Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 43 (26.10.1906)
- Date
- 1906-10-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr 43 Dr. Dlocv's Mlocdenscvrtn. Seite 729 Wie Pogroms inszeniert werden. Sebastopol. Als kürzlich eine Abteilung des Krimschen Dragoner-Regiments durch die Stadt zog, wurde ein Revolverschuß gegen die Soldaten abgefeuert. Die Truppe nahm den Attentäter fest, der sich als Geheimpolizist erwies. Er gab an, daß es seine Absicht war, durch den Schuß einen Pogrom zu provozieren. Vermischtes. Kranzablöfungsspendeu zugunstenderChewra-Kadischa in Wien I, Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sei. David L ö w y; Von Alois Schnitzer K 20.—, Leopold Herzog 10.—, Isidor Leuchtag 10. , Gustav Schnitzer 20.—. Jacques Wallis 10.-, Jacques Ripper 10.—, Lina und Hermann Stern 20.—, Wolf Pollacsek i^O.-, Moriz Löwy 20.—, S. Schweinburg u. Ko. 20.—, Karl Schnitzer 10.- , Moritz Barkowitz 10.—, Felix Löwy 10.—, Personale der Firma Löwy und Schnitzer 20.—, Ludwig Herzfeld 10. , Julius Theumann 5.—, I. Jonas K 5.—. Zusammen K 230.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Michael Herzfeld: Von Bichari K 10.—, Viktor Tiriug 10.—, Dr. Karting 10.—, Altert Frankl K 10.—. Zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Leopold Adler: Von Dr. Adolf Guttmann K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Samuel Horner: Von S. Friedmann X 5.— . Anläßlich des Ablebens des sel. David Mayersohn: Von Jakob Bram K 2.—, Oberkantor Schorr 3.—, Jakob Weichselbaum K 10 —. Zusammen K 15.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Stiaßny: Von Regina und Albert Winterberg K 20.-, Irena nnd Julius Granichftädten 20.—, Bertha und Eduard Wohl 20.—, Adolf Schrämet 10.—, Karl Lemberger EL 10. — . Zusammen K 80.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Moriz Schulz: Von Dr. Emil Deutsch K 10.—, Ludwig Deutsch EL 10.-. Zusammen K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Moritz Spitz: Von Moritz Perles K 10.—, Dr. Hermann Spitz 10.—, Emil, Dr. Alfred und Wilhelm 10.—, Dr. Julius Tauber K 10.—. Zusam. K 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Agathe Pitzker: Von Familie Thieben KL 5.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz Lissauer: Von Edmund Grün K 30.-, Eduard Grünhut 20.— , Ed. Schweinburg 10.—, Adolf Stern 10.—, Heinrich Husserl K 10.—. Zusam. K 80. - . Das Ausscheiden des Herrn S. Heit aus der Repräsentanz der Wiener Kaufmannschaft. In der am 9. d. M. abgehaltenen Gremialsitzung der Wiener Kaufmannschaft wurde dem seines hohen Alters wegen aus der Repräsentanz scheidenden Gremialrat S. Heit in Anerkennung seiner zahlreichen Verdienste um die Kaufmannschaft und das Gremium die goldene Gremialmedaille verliehen. Dem Berichte des Protokolls entnehmen wir über diese Sitzung, daß der Präsident Leopold Pollak Edler von P e r n e g g mit dem Ausdrucke des Bedauerns die Resignation bekanntgab. Er widmete der Tätigkeit des Ausgeschiedenen ehrende Worte der Anerkennung und wies darauf hin. daß derselbe dem Gremium seit dem Jahre 1864 und der Repräsentanz seit dem Jahre 1895 angehörte. Im Jahre 1898 wurde Herr Heit in den Gremialrat berufen, in welchem er gleichwie in der Sektion für allgemeine Standesinteressen und in der Armen- und Stiftungssektion eine äußerst ersprießliche Tätigkeit entfaltete. „Allen Mitgliedern der Repräsentanz sei es bekannt, welch ein warmes Herz Herr Heit stets für seine Berufsgenossen besitzt und in welch hervorragender Weise derselbe sich an allen Arbeiten der Repräsentanz beteiligte. Seine Tätigkeit beschränkte sich jedoch nicht bloß auf den Wirkungskreis des Gremiums, sondern erstreckte sich auf verschiedene andere Ehrenämter, zu welchen ihn das Vertrauen seiner Mitbürger und Berufsgenossen berief. (Derselbe ist aber auch Ortsichulrat und Vorstandsmitglied der Chewra-Kadischa). Seine überaus humanitäre Wirksamkeit werde am besten damit illustriert, daß der Genannte mehr als hundert Humanitären Vereinen als Mitglied angehöre und in Verfolgung dieses seines menschenfreundlichen Wirkens auch dem Gremium zu wiederholten Malen namhafte Spenden zufließen ließ. Mit Rücksicht ans sein hohes Alter verlasse nunmehr Gremialrat Heit die Stätte seiner langjährigen ersprießlichen Wirksamkeit im Gremium, w'lchem nunmehr Gelegenheit geboten ist, seiner Dankespsticht erhöhten Ausdruck dadurch zu verleihen, daß die Repräsentanz den Antrag des Präsidiums auf Verleihung der goldenen Gremialmedaille an den ausscheidenden Gremialrat S. H e i t in Anerkennung dessen zahlzeicher Verdienste um die Kaufmannschaft und das Gremium annehme." Bon der Anstalt znr Heranbildung israelitischer Krankenpfleger zu Preßburg. Die Anstalt zur Heranbildung israelitischer Krankenpfleger bat schon in der kurzen Zeit ihres Bestehens einen Ruf erworben, der ihr jedenfalls zur Ehre gereicht. Die von der Anstalt ausgebildeten Krankenpflegerinnen, welche bei Kranken ohne Unterschied der Konfession ihren Dienst machten, wurde» auch außerhalbs Preßburgs gesucht und waren zu jeder Zeit „vergriffen". Teilweise wegen Krankheit und auch wegen freiwilligen Austritt von Pflegerinnen sieht sich die Anstalt bemüssigt, ihr Pflegerinnenmaterial auszufrisäien. Es ist ein Konkurs auf 3 Pflegerinnenstellen ausgeschrieb'»n. Die Pflegerinnen werden im ersten Jahre theoretisch und praktisch ausgebildet. Während dieser Zeit bekommen sie nächst unentgeltlicher Verpflegung ein Honorar von 1- Kronen monatlich. Nach einem Jahr jedoch, wenn sie nach erfolgreicher Prüfung als Stammpflegerinnen lebenslänglich ausgenommen werden, erhalten sie außer gänzlicher Verpflegung und Oberkleidung einen Jabresgehalt von 240 Kronen, welcher von 3 zu 3 Jahren bis 500 Kronen steigt. Reflektautiunen, zwischen 20 und 40 Jahren, haben ihre Gesuche an die Direktion der Anstalt (israelrtifches Krankenhaus) bis 25. November l. I. einzureichen. Den Gesuchen ist ein Geburts-, Sitten- und Schulzeugnis beizulegen Die Stellen werden mit l. Dezember l. I. besetzt. Die Anstalt versendet an die jüdischen Gemeinden Zirkulare, damit dieselben ihre geeigneten Personen empfehlen und dieser in unserer Monarchie einzigen derartigen A n st a l t Unterstützung angedeihen lassen. Einweihung der Bibelschule im XX. Bezirk. Wie gesund der Kern des jüdischen Volkes trotz aller Stürme der Zeit geblieben ist und wie es nur eines geringen Anlasses bedarf, nm für diese erfreuliche Tatsache den Beweis zu erbringen, hiesür bot ein leuchtendes Beispiel die Feier, die Samstag den 21. d. M. im Tempel in der Kluckygasse abgehalten wurde. Sie galt der Eröffnung der neugegründeten Bibelschule in der Brigittenau. Der unermüdlichen Tätigkeit des Herrn Obmannes Hermann Eltbogen gelang es, mit den übrigen Herren des Tempelvorstandes, nach Ueberwindung gar vieler Schwierigkeiten, die Gründung der Bibelschule durchzusetzen. Der für die jüdischen Interessen des XX. Bezirkes rastlos tätige Kultusvorsteher, Herr E l t b o g e n verstand es, das Augenmerk des löbl. Kultusvorstandes auf diese eminent wichtige Institution zu lenken und mit werktätiger Unterstützung der Herren Prof. K a n i tz nnd des Amtsleiters I. Braun diese neue Pflegestätte unserer Tora ins Leben zu rufen. Die Einweihungsfeier vereinigte ein zahlreiches, distinguiertes Publikum in den hellerleuchteten Räumen des prächtigen Gotteshauses. Der Vorstand der Kultusgemeinde war durch die Herren Dr. Markus Spitzer und Pros. K a n i tz vertreten, während der Vorstand des Tempelvereines mit dem Obmann an der Spitze in seiner Gesamtheit der Einweihungsfeier beiwohnte. Nach dem von: Herrn Oberkantor Baffer vorgetragenen Minchagebet sangen die Schüler der Bibelschule — 100 an der Zahl — einen Choral. Hierauf bestieg der Leiter der neuen Bibelschule, Herr Isidor O e h l e r, die Kanzel und hielt die Fei predigt, deren Erfolg wohl am besten durch die Tatsache dokumentiert wird, daß zahlreiche Zuhörer, begeistert durch den edlen Zweck dieser Institution, zur Unterstützung derselben sich erboten. Bevorstehende Ariflösvng des Brigittenauer israelitischen Unterstütznngs-Bereines. Die Leitung des genannten Vereines versendet ein Zirkular, mittelst welchem dieselbe ihre Mitglieder zu einer am 29. d. M. stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung mit der Tagesordnung: „Auslösung des Vereines" einberuft, und fübrt in demselben aus. daß dem Vereine nicht in dem Maße die Mittel zur Verfügung stehen, als an ihn seitens der zahlreichen armen Bevölkerung Anforderungen gestellt werden. Es sei der Vereinsleitung daher unmöglich geworden, der großen Mission: Augenblicksunterstützungen und Schutz vor Delogierung den bedrängten Glaubensgenossen zu bieten, beziehungsweise dieser Ausgabe selbst nur teilweise gerecht werden zu können.