben keine Moral." K. K. Nein, die Serben, bei denen die fürchterlichsten Dinge an der Tagesordnung sind und jeder Tag neue Ueberraschnngen der Kunst zu stehlen bringt, sind erstens aniisemitisch. zweitens von kaukasischer Rasse. Sie sind also den Inden gegenüber in Houston St. Chamberlain'schem Sinne ein doppeltes Edelvolk, wahischkinlich wird ihnen aber der große Philosoph in der nächsten Auflage seines Buches diese Würde strafweise entziehen. M — .au. Die G oßfürstr»Partei und ihre Stützen, die Hooligans, sind ans allen K ä'ten dagegen, daß die Juden die Freiziigigkelt in Rußland erhalten. Die bösen Juden würden nämlich das arme russische Volk grausam ansbenten und die Großfürstenpartei läßt sich diese Konkurrenz unmöglich gefallen. Allerdings werden die Juden diese genialen Vorbilder des Raubes, Diebstahles und Betruges niemals erreichen. Ist es nicht ganz einfach großartig, ein ganzes Gouveriieineiit verhungern zu lassen, einer Maschinensirma für nicht gelieferte Getreidevorräte Millionen Rubel zu zahlen und den Gewinn mit ihr zu teilen, wie es im Falle Gurko-Lidwall geschah? Man muß doch etwas haben, um sich von den Anstrengungen der Pogroms in Paris anständig erholen zu können. - R. &. Eine Art Hilsner-Assäre kam vor dem Schwurgerichte in Przemysl jetzt zur Verhandlung. Der Landwirt Johann Demski war vor mehr als drei Jahren von demselben Gerichte wegen Vatermordes zum Tode verurteilt, jedoch begnad'gt worden und hatte die Zwischenzeit im Kerker verbracht. Seine Verurteilung war namentlich aus die Aussage der Kronzeugin Alane Laszkiewicz hin erfolgt, der Gattin des Dorfschmiedes, welche ihn zur kritischen Zeit in der Nähe des Tatortes gesehen haben wollte, Nun hat sich herausgestellt, daß diese Zeugin hysterisch, dabei ein rachsüchtiges Individuum war und daraufhin wurde das Wiederaufnahmeverfabreu vom Oberlandesgericht in Lemberg bewilligt. Also das ist möglich, die Wiederaufnahme im Falle Hilsuer aber nicht, obwohl in Kuttenberg und Pisek die meisten Belastungszeugen ein blödsinniges Gewäsch voll Widersprüchen vorgebracht haben. Vielleicht wird das Beispiel aus Przemysl im Justizministerium Wirkung haben, bevor Pattai alle Versuche auf lange hinaus fruchtlos macht. Vy. Wollen Sie die Güte haben, sich diesbezüglich mit der Oesterr.-Jsr. Union, Universitätsstraße 8, in Verbindung zu setzen. Wir können in dieser Sache nichts machen. R. T. Wir teilen über Verlangen an dieser Stelle mit, daß der Vortrag des Herrn Professor Marburg vom Sekretariat des Jüd. Kolonisatronsvereins in Wien, II, Gredlergasse 9, bezogen werden kann. Preis je nach der Menge. Notiz. Schon am 20. Dezember findet die Ziehung Her XXV. k. k. Staatslotterie für gemeinsame Militär-Wohltätigkeitszwecke statt. Nur vier Kronen beträgt der Preis eines Loses, das in allen Wechselstuben, Tabaktrafiken 2c. erhältlich ist. Die 18.389 Gewinste (Haupttreffer 900.000 Kronen) werden sämtliche in barem Gelds ausbezahlt. Zur gefälligen Beachtung!. Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Ahonnementsgebtihr im Rückstände sind, die znr Einhebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration. Custav F yüor'sclie Stipendien. Fiir das Studienjahr 1906// gehangen drei Gustav Figdorsche Stipen ii ui m Hetra.e v.» i j: K 9ü6 zur Verleihung. Laut Stiftbriefcs nur len dies* Stipmlien gegründet für durch Fleiss, Sitten und Geittes^ibeu hervorragende arme Studierende so zwar, dass alljährlich ein Stipeudmm für Mediziner, eines für Juristen uud eines für Ilö.ev der Na'u Wissenschaften an der philosophischen Fakultät deigekillt zu Vergebung gelangt, dass allj ährli ch ein Studierender der israelitischen, einer der protestantischen oder evangelischen und einer der katholischen Konfession mit einem solchen Stipendium beteilt wird. Diese Stipendien werden je auf die Dauer eines Studienjahres verliehen, nach dessen Abläufe?ie den bisherigen Pevzipiente» über neuerliches Einschreiten eventuell abermals verliehen werden können. Bewerber nm diese Stipendien haben ihre mit dem Geburtsscheine, dem ImpfiCheiue, dem Heimatsscheine, einem Armuts- (Mittellosigkeits-) Zeugnisse und den Studiernachweisen belegten Gediehe bis längstens 31, Dezember 1906 im Einreichungsprotokolle der Magistrats- Abteilung XIII zu überreichen. Aut verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, 5. Dezember 1906. Der Vorstand. Konkurs. Iu unserer Gemeinde gelangt die Stelle des II. Kantors zur Besetzung. Derselbe hat auch als Koreh-Schochat, Chord rlgent und Gemeindesekretär zu fungieren. Mit der Stelle sind nachstehende Bezüge verbunden: a) Grundgehalt 1900 Krönen, b) Wohnuugsbeitrag 300 Kioneu, c) das Einkommen aus der Schechita, d) die Statutennud stiftuugsmässigeu Emolumente. Die B amten der Gemeinde erhalten Quiuqueunalzulagen im Betrage von 10 Perzent des Grundgehaltes uud sind penshnsbereehtigt. Bewerber um diese Stelle wollen ihre gehörig instruierten Gesuche bis längstens 15. Februar* 1907 an den getätigten Vorstand richten. Bemerkt wird, dass in unserer Gemeinde der Gottesdienst auf Giund des Gebetbuches für die neue Synagoge in Berlin (Geifer) abgehalten wird. Troppau den 92. November 1906. Vorstand der Israelitischen Kuitusoeiielnde: Der Vorsteher Dr. Theodor Sonnenschein. Konkurs. Nachdem unser Herr Rabbiner Dr. A. B1 ü h, infolge seines hohen Alters in den Ruhestand getreten ist, gelaugt iu unserer Gemeinde die Stelle des Rabbiners zur Besetzung. Mit dieser Stelle sind nachstehende Bezüge verbunden: a) Grundgehalt 2000 Kronen, b) Wohnnngsbeitrag 500 Kronen, c) die Remuneration für die Erteilung des Religionsunterrichtes an den staatlichen Mittelschulen, d) das Einkommen aus der Matrik, e) die siatuteumässigen Emolumente. Die Beamten der Gemeinde erhalten Quinquennalznlagen im Betrage von 10 Perzent des Grundgehaltes und sind pensionsberechtigt. Bewerber nm diese Stelle wollen ihre gehörig instruierten Gesuche bis längstens 15. Februar 1907 an den gefertigten Vorstand einbringen. Bemerkt wird, dass in unserer Gemeinde der Gottesdienst auf Grund des Gebetbuches für die neue Synagoge in Berlin (Geiger) abgehalten wird. Tr oppau den 22. November 1906. Vorstand der israelitischen Kultus gemeinde: Der Vorsteher Dr. Theodor Sonnenschein.

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