Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 17 (27.4.1906)
- Date
- 1906-04-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 280 Dr. Lloch's Wochenschrift. Nr. 17 Mut und Hoffnung einzuflößen wußte, und endlich jene Aermsten, denen er in warmer Menschenliebe mit seinem goldigen, jüdischen Herzen stets mit offener Hand hilfsbereit zur Seite stand. Segen seinem Andenken! Möge er sanft ruhen! L. W. - 3Vien. Der israelitische Armenunterstützungsverein „Maskil el dol“ hielt am 19. d. M. seine konstituierende Sitzung unter Vorsitz des Herrn Samuel Steiner ab. In derselben wurde der bisherige Präsident Herr Samuel.Mohr einstimmig zum Präsidenten wiedergewählt. Als I. Vizepräsidentin wurde Frau Margarete G r u n w a l d, als II. Vizepräsident Herr Hermann Weinberger, zu Schriftführern die Herren Isidor Gehlbard und Hermann S t r a ch einstimmig wiedergewählt. Der Vereinsleitung gehören weiters an die Damen: Olga Schick, Berta Kirschmann, Frieda Natzler, Babette Stern, Fritzi Duschinsky, Klara Jurberger, Jnni Schnabl, Steffi Strach, Gisela Pollak, Mizzi Grabkowicz, Friederike Hirsch, Anna Pick und die Herren Isidor Duschinsky, Salomon Beer, Samuel Steiner und Emanuel Schnabl. _ Wien. Am 10. d. M. verschied hier im hohen Alter Frau Ludmilla Frank, Mutter des allseits hochgeachteten Herrn Max Frank, in Firma Josef Jerusalem. Bei dem Leichenbegängnisse, das am 12. d. M. stattfand, zeigte sich große Teilnahme und die Zeremonienhalle am Zentralfriedhofe war von zahlreichen Trauergasten erfüllt, die gekommen waren, um der Dahingeschiedenen die letzte Ehre zu erweisen und den Hinterbliebenen ihre innigste Teilnahme zu bekunden. Die Loge „Bnai Brith" hatte sich in besonders großer Anzahl mit ihren Präsidenten Prof. Pollak und Ernst Simon eingefunden. Nach Absolvierung der üblichen Gesänge durch Oberkanwr Bela Guttmann hielt Herr Oberrabbincr Dr. G ü d emann der Verblichenen einen ehrenvollen Nachruf. Ltuz a d Donau. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Linz hat in seiner Sitzung vom 22. April d. I. den einstimmigen Beschluß gefaßt, den in provisorischer Eigenschaft angestellten Oberkantor Bernhard Löwensohn in Anbetracht seiner vorzüglichen kantoralen Leistungen definitiv anzustellen. Aus diesem Anlässe wurde dem genannten Funktionär settens mehrerer Herren ein prachtvoller Tallis als Ehrengabe überreicht. Gablonz a./N. Am 12. April feierte der Tempelvorsteher der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde Herr Emanuel Lederer, der sich hier allgemeiner Achtung und Beliebtheit erfteut, seinen 70. Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische. Sind schon an diesem Tage dem Jubilar aus den wettesten Kreisen zahlreiche Beweise der Verehrung zugekommen, so hat sich der Gottesdienst im hiesigen Tempel am letzten Osterfeiertage zu einer wahrhaft erhebenden Feier gestaltet. Herr Rabbiner Dr. B a n e t h nahm nach vollendeter Festpredigt die Gelegenheit wahr, die Verdienste des Gefeierten hervorzuheben und dankte ihm in warmen Worten für die selbstlose und opferfteudige Tätigkeit, mit welcher er seit mehr als 30 Jahren dem Wohle der Gemeinde dient. Der Tempelsitz des Jubilars war mtt frischem Grün umrankt und zahllos waren die Glückwünsche und Blumenspenden, welche ihm von seinen vielen Freunden und Bekannten aus Nah und Fern verehrt wurden. Besonders sind zwei künstlerisch ausgeführte Adressen hervorzuheben, die ihm vom israelitischen Frauenverein und von den Mitgliedern des Gemeindevorstandes in aufrichtiger Dankbarkeit überreicht wurden. Brün«. Die Witwe des Dichters Hieronymus L o r m, Mutter des hiesigen Arztes Dr. Ernst Landesmann, wurde unter zahlreicher Beteiligung der Freunde der leidtragenden Familie im israelitischen Friedhofe beerdigt. Sie war eine durch große Herzensgüte und hervorragende geistige Eigenschaften ausgezeichnete Dame, die ihrem Gatten stets eine treue Gefährtin und liebevolle Pflegerin, ihren Kindern eine fürsorgliche zärtliche Mutter gewesen ist. Pohrlitz. (Berichtigung.) Bei der am 15. April 1906 in Brünn stattgehabten Delegiertenversammlung hat Herr Moriz M. Schnabl nicht als Vertreter der israelitischen Kuttus- und politischen Gemeinde Pohrlitz, sondern ausschließlich als Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde Pohrlitz teilgenommen. Straßnitz. Die seit Jahrhunderten bestehende Synagoge der hierortigen israelitischen Kultusgemeinde hat vor etwa 25 Jahren nur nach ihrer inneren Gestaltung und Einrichtung eine den Anforderungen der neueren Zeit entsprechende Fa^on erhalten; nach ihrem Exterieur bildet sie noch immer ein Monument alter Baukunst von imponierendem, Ehrfurcht einflößendem Eindrücke. Nunmehr hat aber der nagende Zahn der Zeit auch an diesem monumentalen Bauwerke deutliche Merkmale irdischer Vergäuglichkeit zutage gefördert. An der Stukkatur des kunstvoll konstruierten Plafondgewölbes und an den nahezu meterstarken Mauern zeigen sich bedenkliche Gebrechen. Sprünge und Spalten, welche nach Konstatierung berufener Bautechniker einer sofortigen Reparierung dringendst bedürfen, soll das alte Gotteshaus in absehbarer Zeit nicht vollends baufällig werden. Der Kostenüberschlag der unvermeidlich vorzunehmenden Reparaturarbeiten geht jedoch in Tausende von Kronen, für welchen respektablen Geldbetrag die hiesige Kultusgemeinde nicht aufkommeu kann, da dieselbe mit jenen Provinzgemeinden das traurige Geschick teilt, welche nur mit nicht geringen Kämpfen kaum die ordentlichen Erhaltungskosten ihrer notwendigsten Institutionen aufzubringen vermögen. In dieser fatal prekären Lage sah sich der Kultusvorstand mit seinem rührigen und verständnisvollen Vorsteher Herrn Moritz Haberfeld noleim volens bemüßigt, an den Wohltätigkeitssinn, aber ausschließlich nur an den der außerhalb unserer Gemeinde lebenden Straßnitzer Glaubensgenossen zu appellieren. Die auswärts wohnenden sogenannten Straßnitzer Kinder mögen zur Restaurierung der Gott geweihten Stätte, in welcher ihre frommen Väter und Mütter ihre Gebete zum himmlischen Allvater emporsandten und Erhörung, Trost, Erbauung und Erleuchtung fanden, pietätvoll ihr Scherflein beitragen. Das vor einigen Tagen ausgesandte Zirkularschreiben an die auswärtigen Straßnitzer beginnt auch schon ein dankenswertes Resultat zu zeitigen. So sind von den wackeren Straßnitzern und edelherzigen Straßnitzerinnen bereits folgende Spenden eingelaufen : . Von Herrn Wilhelm selber, Besitzer des Ritterkreuzes des Franz Joseph.Ordens rc.. Generalpächter der kaiserlichen Krongüter in Sasvar K 150.—, von Herrn Dr. Julius Relly, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien X 50.—, von Herrn Leopold Kornfeld, Direktor des „Merkur" in Berlin K 50.—, von Herrn I. Löw, Gutsbesitzer in Lassee K 40.—, von Herrn Markus Haberfeld, Gasthausbesitzer in Mähr -Ostrau K 30.—, von Herrn Rudolf Haberfeld, Gastwirt in Mahr.-Ostrau K 30.—, von Herrn Leopold Kohn, Holzhändler in Znaim K 25.—, von Herrn Josef Adler, Eisenbahnbeamter in Oderfurt K 20.—, von Herrn Josef Winter, in Firma Stratzer, Jaiteles u. Comp. K 10.—, von Herrn Hermann Preiß, Selchwarenfabrikant in Mähr.-Ostrau K 10,—, von Herrn Simon Winter, Privatier in Wien K 10.—, von Herrn Salomon Grünbaum, Kaufmann in Kvaöic K 10.—, von Frau Regine Winterstern, geb. Jaiteles, Gastwirtin in Holics X 10.—, von Herrn S. Strauß in Böhm.-Kurt K 10.—, von Herrn Leopold Felder, Privatier in Wien, YII. K 10.—, von Herrn Viktor Königstein, Fruchtbörse Wien L 10.—, von Frau Jda Thorsch geb. Winter in Tobitschau K 5.—, von Herrn Berthold Winter, Eisenbahn-Ingenieur in Friedek K 5.—, von Herrn S. Schindl in Wien II K 5.—, von Frau Rosa Weiskopf in Göding K 5.—, von Herrn Wilhelm Eisenmann, Fabrikant in Roth-Kosteletz X 5.—, von Herrn Josef Brief, Gastwirt in Bisenz K 5.—, von Herrn Leopold Mandler in Wien K4.-. All den angeführten edlen Spendern und Spenderinnen sei hiemit der verbindlichste Dank ausgesprochen und werden die ferner noch zu erhoffenden einlaufenden Spenden von unseren biederen Straßnitzer Glaubensbrüdern und -Schwestern mit gütiger Erlaubnis des hochverehrten Redakteurs dieses geschätzten Blattes in der „Oesterreichischen Wochenschrift" dankend ausgewiesen werden. Emanuel Lichtwitz. Begründer des Hauses E. Lichtwitz u. C., Troppau. Wieder hat der unerbittliche Tod einen unserer besten Glaubensgenossen ereilt, dessen Name mit in der vordersten Reihe derjenigen seiner Zeitgenossen gestanden, die sich um die Hebung der Industrie und des Gewerbefleißes, zugleich aber auch um Aufklärung und Förderung jüdischer Wissenschaft und Verbreitung des Lichtes im Judentum unsterbliche Verdienste erworben. Wer kennt den Namen Lichtwitz nicht? Ein weitgepriesener Name, ehrenvoll von Charakter und Ruf.