Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-09-14 · 37 (14.9.1906) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
37 (14.9.1906)
Date
1906-09-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021656-3021694--15730-3040512
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sette 622 Dr. Bloches Wochenschrift. Nr. 37 II. Bezirk; VI., Kollergerngasse 1 (Goldner), Sonntag den 16. d. M., 2 bis 4 Uhr nachmittags; XV., Turnergasse 22 (Gemeindekanzlei) während der Amtszeit; XV1IL, Schopenhauerstraße 23 (Bibelschule), Sonntag 10 bis 12 Uhr vormittags; XX., Kluckygaffe (Tempelkanzlei) während der Amtsstunden (bei H. Oehler). Wien. Korpskommandant FZM. Fiedler hat dem Gefreiten Chajim Saul Saje v. Ablakos der Sanitätsabteilung Nr. 1 für seine bei Typhuskranken und Tuberkulosen mit sehr viel Pflichteifer, Hingebung und Verläßlichkeit geleisteten Krankenpflegedienste dir belobende Anerkennung des Korpskommandos ausgesprochen. Wie». (Mädchen-Unterstützungsverei n.) An den Privatschulen dieses humanitären Vereines beginnt das neue Schuljahr am 18. d. M. — Anmeldungen für die noch freien Plätze werden entgegengenommen in der Schulkanzlei: II., Kaiser Josefsstraße 32, und zwar für die Fortbildungsschule Sonntag den 16. d. M. vormittags, für die Arbeitsschule, den Handels-Lehrkurs und die Kurse zur Heranbildung von Bureau» arbeiterinnen und Bonnen Montag den 17. September. Beizubringen sind Geburts- und Schulentlassungs-Zeugnis. Der Unterricht ist durchwegs unentgeltlich. Wien. In Banjaluka ist am 31. August der Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde Herr Dr.-Jur. Max Frank nach kurzem schweren Leiden im 52. Lebensjahre gestorben. Sein allseitig tief beklagter früher Tod ist für diefe Gemeinde, deren Führung er sich mit Liebe hingegeben hatte, ein großer Verlust. Die Traditionen seines frommen Elternhauses, das in Leipnik stand, hat er pietätvoll fortgesetzt. Seine Klugheit und Liebenswürdigkeit wurden nur noch durch Fleiß und Tüchtigkeit übertroffen. An seiner Bahre trauern zwei Brüder. Prof. Josef Frank (Wien) und Dr. Bernhard Frank, sowie eine Witwe und drei Kinder. Die Gemeinde Banjaluka und alle, die den trefflichen Entschlafenen gekannt und deshalb geschätzt hatten, werden ihm ein dauerndes, gesegnetes Andenken bewahren. Wie«. (Gottesdienst.) Herr Oberkantor Oesterreicher wird an den hohen Festtagen einen feierlichen Gottesdienst in den Nestroysälen, II., Praterstraße 34, leiten. Chorbegleitung und Predigt werden die Weihe der hohen Tage vermehren, und es ist gewiß, daß der bewährte Herr Oberkantor das vollste Lob ebenso verdienen wird, wie in früheren Jahren. Karten sind in den Nestroysälen zu haben und wird gebeten, sich ehetunlichst vorzusehen. Bade». Die feit dem Jahre 1846 hier bestehende, auf dem von Baron Heinrich v. Doblhoff gespendeten Grundstücke erbaute Hermann Todesko'fche Anstalt hat interkonfessionellen Charakter, wie es im Wesen der Humanität gelegen ist, u. zw. beherbergt dieselbe derzeit in jedem Turnus zu 4—5 Wochen, von Mai bis Oktober, 23 israelitische Patienten und 20 Nichtisraeliten, welche Bäder und Wohnung gratis erhalten. Da religiöse Gespräche tunlichst vermieden werden, leben die Bewohner der Anstalt in Frieden und Eintracht miteinander; überdies erhalten außer den jüdischen Inhabern ver Freiplätze aus der Stiftung der Frau Nanette Schlesinger seit Jahren Lei Familie Eichner die volle Verpflegung (ausgenommen Abendbrot) auch acht Nichtisraeliten aus derselben Stiftung, nur daß letztere im christlichen Gasthause verköstigt werden. Diese tolerante Hochherzigkeit gegen Andersgläubige auf jüdischer Seite verdient wahrlich hervorgehoben und auch im anderen Lager nachgeahmt zu werden. n—. Brünn. (T e m p e l w e i h e.) Laut Beschluß des Kultusvorstandes wird das neuerbaute Bethaus am 14. September l. I. feierlich eingeweiht werden. Man rüstet sich zu einer größeren Feierlichkeit, denn der Vorstand beschloß, für die Feier besondere Einlaßkarten auszugeben. Györ. Eines der würdigsten Mitglieder der alten Garde unserer jüdischen Gemeinde Herr Sigmund H e r z l hat am 8. d. M. im 76. Lebensjahre das Zeitliche gesegnet, ein Mann puritanischen Charakters, uneigennützig, arbeitssam, aufopfernd, der sich in weitesten Kreisen des Vertrauens und der Wertschätzung erfreute. Bildung und Intelligenz machten ihn zu einem begehrenswerten Gesellschafter, den Umgang mit ihm ebenso intereffant, wie lehrreich. Sein Familienleben war das allerglücklichste. Stand ihm doch liebevoll zur Seite bis zu seinem letzten Atemzuge seine ihn sozusagen vor jedem Luftzuge beschützende, zartfühlende Gattin, die allgemeiner Liebe und Verehrung fich erfreuende Präsidentin des israelitischen Frauenvereines. Um unser jüdisches Gemeinwesen hat sich der Verewigte viele Verdienste erworben. Das Aufblühen der Chewra- Kadischa war sein Werk. Ebenso war der Verewigte durch viele Jahre Mitglied der Schulobrigkeit und bis zu seinem letzten Augenblick Repräsentanten-Mitglied der Györer israelitischen Gemeinde und Chewra-Kadischa. In erster Reihe war es die Chewra-Kadischa, deren Instandsetzung und Aufblühen er jede Sekunde vieler seiner Lebensjahre widmete. Sein glänzendes Organisationstalent betätigte er auch beim Frauenverein, so daß infolge dessen auch dieser heute mit den größten Wohltätigkeits- Vereinen des Landes wetteifern kann. Die gegen seine hervorragende Persönlichkeit in weitesten Kreisen sich kundgebende Wertschätzung manifestierte sich bei Gelegenheit seines Begräbnisses in imposanter Weise. Im Trauerhause würdigte Oberrabbiner Herr Dr. Moritz Schwarz in einer gediegenen Trauerrede dessen hervorragende Verdienste, worauf dann Oberkantor Adolf Szünto den Trauer-Choral intonierte. Die Bahre umgaben: Witwe Frau Sigmund Herzl, geb. Johanna Keppich; die Schwäger des Verblichenen: Herr Wilhelm Keppich de Felpecz, Herr Ludwig Keppich de Felpecz; dessen Neffen: Herr Viktor Keppich de Felp6cz, Herr Paul Keppich de Felpßcz, Herr Dr. Julius Keppich de Felpecz; ferner die Györer Chewra- Kadischa in corpore und die sechsgliederige Deputation der Mosoner Chewra-Kadischa. In derselben Reihe setzte sich auch der Leichenkondukt in Bewegung, welchem sich unzählige Verehrer dieser illustren Familie anschlossen. Szuesany, Ungarn. (Todesfall.) Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Szuesany Herr Wilhelm Rosenfeld hat einen äußerst schmerzlichen Verlust erlitten, indem ihm seine 15jährige blühende Tochter, Fräulein Olga Rosenfeld, nach langem schweren Leiden durch den Tod entrissen wurde. Dem schwergeprüften Elternpaare, das bereits das dritte Kind durch den Tod verloren habt, wendet sich eine allgemeine Teilnahme von Nah und Fern zu. Gott tröste es! Nastee (Slavonien). Se. Majestät hat unserem ehrwürdigen Rabbiner Herrn Sam. Winter mit Allerhöchster Entschließung vom 23. August l. I. in Anerkennung seiner überaus verdienstvollen Tätigkeit das goldene Verdienstkreuz verliehen. Diese Auszeichnung wird in den weitesten Kreisen mit herzlicher Sympathie begrüßt. Herr Rabbiner Winter wirkt in Nasice schon mehrere Dezennien in überaus segensreicher und verdienstlicher Weise und erfreut sich bei Hoch und Nieder ohne Unterschied der Konfession allseitiger Wertschätzung. Dr. Gustav R. v. Schlesinger. Dienstag den 4. d. M. nachts ist in Wottitz der Schriftsteller und Gutsbesitzer Dr. Phil. Gustav R. v. Schlesinger gestorben. Er hat seit 1862 dem Journalisten- und Schriftstellervereine „Concordia" angehört. Im Jahre 1869 verlieh ihm der Kaiser den Orden der Eisernen Krone dritter Klasse. Auf Grund der Ordensstatuten wurde er am 15. Oktober 1869 in den Ritterstand erhoben. Der Heimgegangene war ein treuer Jude und hing dem Judentum bis an sein Lebensende mit kindlicher Pietät an. Das Leichenbegängnis fand Freitag den 7. d. M. unter großer Beteiligung am Wiener Zentralfriedhof statt. Teplitz. (Plötzlicher Tod eines Rabbiners.) Der Rabbiner der Sobortener Kultusgemeinde, Galandauer, feierte am 9. d. M. im Familienkreise seine silberne Hochzeit. Inmitten eines Gespräches mit seinen aus der Fremde herbeigeeilten Kindern wurde der in feiner Gemeinde beliebte Rabbiner von einem Schlaganfalle betroffen, dem er nach einigen Minuten erlag. Der Vorstand der israelitischen Kultus gemeinde Soborten versendet folgende Parte: „Die Repräsentanz der israel. Kultus gemeinde in Soborten gibt hiermit die traurige Nachricht von dem unerwartet plötzlichen Ableben ihres langjährigen und verdienstvollen Rabbiners Herrn Heinrich Galandauer, welcher Samstag nachmittags 5 Ahr nach kurzem Leiden im 53. Lebensjahre verschieden ist. Die Gemeinde verliert an dem Verblichenen einen hingebungsvollen und pflichtgetreuen Seelsorger und wird demselben stets ein ehrendes Andenken bewahren. Soborten, den 9. September 1906 Der Kultusvorstand." Marienbad. Am 6. September l. I. wurde Herr JUDr. Josef Steiner, Advokat in Marienbad, einhellig zum Kultusgemeindevorsteher der israelitischen Kultusgemeinde Marienbad gewählt. Dr. Steiner hat sich bereits seit Jahren in ver-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.