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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-11-09 · 45 (9.11.1906) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
45 (9.11.1906)
Date
1906-11-09
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 768 Nr 45 Dr. Dlocv's Mocvenscdr;k7 Grausamkeiten gefunden. Sie dürsten also mit dieser Ar nähme ganz fehlgehen. Viel wahrscheinlicher ist es, daß Roosevelt geschäftliche Interessen von Amerikanern in Petersburg schonen will. F. Siqm. Das entspricht allerdings ganz den Tatsachen. Und wir können Ihne» darüber eine kleine, gutverbürgte Anekdote vom Wiener Landesgericht mitteilen: Ein Jude war wegen schuldbarer Krida angeklagt und der Gerichtshof hatte sich zur Beratung zurückgezogen. Da hielt nun ein Beisitzer des Senates eine flammende Philippika gegen den Angeklagten mit solcher Leidenschaft, daß ihn der Vorsitzende lächelnd auf die Schulter tippte und sagte: „Aber Herr Kollega, Konfession ist kein Erschwerungsgrund!" Sapienti sat! 91. R. Daß die Alldeutschen den österreichischen Parlamentarismus vor der ganzen Welt durch ihre Anträge und Reden blamieren, steht fest. Ueber den Antrag, die Kaiserkrone des ehemaligen deutschen Reiches römischer Nation den Hohenzollern auszuliefern, schrieb die „Kölnische Zeitung" kurz und bündig: Vertrottelung. Den Beinamen Stalldeutsche haben diese zweibeinigen, überfüllten Kvgnakflaschen durch ihr ungemein rohes Schimpfkonzert in der Montagssttzung des Reichsrates rühmlich verdient. Von solchen rohen und dummen Kerlen kann man nicht nur, sondern muß man erwarten, daß sie antisemitische Brandreden halten. Daß die Vernunft Schönerers nicht weiter hinreichte, als die Wahlreform als ein Verbrechen der Juden hinzustellen, wundert keinen Kenner chronischer Alkoholiker. Diese Leute stellen sich immer besoffen dem Geist der Zeit entgegen, und wenn sie dann überfahren werden, so schreien sie zornig aus Leibeskräften: Jud! Jud! Reminiszenz. Was den Wunsch des Abgeordneten Schönerer anbetrifft, „die Juden und die Pfaffen sollten sich gegenseitig aufhängen", so erlauben wir uns, den Abstinenzler von Rosenau gehorsamst an seine eigene Rede zu erinnern, worin er ausführte: „Die Deutschen sind in Oesterreich stets die Ersten und müssen die Ersten bleiben" und ferner den Umstand zu betonen, daß Schönerer stets sich selbst als den „Ersten Deutschen" feiern ließ. Also bitte! Turner. Von der körperlichen Tüchtigkeit der Juden zeigte der letzte Sonntag ein hübsches Beispiel. Eine ausgesuchte Mannschaft von Wiener Fußballspielern lieferte einer kombinierten Mannschaft von Berlinern auf der Hohen Warte ein Match. Die Berliner waren judenrein, unter den Wienern spielten von II Mann 4 Juden, und zwar: Lang, Preuß, Kellner und Kohn Die Berliner wurden mit 18 gegen 19 Goals geschlagen. 8. M. 91. Der Professor der Ophthalmologie Isidor Schnabl ist längst getauft. Seine Frau ist eine Schwester des jetzigen Kriegsministers Schönaich. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhebnng derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration. Fanny Jeiteles Maler-Stiftung. Aus den Zinsen der Fanny Jeiteles'schen Stlftung für einen Maler gelangt ein Stipendium im Jahresbetrage von zirka K 700.— an einen Jüngling jüdischen Bekenntnisses zur Verleihung, der sich der Malerei widmet und darin bereits ausgezeichnete Erfolge aufzuweisen hat. Die Verleihung hat den Zweck, dem Stipendisten einen Aufenthalt in Italien behufs weiterer künstlerischer Ausbildung zu ermöglichen. Bewerber haben ihre Gesuche mit Geburts-, Moralitäts-, Mittellosigkeits- sowie mit Studienzeugnissen zu belegen, eventuell auch eigene, approbierte Leistungen zur Vorlage zu bringen und im Sekretariate der israelitischen Kultusgemeinde bis längstens 30. November 1006 zu überreichen, woselbst nähere Auskünfte erteilt werden. Wien, im Oktober 1806. Die Kuratoren der Fanny Jeiteles'schen Stiftungen. Autorisierter Religionslehrer für Volks , Bürger- und Mittelschulen unterrichtet gründlich nach dem vorgeschriebenen Lehrplane. Erfolg verbürgt. Zuschriften an „Tüchtiger Pädagoge“ postlagernd m., Löwengasse. G. Ober-Kantor JOSEF BASSER XX. Wintergasse 29 empfiehlt sich dem P. T. Publikum auf Grund seiner erworbenen Autorisationen von anerkannten Aerzten als sehr praktischer IMIohei, 7iTlD ' Operateur. 251 Bei Unbemittelten ohne Honorierung. Konkurs. Bei der Ghewra - Kadlscha und Kultusgemelnde in Mistelbach ist die Stelle eines Liberers und Tempeldieners mit 1. Jänner 1907 zu besetzen. Für diesen Funktionär ist nebst freier Wohnung im Friedhofsgebäude (Zimmer und Küche) ein fixer Gehalt von 500 Kronen systemisiert, und können Bewerber, die eine Profession ausüben, sich nebst den üblichen Nebeuemolumenten noch ein entsprechendes Nebeneinkommen beschaffen. Bewerber, welche befähigt sind, als Aushilfs-Vorbeter verwendet zu werden, erhalten den Vorzug. Gesuche sied bis 30. November 1906 an den Vorstand der Cüewra-Kadlscba zuhanden des Obmannes Hermann Löffler in Mistelbacb zu richten. Klüts PhilnlnriP ertoi‘* mit Erfolg Unterricht in Gymllllloo« rilllUlUjJb nasialgegenständen, auch in Hebräisch. Glänzende Referenzen. D. E., I., Universität. G. Hphvt9ICffcll nach der Berlitz - Methode (Iwrith “ b’iwrith) unterrichtet bewährte Lehrerin aus Warschau. Dieselbe lehrt auch Russisch u. Polnisch. Adresse: Sokolka, VIII., Tigergasse 33, Tür 6. G. Restauration u. Pension Max Kokisch J ÜI3 streng * - -— 4 Rue Halevy 4 — * ganz nahe beim Hotel und Promenade de Anglais. Wiener Kreditu. Vorschuss-Verein r. G. m. t>. H. Wien, U., Stefaniestr. 2 hat seine Tätigkeit wieder aufgenommen; gewährt Darlehen, eskomptlert Rimessen, übirolmmt Spareinlagen ZU zu den kulantesten Bedingungen, z KARLSCHUG WIEN, VI., Amerlingstrasse 8 ist mit seinen Zedef - Motoren allen anderen Fabrikaten überlegen. — Die Fahrer wissen es ohnehin. Jeder Käufer eines Motorzweirades mit Beiwagen soll eine Probefahrt ins Gebirge — in Wien den Exelberg — verlangen. 242 Mäddien-Lehr-u.Erziehungsanstai1 Staatsgiltige Zenpisse. JULIE STERN,Werdertorgasse Nr. I2. Pensionat-, Halbpensionat, Privat-, Volksnnd Bürgerschule samt Fortbildungsklassen .mit Lyzeum-Lehrplan. Prospekte auf Verlangen. Israelitisches Töchter - Pensionat Ausbildung im Haushalte, Buchhaltung u. Stenographie Frau Elise Holzbock Breslau, XIII., Kaiser Wilhelmstrasse 9 Vorzügliche Referenzen im In- und Auslande. — Prospekte auf Wunsch. — Während der grossen Ferien Aufenthalt im Gebirge. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef. S. Bloch — Druck von L. Beck & Sohn Wien, VIII.

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