Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 9 (2.3.1906)
- Date
- 1906-03-02
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Seite 143 Nr. ö Dr. Llocv's MocdenscbrM. machte, ist ein unverfälschter Typus der christlichsozialen Antisemiten. Der abgrundtiefe Schmutz, der im Hraba-Prozeß aufgewühlt wurde, hinderte übrigens das antisemitische Deutschmeister-Denkmalkomitee nicht, tapfer hineinzusteigen und den geliebten Hraba feiner Hochachtung zu versichern. Das war ein Schuß ins Schwarze, wo es am schwärzesten ist. Schade, daß sie diese Stütze der Luegerherrschaft nicht auf einem Triumphwagen der städtischen Tramway unter den Klängen des Luegermarsches durch die Straßen geführt haben. Pfui Teufel über diese christlichsozialen Schweinereien! Lehrer. „Qualifikationen sind uns Wurst," sagte der ritterliche Hraba, „wir stellen an, wen wir wollen." Wir haben ja schon seinerzeit gesagt, daß die Rede, in welcher Lueger zu Neujahr seine Unparteilichkeit pries, weit besser in den Fasching gepaßt hätte, und siehe da! im Fasching wurde sie nun auch glänzend illustriert. „Eine Wahllegitimation nützt bekanntlich dem Lehrer mehr als eine Qnalifikationsliste," wurde im Verlaufe des Hraba-Prozesses geäußert. So züchtet Lueger unter dem Beifall „seiner" Wiener die verächtlichste Gesinnungslumperei. Heine. Herr Stöcker hat also in Berlin ein paar Leute zusammengetrommelt, um gegen ein Heine-Denkmal Stellung zu nehmen. Die Zuhörer hatten hernach die Wahl, sich zwischen dem Hofprediger Stöcker und Friedrich Nietzsche zu entscheiden, welch letzterer in Ausdrücken höchster Bewunderung von Heine spricht. Politik. Die Speichelleckerei und der Stiefelwichspatriotismus der Christlich-Sozialen hat den braven Kindern auch Früchte getragen. Die Deutschen wurden gerade um jene Mandate verkürzt, in denen die freisinnige Partei ihren Sitz hatte, und das Land Niederösterreich wurde in langgestreckte Wahlbezirke mit durchaus christlichsozialer Majorität eingeteilt. Der Herr von Gautsch hat also trotz der modernen Maske seine alten, klerikalen Freunderln nicht vergessen. N. B. Herr Schönerer machte der Wahlreform mit der geistreichen Motivierung Opposition, daß er auf Grund der neuen Wahlordnung mit jedem Stromer gleichberechtigt sei. Meint Herr Schönerer unter Stromer vielleicht einen besoffenen Lumpen? K. Die Preßköter der Christlich-Sozialen sind in der Hilsner- Affaire merkwürdig ruhig geworden. Entweder ist ihnen die Lügenphantasie ausgegangen oder sie ducken sich, damit nicht eher noch die antisemitische Gemeinheit aufgedeckt wird. Berichtigung. Der Verein, über dessen Generalversammlung in Nr. 8 der „Oest. Wochenschrift", S. 120, berichtet wurde, führt den Titel: „Verein zur Unterstützung jüdischer Kurbedürftiger." Notiz. K. k. priv. Allgem. österr. Bodenkreditanstalt. Zufolge Beschlusses der außerordentlichen Generalversammlung vom 6. Februar d. I. räumt die Oesterr. Bodenkreditanstalt den Inhabern ihrer bestehenden Aktien-Jnterimsscheine das Bezngsrecht auf die neu zur Ausgabe gelangenden 30.000 Aktien mit Dividendenberechtigung ab 1. Jänner 1906 zum Preise von K 1000 pro Aktie zuzüglich 4 Perzent Zinsen ab 1. Jänner 1906 bis zum Zahlungstage in der Weise ein, daß auf je vier Jnterimsscheine eine neue Aktie entfällt. Behufs Geltendmachung des Bezugsrechtes sind die Jnterimsscheine in der Zeit vom 27. Februar bis i n k l u s i v e 12. M ä r z d. I. bei sonstigem Verluste des Bezugsrechtes bei der Kassa der Oesterr. Bodenkreditanstalt in Wien, I., Teinfaltstraße Nr. 8, zur Abstempelung einzureichen und hiebei der Betrag von K 300 samt 4 Perzent Zinsen ab 1. Jänner 1906 zu erlegen. Gegen Entrichtung des Restbetrages per X 700 pro Aktie samt 4 Perzent Zinsen vom 1. Jänner d. I. werden in der Zeit vom 25. April bis spätestens 30. Juni d. I. bei sonstigem Verluste des Bezugsrechtes und der ersten Einzahlung die neuen Aktien ausgefolgt. Zufolge weiteren Beschlusses der außerordentlichen Generalversammlung werden durch Uebertrag von X 12,000.000 von dem außerordentlichen Reservefonds B auf den Aktienkapitalkonto die bestehenden Aktien-Jnterimsscheine liberiert und gegen mit X 300 voll eingezahlte definitive Aktien vom 15. Mai d. I. angefangen bei der Kassa der Oesterr. Bodenkreditanstalt umgetauscht. Die Dividende des Jahres 1906 wird nur gegen den an den definitiven Aktien haftenden Coupon ausbezahlt. Nähere Mitteilungen enthalten die ausführlichen Kundmachungen, welche bei der Oesterr. Bodenkredit anstalt kostenlos erhältlich sind. „Mazzes-“ — Mehl, Pester Walzmiihle, streng rituell unter Aufsicht des ehrwürdigen Babbinates in Xostel ei zeugt. QaranHsrtnalurechtes feinstes Bepflanzenaus Kokosnüssen. ElPTEI Koste], Mähren. Soeben erschien in meinem Kommissionsverlage: °° Schir Zion °° Gesänge für den israel. Gottesdienst von SaBomon Sulzer Revidiert und herauagegeben von Joseph Sulzen«. =ZI Preis 58 Kronen. Seit vielen Jahren vergriffen, erscheint dieses monumentale Werk des verstorbenen Meisters in neuer, erweiterter und vornehm ausgestatte‘er Ausgabe, und wird dieselbe von Synagogengemeiuden und den Herren Kantoren mit Freuden begrüsst werden. B Leipzig M. W. Kaufmann. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Bfflon ist die Stelle eines Sekretariatsadjunkten zu besetzen. Derselbe muss österreichischer Staatsbürger sein und darf das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben. Die Kompetenten haben ein vollständiges, durch Zeugnisse belegtes curriculum vitae vorzulegen und die Ablegung der Reifeprüfung an einer inländischen Mittelschule auszuweisen, sowie die erforderlichen Kenntnisse, um die Kasse- und buchhalterischen Geschäfte der Gemeinde besorgen zu können. Kompetenten, welche den Nachweis absolvierter juridischer Studien erbringen, erhalten den Vorzug. Der Angestellte bezieht einen Jahresgehalt von 2000 Kronen und eine Aktivitätszulage von 400 Kronen und unter der Voraussetzung zufriedenstellender Dienstleistung ausserdem vier Quinquennalzulagen von je 10 Perzent des Gehaltes und der Aktivitätszulage. Für die Pensionierung, Witwen- und Waisenversorgung gelten die fiir die Staatsbeamten bestehenden Grundsätze. Kompetenzgesuehe sind bis 31. März d. J. an die Kultusgemeindekanzlei (Basteigasse 1) zu überreichen. Brünn, 18. Februar 1906. Für den Kultusvorstand: Der Piäses: Or. H. Fialla. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, offeriert in reichster Auswahl Professor Kämpt’s allgemein bellebto Brantgebetbicher und deutsche ftadachtsbicher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- [und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borten. Im Verlage von Samuel W. Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung erschienen das berühmte Prachtwerk?rof. Ir. Mos jFSrst’s illnstr. fflnf Bücher jtioses mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und über 230 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. fl. 6—. Die f ruhers Aufll ige i st gänzlich ausverkauft. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. Wilhelm Steiner, Mazzes-Bäckerei