Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 19 (11.5.1906)
- Date
- 1906-05-11
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 19 B Jtsn/Ü^äß^. 3)i. JßlocbA UClocbenscbtUt. die jüdische Volksbewegung und die jüdischen Volksinstitutionen zur Verwirklichung der Idee einer Heimstätte für die Juden geschaffen haben. Neben den dichterischen Beiträgen von Herzt, Kellner, Nossig und Feld sind die wirkungsvollen Illustrationen nach Zeichnungen von Struck und Lilien, die Diplome aus dem „Goldenen Buch" sowie die Kunstbeilage „Juda der Makkabäer" hervorzuheben. __ KriefkaIe«. / Alfred Heller, Altlengbach. Ueberseuden Sie uns den Ausruf. K. F. Daß der deutsche Kaiser neuerdings sich beim Generaldirektor Baltin in Hamburg als Gast angesagt hat, kann der internationale Antisemitismus nicht überwinden und er macht sich in blöden Schuupfereieii Luft. „Hungaricus". Das neue ungarische Abgeordnetenhaus zählt 15 jüdische Mitglieder gegenüber Li des aufgelösten Parlamentes. Einer der neugewählten Abgeordneten, Ludwig Hlrtenstein, ist Mitglied einer orthodoxe» Kultusgemeinde. Leser tu Graz. Der Vertrauensmann Pinos, Klier, war ein ebenso guter deutscher Arier, wie es die Herren vom „Grazer Tagblatt" sind. E R. 20. Wir können uns erst nach Einsichtnahme in den Inhalt ein Urteil bilden und eine Entscheidung treffen. „Sport." Gegenüber unserer Mitteilung in der vorigen Stummer konstatieren wir, daß Herr Otto Sheff jüdischer Abstammung lsr, daß er indessen vorgezogen hat, sich zu „assimilieren" und den Weg des Renegatentums zu wandeln. Er ist vereits ein guter Arier! Wie sagt Gumpel? „Schmadden kann sich nur der Jud." S. in K. Das in Fiume jüngst eingeweihle Sefer Thora wurde bei der Firma Jos. Schlesinger, Buchhandlung, Budapest, Königsgasse 1 gekauft, ebenso wurde das so prachtvoll ausgeführte Mäntelchen hiezu von dieser Firma geliefert. T. A. Die Rubrik für Telegramme aus Rußland wird wieder groß und lebendig. Das ist das Echo von Wittes Sturz, mit dem alle Hoffnungen und Versprechungen auf eine freiheitlichere Zukunft des Zarenreiches abgedankl haben. Sowohl die weisen Finauzleute mit ihren Prophezeiungen sind kleinlaut geworden, als auch die klugen Politiker mit ihren Voraussagen einer günstigen Entwicklung der Juden. Die Bomben krachen an allen Ecken den Begrüßungssalut für das neue Ministerium der Reaktionäre, die Dumamänner rüsten zuut Kampf für ihre politische Existenz und ganz Europa wartet auf die Erscheinungen des beginnenden Entscheidungskampfes zwischen Freiheit und Tyrannei. Die Parteinahme hängt ganz davon ab, ob mau das Jntereffe im Herzen trägt oder in der Tasche. Fl. Ar. Der Abgeordnete Lattmann von der Wirtschaftlichen Vereinigung im deutschen Reichstag hat sich dagegen verwahrt, mit den minderwertigen Antisemiten Aylwardt und Pückler in einen Topf geworfen zu werden und nahm für sich den sittlich-ernsten, deutschen Antisemitismus in Anspruch. Er wird uns die Sittlichkeit des Menschenhasses erst noch beweisen müssen. Wir sind darauf ebenso neugierig als auf die Frage, wie viel Antisemiten übrig bleiben werden, wenn man die minderwertigen Elemente unter ihnen ausschließt. W. Der köstliche Befehl des Wiener Magistrates an die Schulleiter anläßlich einer Kircheneinweihung in Manahilf soll der Oeffentlichkeit nicht vorenthallen vleiben. Es heißt darin: .„Wenn der Kaiser erscheint, ist „Hoch" zu rufen; ebenso ist „Hoch" zu rufen, wenn der Bürgermeister Lueger erscheint." Es war absolut nicht nötig, an eine Ovation für den allseits geliebten Kaiser erst noch ausdrücklich zu ermahnen. Es ist auch nur geschehen, um für Lueger die erwünschte Popularität zu Gestellen, die sich halt außer in christlich-sozialen Versammlungen nirgends recht offenbaren will. Es berührt komisch und geschmacklos, Lueger in einem Satz mit dem Kaiser genannt zu sehen. K. N .. r. Ein verfehlter Beutezug des Antisemitismus, weiter nichts. Die schmutzigen Praktiken der französischen Judenfeinde haben ihnen noch größere Verluste gebracht als die bei den Wahlen. Sie haben alle ihre Karten aufgedeckt; dabei hat man ihr falsches Spiel mit den Lebensinteressen des Staates gesehen und hat es sich wohl für lange Zeiten gemerkt. Daß sie mit der größten Siegeszuversicht in den Kampf gegangen sind, beweist der Umstand, daß sie für fast alle Wahlkreise Kandidaten aufgestellt haben. Umso dicker rollen jetzt die Tränen über die von der Anstrengung erhitzten Wangen. Sch. in F. Die Weltgeschichte hat Mit dieser Sache wieder einen famosen Treppenwitz gemacht. Genau jetzt mußte man das in Hotels gestohlene Silber auf dem Schlosse des Fürsten Wrede finden, ehe noch die tönenden Worte der Entrüstung über die jüngsten Adelsverleihungen in Deutschland verklungen sind. Alle erdenklichen Gemeinheiten hatten die antisemitischen Blätter gegen die geadelten Juden zusammen mit dem höchsten Lob der deutschen Geschlechter vorgedracht. Gerade nur das eine konnten sie den Juden nicht nachsagen, daß sie silberne Löffel gestohlen hätten. Und eben in diesen Verdacht mußte jetzt eines der urdeutschen Adelsgeschlechter kommen. R. H. Wir unterbreiten Ihren Vorschlag zur Einberufung einer Enquete über die Taufen der Oeffentlichkeit, bitten aber, ihn an maßgebender Stelle auch selbst zu überreichen. Seite 315 Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind die zur Einhebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration. Kuratorium der Stiftung ..Waisenhaus für israeliiische Mädchen, Charlotte Merores ltzeles*‘ in Wien. Im „Waisenhaus für israelitische Mädchen, Charlotte Merores Itzeles in Wien“ werden ab September 1906 anfgenommen: a) 11 mittellose, ganz oder halb verwaiste oder verlassene, gesunde, israelitische Mädchen im Alter von 6 bis 12 Jahren; b) 3 mittellose, ganz oder halb verwaiste oder verlassene, gesunde israelitische Mädchen im Alter von 14 Jahren. Cie Zöglinge besuchen, solange sie im sehulpllichtigen Alter stehen, die öffentliche Volks- oder Bürgerschule, erhalten vom vollendeten 14. bis zur Vollendung des 1 Lebensjahres den Unterricht in allen Zweigen der Hauswirtschaft, werden sodann zu allen häuslichen Verrichtungen in der Anstalt verwendet und bis zur erlangten Erwerbsfähigkeit, spätestens aber bis zum vollendeten 17. Lebensjahre in der Anstalt erhalten. Aufnahmsgesuche sind namens der Bewerberinnen von deren gesetzlichen Vertretung unter Beilegung des Geburtsscheines, des Heimatscheines, des .Nachweises der Verwaisung oder der Verlassenheit, des Mittellosigkeitszeugnisses und eventuell Sehulausweises, des Impfzeugnisses, eines Gesundheitszeugnisses, sowie im Falle der iiberstandenen natürlichen Blattern eines besonderen ärztlichen Zeugnisses hierüber bis 3i. iflai 1906 an das gefertigte Kuratorium zu Händen des Herrn Dr. Felix Katzau, Wien, I., Schotteubastei 3, zu richten. Unter den Bewerberinnen werden jene, welche nach Wien zuständig sind oder deren Eltern durch längere Zeit im Wiener Gemeindegebiete gewohnt haben, in erster Linie berücksichtigt. Der Eintritt in die Anstalt kann nur gegen Beibringung eines vom Gemeindearzte ausgestellten, gemeindeämtlich bestätigten Zeugnisses erfolgen, laut dessen in den letzten vier Wochen von dem Eintritts - Termine im Hausstande des Mädchens kein Fall einer infektiösen Erkrankung vorgekommen ist. In diesem Waisenhause gelangt ferner die Stelle einer Leiterin mit der Verpflichtung zum Dienstantritte am 15. August 1906 zur Besetzung. Bewerberinnen, welche mosaischer Religion, alleinstehend, im Unterrichts- und Erziehungsfache, sowie in allen Zweigen der Wirtschaftsführung praktisch erfahren sein müssen, haben ihre Gesuche unter Beigabe aller erforderlichen Belege spätestens bis 31. Mai 1906 an das Kuratorium zu Händen des Herrn Dr. Felix Katzau, Wien, Schottenbastei 3, zu richten. Kuratorium der Stiftung „Waisenhaus für israelitische Mädchen. Charlotte Merores-ltzelesu in Wien. Konkurs. Die Stelle eines Sekretärs gelangt ab 1. Juni d. J. zur Neubesetzung. Dieselbe bedingt eine täglich 2 bis 3 ständige Arbeit und wird nach Uebereinkunft honoriert. Bewerber, welche in Wien ansässig sind, eine österreichische Mittelschule absolviert haben und nicht über 35 Jahre alt - sind, belieben ihr eigenhändig geschriebenes, mit Geburtsschein” und Studienzeugniss belegtes Gesuch an den Obmann Herrn G. Bßttelhoim bis 20. d. M. einzusenden. Dar Vorstand des isr. Bethausvereines „Chewra Bet Hatfiiah“ im IX. Bezirk, Wien. Kunststickerei für Synagogen-Vorhänge, Baldachine, Thoramäntelchen n. s. w. ■ Nur eigene Erzeugung. ■—- Restaurierungen von Stickereien, Gobelins etc. E. Hofbauer, Wien, VI/3. Schmalzhofgasse 28.