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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-03-16 · 11 (16.3.1906) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
11 (16.3.1906)
Date
1906-03-16
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Dr. Mocb's MocbenscbrM. Sette 175 Nr. 11 Kiew. Ihm, Witte, sei gemeldet worden, am 4. d. solle in Kiew eine Judenhetze stattfinden; sofort wurden Maßregeln ergriffen und die Judenhetze unterblieb. In einer Sitzung des Ministerrates erklärte der Minister des Innern anläßlich der Meldungen von Vertretern einiger Judengemeinden, daß sie bedeutende Ausschreitungen gegen die Juden befürchten, derartige Befürchtungen seien schwerlich genügend begründet, jedenfalls seien seitens der Regierung erforderliche Vorbeugungsmaßnahmen getroffen worden. Wieviel von Wittes freundlichen Worten auf Rechnung eines neuen Anlehens kommt, ist noch fraglich. Sehr traurig ist die richtige Auskunft Wittes über die Wirkung der Duma für die Juden. _ Vermischtes. Wien Die israelitische Kultusgemeinde in Tarnopol sah sich in ihrer letzten Sitzung gezwungen, einen einstimmigen Protest dagegen zu beschließen, daß der Bezirksausschuß von Tarnopol für die Bewerber um die Stelle eines Bezirkssekretärs den Nachweis der christlichen Religion verlangt hat. Im Drohobyczer Gymnasium hat der Supplent Biegan o w s k i die jüdischen Schüler Bastarde genannt und erklärt, daß der rituelle Gebrauch von Christenblut bei den Juden kein Märchen sei, sondern durch die Prozesse von Lauten, Könitz und Polna erwiesen wurde. Ueber die diesbezügliche Beschwerde der Drohobyczer jüdischen Bevölkerung hat der Gymnasialdirektor nur zum Scheine eine Untersuchung eingeleitet. Diese Dinge ereignen sich in Galizien in einem Augenblick, wo die Juden die Frage erwägen, ob sie noch weiterhin die politischen Geschäfte der Polen besorgen sollen, die ihre bisherige treue Anhängerschaft mit antisemitischen Hetzereien lohnen. Wenn die hier erwähnten und anderen Fälle seitens der polnischen Behörden nicht die geforderte Remedur finden, dann können wir unseren Glaubensbrüdern in Galizien nur raten, sich endlich auf eigene Füße zu stellen und ihren polnischen Bedrückern weiterhin die politische Gefolgschaft zu versagen. Wien. Der Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien, Wien, IX., Berggasse 4, veranstaltet Sonntag den 25. März d. I., präzise um 10 Uhr vormittags, in den Räumlichkeiten des Israel. Humanitätsvereins „Wien" B’nai B’rith, I., Universitätsstraße 4, die diesjährige ordentliche Generalversammlung. Wien. Der kaufmännische Unterstützungsverein „Osten", Wien, II., Herminengasse Nr. 16, veranstaltet die 29. ordentliche Generalversammlung am 19. März d. I., 728 Uhr abends, im Restaurationslokale M. G u t h, II., Stephaniestraße 16. Wien. (Verlobung.) Herr Oskar L ö w y, Ingenieur in Pittsburg, Pa. U. 8. A., Sohn des Herrn Ignaz L ö w y, Wien, IV., Paniglgasie 19, hat sich mit Fräulein Rosa H e r l i n g e r aus Wien verlobt. Wien. (Goldene Hochzeit.) Herr Moriz P l a s ch k e s, il., Große Mohrengasse Nr. 14, II. Stiege, Tür 52, feiert mit seiner Gattin Marie (geb. Schlesinger) am 24. März 1906 das Fest der goldenen Hochzeit. Wien. Für die ausgewanderten russischen Juden find uns von Herrn Lazar Eppinger in Budapest X 10 zugekommen. Wien. Der Brigittenauer israelitische Unterstützungsverein veranstaltete Sonntag den 11.d. M. im Ballsaale des Etablissements Ronacher seine diesjährige Masken-Redoute und nahm das Fest einen recht animierten Verlauf. Die Räume bei Ronacher füllte ein teils in sehr hübschen Kostümen, teils in Balltoilette zahlreich erschienenes Publikum und wurde unter den Klängen der Militärkapelle des Jnf.-Reg. Nr. 6 viel und flott dem Tanze gehuldigt. Von den charakteristischen Gruppen und sehr hübschen Einzelmasken wurden auch mehrere mit Preisen bedacht. Das Reinerträgnis der Veranstaltung fließt dem Vereine zu. Wien. Der Israelitische Tempelverein für Wieden- Margareten veranstaltet seine außerordentliche Generalversammlung Sonntag den 25. März d. I. 10 Uhr vormittags im Sitzungssaale der Redaktion des „Gambrinus", V., Wienstraße 12. Jüdische Toynbeehalle, XX , Othmargasse 46. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Beginn der Vorträge an Wochentagen um halb 8 Uhr abends, Samstag-, Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. Wochenprograrnm: Samstag den 17. März: Konzert. — Sonntag den 18. März: Literarischer Abend. — Montag den 19. März: „Oesterreichisches Verfassungsrecht". Herr Dr. Jos. Jerusalem. — Dienstag den 20. März: „Geschichte der Juden in Polen". Herr M. Fuchsgelb. — Mittwoch den 21. März: ..Ueber erste Hilfe". III.Herr Dr. I. Samuely. — Donnerstag den 22. März: „Neue Philosophie" (Schluß). Herr Dr. Bernhard Wachstein. — Freitag den 23. März: Bibelvortrag". Herr Religionslehrer Leopold Weiß. — Samstag den 24. März: Konzert. — Samstag den 10. d. M. fand in der Toynbeehalle ein von Frl. Dora Popper arrangiertes Konzert statt, das einen glänzenden Verlauf nahm. Die Mitwirkenden, Frl. Dora Popper (Klavier), Frl. Wreschinsky (Gesang) und Herr Dr. Biermann (Violine), ernteten für ihre vorzüglichen Darbietungen stürmischen Beifall. Eine Purim-Festjause versammelte Sonntag den 11. d. M. 300 der ärmsten Kinder zu einem fröhlichen Nachmittage in der Toynbeehalle. Die Zöglinge des Baron Springer'schen Waisenhauses entfesselteu durch ihre exakten musikalischen und turnerischen Vorführungen unter Leitung des Herrn Direktors Alexander Hecht den Jubel der kleinen Gäste, der sich noch steigerte, als jedem der anwesenden Kinder ein praktisches Geschenk als Purimgabe überreicht wurde. Herr Religionslehrer Oehler schilderte in schwungvollen Worten die Bedeutung des Purimfestes. Freudestrahlend schieden die Kleinen aus der Toynbeehalle und werden gewiß noch lange die Erinnerung an die glücklichen Stunden bewahren, welche ihnen gute Menschen liebevoll bereiteten. Jüdische Toynbeehalle, XV., Trrrnergafse 22. 10. März: Herr Ing. Ludwig Fischer hielt seinen Vortrag „Technische Plaudereien, besonders über Eisenbahnwesen" in überaus fesselnder Weise und hat sich den Dank der Zuhörer erworben, da er so vieles, was in der jetzigen Zeit des Verkehres zu wissen nicht nur gut, sondern geradezu notwendig ist, zur Sprache brachte. Herr Dir. L i p p a sorgte hernach dafür, daß auch dem Humor fein Recht werde und entfesselte wahre Lachstürme mit seinen Darbietungen. Am 17. März ist ein ganz besonders zahlreicher Besuch zu erwarten, denn das Thema des Vortrages „W er soll Kaufmann werden" (Vortragender Herr Karl L a n d e i s) ist ein alle Kreise nahe berührendes! — Der zweite Teil des Abends wird von Frl. Marianne R u b vom Burgtheater, mit Begleitung des Herrn Dir. Lippa, besorgt werden. Wien- Mittwoch den 21. März 1906, */*8 Uhr abends, findet im Kleinen Musikvereinssaal das Orgelkonzert S. Storch. Inhaber und Leiter einer konzess. Musikschule, Lehrer am Blinden-Jnstitut ans der Hohen Warte, unter gefälliger Mitwirkung der Opern- und Konzertsängerin Frl. Fanny Freystädt und der Harfenvirtuosin Frl. Hedwig Baum mit folgendem Programm statt: 1. Buxtehude. Passacaglia (gest. 1706) S. Storch; 2. Lieder-Vortrag, Frl. Freystädt; 3. Mendelssohn, Sonate, S. Storch; 4. Saint-Saöns, Phantasie, Frl. Baum; 5. Luigi Arditi, Parla-Walzer, Frl. Freystädt; 6. Mozart. Andante aus der F-moll-Phantasie (komponiert für „Orgelwerk in einer Uhr"), S. Storch; Brahms Choral-Vorspiel („Es ist eine Ros' entsprungen"); S. Storch, Variationen; 7. Fr. Schubert, „Dem Unendlichen", für Gesang, Harfe und Orgel, Frl. Freystädt, Frl. Baum und S. Storch. Wien. (W o h l t ä t i g ke i t s - V o rst e l l u n g.) Es gibt keine schönere Aufgabe für Wohltäter, als dem Elend armer, hoffnungsvoller Schulkinder zu steuern, sie vor den rauhen Unbilden des Winters zu schützen, ihre Gesundheit und Lernfähigkeit zu erhalten und sie zu anständigen Mitgliedern der Menschheit miterziehen zu helfen. — Not und Elend wächst immer zu, hemmen lassen sie sich wohl nicht, doch lindern kann man sie und eben dazu ist der humanitäre Geselligkeitsverein „Rudolfsbund", der sich diese Aufgabe zur moralischen Pflicht macht. Alljährlich wird eine stattliche Anzahl armer, bedürftiger Kinder bekleidet und so groß die Zahl auch ist, sie wird von Jahr zu Jahr größer und größer. Woher aber die Mittel nehmen, wenn die Allgemeinheit nicht hilft? Die Wohltätigkeit des Einzelnen ist ein Tropfen im Meere. — Wie alljährlich, so veranstaltet anch Heuer der Verein (Obmann Armenrat Josef Pollak) eine Wohltätigkeits-Vorstellung und gelangt Sonntag am 1. April d. I. im Wiener Bürgertheater das bekannte und beliebte Stndentenstück „Filia Hospitalis14 mit der besten Besetzung zur Aufführung. Karten sind zu haben bei: Pollak & Neuron, II., Zirkusgasse 42, Em. Taub, II., Glockengasse 13,

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