Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-04-27 · 17 (27.4.1906) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
17 (27.4.1906)
Date
1906-04-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3020846-3021656-3021674--15366-3040128
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 278 Dr. Dlocv's MocdenscvrtN. Nr. 17 heilen der Alliance gemäß in aller Stille und mit erfreulichem Erfolg geschehen. Aus den ihnen übermittelten Dankschreiben der Alliance an den amerikanischen Botschafter, Herrn White, und an den spanischen Minister der Auswärtigen Angelegenheiten, Herzog von Almodovar, ist ersichtlich, in welcher Weise die Alliance ihren Dank für den Erfolg ihrer Bemühungen bekundete. Hierbei sei erwähnt, daß der Herr Reichskanzler Fürst v. Bülow seinerzeit in einem an den Vorsitzenden der Deutschen Konferenzgesellschaft der A. I. U., Herrn Geheimrat Goldberger, gerichteten Schreiben seiner bereitwilligsten Zustimmung zu der von Herrn Geheimrat G. ausgehenden Anregung Ausdruck gegeben hat. Mit ausgezeichneter Hochachtung M. A. Klausner, Geschäftsführer der Deutschen Konferenzgemeinschaft der A. I. U. Die beiden Schreiben lauten: Paris, den 9. April 1906. Herr Botschafter! Die ganze Judenheit weiß Ihnen innigen Dank für den Wunsch, den Sie in der Konferenz von Algeciras zugunsten der Israeliten von Marokko vorgetragen haben. Niemand kann sich wundern, daß die Anregung zu dieser Kundgebung der Duldsamkeit und des aufrichtigen Freisinns von dem Bevollmächtigten des großen Landes ausgegangen ist, das mit ruhmvoller Hochherzigkeit die Opfer religiöser Verfolgungen ausgenommen hat und bei mehr als einer Gelegenheit für die Wahrung der Gewissensfteitzeit und der Menschenrechte eingetreten ist. Seit langen Jahren haben die marokkanischen Israeliten den Wert des Schutzes würdigen können, den die Vereinigten Staaten ihnen gewähren. Durch Ihre Stimme hat Ihr edles Land ihnen einen neuen und glänzenden Beweis seines fördernden Wohlwollens gegeben. Die Alliance Jsraelite Universelle, die seit fünfzig Jahren um die Hebung der marokkanischen Israeliten bemüht ist, gibt sich die Ehre, im Namen der marokkanischen Israeliten und im Namen der Israeliten der ganzen Welt Ihnen den innigsten Dank für den großen Dienst auszusprechen, den Sie soeben der Sache der Gesittung und des Fortschrittes geleistet haben. Genehmigen Sie, Herr Botschafter, die Versicherung unserer höchsten Achtung Der Präsident, gez. N. Leven. Herrn Henry White, Botschafter der Vereinigten Staaten Rom. Paris, den 9. April 1906. Exzellenz! Die unvergeßlichen Worte, mit denen Eure Exzellenz bei der Konferenz von Algeciras den von dem ersten Delegierten der Vereinigten Staaten zugunsten der marokkanischen Israeliten vorgeschlagenen Wunsch unterstützten, haben im Herzen aller Israeliten das Echo der Dankbarkeit gefunden. In den zahlreichen israelitischen Gemeinden, die pietätvoll die voreinst in der spanischen Judenheit in Ehren gehaltenen Ueberlieferungen pflegen, wird Ihr beredtes Eintreten die freundlichen Erinnerungen wecken, die tief in das Gedächtnis unserer Brüder eingeprägt sind. Die marokkanischen Israeliten haben wiederholt Anlaß gehabt, das Wohlwollen der spanischen Regierung anzurufen, und die Vertreter Spaniens in Marokko haben ihre Unterstützung nie versagt. Der neue Beweis, den Eure Exzellenz ihnen jetzt von der Sympathie Sr. katholischen Majestät gegeben hat, rührt; sie \hi§ in den Grund ihres Herzens. - In ihrem Namen vor allem und im Namen der Israeliten der ganzen Welt richtet das Zentralkomitee der Alliance an Eure Exzellenz den Ausdruck seiner Dankbarkeit für Ihre edlen und hochherzigen Worte. Genehmigen Sie, Exzellenz, die Versicherung unserer höchsten Achtung. Der Präsident, gez. N. Leven. Herrn Herzog von Almodovar del Rio, Minister der Auswärtigen Angelegenheiten von Spanien Madrid. Witte über die Duma und die Judenfrage. Petersburg. Der Petersburger Korrespondent der „Vossischen Zeitung"- hatte eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Grafen Witte, aus deren Inhalt hier folgendes wiedergegeben sei: Ueber die Ergebnisse der Dumawahlen sagte Witte: „Die „Kadetten" (die konstitutionellen Demokraten) sind keine geschlossene Partei. Da sind Leute darunter mit Hosen und ohne Hosen, da sind 15 bis 16 Personen, die ein ganz bestimmtes Programm vertreten, die übrigen sind vorläufig noch völlig undefinierbar. Es sind sehr viele radikale Elemente darunter, die vielleicht mit den konstitutionellen Demokraten gehen, vielleicht auch nicht. Die Hauptpunkte des Programmes der Radikalen werden von den Bauern verworfen werden." Ueber die Judenfrage in Rußland äußerte sich Witte folgendermaßen: „Ich persönlich stehe den Juden sehr sympathisch gegenüber und wünsche, sie völlig frei zu sehen, aber die Juden sind selbst daran schuld, wenn sie jetzt nicht befreit werden. Sie stehen überall in der Revolution an erster Stelle. Die Regierung darf jetzt nichts in der Judenfrage gegen den Willen des Volkes tun. Dieser Ansicht ist auch der Zar. Die Russen würden sagen, die Juden sind frei geworden, weil sie Minister und Gouverneure gemordet haben. Wenn wir Russen also etwas erreichen wollen, müssen wir auch Revolution machen und Minister und Gouverneure morden." Vermischtes. Kranzablösuttgsspenden zugunsten der Chewra Kadischa 1., Seltenstettengasse 4 fi v arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Paula Jäger: Von Sigmund Jäger K 10.—, Sofie Jaiteles K 5.—. Zusammen K 15.—. Anläßlich des Ablebens des sel« A. S. Diamant: Von Dr. Kahane und Frau K 4.—, S. Heit 10.—, Heller 5.—, Markus und Helene Strompf 10.—, Dr. Leopold Kahn und Frau 10.—, Viktor Nathansohn 2—, Arthur Goldenthal K 4.—. Zusam. K45.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Albert Ehrenfest: Von Isidor Kaufmann K 2.—, Ludwig Kaufmann 4.—. Oskar Hainemann 1.—, Heinrich Piffl 2 —, Albert Kohn K 2.—. Zusammen K 11.— . Anläßlich des Ablebens der sel. Betty M i ch a l u p: Von Pauline Kohn K 5.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Ludmilla Frank: Von Kommerzialrat Kantor K 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Sara Teichler: Von Josef Winter K 2.—, Moriz Teichler K 10.—. Zusammen K 12.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Alexander Garai: Von Dr. Leo Wiener K 20.—, Dr. Hugo und Marg. Liechtenstein L10.—. Zusammen K 30.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Sali Schloß: Von Familie Granichstädten K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr Ignaz Pollak: Bon Jakob Straßberg K 25.—, Arnold Schwarz- K 20.—. Zusammen K 45.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Josef Feitler: Von David Ziegler, Brlinn X 10.—, Gustav Hellmann, Jglau 10.—, Dr. M. Hellmann 20.—, Alexander Löbl K 10.—. Zusam. K 50.-. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Fleischer: Von Wilhelm und Moritz Fleischer K 20.—, Sigmund Fleischer 20.—, Karl Klein 10. , Siegfried Herschan 10.—, Jakob Griinwald 10.—, S. Wachs, Tierarzt 10.—, I Spira 10.—, Leopold Handl 2.—, Bernhard Handl L 2.—. Zusammen X 94.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Elsa Fischer: Von R. Glaser K 3.—, Leopold Fischer 15.-. Zusammen K 6.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Robert Fischer: Von Sigmund und Theresia Fischer K 10.—, Rudolf Gahr K 2.—. Zusammen K 12.—.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.