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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-08-17 · 33 (17.8.1906) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
33 (17.8.1906)
Date
1906-08-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. bS Dr. JBiocD 3 MlocvcnscvrM. LScue 559 Auf S. 108 finden wir die Lesung des der kyrillischen Schrift so ähnlichen kabbalistischen Alphabets. Den Schluß bildet eine Art Briefsteller mit Reimen, die sich in der Literatur bis in die späteste Zeit erhalten haben. Aktuell ist der Hinweis S. 106, daß am Feste Mariä Himmelfahrt (13. August) 15 Kräuter in der Kirche geweiht werden, wie am 15. Schewat 15 Früchte auf die jüdische Tafel gehören. Wir wünschen den „Mitteilungen", sie mögen recht bald das summarische Attribut „Zentralorgan für jüdisches Museumswesen" als Untertitel führen dürfen. Dr. F. S. Briefkasten. Teutobold. Was für seltsame Früchte die antisemitische Dreyfushetze zeitigt, können sie aus der folgenden köstlichen Anzeige im Inseratenteil dcs Vergani unter „Verschiedenes" ersehen. Dort stand als Erguß einer schönen Seele zu lesen: „Darlehensgesuch. Dreißig Millionen wurden für einen jüdischen Vaterlandsverräter von den französischen Inden aus Soltdaritätsgefühl aufgebracht. Können wir Christen nicht davon lernen? Wer ist bereit, einem jungen arischen Manne auf christlichdeutsches Ehrenwort 350 fl. zu leihen, rückzahlbar in Monatsraten, damit er Sprachstudien betreiben kann. Unter „ohne Bürgen aber ehrlich" an die Expedition." Es soll einen drei Tage dauernden Ansturm von Leuten auf dem Antisemitenhofe gegeben haben, die alle darauf gezittert haben, dem christlichdentschen Ehrenmann, der so packend zu ihnen gesprochen hat, das Sprechen in fremden Zungen zu erleichtern. Sogar Vergani war bereit, eine von den mühsam erworbenen Obligationen als Hypothlk auf ein treuherzigdeutsches Gesicht anzulegen, wobei er angesichts des Vorgehens der Allianz auf jede Bürgschaft verzichtete. Dem jungen Manne aber, den die Sehnsucht nach dem 10.000 Teil der Dreyfusmillionen nicht schlafen läßt, würden wir raten, mit dem Rest des Geldes, nut welchem er seine christlich-deutsche Kehle mal ordentlich ausgeschwabt habe, eine Fahrt nach Mauer-Oehling zu unternehmen und sich dort von folgenden Vorstellungen operieren zu lassen: Von dem Mtllionenregen auf der Teufelsinsel und von der .noch viel wahnsinnigeren Idee, daß es Antisemiten gebe, die mit Idealismus arbeiten statt mit fanatischem Geschäftsgeist. Cg. 4l. An dem Sultan würden wir Juden einen ausgezeichneten Freund verlieren, der unseren verfolgten Brüdern stets mit außerordentlicher Güte entgegengekommen ist. Als die rumänischen Juden in Massen auswandern mußten, stellte er ihnen Ländereien in Anatolien zur Verfügung und erst letzthin gestattete er, was in der Türkei eine sehr große Ausnahme ist, Sammlungen für die mißhandelten russischen Juden. Keine Spur von Antisemitismus ist in der Türkei, weder im europäischen, noch im asiatischen' Teil, zu finden und sowohl die Juden am ägäischen Meer, wie die der Levante leben unter einem aufmerksameren und kräftigeren Schutz der Behörden, als wie im Zentrum mitteleuropäischer Kultur. Dieses Verhältnis dürfte sich dauernd gestalten, da es im Wesen des Türken selbst begründet ist, der seine Religion für stammverwandt mit der unseren hält. Die türkischen Juden sind sehr dankbar für ihre Behandlung und bemühen sich, die Interessen des Reiches und des Sultans in aufrichtig patriotischer Ergebenheit zu wahren. Neg. in P. Im Falle des Major Fischer kommt wieder eine antisemitische Lüge an den Galgen. Das ist die Lüge von der überlegenen und arischen Moral über die jüdische, gar der preußischen Offiziermoral, welche bis auf einen Millimeter an den Himmel reicht. Jeder russisch-jüdische Auswanderer wird im großen Bogen um das heilige Berlin herumgeführt, damit er ja der preußischen Zucht und Ehre keinen Schaden tue und den Edelsten der Nation keinen Schaden zufüge. Inzwischen ist es schon eine stattliche Zahl der Alleredelsten, welche durch Notzucht, Raub, Totschlag. Mord, Veruntreuung und Fälschung den deutschen Namen in Afrika besudelt haben, siehe die Arenberg, Peters, Puttkammer, Horn und noch unzählige andere. Der Jude Ballin aber hat die Kraft des Reiches zur See um ein Bedeutendes vervielfacht. Trotzdem kann nur der Besitzer eines Tropenkollers Offizier werden, der Jude kann es unter keinen Umständen durchsetzen. Er käme auch nicht gerade in die allerbeste Gesellschaft. Dr. B. Das italienische Parlament zählt 13 jüdische Mitglieder. Akademiker. Der Auflösungsbeschlnß der Wiener Deutschakademischen Lesehalle wundert sie? Die Sache hat eine sehr tragikomische Erklärung. In der Lesehalle war und blieb es Beschluß, nicht mehr als 30 Perzent Juden aufzunehmen. Wie die christlichen Studenten heute schon sind, waren sie nicht bereit, die anderen 70 Perzent beizustellen und trotz den Bemühungen des Weihbischof Marschall war ein nennenswerter Bestand von Mitgliedern christlicher Konfession incht aufzutreiben. Solche künstliche Gebilde und Förderanstalten der Taufe sollen auch je eher, je lieber eingehen. Die verwässerten liberalen Anstalten haben bisher jüdisches Geld genug verschlungen zum großen Nachteile der braven jüdischen Studenten, welche einen mannhaften, ehrlichen Kampf für das Judentum führen. A. B. Sv. Wenden Sie sich an das Kuratorium der Baron Hirsch- Stiftung, Wasagasse 8. Wir zweifeln aber, daß Sie Erfolg haben werden. Ä. S. in K F. in K., M. u. Tch. m uvien. Bester. Dank für Ihre freundliche Zustimmung. I. K. In New-Pork sind jetzt Erhebungen veranstaltet worden, um festzustellen, was die Seelenrettung, d. h. die Bekehruna, kostet. Am kostspieligsten stellt sich die Bekehrung eines Juden zum Christentum; sie kostet durchschnittlich 50<.0 Dollars und ist nicht nur äußerst feite«, sondern, wenn sie vorkommt, wie der Bericht bemerkt, gewöhnlich „nicht dauerhaft". I. Dr. Nach den amtlichen Darstellungen über die Ergebnisse der Volkszählung vom Jahre 1905 hat Ofen-Pest 791.748 Einwohner; wovon 475.836 Katholiken, 73.847 Calvinisteu, 40 314 Evangelische und 186.047 Juden sind. - Nach dem statistischen Jahrbuch der Schweiz wohnten nach der letzten Volkszählung in der Schweiz im ganzen 12.264 Israeliten. Am meisten bevölkert von ihnen ist der Kanton Zürich mit 2933 Seele», daun folgen Basel Stadt (1897), Kanton Bern (1545), Waadt (1076). Nenchatel (1020), Aargau (990), St. Gallen (556) Im Kanton llri ist eine jüdische Seele gemeldet, während in Schwyz 9, Glarus 3, Tessin 18 Israeliten wohnen. Gar keine Israeliten wohnen in Unterwalden und Appenzell. Klara Krasuopolski'sche Gebet- und Wohltätigkeitsstiftung. Am 28. Tischri (17. Oktober 1906) als dem Sterbetage der Frau Klara Krasnopolski gelangen die halbjährigen Zinsen obengenannter Stiftung im Betrage von 100 Kronen unter mehrere Arme israelitischer Religion zur Verleihung Die Bewerber haben die mit Nachweise ihrer Armut versehenen Gesuche his AI. August Ivvv im Eiureichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengaffe 4, l. Stock, woselbst während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vormittags Gesuchsblankette unentgeltlich verabfolgt werden, zu überreichen. Arme Verwandte der Stifterin, Frau Klara Krasnopolski, werden in erster Linie berücksichtigt. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche finden keine Berücksichtigung. Wien, 15. August 1906. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Kundmaehung. (Theobald Uffenhelmei’sche Gewerbestiftung) Am 28. November 1906 gelangen aus dieser Stiftung für verarmte oder arbeitsunfähige wohlverhaltene Gewerbsleute vier Stiftplätze, und zwar zwei für Gewerbsleute israelitischer Konfession mit dem Bezüge von je 200 Kronen zur Verleihung. Bei der Verleihung dieser Stiftplätze gemessen ein Vorrecht: 1. Verwandte des Stifters, 2. nach Wien zuständige oder in den Bezirken Leopoldstadt oder Brigittenau in Wien oder in Wien überhaupt geborene Bewerber. Die diesfälligen Gesuche sind längstens bis 22. September 1906 im Einreichungsprotokolle der Magistrats-Abteilung XIII oder bei den Bezirksvorstehern des II. und XX. Wiener Gemeindebezirkes, beziehungsweise bei der Vorstehung der israelitischen Kultusgemeinde Wien zu überreichen und denselben die Tauf- (Gebnrts)scheine, der Ausweis über die Zuständigkeit, ein Armuts¬ oder Mittellosigkeitszeugnis, ferner der Ausweis über die Mitgliedschaft einer Genossenschaft, eventuell die Bestätigung der Genossenschaft, dass Bewerber sein Gewerbe wegen Arbeitsunfähigkeit zurücklegen musste, sowie Ausweise über die Verwandtschaft mit dem Stifter beizulegen. Auf ulcbt gehörig belegte oder verspätet einlangende Gesuche kann keine Rücksicht genommen werden. Nur die mit einem legalen Armutszeugnisse versehenen Gesuche sind stempelfrei. Vom Magistrate der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, am 10. Juli 1906. Konkurs. In der israelitischen Kultusgemeinde NeuhaUS in Böhmen ist vom 1. November d. J. die Stelle des Gemeindedieners und Schächters neu zu besetzen. Bewerber wollen ihre mit Zeugnisabschriften, dem Nachweis des Alters, Familienstandes und ihres bisherigen Lebenslaufes belegten Gesuche bis 3 . August d. J. an den gefertigten Kultusvorsteher einsenden. Mit dieser Stelle ist ein Fixum von 520 Kronen nebst den üblichen Nebeneinkünf en verbunden, ausserdem beträgt das Erträgnis der Schechita mindestens 600 Kronen jährlich. N en h a u s, im August 1306. Der Kultusvorstehar Sigmund Singer.

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