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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-08-10 · 32 (10.8.1906) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
32 (10.8.1906)
Date
1906-08-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 32 Dr. Llocv s Mlocvenscvrrn. «eue 543 und Biographie des Dr. Emanuel Schwarz, Rabbiners am Tempel, Prag, Geistgasse, des Dr. Aladar Deutsch, Rabbiners am Kaiser Franz Jvseph-Jubiläums-Tempel, Prag, die Abbildungen der nunmehr der Assanierung zum Opser gefallenen Zigeuner- und Großenhof-Synagoge, des alten israelitischen Badhofes usw. Ferner enthält dieses reichhaltige Jahrbuch das Bild und die Biographie Gustav Löwes, des Lieblings des Prager Publikums, eine willkommene Beigabe für die Verehrer des Künstlers. Kurz, der neue Jahrgang reiht sich seinen Vorgängern aufs würdigste an. Briefkasten. N. B. Der in Terijoki ermordete Dumaabgeordnete Herzenstein war kein Jude mehr, sondern hatte sich orthodox taufen lassen. Sonst hätte er wobl auch nicht Professor werden können. Wie mancher Uebergetretene soll er auch den Ehrgeiz gehabt haben, als Vollblutrusse zn gelten und verhielt sich gegen die Juden ablehnend. Diese Eigenschaft benützte die russische Regierung, um auszusprengen, Herzenstein sei von den Bundisten ermordet worden. Der Bund ist eine jüdisch-nationale, selbständige Gruppe der Sozialdemokratie, mit der er in Fehde liegt. Er ist an der Revolution stark beteiligt und deswegen mußte ihm das Vorgehen des radikalen Oppositionellen Herzenstein sehr sympathisch sein. Auch hat man nie etwas davon gehört, daß der Bund etwa gegen den religiösen Abfall irgend jemandes eingeschritten wäre. Bemerkt muß werden, daß der Bund ein prinzipieller Gegner der Zionisten ist, deren russische Arbeiterorganisationen Poalei-Zion heißen. Die Ermordung Herzensteins durch Bundisten ist ganz gewiß eine der zahlreichen Fabeln, mit denen die russische Regierung das europäische Publikum derzeit überschwemmt, um ihren Kredit zu erhalten. Zu den Potemkinschen Dörfern kommen jetzt die Potemkinschen Depeschen. Finnland. Wie wir schon einmal meldeten, sind in ganz Finnland nur ein paar Dutzend Judenfamilien ansässig, die unter den ärgsten Beschränkungen leben, obwohl das Land nun eine selbständige Verfassung hat. Die Finnen sind ebenso arge Judenfeinde wie die Russen, obgleich sie schon empfunden haben, wie ungerechte Verfolgung schmeckt. Also von dieser Seite war kaum ein Jude an der Revolution in Sweaborg und dem Aufstand in Helsingfors beteiligt. Bei der russischen Marine werden Juden prinzipiell nicht in Dienst genommen. Das sollen sich diejenigen merken, die stets von der russischen Revolution als von einer spezifisch jüdischen sprechen. Gerade an den furchtbarsten Ereignissen der Revolution waren nur Russen beteiligt. Nichtsdestoweniger hört die russische Regierung nicht auf, gegen die Juden zu hetzen. Immer wieder kehrt in den offiziellen Depeschen die Wendung wieder: So und soviele jüdische Revolutionäre wurden verhaftet. Das ruft dann die nötige Stimmung beim Pöbel des In- und Auslandes hervor. Ad II. Wir danken bestens, aber wir wollen so traurige Anlässe nicht benützen, um unseren Standpunkt nachträglich als den richtigen festzustellen. Der betreffende Herr von der Frankfurter Konferenz, der uns damals übertriebene Schwarzseherei vorgeworfen hat, handelte ganz sicher im guten Glauben und uns tut es sehr leid, daß er nicht Recht behalten hat. Uebrigens wissen wir uvs jetzt im besten persönlichen Einvernehmen. Lord. Der Führer der „Jto", Mr. Israel Zangwill, war ursprünglich Lehrer des Englischen in einer jüdischen Schule des East- End und begann seine Laufbahn als Redakteur an kleinen, englischjüdischen Blättern. Heute gilt er als hervorragender Führer in der englischen Literatur, und zwar besonders durch seine meisterhafte, durchaus originelle Sprache, sowie durch seinen köstlichen Witz. Von seinen Werken sind am bekanntesten der „König der Schnorrer" und „Kinder des Ghetto", beide Meisterwerke aus dem jüdischen Leben des East-End, voll hinreißender Satyre. Außerdem schrieb er eine Unzahl Novellen, Feuilletons und Artikel jeden Inhaltes in den besten englischen und amerikanischen Zeitschriften. St. N. II. Die Versteigerung im Kloster der Salesianer zu Nizza nahm allein vier volle Tage in Anspruch. Hallen und Höfe waren mit Utensilien gefüllt und wahrscheinlich hat man das Wertvollste längst weggeschafft. Da sieht man, was die tote Hand festzu? halten imstande ist. Fr. Die Judenkrawalle in Wischnitz beschrankten sich auf eine Fabrik und sind Gegenstand gerichtlicher Untersuchung. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Ahonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhehung derselben yon uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. The Pälestine Industrial Go.. Jaffa (Palästlna-Industrle-Gesellschaft, Jaffa) Registriert beim englischen Konsulat in Jaffa, 18. Juni 1906. Auszug aus den Statuten. I. Firma, Sitz und Zweck der Gesellschaft: Die Gesellschaft führt die Firma „The Pälestine Industrial Company“ (Palästina- Industrie-Gesellschaft) und hat ihren Sitz in Jaffa. Sie bezweckt die Förderung und Einrichtung von Industrien in Palästina |,und seinen nächsten Nachbarländern und beschäftigt sich ausserdem mit der Organisation des Absatzes im In- und Auslande. II. Stammkapital, Anteile und Haftbarkeit: Das Stammkapital der Gesellschaft ist mit 41)00 Pfund Sterling festgesetzt, eingeteilt in 160 Anteile ffon Je 25 Pfund Sterling. Ueber den Betrag ihrer Subskription hinaus sind die Mitglieder nicht haftbar. Als Beirat und Geschäftsführer fungieren bis zur ersten Generalversammlung: Beirat W. Gluskin, S. L. Gold-, berg, Jacobsohn, Kaiserrnann, Levy, Dr. Scheinkin, Wainer. Geschäftsführung: Trietsch, Vogelsohn. Telegramm-Adresse: Pic, Jaffa. Bankkonto und Zahlstelle: Anglo Pälestine Company Ltd., Jaffa. Statuten und Prospekte stehen auf Wunsch gerne zn Diensten. Auskünfte über Industrien für Palästina werden bereitwilligst erteilt. Anregungen jeder Art stets willkommen. KON ZECTTIEe S. Bei der israsi. Kultusgemeinde Mähr.-Aussee mit dem Domizile in Mähr.-Schönberg gelangt die Stelle eines Rabbiners und Religionslehrers ferner eines Kantors, welcher zugleich Koreh und Schoch et ist, zur ehesten Besetzung. Der Kantor hat den Nachweis musikalischer Bildung und der Befähigung zum Beligionslehrer an den Volksschulen zu erbingen. Die Stelle des Rabbiners ist mit 2000 Kronen und einem Wohnungsbeitrage von 400 Kronen, die Stelle des Kantors mit 1600 Kronen dotiert. Das Gemeindesekretariat wird eventuell separat mit 120 Kronen honoriert. Beide Beamte haben Anspruch auf die üblichen Emolumente, den Anteil an Stiftungszinsen und einer Pensionsversicherung. Bewerber, welche österreichische Staatsbürger, nicht über 3 5 Jahre alt sind, wollen ihre eigenhändig geschriebenen Offerte, nebst einem Curriculum vitae w't dem Nachweis ihrer Befähigung, unter Beilage legalisierter Kopien ihrer Studien- und Verwendungszeugnisse an den Vorsteher Jacob Stern m Mährisch-Schönberg richten. Suche für meine drei Töchter (Alter 13,11 u. 9 Jahre) eine ZErzi elxexiao. (Israel.), Lehrerin, die womöglich auch Staatsprüfung in der tranz. Sprache abgelegt hat. Klavierkenntnisse erwünscht. Offerte mit Gehaltsansprüchen, Zeugnisabschriften u. Photographie an Frau Bertha Stössl, Graz, Stadtkai 47,1. Stock. Ein Schofarbläser welcher gleichzeitig auch ScbachrlSVOr&etOr an den hohen Festtagen sein kann, mittelmässige Kraft, wird aufgenommen. Anzufragen bei Religionslehrer Abraham Stein, Wien, VI., Stumperg. i-2, Pait. - — ''i m twvon H. Welntrailb, 3 Telia komplett, neu, ist zu verkaufen. Adresse: Simon Freuder, Kantor, II.,Rembrandtstrasse 15,2. Stiege, 3. 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