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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-09-28 · 39 (28.9.1906) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
39 (28.9.1906)
Date
1906-09-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 658 Dr Blocb’s MocbenscbrLtt. Nr. 89 F. Goldstein K 6.—, L. V. Ehrlich (für Siedlce) K 5. -, Th. Klein K 5. , „Bella" (für Siedlce) K 4.—, Moriz Lang K 3.—, F. Ernst K 2.—. C. P. K 2.—, Jakob Fischer L 1.06. Franzensbad: L. F. F. K 60.—. Koste!: Baruch Kohn, Kultusvorsteher K 60.—. Kapuvar: Josef Steiner (für Siedlce) K 20.—. Marienbad: durch Herrn Dr. S. Prager: Dr Reinhold X 12.—, Preninger K 10—, Wachtel K 5. —, Goldstein K 5.-, Hermann Kraus 2.—, Frl. Meyer K 1. Mödling: Dr. Josef Weiß (für Siedlce) K 20.—. Prag: durch Herrn Dr. Arnold Rosenbacher: Jsak Taussig K 40.—. E. H. (für Waisen) K 10.—. Sadska: Joses Stransky X 50.-. Hiezu die bereits ausgewiesenen K 6940.81, zusammen bis 25. September K 11388 87. Weitere Spenden werden erbeten und dankend bestätigt tm Bureau der „Israelitischen Allianz zu Wien". I., Weihburggaffe IO, zwischen 9 und 1 Uhr vormittags oder mittels Postfparkaffenkonto Nr. 6152. Wie«. (Spende.) Für die arme Mutter mit ihren sieben minderjährigen Kindern, deren Gatte, respektive Vater verschollen ist und die sich in drückendster Notlage befindet, erhielten wir laut Aufruf in Nummer 24 unseres Blattes unter „Wenig, aber vom Herzen " K 1.—, Artur S., „Aus seiner Sparbüchse" K 1.50, unter „Geben ist seliger denn nehmen" K 2.-. Brünn. (Verlobung.) Fräulein Adele F i a l l a, die Tochter des Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. H. Fialla, hat sich mit Herrn Dr. Albin Oppenheim, Zahnarzt in Brünn, verlobt. Jubiläum eines Fabrikanten. Ein schönes Jubiläumsfest wurde, wie man uns aus Salzburg schreibt, in Bürmoos gefeiert. Der Glasfabrikant Herr Ignaz Glaser beging die 25. Wiederkehr des Jahrestages, da er das bekannte Industrieunternehmen erworben hatte. Herr Glaser kann mit Stolz und Befriedigung auf seine Tätigkeit zurückblicken, welche die Salzburger Handelskammer in ihrem Gratulationsbriefe als sehr verdienstlich für die wirtschaftliche Entwiklung des Kronlandes bezeichnete. Seiner Energie uud seinem Fleiße schreibt die Kammer bedeutende Verdienste um die Ausnützung und wirtschaftliche Belebung sterilen Bodens zu. In anderen Beglückwünschungen, wie in jener des Abtes Stockhammer von Michelbeuern wurden die trefflichen persönlichen Eigenschaften des Gefeierten hervorgehoben, auch seine Verdienste um die Arbeiterwohlfahrt, das Schulwesen und die Armensürsorge. Im Jahre 1881 hatte die Bürmooser Glasfabrik 46 Arbeiter und im Sommer 60 Torfftecher. Heute beschäftigt Burmoos 180 Glas- und 30 Ziegelarbeiter, im Sommer 200 Torfftecher und 150 Ziegelwerksarbeiter. Neben der mit zwei Ringöfen ausgestatteten Fabrik hat Herr Glaser den selbstgeschaffenen großen Hopfenbau in Bürmoos und Jlom, wo seit 1901 auch eine zweite Glashütte mit 140 Arbeitern steht. Seine Betriebe haben nebst schönen Arbeit erhäusern einen eigenen Konsumverein und eine neue Schule, die anläßlich des Jubiläums eingeweiht wurde. Das Doppelfest wurde großartig gefeiert. Vorerst kamen die Beamten und überreichten dem Chef eine kunstvolle Ehrengabe, dann die ältesten Arbeiter mit einer »großen Bronzeplaque. Herr Glaser bedachte alle die Glückwünschenden mit Ringen, Uhren oder Goldstücken, und empfing dann viele Deputationen. Abends folgte ein Fackelzug, Ständchen, Feuerwerk und Bankett. Bei der Schulfeier am nächsten Tage führten die Kinder ein Festspiel auf. Als Vertreter des Landespräfidenten kam Regierungsrat Hiller zu diesem Feste. Budapest. Frau Witwe Sigmund Gomperz,hier, einer durch ihren Edelsinn und ihre Munifizenz bekannten Dame, wurde von Sr. Majestät in Anerkennung ihrer auf dem Gebiete der Kultur und der öffentlichen Wohltätigkeit bekundeten Opferwilligkeit das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. Frau Rosa Gomperz hat vor Kurzem die wertvolle Bibliothek des unvergeßlichen Dr. David Kaufmann, um welche sich zahlreiche ausländische Bibliotheken bewarben, der ungarischen Akademie der Wiffenschaften geschenkt. Die Bibliothek ist bereits aufgestellt, geordnet und katalogisiert.; iM Budapest Von einer menschenfreundlichen Tat berichten hiesige Blätter: Am ersten Tage des israelitischen Neujahrsfestes hielten zahlreiche Personen im Stadtwäldchen unter fteiem Himmel Gottesdienst. Die Versammlung wurde plötzlich von einem heftigen Regenguß überrascht, welcher die Fortsetzung der Andacht unmöglich machte. Der Eigentümer des Gasthauses „Zum grünen Jäger" auf der Herminenstraße lud jedoch die Gemeinde ein, den Gottesdienst im großen Saale seines Etablissements abzuhalten. Die Einladung wurde angenommen und die Versammelten sagten dem Gastwirte für seine schöne Tat aus vollem Herzen Dank. Budapest. Der Lipotvärosi Talmud-Thora- und Bethaus-Verein feierte am 15. d. M. ein doppeltes Einweihungsfest, und zwar das eines neu umgestalteten und erweiterten Bethauses, als auch der neuen Gesetzesrolle, welche Herr Rezso Kramer dem Vereine widmete und welche er mit prachtvollem silbernen Geschmeide versehen hatte. Das Fest begann mit Absingung des Szozat, vorgetragen vom Tempelchor, unter Leitung des Chordirigenten Szegfy sowie des künstlerisch talentierten Kantors des Vereines, Herrn Jenö W e i s z. Sodann hielt Rabbiner Dr. Wilhelm Joachim die Festrede, in welcher er, die religiös - kulturelle Intention des Vereines hervorhebend, den Gönnern desselben Dank sagte, so in erster Reihe Herrn Rezso Kramer, der die Thora-Rolle, den Herren Jozsef Holstein und Siegmund Popper, welche eine herrliche Bundeslade, und den Damen Frau Rosa Adler und Feodora Eichbaum, welche im Wege einer Sammlung ein prachtvolles Paroches verfertigen ließen. Unter den zahlreichen Anwesenden, welche das Bethaus füllten, war Hoftat Dr. Fülöp Weinmann, Vizepräses der Pester israelitischen Gemeinde, Sanitäts-Oberinspektor Dr. Odon Blum, Präses des Vereines, Dr. Gg. Weiszburg, Sekretär der Pester israelitischen Gemeinde, Ludwig Burger, Oberkassier, E. Kramer und Rozsen, Bureauches, und mehrere andere. Am Abend fand ein Festbankett statt, an dem der Vorstand des Vereines sowie viele Mitglieder desselben teilnahmen. Den ersten Trinkspruch hielt Simon Horovicz, Sekretär des Vereines, auf den Vorstand der Pester israelitischen Gemeinde und in erster Reihe auf den Vizepräses derselben Herrn Hoftat Dr. Weinmann sowie auf den Vorstand des Vereines Herrn Dr. Blum und Herrn R. Kramer. Sodann würdigte in einer schwungvollen Rede Herr Dr. Blum den Lehrkörper des Vereines, Herrn Dr. Wilheim und Simon Horovicz; Herr Kramer mit gewohnter Sprachfertigkeit die Mitglieder des Vereines, Herr H. Ungar die Damen. Das fröhliche Fest nahm erst in später Nachtstunde ein Ende. Drohobyez. (Ein jüdischerLandesgerichtsr a t.) Der hiesige Gerichtssekretär Dr. Jakob H o r o w i tz wurde vom Justizminister zum Landesgerichtsrat für das Kreisgericht Tarnopol ernannt. Prag. (Wertvolle Bibel.) Die Stadt Joachimstal besitzt eine Sammlung wertvoller alter Drucke und handschriftlicher Bücher, welche Ende der Sechziger-Jahre des vorigen Jahrhunderts von dem damaligen Studenten und gegenwärtigen Egerer Archivar kais. Rat Dr. Karl Siegl unter einem Dachverschlage des Rathauses in Joachimstal aufgefunden, von ihm geordnet und von Flor. Vogel in den „Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen" vom Jahre 1871—72 beschrieben worden sind. Von den Manuskripten ist insbesondere eine umfangreiche, ganz auf Pergament geschriebene hebräische Bibel aus dem Jahre 1384 erwähnenswert. . Prag. Die hiesige „Talmud - Thora" tritt mit Beginn des neuen Schuljahres in das 60. Jahr ihres Bestehens. Die Anstalt wurde im Oktober des Jahres 1857 feierlich eröffnet; der als hervorragender Gelehrter und Mitbegründer der modernen Wiffenschaften des Judentums bekannte Prager Oberrabbiner S. L. Rapoport hielt die Weiherede, der damalige Präsident der Kultusgemeinde Ernst Wehle begrüßte das junge Unternehmen in einer Ansprache, der jetzt im Ruhestand lebende Lehrer Herr B. D o n a t richtete einige Worte an die ersten Schüler — und es begann eine von heiligem Ernst getragene Tätigkeit, deren segensreicher Erfolg darin bestand, daß der jüdischen Jugend die Kenntnis der Religionsquellen, vorzüglich der biblischen Bücher, erschlossen wurde. Indessen haben inzwischen die Verhältnisse eine Wenduna genommen und die Bedürfnisse eine gründliche Aenderung erfahren. Diesen Umständen Rechnung tragend, glaubte die Repräsentanz der Kultusgemeinde das Jubiläum ihrer Schule nicht würdiger feiern zu können, als indem sie dieselbe einer durchgehenden Neugestaltung unterzog. Die Vorarbeiten hiezu hat der neugewählte und mit der Reorganisation betraute Direktor bereits im Laufe des letzten Schuljahres erledigt. Es wurde ein neuer Lehrplan ausgearbeitet, in welchem alle jene Disziplinen Berücksichtigung finden, deren Kenntnis der zeitgemäß gebildete Jude bis zueinem gewissen Grade wenigstens besitzen soll; hiedurch erscheint die ehemalige Bibelschule auf das Niveau der modernen Religionsschule gebracht. Der Stundenplan ist so eingerichtet, daß die Schüler an

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