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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-03-16 · 11 (16.3.1906) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
11 (16.3.1906)
Date
1906-03-16
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Oeite 178 Dr. Vlocb's MocbensedrM. Nr. Ü die Kraft zu finden, auf dem Pfade meiner häufig gar schwere Opfer heischenden Pflichten nicht zu Wanken und nicht zu weichen. Derart entstanden die meisten der vorliegenden Gebete." Vor zwölf Jahren hat die Verfasserin ihre Augen geschloffen; doch ihre Worte wirken weiter, wie sie es bis dahin getan, tröstend, erhebend, erbauend. In aller Stille begeht das Buch sein fünfzigjähriges Jubiläum; es geht in die neue Zeit hinüber unter Zeichen der Sympathie und Liebe, die ihm stets von neuen Leserinnen geboten werden. Briefkasten. M. P. in P. Für diese Woche zu spät. Emannel Presser. Die Konfession des Schriftstellers Rudolf S t r a tz ist uns unbekannt. Dr. K. König Eduard von England hat dem Präsidenten der französischen Republik bei seinem jüngsten Besuch ein kostbares hebräisches Manuskript aus dem XV. Jahrhundet: „Die jüdischen Altertümer" als Geschenk Lberbracht. Hätte man einem unserer jüdischen Millionäre ein solches Werk angeboten, so würde er das als Hohn und Beleidigung angesehen haben. „Ein Daker, der seine Kinder abschlachtet." Nikolaus der Zweite ist ein überaus glücklicher Vater; fünf Kinder hat ihm seine Frau geschenkt und rund 6 Millionen Graf Witte. So zu lesen in einer Depesche, die gestern in den Blättern stand: Witte sagte zu einer bei ihm erschienenen Deputation von Juden, der Zar brlrachte die Juden als feine Kinder und sorge für sie ebenso wie für andere Nationalitäten. Nun, was die anderen Nationalitäten betrifft, so haben diese die Sorge des Zaren nie allzu deutlich verspürt; Deutsche, Finnen, Polen, sie alle sind mit Väterchen durchaus unzufrieden. Aber die Juden würden doch gerne mit ihnen tauschen, um so viel sind sie schlechter daran als je Die Kinder des Zaren sind kaum in einem Orte des weiten Rußland ihres Lebens sicher, außer in den großen Städten; aber auch nur deßhalb, weil es der Masse des jüdischen Volkes verboten ist, in ihnen zu wohnen. Die Kinder des Zaren sind durch Ausnahmsgesetze bedrückt, wie sie barbarischer kaum in Marokko bestehen; die Kinder des Zaren sind die elendesten, armseligsten, bedauernswertesten Geschöpfe auf der Erde, denn außer der tiefen Armut, in der wohl der größte Teil der russischen Inden lebt, lastet Verachtung und Haß auf ihnen, und zu der Sorge um ihr kümmerliches Stück Brot gesellt sich die stete Angst, daß bei nächster Gelegenheit „die Getreuen" des Zaren kommen werden, um sie unter teuflischen Martern zu maffakrieren. Kurz, die Kinder des mächtigen, großen, edlen Zaren vegetieren dahin in einem Zustande, den keine Feder zu beschreiben vermag, und es ist der blutigste, grimmigste, grausamste Hohn, wenn ein Graf Witte den Juden sagt, daß zwischen ihnen und den anderen Bewohnern Rußlands kein Unterschied gemacht werde. Möglich, ja wahrscheinlich, daß diesem Staatsmann persönlich Judenhetzen aus verschiedenen Gründen nicht erwünscht sind und daß er sie zu verhindern bestrebt ist; aber Tatsache ist es. daß gar mancher der Kollegen Wittes Ausschreitungen gegen die Juden als nützliches Mittel betrachtet hat und betrachtet, um in erregten Zeiten die Leidenschaften der Menge gefahrlos sich entladen zu lasten, daß von Petersburg aus Judenhetzen arrangiert worden sind und daß man die Veranstalter der furchtbaren Schlächtereien straflos ausgehen ließ und noch immer läßt. Nein, Väterchen ist kein Vater für die Juden, und wenn es richtig ist, daß unter den russischen Revolutionären die Juden in besonders großer Zahl vertreten sind, so wird dies niemand, der gerecht und objektiv urteilt, verwunderlich finden. Die Juden, sagte Graf Witte, sollten zum Zaren gehen, sie würden nur gnädige Worte von ihm hören; gnädige Taten wären weit mehr am Platze. Wie« IL Das ist natürlich eine bodenlose Frechheit vom „Deutschen Volksblatt", die Ausweisung der russischen jüdischen Flüchtlinge aus Wien zu verlangen. Stampiglien fälschen sie nicht, Obligationen stehlen sie nicht, sie besaufen sich nicht, sondern arbeiten ehrlich und schwer in Fabriken und bei Bauten. Sie haben ebensolches Recht, wie die italienischen Erdarbeiter, die im Frühjahre in weit größerer Zahl zu uns kommen. Von den Russen bleiben übrigens nur die allerwenigsten in Wien, da sie sofort zurück- oder weiter wandern. Aber wovon sollte diese Sorte Presse leben, wenn nicht von Lügen? R. Glücklicherweise konnte sich kein antisemitischer Ton in das Bedauern mischen, das die finanziellen Schwierigkeiten der Erzherzogin Klotilde überall hervorgerufen haben. Ihre Ratgeber und Vertranensleute waren durchaus Ehristen. Wären es Juden gewesen, so hätte ihre Loyalität und Ehrlichkeit es gewiß nicht zu Diesem'Ende komnien lasten. Wiener. Es braucht Sie weiter nicht Wunder zu nehmen, daß ein Lehrer, der wegen Trunksucht wiederholt streng gemaßregelt, sogar vom Amte zeitweilig suspendiert wurde, nun nach achtzehnjähriger Dienstzeit in die erste Gehalts'<ufe cingereiht wurde, die für die straflose Dienstzeit vorgeschrieben ist. Der Mann 'überflügelte Kollegen mit 20- bis 30-jähriger, tadelloser Dienstzeit, weil er strammer Parteigenosse und sein Bruder der Kammerdiener bei einem hohen Adeligen ist. Das sagt alles über die Partei der Klerikalen und Feudalen. K. N. Die Kutschersgattin Friedmamr, die wegen grausamen Totschlages an ihrem Kinde verurteilt wurde, ist keine Jüdin. Das „Deutsche Volksblatt" konnte seine blutrünstigen Titel und feine Rufzeichen sparen. Bei einer jüdischen Mutter ist auch eine solche Tat am Kinde unmöglich. Lehrer I. K. Brüder sind keine Noterben und werden auch nicht verständigt. Vielleicht ist Ihnen eine Reise in die betreffende Stadt möglich. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind die zur Einhebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration. Notiz. Wiener Bankverein. Die sechsunddreißigste ordentliche Generalversammlung findet am 6. April d. I.. um 11 Uhr vormittags, in Wien, I., Herrengasse 6, statt. Verhandlungsgegenstände. 1. Jahresbericht des Administrationsrates. 2. Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß pro 1905 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1905 (§ 58, lit. c der Statuten). 4. Wahlen in den Administrationsrat 5. Wahlen in das Zensorenkollegium und den Aufsichtsrat für die Filialen. Nach § 46 der Statuten sind zur Stimmführung in der Generalversammlung nur jene Aktionäre berechtigt, welche "seit wenigstens 14 Tagen vor dem Zusammentreten derselben mindestens fünfundzwanzig Aktien nebst Coupons bei der Gesellschaftskasse oder den sonst hiezu vom Administrationsrate bestimmten Stellen erlegt haben. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf Eine Stimme. (Z 47 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden daher eingeladen, ihre Aktien samt Coupons bis s p ä t e st e n s 23. März d. I. in Wien bei der Liqnidatur (I., Herrengasse 8), in Aussig a. E., B i e l i tz - B i a l a, Brünn, Budapest, Czernowitz. Graz, Klagen fürt, Konstantinopel, Lemberg und Prag bei den Filialen, in F r i e d e k - M i st e k. St. Pölten, Pro ß nitz, T e p l i tz, Villach und Wr. - Neust a d t bei den Exposituren des Wiener Bankvereins, in T r i e st bei der Banca Commerciale Triestina, in Berlin bei der Deutschen Bank, in F r a n f u r t a. M. bei der Deutschen Vereinsbank und der Frankfurter Filiale der Deutschen Bank, in Stuttgart bei der Württemberglschen Vereinsbank, in München bei der Bayerischen Filiale der Deutschen Bank, in Zürich bei der Schweiz. Kreditanstalt und beim Schweiz. Bankverein, in Basel bei der Schweiz. Kreditanstalt, beim Schweiz. Bankverein und bei der Aktiengesellschaft von Speyr u. Co. zu deponieren. Die Aktien sind von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneten Konsignationen (und zwar bei der Liguidatur in Wien zwei, bei den sonstigen Deponierungsstellen in drei Exemplaren) begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück und gleichzeitig wird gemäß § 54 der Statuten die Legitimationskarte für die Teilnahme an der Generalversammlung erfolgt, welche auf den Namen des Deponenten lautet und nur für die bezeichnet Person oder deren gehörig legitimierten Bevollmächtigten Geltung hat. _ K k. priv. allgemeine Verkehrsbank. Mit Rücksicht auf die Ausdehnung des Geschäftsverkehres der allgemeinen Verkehrsbank ergab sick die Notwendigkeit, die Erhöhung des Aktienkapitales, zu welcher die allgemeine Verkehrsbank schon durch Generalversammlnngsbeschluß vom 28. März 1884 berechtigt ist, durchzuführen. Im Sinne dieses Beschlusses und des § 8 der Statuten erfolgt daher die Erhöhung des bisherigen Aktienkapitals von X 11,200.000 durch Ausgabe von 20.000 Stück neuer Aktien ä X 280 mit K 5,600.000 auf K 16,800.000. Auf die Emission der neuen Aktien, welche an dem Erträgnisse des Jahres 1906 partizipieren, wird den alten Aktionären das Bezugsrecht zum Kurse von K 330 pro Aktie in der Weise angeboten, daß je zwei alteAktien zum Bezüge einer neuen Aktie berechtigen. Das Bezugsrecht ist im Sinne der betreffenden Kundmachung in der Zeit vom 10. bis 20. März d. I. auszuüben. Zur allfälligen Uebernahme von Aktien, auf welche das Bezugsrecht nicht geltend gemacht wird, hat sich ein Garantiesyndikat unter der Leitung der k. k. priv. Oesterreichischischen Kreditanstalt für Handel und Gewerbe gebildet. In der am 7. d. M. stattgefundenen Sitzung d:s Verwaltungsrates der allgemeinen Verkehrsbank wurde der Beschluß gefaßt, der Generalversammlung für das Jahr 1905, unter Berücksichtigung der üblichen Reservedotierung, die Verteilung einer gleich hohen Dividende wie im Vorjahre, das ist K 18 pro Aktie, in Vorschlag zu bringen.

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