Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 47 (23.11.1906)
- Date
- 1906-11-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47 Dr. JBiocb’s MocbenscbrM. Sette 797 Genüge klar getan, daß wir von nun ab nicht willens sind, den Herren blindlings Gefolgschaft zu leisten, und wir Ihnen gezeigt, daß wir uns nicht als Stimmvieh gebrauchen lassen wollen und werden, und in Anbetracht der uns zugekonunenen Resolution glaube ich, daß wir bei der Stichwahl, wo jede Mühe für Schlvßnikel vergebens, die Angelegenheit rein vom lokalen Standpunkte behandeln und den Wählern Wahlenthaltung empfehlen. Nach längeren Debatten, an denen sich Dr. Rakatnik, Ludwig Kulka, Dr. Schmidt, Bürgermeister Ritter beteiligten, in denen Kultusvertreter Spitzer wiederholt eingriff, beschlossen die anwesenden Wähler: „In Würdigung der vom Kultusvertreter Spitzer begründeten Ausführungen erklären die Wähler, bei der Samstag den 18. November stattfindenden Stichwahl Wahlenthaltung zu empfehlen." Budapest. (Der israelitische Religionsunterricht.) Nach jahrelangen Vorarbeiten ist der Religionsunterricht der ungarländischen Israeliten einer gründlichen Reform unterzogen und einheitlich geregelt worden. Der neue Lehrplan, den im Aufträge der Delegierten der israelitischen Gemeindedistrikte der Schulinspektor der Pester israelitischen Kultusgemeinde Dr. Bernhard M u ü k ü c s i ausgearbeitet hat, liegt nun vor. Es ist ein stattliches Heft von 80 Seiten und erstreckt sich auf alle Klassen sämtlicher Schulkategvrien, sowie auf den Jugendgottesdienst. Es ist ein vorzügliches, mustergiltiges Elaborat; welches zeigt, am welch hoher Stufe der israelitische Religionsunterricht bei uns steht. Dem neuen Lehrplan entsprechend hat die Pester Kultusgemeinde unter der Redaktion Dr. Munkücsi's auch neue Schulbücher für den Religionsunterricht ausarbeiten lassen, die nun fertig vorliegen. Die Verfasser dieser Bücher (Ignaz Kondor, Max Revai, Adolf Györi, Soma Weber und Isidor L(?vai für die Elementarschulen, Dr. Geza Deköny, Dr. Max Weiß, Dr. Eduard Neumann, David Schön, Dr. Alexander Büchler für die Mittelschulen) sind durchwegs auf der Höhe ihrer Ausgabe gestanden und haben ganz vorzügliche Arbeiten geliefert. Dabei sind die Schulbücher gut ausgestattet und reich illustriert. Eines nur ist an ihnen auszusetzen: ihr Preis ist ein verhältnismäßig enormer, und diesem Uebelstande müßte auf irgend eine Weile abgeholsen werden. Im Sonstigen aber kann die Pester israelitische Gemeinde stolz sein auf ihre Schulbücher; es dürften kaum noch irgendwo so gute Lehrmittel für den Religionsunterricht zur Verfügung stehen. New-Nork. Hier bildete sich ein amerikanisch-jüdisches Komitee, das es sich zur Aufgabe setzt, die bürgerlichen und religiösen Rechte der Juden zu erhalten und auszudehnen. Es will einen Ueberschußfonds von einer Million Dollars bereit halten, der in Notfällen, wie sie in Kischinew und San Franziska eintraten, zur Verwendung kommen soll. .Dem Komitee gehören angesehene Männer aus dem ganzen Lande an, so in New-Iork Oskar L. Strauß, der Chef des Departements für Handel und Arbeiten, und Bankier Schiss. Dermtscbtes. B»ien. Montag den 26. November 1906, abends 6 Uhr, findet im großen Saale des „Hotel Post". I.. Fleischmarkt 14 (Eingang Drachengasse), eine Wähler-Versammlung der Mitglieder der israelitischen Kultusgemeinde statt. Der Eintritt in die Wähleroersammlung ist nur gegen Vorweisung der Wahllegrtimation zulässig. Wien. (Jüdisches Museum.) Dienstag den 27. November, präzise halb 8 Uhr abends, fi>ndet im Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, 1. Bez., Eschenbachgasse Nr. 9, ein Bo; trag des Herrn Rabbiner Dr. Max Grumvald über „Rembrandt, der Judenmaler" (unter Vorführung von Skioptikonbildern) statt. Aufruf! Durch die wiederholten Judenverfolgungen der letzten Jahre und namentlich durch die Massakres in Rußland sind an die „Israelitische Allianz zn Wien" außerordentliche Anforderungen gestellt worden. Tank der Opscrwilligkeit unserer Glaubensgenossen' waren wir in der Lage, während der verflogenen drei Jahre nahezu 1.200.000 Kronen dem russischen Hilfswcrke znznfnhren. Wir können jedoch unseren vielfachen permanenten Aufgaben im Interesse der Gesamtheit des Judentums nur dann entsprechen, wenn der Kreis unserer st ä n d i g e n M i t g l i e d e r sich wesentlich erweitern wird, (rs ist heutzutage mehr als je die Pflicht, eines jed en Ind en. Mitg lied der „A l lianz" zu sein. Ter statutarische Jahresbeitrag beträgt 6 Kronen; die lebenslängliche Mitgliedschaft wird durch einen einmaligen Beittag von K 200 erworben. Als „Gründer" wird ausgenommen. wer einen einmaligen Beitrag von K 1000, als Stifter, wer einen Beitrag von K 4000 leistet. Ge l d - sendnnge n sind zu richten an die „Israelitische Allianz zu Wicn", >Weihbnrggasse 10. Erlagscheine der Postsparkasse, Eheckkonto Nr. 8152, sowie Jahresberichte werden in unserem Bureau freiwillig zur Verfügung gestellt. Ter Vorstand der „Israelitischen Allianz zu Wien". Tavid R. v. Gut mann, Präsident. Dr. Alfred Stern, Tr. Arthur K u r a n d a, Tr. Sigmund W a h r m a n n. Vize-Präsidenten. Emanuel Banmgartcn, Oberrabbiner Tr. M. Güdemann, Emil Horner, Tr. Felix Katzan. Adolf Klein. Tirettor Moriz Koritschoner, Tr. Jakob Nierenstein, Wilhelm Pappenheim, kaiserl. Rat Bernhard Pollack, Julius Rcitlinger, kaif. Rat Leopold Sachs. Rabbiner Tr. A. Schmiedl, Fritz Singer, Hofrat Sigmund Tauffig, Kommerzialrat Leopold Trebitfch, Tonal Jifferer, Vorstandsmitglieder. Verein zur Hebung der Gewerbe. Neber Einladung des vorbereitenden Komitees für die „Kaiser-Jubiläums-Ausftellung 1908" hat obiger Verein folgende Herren in die Ausstellungs-Kommission entsendet: Herrn S. B r o d, Präsident: Herrn I. R o s e n t h a l, Vorstand; Herrn Architekten Friedr. Schön, Vorstand; Herrn Max Makler, Vorstand. Spenden zugunsten der Opfer der russischen Judenmassakres. Bei der „Israelitischen Allianz zu Wien" find an weiteren Spenden eingegangen: W ien: R. S. K 250. . L. P. u. S. ^Siedle?) K 30.—, M. K. (Waisen) K 20.-, Mg. K. S. K 20. Dr. Max Gelber. Advokat K 10. , M. K. K io.—. Karoline Singer K 10.—, Max Tlnnner K 6. . Josef Wondra K «. , Paula Münz K 3.—, F. Ernst K 1.—. G r o ß - E n ze r s d o r f: Sammlung des Minjanvereines: Josef Winkler K 10.—, Weiß Siegmund K 3.—, Mandler Moriz K 3.-, Keßler Samuel K 1.—, Spitz Moriz K 1.—, Eigner Samuel Kl.-, Rosenbaum Markus K 4. — , Fleischmann Theresia K 2.—, Mandl Moriz K 10. — , Rosenbaum Karl K 2.— , Woran; Hermann K l. Keßler Adolf K 1.—, Reumann Moriz K 2.-, Leopold Rosen bäum K 4.—, Tr. Werner G. K 4.-, Hahn Max K 2. , Reichsfeld Heinrich K 2.— . Mähr. -Schön berg: Friedr. Weißbart (Tempeispende für Siedlce) K 10. . Reusattel : Bergdirektor Richard Sachs, durch Herrn kais. Rat Leopold Sachs, Wien (Siedlce) K 50. . RikolSburg: „Spende einiger Familien" K 154—. Olmütz: Borstand der Kultusgemeinde (Liedlce) K 10.—. Prag: Leo Perutz K 11.-, Fanni Wehle (durch Herrn Tr. A. Rosenbacher für Siedlce) X 10.—. Rican: Maskirspende (©teMce) K 4.— . Turocz Divek: Jakob Kohn K lO —. U n g.- Brod: Tischgesellschaft „Hotel Smetana" K (>.—. Hiezu die bereits ausgeiviesenen K 34.740 07. zusammen bis 13 November X 35.430 07. Weitere Spenden werden erbeten und einzeln bestätigt. Spenden werden entgegengenommen im Bureau der „Israelitischen Allianz zu Wien" I. Weibbnrggasse 10, von 9 bis 1 Uhr.vocmitt'gs oder per Postsparkassenkonto Rr. 8152. Wien.! V e r l o b u n g.) Herr Mag. pharm. Ulrich Diamant, Sohn des verstorbenen Vorstandsmitgliedes des polnischen Tempels Herrn A. S. D i a m a n t, hat sich mit Fräulein Dora W a l t u ch, Tochter des Herrn I. H. Walt u ch, verlobt. Wien. Fräulein Erny Schwarz. Tochter des langjährigen Kultusbeamten Herrn Ignatz Schwarz, hat sich mit Herrn Karl Fleischer verlobt.