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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-04-06 · 14 (6.4.1906) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
14 (6.4.1906)
Date
1906-04-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Dr Llocb's Mocbenscbrltt. Seite Lss vitz, der sich allenchalben des größten Ansehens und der größten Beliebtheit erfreut, gleichzeitig auch Präsident der Palankaer Chewra-Kadischa ist. 8t—z. Prag. (Ein Heim des Israel. Freitischvereins.) Der Israel. Freitischverein kaufte von Frau Betty Nowak das Haus NK. 969—11., Leihamtsgafse 3, um den Betrag von 104.000 Kronen. Der Leiter des Ministeriums für Kultus und Unterricht hat dem israelitischen Religionslehrer an der Staatsrealschule mit deutscher Unterrichtssprache in Karolinenthal Dr. Isidor Hirsch den Titel „Professor" verliehen. Eger. Freitag den 30. März d. I. fand in dem festlich beleuchteten Tempel unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindemitglieder die feierliche Installation des neugewählten Rabbiners Herrn Dr. M. E. Proßnitz statt. Nachdem die beiden Tempelvorsteher den Herrn Rabbiner eingeholt hatten, richtete Herr Kultusvorsteher Handelskammerrat Jakob Zuckermann, an denselben eine Begrüßungsansprache, in der er seiner Freude darüber Ausdruck gab, den Posten eines Predigers, Lehrers der Jugend und geistlichen Beraters und Führers der Gemeinde wieder durch einen würdigen Mann besetzt zu sehen. Er sprach die Hoffnung auf ein einträchtiges und gedeihliches Zusammenwirken von Rabbiner und Gemeindevorstand, auf ein gegenseitiges Verstehen von Führer und Geführten aus und wies auf die über der Bundeslade leuchtenden Worte hin: „Schirittri adonaj lenagdi thamid!“ — Nachdem der Herr Rabbiner mit einigen herzlichen Worten gedankt hatte, trat aus der Schar der versammelten Schuljugend die Schülerin Elisabech Schlesinger vor, die namens der Jugend den neuen Lehrer gleichfalls in wohlgesetzter Rede begrüßte. Dann nahm unter den Klängen der neuhergestellten Orgel die Lithurgie des Festgottesdienstes ihren Fortgang nnd zum Schluffe hielt unter ungeteilter andächtiger Aufmerksamkeit der Gemeinde Herr Dr. Proßnitz seine Antrittspredigt, zu der er als Text die Worte Jesaias gewählt hatte: „Am su jazarti li, thehilathi jedabene.“ Die deutliche Redeweise, die warme, aus dem Herzen kommende Sprache, der Schwung der Ideen und die formvollendete Diktion des Redners, der zeither in Mährisch-Ostrau gewirkt hat, machten auf die Zuhörer einen höchst sympathischen Eindruck. Dr. B. Kuttsnberg. Nach lOjähriger ersprießlicher Tätigkeit verließ Herr Rabbiner Abeles unsere Stadt, um sein neues Amt in Zizkow anzutreten. Aus diesem Anlässe wurde ihm zu Ehren ein Abschiedsfest veranstaltet, an dem sich die meisten Mitglieder der Gemeinde und deren Frauen beteiligten. Vorsteher Beran und deffen Stellvertreter Dr. Otto Bondy hoben die Verdienste des Scheidenden um die Gemeinde hervor. Herr Munk sen. sprach ihm den Dank aller Eltern für den Unterricht ihrer Kinder aus. Dann sprachen noch die Herren Klein und Ing. Robert Pollak aus Prag als einer seiner ältesten Schüler ap der hiesigen Realschule, Herr Munk jun. für die jüngere Generation und ein Mädchen für die Jugend. In einer kurzen Ansprache dankte der Herr Rabbiner für alle Zeichen der Liebe und Anhänglichkeit. Mährisch Schöuberg. Anläßlich des Scheidens unseres verehrten Rabbiners. Herrn Dr. Proßnitz, nach Eger fand am Sonntag den 25. März ein Abschiedsbankett statt, das von unserer Gemeinde in Gemeinschaft mit einigen hiesigen Vereinen veranstaltet wurde. Der überaus zahlreiche Besuch wie auch die hiebei zum Ausdrucke gelangte Gesinnung zeugten von der großen Beliebtbeit und den vielen Sympathie», die sich unser Rabbiner während seiner Amtstätigkeit zu erwerben wußte. Die Anwesenheit seiner beiden intimsten Freunde, Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Oppenheim aus Olmütz und Rabbiner Dr. I. Günzig aus Loschitz, welche der herzlichen Einladung der Veranstalter freudig Folge leisteten, gereichte unserem scheidenden Rabbiner zur besonderen Freude und Ehrung. In den Trinksprüchen, welche in üblicher Weise gehalten wurden, brachten Herr Kultusvorsteher Jakob Stern und deffen Schwiegersohn Herr Dr. Weißbard, sowie, die Präsidentin des Frauenvereines Frau Schild und deren Gemahl die dankbare Anerkennung für seine gedeihliche, sechsjährige Wirksamkeit und die herzlichsten Wünsche fiir deffen Zukunft zum Ausdruck. Die Reden der beiden ehrwürdigen Nr. 14 Gäste, der Herren Rabbiner Dr. Oppenheim und Dr. I. Günzig, gipfelten in der Schilderung und Betonung der innigen Freundschaft, die sie miteinander verknüpfte und weiterhin verknüpfen wird, und klangen in dem Wunsche aus, daß dieses innige Verhältnis auch ferner zwischen diesen benachbarten Gemeinden bestehen möge. 6. Romantik in der Schneidermerkstatt. Aus dem Englischen. (Schluß.) Und während es in Davids Herz so rumorte, unterhielt Beile mit Heymann die ehrbarsten Beziehungen. Heymanns Interesse für Beile war ein offenes Geheimnis. Er bemühte sich nicht, es zu verhüllen. Er geleitete sie stets von der Arbeit nach Hause, nahm sie auf Bälle und Konzerte Mit; eine für ihn sehr bewundernswerte Tat, denn jeder Kreuzer, den er ausgab, bedeutete für ihn ein Opfer und man konnte es wahrnehmen, wir er die Verluste seiner Ersparnisse am nächsten Tage am Essen wieder hereinzubringen bemüht war. Als er mit ihr allein den Heimweg ging, wurde seine Stimme sanfter und er nannte sie liebkosend „Beilinke". Und nun dauerte all das schon drei Monate und er hatte noch gar nichts von Heiratsabsichten gesprochen, ihr auch noch nicht die geringste Aufmerksamkeit verehrt. Dazu machte Beiles Mutter ihr beständig Vorwürfe und fragte stets, ob er sich doch endlich erklärt habe, damit die formelle Verlobung stattfinde; sie hätte ihn wegen Nichterfüllung des Versprechens einsperren lassen mögen. Beile wäre aber lieber gestorben, statt sich zur Heldin einer solchen Sensation zu machen und der Gedanke, Heymann von einem Polizeimaune abgeführt zu sehen, war für sie unerträglich. Sie liebte ihn. Ihr gefiel sein blühendes Gesicht, sein schöner Schnurrbart, die stolze Haltung seines Kopfes beim Gehen; sie war überzeugt davon, in ihn verliebt zu sein und ihre Freundin und Landsmännin, die unlängst Meyers Frau geworden war, hatte es ihr bestätigt. Aber sie fühlte sich durch diese Gewißheit niedergeschlagen. Sie hatte sich die Liebe viel schöner vorgestellt. Sie hatte sich eingebildet, daß ein Mädchen an dem Manne ihrer Wahl alles bewundere und gegen seine Fehler blind sei. Auch hatte sie gehört, daß die Liebe wie eine beständige, beseligende Unruhe sich äußere. „Weißt Du, es schmerzt und ist doch so süß." Und Beile empfand nichts dergleichen, auch mißfiel ihr so manches an Heymann. Sein Lächeln schien ihr doch falsch. Ach wenn er doch nicht immer beim Lachen seine Augen schließen möchte! Daß er so sparsam war, mißfiel ihr nicht. Wenn sie je verheiratet mit ihm sein sollte, würde er ihr sicherlich alles geben, was er besaß. Aber wenn sie miteinander auf einem Balle waren, führte er sie nie zum Buffet, um ihr ein Glas Sodawasser oder eine Limonade anzubieten, wie die anderen jungen Männer es den Mädchm taten. Er gab ihr höchstens einen Apfel oder eine Birne, die er vorsichtshalber am Hinwege angkkaufl hatte. War sie trotz alledem in ihn verliebt? Irrte sie sich nicht? Aber nein, er ist doch so lieb mit ihr! Vielleicht war sie wirklich die Schuldige, vielleicht hatte die Mutter recht, wenn sie an ihr dieses Nörgeln aussetzte und ihr vorwarf, daß sie weder sich noch anderen Ruhe gab. Aber warum erklärte er sich nicht? Sicherlich war er zu geizig und fürchtete die Erhaltungskosten einer Frau. Er hat sie also zum Narren halten wollen, denn was denkt er sich eigentlich? Zu Heymanns Entschuldigung muß konstatiert werden, daß seine Absichten die ernstesten waren und Beiles Verdächtigung völlig unbegründet war. Pekuniäre Rücksichten waren es nicht, die an seiner Unentschlossenheit schuld waren

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