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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-03-02 · 9 (2.3.1906) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
9 (2.3.1906)
Date
1906-03-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 9 Dr. Dlocb s Mocbens. j&rttt Seite 139 Scholem-Alejchem in Wien. Die „jüdischen Abende", Vorträge aus der Literatur der ostjüdischen Sprache", führen sich Heuer mit einer Darbietung ersten Ranges ein. Sonntag den 4. März d. I. wird im Ballsaale Ronacher, I., Schellinggasse 1, der berühmte jüdische Dichter Scholem-Alejchem (S. Rabinowicz) aus Kiew eigene humoristische Skizzen vorlesen. In der Erwartung, daß die seltene Gelegenheit, den hervorragendsten Kenner des Lebens und der Seele der östlichen Juden zu hören, gerne benützt werden wird, laden wir zum Besuche dieser Vorlesung ein und hoffen auf zahlreiches Erscheinen. Beginn präzise 9 Uhr abends. Das Reinerträgnis fließt einem wohltätigen Zwecke zu. Preise der Plätze: X 10, 6, 4, 3, 2, 1 und —.50. Das Komitee. Wien. Sonntag, den 11. März 1906, um 11 Uhr vormittags, findet im Festsaale der „Israelitischen Kinderbewahranstalt", II., Schiffamtsgasse 15, die Hauptversammlung der „Israelitischen Kinderbewahranstalt" (gegr. im Jahre 1843) statt. Wien. Der literarische Geselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „M o r i a" veranstaltet Sonntag den 4. März einen literarischen Nachmittag, bei dem der bekannte Schriftsteller Herr H. Jork Steiner seine neue Dichtung „Der verkaufte Kadisch" (Manuskript) zur Vorlesung bringen wird. Beginn präzise 3 */, Uhr im Kongreß-Saale IX. Türkenstraße 9. Gäste herzlich willkommen. Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 4« Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Beginn der Vorträge an Wochentagen halb 8 Uhr abends, Samstag und Sonn- und Feiertage um 7 Uhr abends. Wochenvrogramm: Samstag den 3. Marz: Konzert. — Sonntag den 4. März: Ueber besonderes Ersuchen des Vorstandes: „Tausend und eine Nacht." Herr Schriftsteller Adolf Gelber. — Montag den 5. März: „Bilder aus der Volkswirtschaft." Herr Leopold Spitzer. — Dienstag den 6. März: Literarischer Abend. Herr Dr. Leo Feld. — Mitwoch den 7. März: „Ueber erste Hilfe." Herr Dr. I. Samnely. — Donnerstag den 8. März: „Nene Philosophie" Herr Dr. Bernhard Wachstein. — Freitag den 9. März: Bibelvortrag. — Samstag den 10. März: Konzert. Durch besondere Umstände veranlaßte Aenderungen Vorbehalten. — Sonstige Bekanntmachungen: Samstag den 24. Februar d. I. fand nt der Toynbee-Halle wohl einer der gelungensten Konzertabende statt. Herr Oberkantor Böla Guttmann hatte nicht nur seine große Kutlst in den Dienst der guten Sache gestellt, sondern das Arrangement des ganzen Abends übernommen. Er sowohl, als auch die anderen Mitwirkenden und zwar die Damen: Frl. Freistädt (Gesang), Frl. Birnbaum (Deklamation) und Frl Petschenig (Klavier), ernteten für die trefflichen Darbietungen stürmischeit Beifall und mußten sich immer wieder zit Zugaben bequemen. Jüdische Toynbeehalle, XV., Tnrnergasse 22. 24. Februar: Ein gediegenes, fast überreiches Programm bot Anlaß zu Belehrung und vorzüglicher Unterbaltung. Herr Dr. Lederer besprach die Hilfsmittel in der Kindererziehung „Belohnung und Strafe" und redete einer Einschränkung der letzteren und reichlichen Anwendung von Belobi ngen und Belohnungen das Wort, durch Beispiele ans seiner Erfahrung wirksam seine Ausführungen unterstützend. Hierauf trug Frl. Emma L i e b n e r meisterhaft einige Piecen am Klaviere vor, Herr Paul König zeigte sich als vorzüglicher Violinspieler und Frl. Klein sang, sich zugleich begleitend, mit vornehmer Verwendung ihrer schönen Stimmittel zwei Lieder. Der Beifall nach jeder Nummer war stürmisch. Am 2 März findet ein Vortrag des Herrn Prof. Kassowitz über die Alkoholfrage statt und wird wohl die Persönlichkeit des Vortragenden sowie das aktuelle Thema diesen Abend zu einem Ereignis für die Toynbee- Halle gestalten. Aufruf. Die Auswanderung aus dem Osten hat eine große Zahl gänzlich mittelloser, aller Hilfsmittel entblößter jüdischer Brüder nach Wien gebracht. Die Unglücklichen sind den größten Entbehrungen ausgesetzt, dem furchtbarsten Elend preisgegeben, wenn sie nicht bei ihren Mitmenschen Hilfe und Unterstützung finden! Das Elend ist geradezu unbeschreiblich! Wir treten deshalb an die gesamte jüdische Bevölkerung mit der dringenden Bitte heran, nach Kräften sich der Armen anzunehmen, ihr Ohr nicht glcichgiltig zu verschließen. Auch die getiiigllen Spenden an Kleidungsstücken jeder Art, Naturalien rc. nimmt das Unterzeichnete Komitee mit bestem Danke entgegen. Außerdem hat aber auch der größte Teil der Emigranten tatsächlich nichts zu essen. Es wäre daher dritigend angezeigt, den Unglücklichen zu einigen Mittagstischen zu verhelfen, damit sie nicht, wie es schon vorgekommen ist. auf der Straße vor Hunger zufammenbrechen, und ihnen sonst in dieser Beziehung beizustehen. Wir richten nochmals an Sie die dringende Bitte um Hilfe durch Kleider. Naturalien oder Mittagstische. Indisches Studentenkomitee zur Unterstützung der Emigranten. Adresse für Kleider: Toynbeehalle, XX., Othmargasse 46, für Speisemarken: IX., Hörlgasse 10 (Verbindung „Jvria"), Anregungen jeder Art nimmt das Komitee (Hörlgasse 10) 7—8 Uhr abends entgegen. An die befugten Hausierer! Der ,,I. österr. Rechtsschutzverein für Hausierer" in Wien bringt allen befugten Hausierern zur Kenntnis, daß er ein Aktionskontitee, bestehend aus ntehreren hervorragenden hochherzigen Persönlichkeiten, ins Leben gerufen hat, welches sich zur Aufgabe gemacht, alle Interessen der Hausierer zu vertreten, insbesondere ihnen in jeder Hinsicht hilfreich beizustehen. Nachdem aber das Aktionskomitee die Absicht hegt, diese Wohltaten ausschließlich nur Mitgliedern des obgenannten Vereines angedeihen zu lassett, ergeht der Aufruf an alle befugten Hausierer, sich ehestens in ihrem eigenen Interesse als Mitglied eintragen zu lasten. Zu diesem Zwecke hält die Vereinsleitung in ihrem Bureau H-, Daborstraße 59 (tut Hofe) jeden Sonntag von 3-5 Uhr nachmittags öffentliche Sitzungen ab, in welchen Mitglieder attsgenommen, Beschwerden entgegengenommen und Ratschläge erteilt werden. Außerdem finden auch dortselbst früh und abends zu der jeweilig bestimmt und ersichtlich gemachten Zeit Sptechstunden statt Achtungsvoll Die Dereiusleiiung. P. S. Der Jahresbeitrag beträgt X 2.— fürs ganze Jahr. Baden. Der Weingroßhändler Herr Moritz Schreiber hat zum Andenken an seine selige Gattin, die edle Frau Bettina Schreiber, beim israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsverein in Baden eine Stiftung errichtet, deren Zinsen jährlich an eine in Baden wohnhafte Braut ausbezahlt werden. Fünfkirchen. (Besuch des Bischofs beim Präsidenten der israel. Gemeinde.) Graf Julius Zichy, Pecser Bischof, erschien am Donnerstag vormittags in Begleitung seines Ceremoniarius Dyonis Mosonyi bei Herrn Josef v. Engel, als dem Präses der Perser israel. Kultusgemeinde, um demselben für die Begrüßung seitens der Gemeindevorstehung aus Anlaß seiner Installation seinen Dank abzustatten. Cger. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. M. E. P r o ß n i tz aus Mähr.-Schönberg wurde in unserer Gemeinde einstimmig zum Rabbiner gewählt. Prosinitz. Frau K l o t i l d e Singer, die Witwe nach dem im verflossenen Jahre verstorbenen Josef Singer, hat für die Wohltätigkeitsanstalten der Proßnitzer Jsraelitengemeinde großartige Spenden gewidmet; die Summe, die sie hiefür widmete, beträgt zusammen mit dem schon früher von Herrn Josef Singer hiefür bestimmten Betrage 70.000 K. Auch dem hiesigen israelitischen Frauenvereine spendete die hochherzige Wohltäterin 500 K. Hohenylotz. Am 19. v. starb nach längerem Leiden im 70. Lebensjahre Herr Heinrich Reik und wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung verschiedener Vereine und Korporationen in dem von der israelitischen Kultusgemeinde gewidmeten Ehrengrabe zur letzten Ruhe bestattet. Am offenen Grabe sprach Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Moses Rudolfer unter Bezugnahme auf den dieswöchentlichen Thoraabschnitt in ergreifenden Worten von der wahren Frömmigkeit und pries des Verblichenen oft betätigten Wohltätigkeitssinn als auch das Schaffen während feiner Tätigkeit als Kultusvorsteher, welches Ehrenamt der Verschiedene durch 18 Jahre bis zum Jahre 1896 innehatte; Heinrich Reik war auch eifriges Mitglied des Ortsschulrates und verschiedener humanitärer Vereine. Ehre seinem Andenken. Schaffa (Mähren). Von einem herben Schicksalsschlage ist die hiesige israetttische Kultu-gemeinde heimgesncht worden. Am *3. v. M. ist nach kurzem Leiden unser ehrwürdiger Rabbiner Herr Dr. Adolf

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