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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-09-07 · 36 (7.9.1906) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
36 (7.9.1906)
Date
1906-09-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Dr. Llocv's Mocbenscdrlrr. Geile 607 Nr. 86 von Sr. Majestät gespendeten Medaille für 25jährige Tätigkeit statt. Unter 12 Dekorierten von Kirchberg am Wech'el befand sich auch Herr Max Daniel, Kaufmann in Kirchberg. Herr Daniel gehört der dortigen Feuerwehr seit der Gründung 1873, das ist 33 Jahre, ununterbrochen an. 1903 erhielt derselbe, wie auch die anderen ein Ehrendiplom für 30jährige Tätigkeit vom Niederösterreichischen Feuerwchrverband. Der Bezirkshauptmann hielt an die Beteiligten eine längere entsprechende Ansprache, reichte jedem der Dekorierten die Hand und übergab jedem derselben persönlich die Medaille. Dieselben wurden bei ihrer Nachhausekunft mit Musik empfangen und wurde ihnen ein Fackelzug darzebracht. Teltsch. Sonntag den 26. August fand hier in den Lokalitäten der israelitischen Kultusgemeinde ein jüdischer Familienabend statt, welcher von der hiesigen jüdischen Jugend veranstaltet wurde. Nachdem Herr O. Hahn die Anwesenden herzlich begrüßt hatte, wurde ein gemischter Chor unter der Leitung des Herrn A. Freud vorgelragen. Hierauf rezitierten sehr hübsch die Herren E. Fischer, I. Patek und B. Stein Gedichte jung-jüdischen Inhaltes. Vielen Beifall erntete Herr Tierarzt Fleischer aus Jamnitz mit seinem selbstverfaßten Gedichte „Ein Zionslied". Die Leitung des heiteren Teiles lag in den Händen des Herrn E. Pollack, welcher sich in trefflicher Weise dieser Aufgabe entledigte. Fräulein B. Freud zeigte ihre prächtigen Stimmittel in zwei Sologesängen. Das Programm schloß mit dem Lustspiele „Er ist nicht eifersüchtig", welches von Fräulein Mizzi Stein einstudiert, unter Mitwirkung des Fräulein E. Freud und der Herren I. Patek, E. Pollack und A. Freud vollen Erfolg erzielte, worauf Herr I. Spitzer die Schlußrede hielt. Zu vermerken sind noch die Klaviervorträge der Fräuleins A. Bondy, M. Tausfig und E. Stein und des Herrn E. Kisch. Austerlitz. Der Gemeinderat der politischen Judengemeinde faßte am 8. Juli l. I. den Beschluß, Herrn Bürgermeister Heinrich Mesch ob seiner Verdienste um die politische Judengemeinde im allgemeinen und insbesondere für den in jüngster Zeit gegen die Stadtgemeinde mit Erfolg geführten Prozeß beim Verwaltungsgerichtshofe zum Ehrenbürger der politischen Judengemeinde zu ernennen. Aus diesem Anlasse begaben sich Samstag den 18. August l. I. nach dem Gottesdienst der gesamte Gemeindeausschuß und Mitglieder des Kultusvorstandes in die Wohnung des Bürgermeisters, um demselben das Ehrendiplom zu überbringen. Namens des Gemeindeausschusses hielt Herr Bernhard Jarolim, Mitglied des Bezirksschulrates eine äußerst herzliche Ansprache, in der er die Verdienste des Bürgermeisters Flesch um die Erhaltung der politischen Judengemeinde würdigte. Gleichzeitig dankte Herr Jarolim der Gemahlin des Bürgermeisters für die beim Verwaltungsgerichtshofe eingebrachte Reklamation. Hierauf hob Herr Schulleiter Lazar Schönbrunn die Verdienste des Bürgermeisters um die Erhaltung der Schule hervor. Herr Bürgermeister Flesch dankte in seinem sowie im Namen seiner Gattin für die Ehrung und versprach, auch fernerhin alle seine Kräfte in den Dienst der Gemeinde zu stellen. Mit einem Hoch auf den Bürgermeister schloß die Feier. Klattau. Am 27. August wurde Herr Salomon L ö w y, Brauereibesitzer, unter zahlreicher Begleitung zu Grabe getragen. Wir verlieren ein treues Mitglied unserer Kultusgemeinde. Der Verstorbene war von Jugend an ein vorzüglicher Talmudist, ein höchst kluger und in die Ferne schauender Mann. Es versteht sich von selbst, daß ihm am Begräbnistage alle jene Ehren ‘ zuteil wurden, die einem Manne seines Wissens und seiner besonderen Eigenschaften gebühren. Die löbliche Kultusgemeinde mit ihrem Kultusvorstande Herrn Dr. Fleischer und alle sonstigen israelitischen Vereine in Klattau waren vertreten; auch Vertreter der Stadtgenieinde und der Obrigkeit waren erschienen, um den Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Am Grabe sprach Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bret wohldurchdachte Worte des Trostes. Sein Sohn, Herr Franz Lanner spendete aus Anlaß des Hinscheidens seines geliebten Vaters 200 Kronen für die hiesigen jüdischen Armen, 200 Kronen für die Armen katholischen Glaubens; mit den Kranzspenden wurden Arme und auch der israelitische Lehrerverein in Böhmen mit 25 Kronen bedacht. Wie ferner mitgeteilt wird, soll ein Stipendium für israelitische Schüler am hiesigen k. k. Realgymnasium kreiert werden. Klattau. Vor einigen Tagen wurde hier Frau Franziska Steiner, die Mutter des Wiener Religionslehrers Herrn Siegmund Steiner und seiner fünf wackern Brüder, unter sehr großer Teilnahme aller Bevölkerungsschichten beerdigt. Tie Verblichene, eine woltätige und gottesfürchtige Frau, hatte das 87. Lebensjahr erreicht. Kostet. Sonntag den 2. September 1906 hat fich die Tochter des Herrn Moritz Spitz, Fräulein Adele Spitz, mit Herrn Wilhelm H a l p e r n aus Wien verlobt. Eger. Am verflossenen Samstag beging die Gemeinde eine erhebende Feier, und zwar den Abschied unseres allverebrten Oberkantors Herrn Samnel Popper, welcher au diesem Tage wegen hohen Alters sein Amt als Oberkantor und Religionslehrer in unserer Gemeinde niederlegte. Herr Popper weihte sich schon in jungen Jahren dem Dienste des Herrn und zwar trat er im Jahre 1859 den Posten eines Kantors und Religionslehrers au der öffentlichen Schule in Kuttenplan bei Marienbad an, woselbst er bis Oktober des Jahres 1873 in beiden Eigenschaften wirkte. Von da erging an ihn der Ruf als Oberkantor und Religionslehrer nach Eger, wo er bis zum Jahre 1897 auch als Seelsorger segensreich amtierte; um diese Zeit erhielt er von der Regierung die Verdienstmedaille für 40jähriges Wirken. Herr Popper hat sich die Wertschätzung und Verehrung der ganzen Gemeinde durch sein friedliebendes Wesen erworben, was auch beim Abschiede zum Ausdrucke kam. Zu diesem Anlasse wurde der Sabbat- Gottesdienst überaus feierlich begangen. Am Vorabend zelebrierte unser neuer Oberkantor, Herr Armin Wilkowitich den Gottesdienst mit Chor- und Orgelbegleitung und erregte mit seinem Vortrag neuerlich allgemeinen Beifall. In der Predigt würdigte Se. Ehrwürden Herr Dr. Proßnitz in schwungvollen Worten die langjährige, verdienstvolle Tätigkeit des ehrwürdigen Funktionärs und entbot gleichzeitig seinem Nachfolger Herrn Armin Wilkowitsch den Willkommengruß, welcher den Scheidenden zu Ehren einen Mischeberach verfaßt hatte und selben zum Vortrag brachte. Nach Abschluß des Gottesdienstes verfügte sich der Kultusvorstand unter Führung des Vorstehers Herrn I. Zuckermann in die Wohnung des Herrn Popper, um ihm den Abschiedsgruß der Gemeinde und eine Huldigungsadresse darzubieten. Ungarisch-Ostra. Einen schweren Verlust erlitt unsere Gemeinde durch das Ableben des seit 45 Jahren im Gemeindedienste stehenden Kultusbeamten Bernhard Füchsel, der am 30. August in Erfüllung seiner Pflicht auf seinem Dienstwege zum Friedhofe bewußtlos zusammenbrach und nicht mehr zum Leben zu erwecken war. Das am 2. d. M. stattgefundene Leichenbegängnis zeugte von der außergewöhnlichen Wertschätzung und Achtung, die dieser Mann trotz seiner untergeordneten Stellung sich bei jedermann, nicht bloß bei Gemeindemitgliedern und Glaubensgenossen, zu erwerben verstanden bat. In einer unmittelbar nach dem Leichenbegängnisse abgehalteneu Sitzung beschloß der Ausschuß, seiner Trauer über das Hinscheiden dieses stets pflichteifrigen, treuen und der Gemeinde ergebenen Beamten p otokollarisch Ausdruck zu verleihen, ihm eine „Haskarah" zu bewilligen und für die Aufstellung eines würdigen Grabsteines Sorge zu tragen. Soborten. (Goldene Hochzeit.) Der Industrielle Herr Moses Bloch, Seniorchef der Firma M. B l o ch s Söhne, ehemaliger langjähriger Vorsteher der hiesigen Kultusgemeinde, feiert am ersten Tage Rosch-Haschana mit seiner Gemalin B a b e t t e Bloch, geborene Kantor, das Fest ihrer 50jährigen ehelichen Verbindung. Das noch rüstige goldene Jubelpaar gedenkt, wie wir vernehmen, diese seltene Feier in stiller Zurückgezogenheit durch Wohltätigkeitsakte zu begehen. Ägram. Der Oberrabbiner unserer Kultusgemeinde Herr Dr. Hosea Jacobi wurde von Sr. Majestät in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiete des Kultus und Unterrichtes mit der Verleihung des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet. Breslau. (T r a u u n g.) Mittwoch den 12. September l. I. findet in Breslau die Trauung des Fräuleins Grete Lauterbach, Tochter des Herrn Isidor Lauterbach, mit Herrn Alfons G r u n w a l d statt. Feuilleton. Der importierte Sriintigam. Roman aus dem Ghetto von Rewyork. Aus dem Englischen übersetzt. IV. Kapitel. Es war Sabbat. Der erste Sabbat, seit Asriel in dem Städtchen zu Besuch weilte, und der Tag war ganz danach angetan, in dem friedlichen Städtchen ein unvergeßlicher Tag zu werden.

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