Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 40 (5.10.1906)
- Date
- 1906-10-05
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 Dr. JSIocb s Mocbenscbrltt. Seite 883 R. F. Wie Vergani als Verteidiger der Journalisten gegenüber dem Hofrat Ballten auftreten konnte, ist uns unerfindlich. Ballten, der Vorsitzende des Historikertages, hatte vielleicht zu tief ins Glas geguckt und sah ganz gewiß die Welt verkehrt. Denn er lobte Lneger über den grünen Klee und schimpfte einige krasse Unwahrheiten auf die Journalisten hinunter, die bei allen Fehlern ganz sicher die Wächter der Freiheiten des Volkes sind. Verganr stand auf und nahm für die Angriffenen, die diesen Schutz gewiß nicht nötig haben, das Wort. Dazu war er keinesfalls berechtigt. Denn erstens ist von seinem Journalismus weiter gar nichts bekannt, als daß er einige fremde Werke unter feinen Namen erscheinen ließ. Und zweitens hatte Ballten gesagt, die Journalisten lügen und fälschen die Geschichte. Da stand entrüstet gerade Vergani auf und leugnete das. N. G. Daß das Deutschmeisterdenkmal am Jom-Kippur enthüllt wurde, um die Juden fernzuhalten, braucht diese nicht zu verdrießen. Denn der schönste Kunstgenuß kann eurem durch die Reden Luegers und den Anblick von Hraba verpatzt werden, welch letzterer allerdings in seiner Schützenuniform weit schöner aussah, als vor Gericht, wo man die schönen Geschichterln aus seiner Währinger Vergangenheit hörte. Ob es seinetwegen geschah, daß der Kaiser nicht persönlich zur Enthüllungsfeier erschien, ist uns unbekannt. Dalmatien. Der Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand empfing in Ragusa die Abgeordneten der Kultnsgemeinde, denen er im Namen des Kaisers für ihr patriotisches und loyales Verhalten dankte und sie der Fürsorge des Kaisers für fernere Zeit versicherte. Ueberall in Oesterreich wird von den höchsten Personen und Behörden anerkannt, daß sich die Juden als Staatsbürger musterhaft verhalten. Umso sonderbarer ist es, daß der antisemitischen, gesetzwidrigen Agitation nirgends ein Riegel vorgeschoben wird. A. B. II. Sowohl von den deutschnationalen als auch von den klerikalen Antisemiten ist stets der Hochverrat zu erwarten. Das sehen Sie aus Schönerers Programm sowohl wie auch an der klerikalen Kriegserklärung in Frankreich. Was immer die Antisemiten von der Alliance faseln: daß sie eme internationale Vereinigung zur Unterdrückung aller Völker sei, daß sie aus Herrschsucht mit allen Mitteln arbeite, das ist de facto wahr vom Klerikalismus, der ohneweiters Throne stürzt und Staaten revoltiert, wenn ihm auch nur die Form der Macht verkleinert wurde. Und den Antisemiten jeder Couleur sind die überall patriotischen Juden ausgeliefert! Z. C. Ueber die Wahl in Brody-Zloczow macht das „Lemberger Tagblatt" folgenden, glänzenden und zugleich bezeichnenden Witz: Ein Nichtwähler erscheint vor der Wahlkommission. — „Was suchen Sie da?" — „Ich Hab' gehört, daß man hier die Toten ruft und da bin ich gekommen, um meinen Vater zu sehen." — Hoffentlich gibt die Wahlreform den Toten aller Konfessionen und Wahlbezirke die ewige Ruhe. Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Müonnementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Betrage wolle man sich der in letzter Nummer üeigelegten Poster lagscheine bedienen. Die Adminiöratian der „Oesterr. Wochenschrift^. Adolf Ignaz und Julie Marzelline Mautner v. Markhof'sche Stiftung. Am 6. Februar 1907 gelangen die Interessen der Adolf Ignaz Mautner Ritter v. Markhof'schen Stiftung für Wiener Waisenknaben und ^der Julie Marzelline Mautner v. Markhof'schen Stiftung für Wiener Waisenmädchen zur Verteilung. Zur Bewerbung um diese Stiftung sind arme Waisenknaben im Alter von 12 bis 16 Jahren, beziehungsweise arme Waisenmädchen im Alter von 10 bis i^ Jahren berufen, welche in Wien heimatberechtigt sind, sie mögen sich in einer Waifenanstalt befinden oder nicht. Aus den vorhandenen Stiftungsinteressen sind vier Plätze per je 600 Kronen an zwei Waisenknaven und zwei Waisenmädchen israelitischer Religion zu verleihen. Die Bestimmung jener Waisenknaben und jener Waisenmädchen, welchen ein Stiftungsbetrag zuzuwenden ist, erfolgt durch das Los in der durch die Snftbriefe für die Verlosung festgesetzten Weise. Der zugefallene Stiftungsbetrag wird nicht sofort ausbezahtt, sondern fruttiftzrert und nach Maßgabe der Bestimmungen der Stiftbriefe zum Beginne eines Gewerbes oder als Stipendium zur Fortsetzung der Studien, den Mädchen bei Verehelichung, jedoch erst nach zurückgelegtem 18., eventuell nach vollendetem 24. Lebensjahre ausgefolgt. Mütter, Vormünder oder Pflegeparteien» welche um Verleihung eines solchen Stiftbetrages an die in ihrer Obsorge stehenden Waisen ansuchen wollen, haben ihre Gesuche mit dem Geburtsscheine, Jmpfungszeugnisse und dem Nachweise über die Wiener Heimatsangehörigkeit ihrer Pfleglinge, sowie dem Totenscheine der Eltern oder des Vaters der Waisen, endlich mit dein Zeugnisse über den Schulfortgang (Jahreszeugnis, Schulnachricht) oder dem Zeugnisse über den Fortgang einer Berufsbildung und mit dem legalen Armutszeugnisse zu belegen und bis l ä n g st e n s 14. N 0vember 190»; im Eiureichungs Protokolle der Magistrats- Abteilung XIll zu überreichen. Auf verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, 24. September 1906. Der Dorstanv der israelitischen Kultnsgemeinde Wien. l8?3eM!8ede Kultusgemeimle Wien. Beginn des Jugendgottesdienstes (Schuljahr 1906/07) a) Volks- und Bürgerschulen Bethaus Sehüler Be & ginn Stur.de I., Stadttempel Knab. u. Mädel). 13.0ktob. 11 Uhr 20 M. II., Tempelgasse 5 Knaben 13. n n Mädchen 20. „ II., Zwerggasse 2 Knaben 13. 2 „ Nchm. Mädchen 20. . III., Unt. Viaduktgasse 13 Knab. U. Mädch. 13. li „ 20M. V., Margarethenstrasse 73 >, 13. 2 „ 30 Nch. VI., Schraalzhofgasse 3 13. n 11 „ 20 M. VIIL, Xeudeggergasse 12 13. IX., Miillnergasse 21 13. X., Humboldtgasse 29 13. 2 „ Nchm. XI., Braunhubergasse 19. Freitag Abds. XV.. Turnergasse 22 „ 13. 3 Uhr Nchm Xlll., Penzingerstrasse 132 n vi 20. 3 Uhr Nchm. XVI.. Hubergasse 8 n „ 13. 3 „ 15 N. xviii., Schopenhauerstr.39 „ „ 13. 3 „ 30 N. XX., Kluckygasse 9 Knaben 13. 11 „ 20 V. n n Mädchen 20. „ b) Mittelschulen 1., Stadttempel 13.0ktob. 3 Uhr — Min. II, Tempelgasse 5 13. „ 3 >, — n IX., Müllnergasse 21 XIII., Penzingerstrasse 132 13. „ 13. „ 3 „ — n 12 „ 30 „ XV., Turnergasse 22 13. „ 3 _! XVI., Hubergasse 8 13. „ XVIII.,Schopenhauerstrasse 39 13. „ 2 „ 30 „ | Die Schuljugend erscheint im Feitgewande. Nach dem Gebete für den Laudesvater wird von den Schülern bei offener Bundeslade die 1. und 4. Strophe der Volkshymne gesungen. Wien, im September 1966. Der Vorstand. Vom Vorstande der Israelitischen Xultnsoemeinde Wien, wird hiemit bekanntgegeben, dass am SCHEMINI-AZERES, Donnerstag den 11. Oktober d. J., im Saale des „Hotel Post“ I., Fleischmarkt 16 und im Saale des „Hotel Zentral“ II., Taborstrasse 8, um V29 Uhr vormittags, anlässlich der Maskir-Andachten feierliche Gottensdienste abgehalten werden. Die Veranstaltung dieser Gottesdienste erfolgt zur Abhaltung des grossen Andranges zum „MASKIR“ in den Gemeindetempeln. Der Eintritt ist frei. — Karten werden nicht ausgegeben. Der Vorstand der israelitischen Kultnsgemeinde Wien Kundmaehung. Der Knltusvorstaud bringt zur Kenntnis, dass die Wählerliste für die diesjährigen Wahlen in den Kultusvorstand zur Einsicht der Gemeindeangehörigen in der Kanzlei der Kultnsgemeinde I., Seitenstettengasse 4, II. Stock aufliegt. Reklamationen wegen Auslassung wahlberechtiger oder Aufnahme von nicht wahlberechtigten Personen sind innerhalb 14 Tagen vom heutigen Tage ab schriftlich in der Kanzlei der Kultusgemeinde einzubringen. Wien, 3. Oktober 1906. Oer Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien.