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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-12-14 · 50 (14.12.1906) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
50 (14.12.1906)
Date
1906-12-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Dr. jöiocd s MocdenscvrlU. Seite 861 Nr. 50 Texas und Georgia, ein derartiger Arbeitermangel geltend, daß die Fabriksbesitzer eigene Komitees ins Leben gerufen haben, die sich mit der Beschaffung des notwendigen Arbeitermaterials -und der sofortigen Unterbringung der Zuzügler, sowie mit der Veranstaltung von Expeditionen, soweit dies gesetzlich zulässig ist, befassen. Die Taglöhne find bis zu 4 Dollars gestiegen. London, 2. Dezember. Der bekannte Philanthrop Jakob H Schiff in New Jork hat an Israel Zangwill in London, den Präsidenten der Jewish Territorial Organisation, einen Brief gerichtet, in dem er die Förderung der jüdischen Einwanderung in die Südstaaten und die Schaffung billiger Fahrtgelegenheiten nach den Häfen des Südens, durch Gewährung von Prämien an Schiffahrtsgesellschaften, warm befürwortet. Die in erster Reihe für eine Einwanderung in Betracht kommenden Häfen des Südens sind: Charleston, Savannah. New-Orleans, Galveston. Nach den beiden zuletzt genannten Häfen gibt es von Deutschland bekanntlich bereits regelmäßige Dampfschiffoerbindungen, die auch für den Transport von Auswanderern eingerichtet sind, während die Expeditionen nach Charleston und Savannah noch unregelmäßig sind und nur dann veranstaltet werden, wenn eine genügende Beteiligung vorhanden ist. Landverkauf in Argentinien. Das landwirtschaftliche statistische Amt gibt bekannt, daß vom Jahre 1901 bis 1906 eine Fläche von 49,300.000 Hektar für 696 Millionen Pesos, gleich 1.152,800.000 Mk. verkauft worden ist. Ausstehend sind noch die Angaben solcher Verkäufe in den Provinzen Cordoba, Santa F6 und Tucuman. Unter anderen hat auch die Jewish Colonization Association, (Jca) im letzten Jahre in der Provinz Buenos-Aires, im Leloir Estatate ein Areal von 100.000 Hektar erworben. Einwanderung in Argentinien. S « eit o s-A i r e s. Vom 1. Jänner 1906 bis 1. Juli 1906 landeten in Buenos-Aires 152.496 Personen, von denen 91.000 sich als Auswanderer bezeichneten. Der Nationalität nach verteilen sich letztere auf 43.869 Italiener, 23.936 Spanier, 11.283 Russen, 2373 Oesterreicher, 2128 Syrier, 1317 Franzosen, 1300 Ungarn, 985 Deutsche, 808 Engländer, 438 Montenegriner, 325 Griechen, 321 Portugiesen, 243 Brasilianer, 226 Rumänen, 224 Schweizer, 112 Finnländer, 101 Belgier, 97 Nordamerikaner, 92 Dänen, 77 Holländer, 68 Marokkaner, 50 Bulgaren, 47 Uruguayer, 46 Chilenen, 36 Serbier, 33 Schweden, 19 Norweger, 14 Paraguayer, 12 Cubaner, 9 Chinesen, 8 Peruaner, 5 Bolivianer und 3 Venezolaner, während 386 verschiedener Herkunft waren. In den Provinzen wurden 38.659 Personen untergebracht, so daß vorerst in der Metropole am La Plata 52.341 verblieben. Von den 91.000 Eingewanderten waren 31.309 Ackerbauer, 16.022 ohne Profession, (nämlich 15.550 Frauen und 472 Kinder), 13.332 Taglöhner, 4185 Schneiderinnen, 3923 Dienstmädchen, 3542 Kaufleute usw. Es sind fast alle Professionen mehr oder minder vertreten, besonders Zimmerleute, Maurer, Kesselschmiede, Elektrotechniker, Klempner, Maschinisten, Mechaniker rc. Eine Statistik über die Religion der Einwanderer liegt noch nicht vor. Im Jahre 1905 sind laut der amtlichen Statistik 10.078 Russen in Argentinien eingewandert. Darunter waren 7516 Juden, also 75 Prozent. Nimmt man dasselbe Zahlenverhältnis an, so ergibt sich, daß schon im ersten Halbjahr 1906 die jüdische Einwanderung in Argentinien mehr als 8000 Personen betragen hat. Bukarest. Die rumänische Regierung beschränkt sich nicht darauf, die Juden im politischen und sozialen Leben als Heloten zu behandeln, sie sucht auch die Entwicklung ihres geistigen Lebens zu unterbinden, indem sie ihnen die Bildungsmöglichkeiten nach Kräften erschwert. Der Kultusminister hat an die Direktoren der jüdischen Privatschulen eine Verfügung ergehen lassen, daß auf Grund des neuen Volksschulgesetzes für jeden Schüler, der ein Privataymnasium besucht, eine jährliche Taxe von 56 Francs zu entrichten sei. Für einen Schüler der ersten Klassen eines Privatlyceums (Oberstufe des Gymnasiums), sowie für die Schülerinnen der Mädchenschulen ist die gleiche Summe zu zahlen. In höheren Klassen des Lyzeums beträgt die Taxe 80 Francs. Da die reichen Juden ihre Kinder in die öffentlichen Schulen schicken und nur die ärmeren Klassen eine jüdische Schule vorziehen, so wird sich das einzige, in Rumänien bestehende jüdische Gymnasium in Bukarest jetzt kaum mehr halten können. Denn die Ettern werden die erforderlichen Summen nicht auszubringen imstande sein. Gleichzeitig wird auch die Errichtung weiterer jüdischer Gymnasien ein Ding der Unmöglichkeit. An und für sich ist die Bukarestcr Anstalt ja keineswegs das Ideal einer jüdischen Schule; wenn man jedoch bedenkt, daß in den 'Staatsgymnasien am Sabbat geschrieben werden muß und daß dort von einem jüdischen Religionsunterrichte keine Rede ist, daß die jüdische Jugend in diesen Anstalten vielmehr zum Haß gegen das Judentum systematisch erzogen wird, so erkennt man die verhängnisvolle Bedeutung, die dem Erlaß des Ministers innewohnt. Vor allen Dingen ist aber zu befürchten, daß, nachdem einmal mit den Gymnasien und Mädchenschulen der Anfang gemacht ist, die neue Bestimmung auch auf die jüdischen Handels- und Handwerkerschulen, deren es mehrere im Lande gibt, und schließlich selbst auf die jüdischen Volksschulen, die in jeder Stadt vorhanden sind, ausgedehnt wird. Weizen- und Lein-Ernte in Argentinien im Jahre 19!>3/6. Das Ackerbauministerium in Buenos-Aires veröffentlicht soeben nachfolgende Zusammenstellung über die Weizen- und Lein-Ernte im Jahre 1905/6, aus der ersichtlich ist, welche Ausbeute diese beiden Produkte in Argentinien liefern: Wirkt. Anbaufläche Erntefläche Hektar Hektar 2,409.056 2,320000 1,542.500 1,415.634 A. Weizen: Ertrag Tonnen Provinz Buenos-Aires 2,409.056 2,320000 2,018.400 „ Santa Fö 1,542.500 1,415.634 673.396 „ Cordoba 1,236.415 1,196.700 690.495 „ Entre Rios 314.320 296.020 141.497 Territorium Pampa Central 85.487 74 480 60.928 Andere Prov u. Territorien 87.515 87.515 87.515 B. S e i n: Provinz Buenos-Aires 263 248 256.861 223.206 „ Santa Fe 498.800 449.136 237.609 „ Cordoba 118.165 117.900 51.60G „ Entre Rios 135.010 121.150 74.870 Pampa Central 6.769 5.890 3.828 Andere Prov. u. Territorien 799 799 799 Es betrug sonach: die Anbaufläche des Leins 1,022.781 Hektar 951.746 „ 591.912 Tonn. 5,675.293 Hektar 5,390.340 „ 3,672.231 Tonn. wirkliche Erntefläche Erträgnis die Anbaufläche d. Weizens wirkliche Erntefläche Erträgnis Das Ergebnis dieser Ernte dürfte als eines der günstigsten in Argentinien bezeichnet werden. Auch in den jüdischen Kolonien der Jewish Colonisation Association ist die Ernte sehr gut ausgefallen. Neben der Landwirtschaft bildet bekanntlich die Viehzucht eine der Hauptquellen der argentinischen Volkswirtschaft. Welchen Umfang dieser Erwerbszweig bereits angenommen hat, beweisen die folgenden Zahlen: Die Ausfuhr an geftorenem Rind- und Hammelfleisch erreichte die Zahl von 236.690 Tonnen im Werte von 87,640.204 Mark. — England und Frankreich waren hauptsächlich die Abnehmer.

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