Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 50 (14.12.1906)
- Date
- 1906-12-14
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3tr. 50 Dr. JBiocb's Mocdenscbrm. Sette 863 Während der Woche täglich von halb 8 bis 9 Uhr abends Deutschunterricht. Zeitungslesehalle täglich von 7 bis halb 10 Uhr abends, Sonntags 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends frei zugänglich für Jedermann. D-n Mitgliedern steht die Benützung der reichhaltigen Bibliothek (deutsch, russisch, hebräisch, jüdisch) frei. Wie». Samstag den 8. d. M. fand im Ballsaale des „Bayerischen Hof" die diesjährige Kinderbekleidung des Vereines „Neuer Freundschaftsbund" statt. Es wurden 55 Schulkinder, Mädchen und Knaben, vollständig für den Winter ausgestattet. Aus diesem Anlasse veranstaltete die Bereinsleitnng eine Akademie mit anschließender Tanzunterhaltung und hat sich hiezu ein überaus zahlreiches Festpublikum eingefunden. Dem Vereinsobmanne Herrn Jul. Wottitz, sowie dem Gesamtvorstande gebührt für ihr humanitäres Wirken das beste Lob. Konzert Don Fuchs. Im Ehrbar-Saale fand am 9. Dezember das Konzert Don Fuchs statt und brachte demselben einen glänzenden Erfolg und stürmischen Beifall. Don Fuchs sang italienisch und deutsch mehrere Arien aus bekannten Ope>n und einige mit vornehmen Geschmack gewählte Lieder von Schubert und Grünfeld und wurde für feine Darbietungen mit großem Beifall ausgezeichnet. Namentlich den mit großer Wärme und musikalischer Empfindung vorgetragenen Liedern folgte rauschender Applaus. Dem schönen, weichen Tenor merkte man besonders im Mezza voce und Falsett die italienische Schulung an. Es u'urdcn Lieder und dramatische Arien zum Vortrage gebracht, wie Rnbinsteins „Tränen", Suchers „Liebesglück", „Erzählung des Lohengrin", „Stretta" aus „Troubadour" :c. Don F n ch s erbrachte den Beweis, daß er nicht bloß in der Synagoge sondern auch im Konzertsaal andächtig lauschende Hörer findet. Ueber die anerkannt wunderbare Klavierbeg'eitung des Herrn Richard P a h l e n läßt sich nichts mehr Neues sagen und wurde Herr P a h l e n für feine virtuosen Leistungen durch reichsten Beifall ausgezeichnet. Ein elegantes Publikum füllte den Saal und bemerkte man unter anderen: Baron Albert Rothschild und Sahn. David Ritter von Gut m a n n, Frau Mathilde von G u t - mann, Frau Oberrabbiuer Dr. Güdem.ann, Frau Emma P v l l a k, geb. Gutmann de Gelse, Baron Maye r, Hosrat Prof. Dr. Ose r, Kammersänger Prof. Gustav Walter, Prof. Gustav Kuhle, Landesschulrat Dr. Gustav K o h n und Frau, Prof. Dr. Ehr mann und Frau, Salo Cohn und Frau, Salo Landau, kais. Rat Paul L e m b e r g e r, kais. Rat Wilhelm P o l l a k, Ortsschulrat S. Heit, Alb. W i n t e r b e r g und viele Andere. L. W. Spenden zugunsten der Opfer der russischen Jndenmafsakres. Der „Israelitischen Allianz zu Wien" find au weiteren Spenden zngckoimnen : W i e it: Moriz Edler v. Kuffner X 1000, Josef Berger K 10.-, Klara Guth X 10.—. Heinrich L. X 6.—, Josef Prikck K h.—, Alexandrine Kles K 5.—, Anonym K 2.— . Leipnik: Ingenieur S. Berger K 10.—. Nasice: Rabbiner Sam. Winter (Sammlnngsergebttls) X 162.90. O sw i ec im: Wilhelm Haas Söhne X 10.- Hiezu die bereits ansgewiesenen X 37.961-6*, zusammen bis 12 Dezember K 39.147 53. Weitere Spendeil werden erbeten und im Bureau der „Israelitischen Allianz zu Wien", I., W ihburggasse 10, dankend gegen Bestätigung in Empfang genommen oder per Postsparkassenkonto Nr. 8132. Wien. (Spende n.) Für die unglückliche Mutter Leopold Hilsners, Frau Marie H i l s n e r, in Groß-Meseritsch sind uns vom Herrn S. Heit in Wien X *0. , vom Herrn Jakob Znckermann in Eger X 4.—, vom Herrn Jakob Fürnberg in Jglau X 2.—, vom .Herrn Lazar Eppinger in Budapest, X 5.— zugekowmen. Wien Für die Hinterbliebenen des russischen Jndenmafsakres erhielten wir von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner B. Dnichinsky in Nameszto X. 31.—, welcher Betrag anläßlich des für die russischen Brüder abgehaltenen Fasttages von Nichtfastern e «gesammelt wurde. Wien. Die von der jüdisch-akademischen Verbindung „Jvria" veranstaltete Damenkneipe, welche am 9. Dezember im „Hotel Post" stattfand, erfreute sich sehr starken Besuches und nahm einen sehr Obmann des Landeskomitees, sämtliche Mitglieder des innerösterreichischen Distriktskomitces, der Obmann des jüdischen Turnvereins Doktor Ludwig Werner, die korporativ erschienenen Verbindungen „Kadimah", „llnitas", „Makkabäa". Vertreter der Ferialverbindungen und der „Barissia" (Prag) „Jüdische Lese- und Redehalle" (Wien) usw. Die Begrüßnngs- und Festrede vielt d'r Präses jnr. cand. Albert Schönbof. Auf die alten Herren der „Jvria" toastierte ing. Erwin Hüttner, im Namen der alten Herren erwiderte Dr. Emil Krasny, dar. cand. Jacgnes Kornfeld hielt einen launigen Damentoast. Im inoffiziellen Teile wechselten musikalische und deklamatorische Vorträge Das vom JvnmEhor vorgetragene Weihelied „Der Freihmt Reichs (Text vom alten Herrn Ingenieur Emil Fried, Melodie vom alten Herrn Doktor Hahn) fand stürmische» Beifall, ebenso die Darbietungen des humoristischen Quartetts. Fräulein Kling er erntete für ihre Rezitationen reichen Applaus. Fräulein Grete Oe st erreich er erwies sich sowohl als Solosängerin als auch im Duette mit Herrn phil. E. Spitzer als überaus talentvolle Kraft. Herr Richard Frankel hatte sich um das Gelingen des Abends ganz besonders verdient gemacht. Um Mitternacht begann der Tanz, der bis in die frühen Morgenstunden währte. Wien. (Verein „Jehuda Halevy".) Sonntag den 16. Dezember l. I. findet im Vereinslokale, XX., Brigittenauerlände Nr. 22, Tür lo euie Makkabä erfrier statt. Beginn präzise 7 Uhr abends. Gäste herzlich willko nmen. — Samstag den 15. Dezember d. I. findet im V-reinslok ile, XX., Brigittenauerlände 22 ein hebräischer Vortrag statt. Beginn 7 Uhr abends. Gäste herzlich will'ommen. Wrerr-Floridsdorf. Sonntag den 16. d. M., nachmittags 3 Uhr, findet im Tempel der israelitischen KultuSgeincinde, Schindlergasse 4, ein Chanuka-Festgvttesdienst statt. Die Festrede wird Ehrwürden Herr Bezirksrabbiner Doktor Rose n m a n n abhalten. Nach dem Gottesdienste werden sämtliche armen Kinder seitens des hiesigen Frauen-Wohltätigkeits- Vereines mit warmen Kleidern beschenkt. St. In Folge gegenteiliger Ansichten bei Besetzung der Stelle eines Kultusvorstehers hat der größte Teil des Kultusausschusses das Mandat zurückgelegt und wird es allem Anscheine nach zu einer Ncmvahl kommen. Mögen die künftigen Vertreter im wahren, jüdischen Sinne in der Gemeinde wirken und Sonderbestrebungen zugunsten einer rationellen Wirtschaft zurückzustellen. Graz. Unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindemitglieder fand wie alljährlich am II. d. M. im Turnsaale der Knltusgemeinde e'ne Channkaseier statt. Von Seite des Vonstandes waren erschienen Herr Präses Bernhard Biller, durch dessen Anregung und Tatkraft die Schule, welche früher eine vierklaisige war, in eine fünfklassige nmgewandelt wurde; Herr Schulvorstand Armin Birman, welcher sich mit ganzer Seele den Schulangelegenheiten widmet, und die Obmänner der anderen Sektionen. Anfrichlige Teilnahme erweckte e8, daß unser allgemein geachteter und beliebter Rabbiner Herr Doktor Mühsam durch Krankheit, die ihn seit Wochen zwingt, das Zimmer zu hüten, der Feier nicht beiwohnen konnte. Die eigentliche Feier begann mit Absingiing eines Liedes, worauf die Ctiannkalichter entzündet und das Moans Zur, von kräftigen jugendlichen Stimmen angeniinmt, weihevoll durch den Taal ertönte. Herr Schulleiter Anton Ungar, welcher erst kürzlich mit der Medaille für vierzigjährige treue Dienste ausgezeichnet wurde, hielt die Fcstrede, worin er die Bedewung des Channka anschaulich vor Augen führte Rach Teklamtenuig einiger Gedichte dankte Herr Präses Bernhard Biller namens des Vorstandes dem bewährten Schulleiter Herrn Ungar, indem er dessen Verdienste um Schule und Jugend hervorhob; mit Tankesworten seitens des Herrn Birmann an die erschieiienkli Gemeindemitglieder schloß die schöne Feier mit Abüngurig der Volkshymne. Nachschrift: Deut Vernehmen »ach beabsichtigen die ehemaligen Schüler, dem Herrn Ungar anläßlich seines vierzigjährigen TienstjnbUäums große O Nationen darzubriiigen. Viclitz. (Israelitischer H a n d w e r k e r ve re i n.) Dreier Tage fand im Festiaale der Kultusgew.einte unter zablrcicher Beteiligung auch ans den Kreisen der Nickckmitglicdcr die Gencralvcrsanimliing des israelitischen Handwerkervercincs, vcrl'nudcn mit der Beicher knng von zwanzig armen Lehrlingen mit Schuhen und warmer Winterkleidnng, statt. Eröffnet winde die Feier mit einer herzlichen Ansprache des Vercinsobmannes Herrn Kestrl an die zu beteilendcn Lehrlinge, in der er dieselben in warmen, väterlich lie bl vollen Worten zur Dankbarkeit gegen ihre Wohltäter, zu Fleiß und Gehorsam gegen ihre Lehrherrcn sowie zu wahrer und inniger Gottesfurcht ermahnte. Tie Ansprache machte nicht nur auf die Lehrlinge, in deren Namen einer, namens Fecker, dem Gefühle der Danlbarkeit und Verehrung für den Vorstand, besonders für Herrn Kestel, schlicht und einfach Ausgab, sondern auch ans alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Der auimrerten Verlauf. Unter den Gästen befanden sich Dr. Schabt,dr n.k