Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-04-06 · 14 (6.4.1906) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
14 (6.4.1906)
Date
1906-04-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021656-3021671--15315-3040074
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 230 Dr. Llocb's MlocvenscvrlN. Nr. 14 Beförderung jüdischer Richter in Preußen. Berlin. Seit einigen Tagen gehen durch die deutsche Presse Nachrichten, welche den Glauben erwecken könnten, daß der neue preußische Justizminister Beseler in Bezug auf die Beförderung jüdischer Richter andere Grundsätze als sein Vorgänger befolgt. Während unter dem Ministerium Schönstedt die Beförderung jüdischer Richter in höhere Stellen ausgeschlossen war — nur der Schulfreund des Kaisers, der jetzige Oberlandesgerichtsrat Sommer in Kassel machte eine Ausnahme — find jetzt drei Richter jüdischen Glaubens zu Oberlandesgerichtsräten befördert worden, und zwar ist der Landesgerichtsrat Hammerschlag in Hannover als Kammergerichtsrat nach Berlin berufen worden, die Landesgerichtsräte Wieruszvwski und Rothschild in Köln find Oberlandesgerichtsräte, der eine in Köln, der andere in Hamm, geworden. Die Ausweisung russischer Flüchtlinge aus Berlin. Berlin. Einem Mitarbeiter des „Lokal-Anzeiger" gegenüber äußerte sich der Berliner Polizeipräsident v. Borries über die Ausweisung russischer Flüchtlinge wie folgt: „Es befinden sich zur Zeit in Berlin ungefähr 7000 unbemittelte oder wenig bemittelte, beschäftigungslose Russen, von denen etwa 6500 Juden find. Ihre Zahl schwankt beständig, da immer noch neue Zuzüge erfolgen und andere Russen wieder fortziehen. Es liegt die Befürchtung nahe, daß diese Ausländer wegen Mittellosigkeit über kurz oder lang dem städtischen Armenwesen zur Last fallen werden. Ferner ist eine Anzahl von ihnen bereits durch ihr Verhalten den Behörden lästig gefallen. Unter diesen Umständen ist es die Pflicht der Polizei, dahin zu wirken, daß diese unangenehmen Elemente unter den Ausländern das Reichsgebiet wieder verlassen. Um aber hiebei jede unnötige Härte zu vermeiden, hat das Polizeipräsidium kürzlich das jüdische Hilfskomitee, mit dem es im besten Einvernehmen steht, um seine Unterstützung ersucht, um die lästigen Russen zunächst auf gütlichem Wege zur freiwilligen Abreise zu veranlafien. Eine bestimmte Zahl wurde hiebei nicht genannt, Eine allgemeine, polizeiliche Aufforderung an die 7000 russischen Flüchtlinge, Berlin zu verlassen, ist nicht ergangen. Es hat sich jedoch die Notwendigkeit herausgestellt, wöchentlich etwa 50 bis 60 Russen auszuweisen, weitste dies durch Gesetzwiderigkeiten verschuldeten oder neuerdings völlig mittellos hieherkamen. Sollten sich die lästigen Ausländer weiterhin nicht freiwillig entfernen, so müßte man allerdings radikaler Vorgehen. Nächstens übrigens wird die Angelegenheit in einer Konferenz, die unter Zuziehung des jüdischen Hilfskomitees im Polizeipräsidium stattfinden wird, beraten werden." Vermischtes. Krauzablösungsspendeu zugunsten der Chewra-Kadischa I., Seitenstetteugaffe 4 für arme kranke Glaubensgen offen. Anläßlich des Ablebens des fel. S. E. Schwarz: Von Emanuel Schwarz K 20—, Adolf Schwarz 20 —, Dr. Ernst Karman 10.—, Josef Bund K6-. Zusammen L 56.— . Anläßlich des Ablebens des fel. Jakob Frankl: Von Heinrich Böhm K 10.— . Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Gabriel Horwitz: Von Familie Porges K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Ferdinand Spitzer: Von Adolf und Hermine Fleischmann K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Daniel Urban: Von Alfred Harnstein K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Hirsch: Von Dr. Josef Winternitz und Frau K 20.—, Bernhard Hohenberg 10.—, Sofie und Jacques Modern 20.-, Zerline und Karl Tbal 10.- , Max Bondi und Frau, Prag 20.—, Karl und Julius Schützt 30.—, Dr. Adolf Adler 20. —, Dr. Julius Heller 20.—, Alexander Zirner K 80. . Zusammen L 180.—. . Anläßlich des Ablebens des sel. Leopold Geiringer: Von Moriz Geiringer K 20.-, Adolf Geiringer 10.—. Max Geiringer X 10.—. Zusammen K 40. — . Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann Deutsch: Von David Färber K 10.—. Sigmund, Josefine und Alice Kulka 30.—, Moriz und Helene Klein 20.—, MoxRosenfeld, Brünn 30.-, Samuel Färber l0—, L. Goldner 20.-, Von den Söhnen K 30.—. Zusammen K 150.— . Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz Feitel: Von Karl Bauer K 10.—, Isidor Feitel K 20.—. Zusammen K 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Julius Rosenthal: Von Julius Reitlinger K 20.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Rudolf Auspitz: Von Ludwig und Lucie B. K 50. , Israel. Gemeinde in Nikolsbnrg 4.- , Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler K4-. Zusam. K 58.- . Anläßlich des Ablebens des sel. Jsak M. Grünhut: Von Familie Julius Lederer K 5 —, Dr. Alfred Lederer X 5.—. Zusammen K 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Johanna Zappert: Von Edmund Melcher K 20.—. Ludwig A. Fuchsig 10.—. Hugo Popper 20.—, Jonas Weil und Frau 20.-, Berthold Schick und Frau 20.-, I. G. 20.—, Eduard Fürth und Frau 20.-, Wilhelm Hirsch 30.—. Eduard Doktor 20.— , Kais Rat Friedrich Vogel 25—, Dr. Ascher K 10.—. Zusammen K 215.—. Anläßlich des Ablebens des - sel. Wilhelm Schulhof: Von „Mariahilfer Kegelklub" K 50.—, Albert Liebermann 5 —, R. Teweles 10.—, Jos. und Mathilde Sittig 10.—, Robert und Viktor Sittig 10.—, Josef Lederer 10.—, Dr. Jakob Eugel 10.—, Albert Grauichstädten K 10.—. Zusammen K 115.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Ignaz Lustig: Von Frau M. L. K 20.—. - Anläßlich des Ablebens der sel. Amalia Fleisch mann: Von Familie Fleischmann K 10.—, Theodor Albrecht K 20.—. Zusammen K 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. I.Kantors Moriz Blatt: Von Salo Cohn K 30.—, Bernhard und Jda Krall 10.—, Jakob Theumann 10—, Max Quittner 20.—, Dr. M. P. K 10.—. Zusammen K 80. — . Wien (Verlobung.) Fräulein Selma Schwarz, Tochter des Herrn Samuel Schwarz, hat sich mit Herrn Carl Löwenthal aus Marienbad verlobt. Zum 80. Gedenktage der Einweihung des Wiener Stadttempels. Am 9. April l. I. werden 80 Jahre verflossen sein, seit das älteste Wiener Bethaus, der Stadttempel, eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben wurde. Zur Erinnerung an diesen Tag erscheint zu Beginn des nächsten Monats im Verlage der k. u. k. Hofbuchhandlung Wilhelm Braumüller in Wien eine von Herrn Sigmund H u s s e r l, Archiv - Beamter der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, nach archivalischen Quellen verfaßte Entstehungsgeschichte dieses Baues. Wir machen unsere Leser auf die bevorstehende interessante Publikation aufmerksam. Unsere Künstler ans der Jahresausstellung im Künstlerhause. Es freut uns besonders, mitteilen zu können/ - daß die jüdischen Künstler große Ehren geerntet haben. Von den 17 verliehenen Preisen erhielten Juden drei, und zwar Lazar Krestin für sein Bild „Beth Hamidrasch" den Dumbapreis, ferner Staatspreise (kleine goldene Medaille) Rudolf Quittner für seinen „Herbsttag" und Viktor Scharf für sein „Porträt des Herrn von M." Oesterreichische Ausstellung in London. Dieser Tage hatten wir Gelegenheit, einige für die Londoner Ausstellung bestimmte Objekte der bestbekannten Spezialfirma für Synagogenbekleidung Rudolf G o l d st e i n, Wien, I!., Taborstraße 54 zu besichtigen. Die Objekte dürften selbst sehr verwöhnten Ansprüchen genügen und die Schaustellung dieser rituellen Gegenstände erweckt das lebhafte Interesse aller interessierten Kreise. Die Kutten und Talare sind in einer bisher nie so vornehm ausgeführten Art erzeugt worden — alles gediegene Handarbeit — und mit Rücksicht auf den Ort (London), wo sie exponiert sein werden, in geradezu musterhafter Weise verfertigt. Es werden daher die löblichen Kultusvorstände,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.