Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 49 (7.12.1906)
- Date
- 1906-12-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 848 2>r. Llocb's Mocvenscvrttr. Nr. 4» Vorträge aller Art. Näschereien für die Kleinen und praktische Tombolagewinste für die Großen, gibt es da in Hülle und Fülle. Es ist zu erwarten, daß auch heuer gleichwie im Vorjahre ein großer KreiS vornehmer Familien dem Jahrmarktfeste seinen Glanz verleihen wird. Das in Handstickerei kunstvoll ausgeführte Bild, welches seinerzeit vielfach Bewunderung erregte, gelangt nunmehr, nachdem alle Lose verkauft sind, im Rahmen des Festes zur Verlosung. Die Besitzer von Losen werden darauf insbesondere aufmerksam gemacht. Karten sind erhältlich: in der Musikalienhandlung Hugo K n e p l e r, I, Habsburgergaffe 2, in der Kunsthandlung Walter Deutsch, I., Kärntnerring 2 und an der Tageskaffe. Wiener Synagogensänger-Berein. Samstag den 15. Dezember 1906, 9 Ubr abends, findet im Konzerrsaale des Hotels „Bayrischer Hof", II., Obere Augartenstraße, die Cbanuka-Feierdes Wiener Synagogensänger- Vereines unter gefälliger Mitwirkung der Herren Oberkantor Bela G u t m a n n, I. Kantor Don Fuchs, Profeffor Storch, M. M e n tz e r, Richard Waldemar, Mitglied des k. k. priv. Earltheaters, und des Fräuleins V. B a n m statt. Zur Aufführung gelangen außer den solistischen Darbietungen obiger namhafter Kunstk-äfte Männerchöre von Johannes Brahms, Ignaz Brüll, .Edward G ieg, Franz Schubert und Salomon SuOer. Karten zu K 2 — und K 1.— sind zu haben beim Obmann 5. Lembergcr, H., Schmelzgasse 7, sowie bei allen Mitgliedern. Wien. Das Konzert Don Fuchs findet, wie wir kkereits mitteilten, Sonntag den 9. d. M. um halb 8 Uhr abends im Ehrbar-Saale unter Mitwirkung des Herrn Richard P a h l e n statt. Das Programm ist ein überaus reichhaltiges und interefiantes. Karten sind im Kartenbureau Kehlendorfer, 1., Krugerstraße 3, zu haben. Wie«. Der humanitäre Geselligkeitsverein „R u d o l f s b u n d" (Obmann Armenrat Josef Pollak in Firma Pollak L Neuron), welcher alljährlich eine größere Anzahl hilfsbedürftiger Kinder mit Winterkleidern nnd Schuhen beteilt und viele Arme beschenkt, veranstaltet Sonntag, den 6. Jänner 1907, 7,3 Uhr nachmittags, im Wiiner Bürgertheater eine Wohltätigkeitsvorstellung, wobei das Stück „Kuknksei" von Direktor Franz mit den besten Kunstkräften zur Aufführung gelangen wird. Das?. T. Publikum bereitet sich nnt dem Besuche der Vorstellung nicht nur einen köstlichen Genuß, sondern verbindet damit gleichzeitig die Genugtuung für sich, ein edles, hochherziges Werk zur Linderung der Not getan zu Haben, und verspricht sich der genannte Verein, im Hinblicke ans das zur Aufführung gelangende beliebte Stück, sowie auf die humanitären Tendenzen, gleich dem Vorjahre einen recht zahlreichen Zuspruch. Karten sind zu haben: Bei Obmann Josef Pollak, II., Circusgoffe 42; Kassier Emanuel Taub. II.. Glockengasie 13; Schriftführer Tobias Pöck. I., Salzgries 21: S. Goldfarb, II., Praterstraße 56; Max Kramm, II., Taborstroße-7; Cafe Orient" 11., Praterstraße 66; Cafe Pöchhacker, II., Taborstraße 10 und bei allen Ausschußmitgliedern. Wien. (S ch a u st e l l u n g.) Ein interessantes Schnitzwerk ist derzeit im Hause, II., Große Sperlgasse 35, ausgestellt. Es ist dies eine historisch treue Nachbildung des Tempelbezirkes in Jerusalem zur Zeit Salomos im Maßstabe 62X500 mit Haupt- und Nebengebäuden in Holz und Marmor ausgeführt. Der Besitzer L. Schwarzbach hat daran neun Jahre mit freier Hand gearbeitet. Das D&jefr ist sehenswürdig und dürften beim geringen Eintrittsgeld von 40 Hellern sich viele Besucher -infinden. Wie». (Todesfall.) Ein um das.jüdische Gemeindeleben in Wien sehr verdienter Mann, Herr Samuel Wassertrilling, ist am 3. Dezember kurz vor vollendet m 93 Lebensjahre gestorben und Mittwoch den 5. d. M. unter außerordentlich großer Teilnahme zu Grabe getragen worden. Der Verblichene, ein Schätzer und Mehre, jüdischer Wissenschaft, der würdige Sprosse einer Generation jüdischer Gelehrten, war durch 20 Jahre ein eifriger Vorsteher der Synagoge in der Schonlaterngosse und hervorragenden jüdischen Kapozitäten in Freundschaft verbunden. Sein persönlicher gediegener Charakter und sein reger Wohltätigkeitssinn vermehrten die Beliebtheit des Verblichenen, dem ein ehrendes Andenken in den weitesten Kreisen gesichert ist. An seinem Grabe trauert eine zahlreiche Familie, deren Mitglieder sich durchaus in angesehenen Stellungen befinden. Richtigstellung In Nr. 47 unseres Blattes brachten wir eine Notiz des Inhaltes, daß in dem Herzmansky'schen Hause.'auf der Mariahilferstraße Wohnungen an Juden nicht vermietet werden. Wir fügten bei, daß leider jüdische Frauen in das dazu. gehörige Geschäft ihr Geld tragen. Hiezu wird uns jetzt mitgeteilt, daß das Herzmansky-Geschäft nur diesen Namen trägt, tatsächlich aber nicht Herrn Herzmansky gehört, sondern einer Kommandit-Gesellschaft. ES können also die '.Vorgänge im Herzmansky-Hause mit dem Geschäfte nicht in Verbindung gebracht werden und entfallen alle diesbezüglichen Rückschlüsse. Zu dieser Affäre erhalten wir folgende Zuschrift: Verehrliche Schriftleitung! In Nummer 47 Ihrer Wochenschrift erschien auf Seite 798 unter dem Titel „Zur Warnung" eine Zuschrift, in der behauptet wird, daß der Hausbesorger des Herzmansky'schen HauseS in der Mariahilferstraße eine Wohnungssuchende Partei mit den Worten abgewiesen haben soll, daß er einer jüdischen Partei die Wohnung nicht vermieten darf. Herr Johann Herzmansky, der Eigentümer dieser Realität, als dessen Administrator ich fungiere, und ich legen Gewicht darauf, daß die Unrichtigkeit dieser Mitteilung in Ihrem geschätzten Blatte konstatiert werde. Der fragliche Vorfall hat sich nämlich niemals abgespielt, sondern ist von böswilliger Seite erfunden worden. Der Hausbesorger, den ich befragte, weiß hievon absolut nichts und hat eine solche Aeußerung niemanden gegenüber gemacht. Außerdem wird die Vermietung von Wohnungen in dem Herzmansky'schen Hause lediglich von mir oder von Herrn Herzmansky selbst besorgt, nicht aber vom Hausbesorger, der niemals eine Vermietung vornehmen darf, also auch nicht in die Lage gekommen sein konnte, so etwas zu sagen. In vorzüglicher Hochachtung ergebenst Dr. E. C o u m o n t. Reu-Bydzow. Unser Rabbiner und Oberkantor Herr Sigmund Schreck er hat am 28. und 29. November d. I. in Prag die Musik-Staatsprüfung aus dem Gesangsfache, Harmonielehre. Musikgeschichte und Pädagogik in deutscher und böhmischer Sprache mit bestem Erfolge abgelegt und wurde für befähigt erklärt, den Gesangsunterricht an Mittelschulen und Lehrerbildungsanstalten selbständig zu leiten. Neu-Rauftnitz Am 8. Dezember wird es ein Vierteljahrhundert, seitdem der II. Kantor Herr Jsak Schweiß in unserer Gemeinde wirkt. Derselbe erfreut sich allgemeiner Beliebtheit und die ehemaligen Schüler und Schülerinnen, die ihm allzeit Anhänglichkeit bewahren, rüsten sich aus Anlaß dieses Jubiläums, dem verehrten Lehrer ein Zeichen der Sympathie darznbringen. Tabor. An Stelle des Herrn Dr. Friedrich Güttin a n n, welcher resignierte, wurde Herr Moritz P e n i z e k zum Präses der hiesigen Kultusgemeinde-Repräsentanz gewählt. Pisek. Da es mir im Momente rein unmöglich ist, den zahlreichen Kollegen und Freunden, die sich bei mir nach der Ursache meines Scheidens aus dem Amte erkundigt haben, brieflich zu antworten, so gestatte ich mir aus diesem Wege, ihnen zur Kenntnis zu bringen, daß ich bereits vor einem Monate, und zwar nur aus Gesundheitsrücksichten mein Entlassungsgesuch beim hiesigen löblichen Kultusvvrstande eingebracht habe. Wenn man 43 Jahre als Rabbiner, Religionslehrer, Prediger und Literat — in der hiesigen Gemeinde wirke ich seit 20 Jahren — tätig war und überdies von harten Schicksalsschlägen nicht verschont geblieben ist, sehnt man sich wahrhaftig nach Ruhe. Fr. Olmütz. Dem nunmehr pensionierten Beamten der hiesigen israelitischen Kuluisgemeinde Herrn M. Drucker wurde Sonntag den 2 Dezember un Festsaale unseres Rathauses durch Herrn Bürgermeister Brandhuber die Medaille für vierzigjährige, treue Dienstleistung überreicht Zur Feier dieses Ereignisses haben sich zahlreiche Freunde des Jubilars, unter ihnen der Präsident der Gemeinde Herr Dr. Eben, Herr Rabbiner Dr. Oppenheim, Herr Oberkantor Schlesinger, Herr Sekretär Stößler samt Frau Gemalin, Herr Kantor Friedländer, sowie Herr Offizial Neuwirth eingefunden. Herr Bürgermeister Brandhuber hielt eine Ansprache an Herrn Drucker, in der er darauf hinwies, daß der Stifter der Medaille, unser erhabener Monarch, vor 58 Jahren am 2. Dezember 1848 in Olmütz die Regierung antrat. Er beglückwünschte den Jubilar zur Verleihung der Medaille an ihn und brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus,