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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-08-24 · 34 (24.8.1906) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
34 (24.8.1906)
Date
1906-08-24
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 678 KrrefkaAe«. Prenßcn. Das wäre allerdings eine Frage, was die Aistisemileiidiällcr zu Podbielski sagen »'iirdni, wenn er ei» Jude wäre. Dieser prnrnischc Minister mit der Unschuld und Erfalmmg eines nengedorenen Lämmchens m.'.nöacriert in jeder Richtung, nur nicht geradeaus. Tie Gütertrennui-g von der Frau ist geradezu reizend. Wenn wir nicht irren, war cs ein Hauptvorwurf der Antisemiten gegen jüdische Kaufleute, die angeblich immer das Eigentum auf die Frau schrieben. Podbielski aber kennt so etwas nicht. Er hat sich ganz gewiß nicht darum gekümmert, ob seine Frau GeD hat oder woner sie es nimmt. Der biedere Ehrenmann ist ein Liebling des Bundes der Landwirte, der antisemitischen Junker und ein strammer Anhänger der Börnes'schen Polsicilaktik gegen wehrlose russische Juden, die in Massen ausgewiesen wurden, weH sie den deutschen Geilt und Charakter der Berliner schädig'» könnten Am Ende hat gar einer von ihnen den Landwirtschaftsrninistcr selbst angesteckt, bevor er unschädlich gemacht wurde. Denn gar io zwe selsohne sind die Geschäftchen bet zufälligen Ehe-, Geschäfts- und preußischen Ministerfrau Nicht gewesen, bei denen der Staat so gewaltig draufgezahlt hat. Der antisemitische Irrsinn versäumte auch im Falle Pcdbielski die Gelegenheit zur Blamage nicht und stellte die Behauptung auf. dre ganze Kampagne sei von jüdlschcn Konkurrenten der Firma Tippelskirch veranstaltet worden, welche die Lieferungen für das Koionialamt selbst haben wollten. Wie schon preußische Ministerien Lieferungen au Juden vergeben. Wir stellen den Antrag, die Antisemitenmoral und den Antisemiteuverstand feierlich in einer Tippelskirche beizusetzcu. ffl. F. Vom jüdnchen Mut gab gerade in der letzten Zeit eine überzeugende Illustration. Beim Schiffbruch des „Sirio" au der spanischen Ostküstc sprang der Kaufmann Pollitzer mit einem Rettungsgürtel ins Meer. Als er aber eine Mutter sah, welche samt ihrem Kinde mit den Wellen kämpfte, gab er ihr seinen Gürtel und erhielt sich schwimmend über Wasser, trotzdem er nicht wissen konnte, ob und mann er selbst gerettet würde. Schließlich wurde er doch von den herbei-geeilten Rettungsmannschaften aus dem Wasser gezogen. Wien hl. Der Defraudant bei der Krankenkasse der Handelshilfsarbe'ter. der flüchtige Bernhofer, war natürlich wieder ein strammer Etuistlich-Sozial-r. Das Defraudieren scheint bei den Christlich-Sozialen ein Parteiprinzip zu sein. Hoffentlich ist Bernhofer nicht so dumm und flüchtet bis nach Amerika. Hervorragende Beispiele zeigen rh u doch deutlich, daß bei seinen Parteigenossen gerade die Unehrlichkelt als Befähigungsnachweis gilt, um die höchsten Ehren (?) und Würden zu erlangen. Äultusvorstand. Anstalten, in welchen geistig zurückgebliebene Personen mit geringen oder gar keinen Kosten untergebracht werden können, gibt es nicht oder sie sind uns wenigstens nicht bekannt. K LL. Der „Bezalel" ist eine Gründung des Bildhauers Professor Boris Schatz aus Sofia, wobei er vom zionistischen Aklionskomitee und privaten Korporationen unterstützt wurde. Es ist eine Kunstgewerbeschule in Jerusalem mit dem Zwicke, Haus- und Handindustrle unter den Juden Palästinas zu verbreiten. In der ersten Klasse werden 10 besonders begabte Schüler zu Lehrern herangebildet. Dann giebt es Tag- und Abendkurie im Zeichnen für Arbeiter, eine Gipsgießerei und eine Teppickabteilung mir Färberei und Spinnerei (45 Schülerinnen). Das Werk findet allgemeine Sympathie und hat schon achtenswerte Erfolge aufzuwciscn. Professor Schatz unterrichtet selbst und hat mehrere Assistenten. K. F.. Anfänger. R. Z, Poliphar. Dankend abgelehnt. P. in Könign-hos. In Angelegenheiten von solcher Wichtigkeit köiincn wir anonyme Zuschriften nicht berücksichtigen. x.. N. Wir Hutten schon einen anderen Bericht in Druck. „(Hold." IX., Wasagasse 8. D. St., Preßdurg. Herr Kail Weiß in Olsowetz ist 23111-30:: meister. Derselbe dürfte Jy-ien Näheres nutleden._ Jüdisch akad. Verbindung „Jvria". Kommilitonen! Seit langem ist sich die zionistische Studentenschaft der Aufgaben bewußt, die ihrer gemeinsamen Arbeit harren, seit langem ihrer Pflicht, durch stramme Organisation ihre brachliegende Kraft zu heben. Neue, in das jüdische Volksleben tief eingreifende Ereignisse haben zumal die mährisch-schlesische Studentenschaft vor neue Aufgaben gestellt. Beruht doch die zionistische Organisation Mährens und Schlesiens zum allergrößten Teile auf studentischen Korporationen. Deshalb sieht sich die jüd.-akad. Verbindung „Jvria"—Wien veranlaßt, für Samstag den 8. September d. I., 11 Uhr vormittags, im Straßmännschen Bräuhaussaale nach Mährisch-Ostrau eine Zusammenkunft der. jüdischen Studentenschaft Mährens und Schlesiens einzuberufen. Aus der von der „Jvria" borgeschlagenen und in einer Besprechung der Vertreter der studentischen.Korporationen Mährens und Schlesiens gebilligten Tagesordnung ist der Beweis für die Notwendigkeit einer solchen Zusammenkunft erbracht und dürste wohl ein einmaliges Appellieren an das zionistische Pflichtgefühl der Korporationen und jedes Einzelnen genügen, um in dem Zeichen studentischer Tisziplin und Opferwilligkeit an nationaler Arbeit direkten Anteil zu nehmen! Nr. 84 Tagesordnung: 1. Begrüßung. 2. Wahl des Bureaus. 3. Politische Erziehung des jüdischen Studenten. 4. Betätigung des zionistischen Studenten in Mähren und Schlesien. 5. Tic materielle Lage des jüdischen Studenten. 6. Organisation der Ferialberbindüngcn und ihrer alten Herren. 7. Eventnalia. Jüd.-akad. Verbindung „Jvria"—Wien. .7. A. <1. A. C. Cand. jur. Hugo Löwl), Caml. jur. Hermann Löw, dz. x dz. xxx Zuschriften sind zu richten an jur. Hermann Löw, M.-Ostran, Gaswerk. Israelitisch^ Kultusgemeinde Wien. Die für die Geineindetempel!,. MiiMeiMze 4 u.!!., Tempelgasse 3 verfügbaren Betsilzkarten sind an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstetfengasse 4. I Stock, links, täglich von 9 bis 12 Uhr VOrm. (ausgenommen Samstag und israelitische Feie'tage) erhältlich. Kundmachung. Es wird hie mit zur Kenntnis gebracht, dass im grossen Musikvereins-Saale I., Kämt fi er ring, Dumbaga§se 3 anlässlich der hohen Festtage, wie in den Vorjahren ein Gottesdienst stattfiuden wird. Parteien, welche auf die im Vorjahre gehabten Plätze leflektieren, können die betreffenden Betsitzkarten bereits vom 8. September bis 12. September a. c. an der Kassa der Israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, täglich von 9 U:ir vorm. his 12 ilhr nachm, beheben. Ab 18. September gelangen die nicht behobenen Karten zur allgemeinen Ausgabe. Wien, im August 1906. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeiude. Kundmachung. Es wird hiernit zur Kenntnis gebracht, dass im Motel Post I. Bezirk, Fleischmarkt Nr. 16, Eingang Drachengasse anlässlich der hohen Festtage, ein Gottesdienst stattfiuden wird. Die Ivanen hiefür werden vom 18. September augefangen au der K',.ssa der Israel. Kultusgemeiude, I, Seitenstetteng. 4, i. Stock. täglich von 9 Uhr vorm, bis 12 Uhr nachm, ausgegeben. Parteien des Vorjahres bleibt his 12. September das Vorverkäufsrechi der e: abtän Sitze gewahrt. Wien, im September 1906. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeiude. Kundmaehung. Der Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer, alter Männer Israel. Konfession bringt hiermit zur Kenntnis, dass seine diesjährige Beteiligung mit Winterkleidern im November stattfindet. Gesuche sind his spätestens 1. Oktober an den Vorstand des Vereines zur Bekleidung und Unterstützung armer, alter Männer Israel, Konfession, II., Circusgasse 80, schriftlich einzureichen und denselben Geburtsschein und Armutszeugnis beizulegen. Die P. T. Mitglieder werden gleichfalls höfi. ersucht, ihr Vorschlagsrecht bis längstens 1. Oktober ausznübeu. Gesuche, dt »eff ein Armutszeugnis nicht heillegt, bleiben unberücksichtigt. D■>' Vorstand : Dr. Jakob Trost tsidor Schwarz 1. Sohrifti üb rer. Präsident. Dr Blocb’s ‘lHUoCbenscbritt.

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